DE340708C - Verfahren zum Eindampfen von Fluessigkeiten in langen, hauptsaechlich vertikalen Roehren mittels die Roehren umspuelenden Heizdampfes - Google Patents
Verfahren zum Eindampfen von Fluessigkeiten in langen, hauptsaechlich vertikalen Roehren mittels die Roehren umspuelenden HeizdampfesInfo
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Description
AUSGEGEBEN
AM 17. SEPTEMBER 1921
Bei vorbekannten Einrichtungen, in welchen Flüssigkeiten in langen, hauptsächlich
vertikalen Röhren eingedampft werden, ist der die Röhren umgebende Heizraum nicht
unterteilt. Will man in an sich bekannter Weise diesem Heizraum Abdampf zuführen,
welcher aus der eingedampften Flüssigkeit entstanden ist und zwecks Wärmeabgabe verdichtet wurde, so muß die ganze für die
ίο Heizung benötigte Dampf menge auf die hohe
Sattdampftemperatur uad damit auf den hohen Druck gebracht werden, welcher für
die 'Erreichung- der vorgeschriebenen Gesamtkonzentration
der Flüssigkeit erforderlich ist.
Dies erfordert eine große Verdichtungsarbeit. In andern Verdampfungseinrichtungen, in
welchen mehrere Heizkörper- mit horizontalen Röhren in Hintereinanderschaltung nebeneinander angeordnet wurden, hat man
zwecks Ersparnis an Verdichterarbeit die einzelnen Heizräuime mit Dampf von verschiedenem
Druck versorgt, so daß nur derjenige Dampf auf die^höchste Temperatur
und' den höchsten Druck gebracht werden muß, welcher den Schluß der Entdämpfung
erwirken1 soll. Die Nebeneinanderanordnung einzelner Heizkörper mit verhältnismäßig
kurzem, je für sich an beiden Enden gut abzudichtenden
Röhren bedingt großen Platzbedarf, große Herstellungskosten und wegen
der vielen Dichtungsstellen eine erhebliche Unsicherheit der ganzen Anlage. Es sind
deshalb Verdampfungskörper mit langen vertikalen Röhren sowohl wegen ihres niedrigeren
Herstellungspreises als auch wegen ihrer besseren Wirkungsweise vorzuziehen. In langen Röhren bildet sich nämlich eine
verhältnismäßig große Dampfmenige, welche eine große Bewegungsgeschwindigkeit der in
einer Röhre befindlichen Flüssigkeitsteilchen und damit einen guten Wärmeübergang erwirkt.
Gemäß vorliegender Erfindung ist der die langen, hauptsächlich vertikalen
Röhren umgebende Heizraum des Verdampf ungsiapparates senkrecht zu den Röhrenachsen
in übereioanderliegende Teile (Kammern)
unterteilt, und es wird in diese Kammern Dampf von verschiedenem Druck eingeführt,
derart, dalß die den innerhalb der Heizröhren befindlichen Orten zunehmender
Konzentration zugeordneten Kammern immer höhere Heizdnudce besitzen als die vorangehenden
Kammern.
Im dem Fall, wenn der aus der eingedampften Flüssigkeit entstandene Dampf abgesaugt,
mittels eines Kreiselverdichters verdichtet und als Heizdampf dem Verdampfungskörper
wieder zugeführt wird, kann das Verfahren so ausgebildet sein, daß der in einen zweiseitig
ansaugenden Niederdruckteil und in einen einseitig ansaugenden Hochdruckteil unterteilte Kreiselverdichter den aius der eingedampften
Flüssigkeit entstandenen Dampf im Niederdruckteil auf eine erste niedere
Druckstufe verdichtet, von welcher ein Teil des Dampfes der untersten Kammer des Verdampferkörpers,
der anldere Teil dem Hochdruckteil· des Kreiselverdichters zugeführt,
darin weiter verdichtet und zum Teil aus einer Zwischenstufe in eine mittlere Kammer,
zium andern Teil aus der letzten Verdichterstufe in die oberste Kammer des Verdämpferkörpers
geführt wird.
