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Filterpresse zur kontinuierlichen Filtration, Innenauswaschung und
Entleerung des Rückstandes.
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Der Betrieb der heute bekannten Filterpressen hat den Nachteil, daß
nach jeder Füllung die Presse aufgemacht und der Filterrückstand herausgeschafft
werden muß, wodurch Verluste an Zeit und vielfach auch durch Verschleiß an Filtertüchern
entstehen.
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Es sind zwar schon Filterpressen bekannt, die mehrere hintereinander
ohne Aufschrauben der Presse erfolgende Filtrierungen ermöglichen, dabei ist aber
eine zweckmäßige Auswaschung des Rückstandes - ausgeschlossen. Die Rückstände mehrerer
Filtrationen werden durch Rückdruck von den Filtern abgedrängt und in der Presse
aufgespeichert, so daß nach einigen Filtrierungen die Presse geöffnet und von Hand
entleert werden muß, wobei der Rückstand mit viel Filtriergut gemischt erhalten
wird. Anderseits wird im Jahresbericht der chemischen Technologie I898 von der altbekannten
Filtration mit Innenauswaschung auf 5. 795 gesagt, daß die Auswaschung zwar rascher,
aber ungleichmäßiger erfolge als sonst, und daß bei dünnen Waschwässern der Schlamm
dennoch nicht genügend ausgesüßt sei.
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Von der Erkenntnis ausgehend, daß die Mängel der bisherigen Innenauswaschung
auf einem Absitzen bzw. Zusammensinken der Filterbeläge oder auf Rißbildung oder
auch Anwesenheit von größeren Mengen von Filtriergut bei Beginn des Auswaschens
beruhen, bezweckt die vorliegende Erfindung die Beschickung der Filterhohlrahmen
mit Filtriergut von einem weiten Unterkanal aus unter leichtem Rühren und Verwendung
stoßfrei wirkender Druckanlagen durch Schlitze, die dahin verlegt sind, wo sonst
ein Zusammensitzen des Rückstandes erfolgt. Die Innenauswaschung geschieht sodann
durch stoßfrei von oben eingepreßtes Waschmittel, wodurch ein Verdrängen des Filtriergutes
und gleichzeitig ein Auswaschen des Filterrückstandes unter Erzeugung. von äußerst
wenig Waschfiltrat erfolgt. Durch absichtlich dann mehr oder weniger stoßweise auf
dem gleichen Wege zugedrücktes Waschmittel werden die Filterrückstände von den Filtern
abgedrängt, durch den Rührer im Unter kanal angeteigt und selbsttätig hinausbefördert.
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In der Zeichnung zeigt Fig. I eine schematische Darstellung des Erfindungsgegenstandes
und Fig. z eine Seitenansicht. Ein Querschnitt, Fig. 3, zeigt linksseitig einen
Filterrahmen im Schnitt, rechtsseitig eine Filterplatte in Ansicht. Fig. 4 ist ein
Teil eines Längsschnittes und Fig. 5 ein Bruchstück des Rührwerkes in Ansicht.
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Zwischen einer vorderen, auf Sockeln b stehenden Stirnplatte a und
einer hinteren, beweglichen Stirnplatte c und durch Spindeln d und Schlaudern e
in bekannter Weise zusammengehalten, sind abwechselnd Filterrahmen g und Filterplatten
f mit ihren Knaggen k eingehängt und nach Einlegen von Filtertüchern i
zusammengepreßt.
Rahmen, Platten und Filter besitzen an ihrer unteren Partie kreisrunde Ausschnitte
#, die in ihrer Aufeinanderfolge einen weiten, zylindrischen Kanal I bilden, der
sich durch die Stirnplatten fortsetzt und durch die Stutzen m und ru1 mit den Stopfbüchsen
s und »'abgeschlossen ist. In Ietzteren ist mit ihren Wellenstümpfen p und'eine
Trommel o gelagert und mit Flügeln q versehen. In den Stutzen xn mündet eine Rohrleitung
I mit Hahn 1, während an zwei den Oberteil der hinteren Stirnplatte c, die Rahmen
g und die Platten f durchziehenden Bohrungen r und r' eine Leitung II mit den Zweigleitungen
II' und II" angeschlossen ist. Von den Bohrungen r und r' führen Kanälchen s in
den Rahmenhohlraum t. Die Platten f sind in bekannter Weise mit senkrechten Nuten
56 ausgestattet. Sie münden unten in Kehlen v und durch Querbohrungen v' und v"
in Längsbohrungen x aus, welch letztere beidseitig Rahmen und Platten in ihrer unteren
Partie durchziehen, zwei Kanäle bildend, die durch entsprechende Bohrungen in der
Stirnplattea in eine Rohrleitung III mit Abzweigung III' und den Hähnen 3 bzw. 3
ausmünden. Die Rahmen g sind beidseitig nach der Seite des Kanales l mit halbkreisförmig
gebogenen Schienen y ausgestattet, die unter sich durch Stäbe z verstrebt sind,
wodurch Schlitze j gebildet werden. An den Kanal I endlich schließt sich ein Abzugsrohr
IV mit einer Abzweigung IV' und den Hähnen 4 bzw. 4' an.