Eine andere Ausbildung des Verfahrens besteht darin, daß ein in zwei parallel· geschaltete
Niederdruck-, einen Mitteldruck- und einen Hochdruckteil unterteilter Kreisel-Verdichter
derart eingeschaltet ist, daß der aus der eingedampften Flüssigkeit entstandene Dampf in den beiden parallel
arbeitendem Niederdruckteilen auf eine erste Druckstufe1 verdichtet, von welcher ein Teil
des Dampfes der untersten Kammer des Verdampferkörpers, der andere Teil dem Mitteldruckteil
des Kreiselverdichters zugeführt, darin weiter verdichtet und alsdann zum Teil
in eine mittlere Kammer des Verdampferkörpers, zum andern Teil dem Hochdruckteil
des Kreiselverdichters and von dessen Austrittsstutzen der obersten Kammer des Verdampf
erkörpers zugeführt wird.
Wesentlich für das Verfahren ist somit die Anpassung der Dampfspannung an die verschiedenen
Konzentrationsgrade der Flüssigkeit in den Kammern des Verdampfers.
Man hat zwar bereits die Beheizung von Verdampfern mit senkrechten Rohren mit
Dampf von· verschiedener Spannung bewirkt, aber zu dem ganz anderen Zweck, den Kreislauf
der einzudampfenden Flüssigkeit durch die Rohre zu beschleunigen. Der höher gespannte
Dampf wird in diesem Falle einem besonderen Nebenheizkörper zugeführt, der
unterhalb des Hauptheizkörpers angeordnet ist. Eine Absonderung der Flüssigkeit nach
den verschiedenen Kondensationsgraden ist dabei weder beabsichtigt, noch möglich.
Die Zeichnung zeigt drei Ausiührungsbeispiele von Eindampfvorrichtungen, welche
nach vorliegendem Verfahren arbeiten. Bei dem in Fig. 1 dargestellten Beispiel ist der
Kreiselverdichter einhäusig ausgebildet und saugt einseitig an. Bei dem in Fig. 2 ersichtlichen
Beispiel ist der Kreiselverdichter in eineni zweiseitig ansaugenden Niederdruckteil
und in einen einseitig ansaugenden Hochdruckteil unterteilt. Gemäß Fig. 3 ist der
Kreiselverdichter in zwei parallel geschaltete Niederdruckteile, einen Mittel- und einen
Hochdruckteil unterteilt.
In Fig. ι ist der Verdampferkörper im vertikalen Querschnitt, der Kreiselverdichter
in Außenansicht dargestellt. Der Verdampferkörper enthält, im Querschnitt gesehen,
sechs· Heizrohren 1, welche im Verhältnis zu ihrem lichten Durchmesser eine
große Länge besitzen. Sie sind unten und oben durch horizontale Platten 2 und 3 gefaßt.
Zwischen diesen Platten, den Heizrohren ι und dem Mantel 4 des Verdampferkörpers
ist der Heizraum eingeschlossen. Er ist durch zwei weitere horizontale Platten 5
und 6 in drei übereinander angeordnete Kammern 7, 8 und 9 unterteilt. Die horizontalen
Platten brauchen gegenüber den Röhren 1 nicht völlig dicht zu halten, weil höchstens
etwas Dampf oder Flüssigkeit von einer Kammer in die nächstliiegende gelangen kann,
wodurch nur geringe Verluste im Wirkungsgrad erfolgen, können. In die Röhren 1 gelangt
einzudampfende Flüssigkeit auis dem
untersten. Behälter 10, in welchen sie durch den Stutzen 11 eingeführt wird. Der in den
Röhren 1 entstehende Dampf sammelt sich im Raum 12 und wird aus demselben mittels des
Rohres 13 vom Kreiselverdichter 14 abgesaugt. Dieser Verdichter enthält sechs Druckstufen.
Aus der Stufe II wird ein Teil, z. B. die Hälfte des gesamten Dampfgewichts, mittels des Rohres 15 in die unterste Kammer
7 des Verdampfungskörpers geführt. Aus der Druckstufe IV des Verdichters wird
ein weiterer Teil, beispielsweise ein Viertel des gesamten Dampfgewichts, mittels des
Rohres 16 in die mittlere Heizkammer 8 und aus der Stufe VI der letzte Teil, d. i. z. B.
das letzte Viertel des gesamten "Dampfgewichts, mittels des Rohres 17 in die oberste
Heizkammer 9 geführt. In den Röhren 1 bilden sich Dampfblasen, welche nach oben
klettern und dabei Flüssigkeitsteile von unten nach oben tragen. In an sich bekannter
Weise sammelt sich' über der Platte 2 Flüssigkeit von größter Konzentration, welche durch
den Stutzen 18 abgeführt wird. Im untern Teil der Röhren 1 ist erst ein geringer Teil
der Flüssigkeit verdampft. Hier herrscht also die geringste Konzentration. In der
Umgebung des untersten Teiles der Heizrohren, d. i. also in der untern Heizkammer 7,
herrscht der niederste, in der obersten Heizkammer 9 der höchste, in der mittleren Heizkammer
8 der mittlere Heizdruck, und damit ist die Bedingung erfüllt, daß den innerhalb
der Heizrohren befindlichen Orten hoher Konzentration Kammern zugeordnet sind,
welche einen höheren Heizdruck besitzen als die darunter liegenden Kammern.
Bei den in den Fig. 2 und 3 dargestellten Beispielen sind die Verdampfungskörper 21
bzw. 31, die Kreiselverdichter samt ihren Antriiebsmotoren und die Rohrleitungen nur
schematisch angedeutet. Gemäß Fig. 2 zerfällt der vom Elektromotor 20 angetriebene
Kreiselverdichter in einen Niederdruckteil' 22 und einen dahinter geschalteten Hochdruckteil
23. Ersterem wird der aus dem Verdampferkörper 21 kommende Dampf mittels
des gegabelten Rohres 24 an den beiden Enden zugeführt. Der im Niederdruckteil 22
verdichtete Dampf tritt bei 25 aus und verteilt sich im die Rohre 26 und 27". Ersteres
führt zu der untersten Kammer des Verdampferkörpers 21. Das Rohr 27 führt den
übrigbleibenden Dampf in den Hochdruckteil 23 des Kreiselverdichters. Aus einer Zwischenstufe desselben wird Dampf mittleren
Druckes durch das Rohr 28 zu der mittleren Kammer und aus der Endstufe des Kreiselverdichters 23 wird der Rest des
Dampfes durch das Rohr 29 zur höchstgelegenen Kammer des Verdampferkörpers 21
geführt.
Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel
treibt der Elektromotor 32 mittels Zahnradvorgelege den Kreiselverdichter an. Derselbe ist unterteilt in die beiden bezüglich
Dampfflusses parallel geschalteten Niederdruckteile 33 und 34, den dahinter geschalteten
Mitteldruckteil 35 und den Hochdruckteil 36. Die Zuführung des Dlaanpfes
aus dem Verdampferkörper 31 zu den Niederdruckteilen 33 und 34, die Verteilunig des
Dampfes nach den^ höheren Druckstufen des
Kreiselverdichters und den drei Heizkammern des Verdampferkörpers 31 ist in der
Fig. 3 durch die darin eingezeichneten Pfeile leicht ersichtlich.
Claims (3)
1. Verfahren
Flüssigkeiten
Flüssigkeiten
vertikalen Röhren mittels die Röhren umspülenden Heizdampfes, dadurch gekennzeichnet,
daß Dampf von verschiedenem Druck in einzelne übereinanderliegend«
Teile (Kammern) des zu* diesem Zweck senkrecht zu den Röhrenachsen unterteilten
Heizrauines derart eingeführt wird, daß die den innerhalb der Heizröhren befindlichen
Orten zunehmender Konzentration zugeordneten Kammern immer höhere Heizdampfdrücke besitzen als die vorangehenden
Kammern.