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Die Betätigung der beschriebenen Filterpresse, die füglich den Namen
» Rührfilterpresse« verdient, zerfällt in drei mittels Umstelleas der in Zu- und
Ableitungen angebrachten Hähne unmittelbar aufeinanderfolgende Vorgänge, in die
eigentliche Filtration, die Auswaschung und das Ausstoßen des Rückstandes. Nachdem
die Leitungen II, II', II"; III, IV und IV' abgeschlossen, drückt man durch die
Rohrleitung I, die mit einem Hochreservoir oder mit einer stoßfrei arbeitenden Pumpe
in Verbindung steht, bei Offenstellung der Hähne I und 3' Filtriergut dem Kanal
I zu, während das Rührwerk o mit kleiner Geschwindigkeit läuft. Ein Absetzen von
Rückstand im Kanal I wird dadurch vermieden, und durch das Einpressen von Filtergut
von unten durch die Schlitze j hindurch nach dem Hohlraum t der Filterrahmen g gelingt
es, einen gleichmäßigen Belag von Rückstand auf den Filtern i abzulagern, während
das Filtrat durch die Leitung III' abfiießt. Dadurch kann vermieden werden, daß
die beidseitigen Beläge zusammenwachsen (Fig. 4) und die Rückstände am Filtrierguteintritt
zusammensitzen.
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Beginnt das Filtrat bei III' schwach zu laufen, wird der Rührer o
abgestellt, der Hahn I geschlossen, 3' gedrosselt und Leitung II', die Waschflüssigkeit
ebenfalls stoßfrei zuführt, sowie Hahn 4 geöffnet. Dadurch wird die spezifisch leichtere
Waschfiüssigkeit über die Kanäle r uns s auf das im Hohlraum t befindliche Filtriergut
geschichtet. Ist letzteres nebst dem Inhalt des Unterkanales I abgelaufen, wird
4 geschlossen und 3' ganz geöffnet. Mit verhältnismäßig wenig Waschmittel vollzieht
sich jetzt das Auswaschen der einzelnen Rückstände, die, weil sie bis dahin keinerlei
Erschütterungen erlitten haben und immer mit Feuchtigkeit bedeckt waren, weder zusammensinken
noch Risse bilden konnten. Sodann erfolgt, nachdem die Leitungen II' und III' geschlossen
und II" undIV' geöffnet worden, das Wegschaffen der Rückstände. Dem Rührwerk o wird
zunächst erhöhte Geschwindigkeit erteilt und dann durch Leitung II", diesmal absichtlich
stoßweise, z. B. mittels einer entsprechenden Pumpe, Wasser nach den Hohlrahmen
g gepreßt. Die Rückstände lösen sich leicht von den Filtern, werden im Unterkanal
I rasch angeteigt und können als Brei durch das Rohr IV herausgepreßt werden.
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Nach erfolgter Entleerung wird Leitung II" geschlossen, Hahn 3 geöffnet
und infolge Zutrittes von Luft durch Rohr II die Presse von Flüssigkeitsresten befreit.
Die Filtration beginnt nun von neuem, und die einzelnen Vorgänge folgen sich in
dem beschriebenen Kreislaufe, bis Schäden an den Filtertüchern sich bemerkbar machen
und behufs ihrer Auswechslung die Presse geöffnet werden muß.
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Nach dem Gesagten gelingt es, das Filtriergut in ein wenig verdünntes
Filtrat und einen vollkommen erschöpften Rückstand zu trennen, diesen in angeteigter
Form, also gleichgeeignet zum Wegleiten in die Abwässer oder zur weiteren Verarbeitung,
auf reinlichste Weise, ohne - ein Auseinandernehmen der Filtrieranlage, selbsttätig
herauszuschaffen und die ganze Arbeit durch abwechselnde Aufeinanderfolge dieser
Vorgänge kontinuierlich zu gestalten.
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Es ist einleuchtend, daß angesichts der einfachen Bedienung hierbei
bedeutende Ersparnisse an Zeit, Arbeit und Filtertüchern erzielt werden.