2. Verfahren zum Eindampfen von Flüssigkeiten nach Anspruch 1, wobei aus
einem^ über den Röhren angeordneten •Dampfsammeiraum der aus der eingedampften
Flüssigkeit entstandene Dampf abgesaugt, mittels eines Kreiselverdichters verdichtet und als Heizdampf dem
Verdampfungskörper wieder zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der in einen zweiseitig ansaugenden Niederdruckteil,
und in einen einseitig ansaugenden Hochdruckteil unterteilte Kreiselverdichter den aus der eingedampften
Flüssigkeit entstandenen Dampf im Niederdruckteil auf eine erste niedere Druckstufe
verdichtet, von, welcher ein Teil des Dampfes der untersten Kammer des Verdampf
erkörpers, der andere Teil dem Hochdruckteil· des Kreiseliverdichters zugeführt,
darin weiter verdichtet und zum Teil aus einer Zwischenstufe in eine mittlere Kammer, zum andern Teil aus der
letzten Verdichterstufe in die oberste Kammer des Verdampferkörpers geführt
wird.
3. Verfahren zum Eindampfen von Flüssigkeiten nach Anspruch 1, wobei
aus eimern über den Röhren angeordneten Dampfsammeiraum der aus der eingedampften
Flüssigkeit entstandene Dampf abgesaugt, mittels eines Kreiselverdichters
verdichtet und als Heizdampf dem Verdampfungskörper wieder zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der in zwei
parallel geschaltete Niederdruck-, einen Mitteldruck- und einen Hochdruckteil unterteilte Kreiselverdichter den aus der
eingedampften Flüssigkeit entstandenen Dampf in den beiden parallel arbeitenden
Niederdruckteileni auf eine erste Druckstufe verdichtet, von welcher ein Teil des
Dampfes der untersten Kammer des Verdampferkörpers, der andere Teil dem Mitteldpuckteil des Kreiselverdichters zugeführt,
darin weiter verdichtet und alsdann zum Teil in eine mittlere Kammer
des Verdampferkörpers, zum andern Teil dem Hochdruckteil des Kreiselverdichters
und von dessen Austrittsstutzen der obersten Kammer des Verdampferkörpers zugeführt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH87201T | 1919-09-10 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE340708C true DE340708C (de) | 1921-09-17 |
Family
ID=4343940
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1919340708D Expired DE340708C (de) | 1919-09-10 | 1919-09-14 | Verfahren zum Eindampfen von Fluessigkeiten in langen, hauptsaechlich vertikalen Roehren mittels die Roehren umspuelenden Heizdampfes |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH87201A (de) |
| DE (1) | DE340708C (de) |
| FR (1) | FR532225A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2999795A (en) * | 1954-12-03 | 1961-09-12 | Yagi Sakae | Method and apparatus for the purification of heavy-water |
| EP0835680A1 (de) * | 1996-10-09 | 1998-04-15 | Sulzer Chemtech AG | Destillationsanlage |
Families Citing this family (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2505667B1 (fr) * | 1981-05-15 | 1990-09-14 | Laguilharre Sa | Procede et installation d'evaporation a compression mecanique de vapeur avec mise en oeuvre d'un compresseur a plusieurs etages |
| FR2508335A1 (fr) * | 1981-06-26 | 1982-12-31 | Laguilharre Sa | Perfectionnement aux installations de concentration par evaporation a compression de vapeur d'un produit liquide, tel qu'un produit laitier |
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1919
- 1919-09-10 CH CH87201D patent/CH87201A/de unknown
- 1919-09-14 DE DE1919340708D patent/DE340708C/de not_active Expired
-
1921
- 1921-03-16 FR FR532225D patent/FR532225A/fr not_active Expired
Cited By (3)
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| US2999795A (en) * | 1954-12-03 | 1961-09-12 | Yagi Sakae | Method and apparatus for the purification of heavy-water |
| EP0835680A1 (de) * | 1996-10-09 | 1998-04-15 | Sulzer Chemtech AG | Destillationsanlage |
| US5964986A (en) * | 1996-10-09 | 1999-10-12 | Sulzer Chemtech Ag | Distillation plant |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| FR532225A (fr) | 1922-01-30 |
| CH87201A (de) | 1921-03-01 |
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