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Verfahren zum Gefrieren von Fischen und anderen Nahrungsmitteln. Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Gefrieren vonFischen und anderenNahrungsmitteln,
die in Kisten oder andere Packstücke verpackt sind, mittels einer Gefrierflüssigkeit,
und .zwar soll hierbei der Gefrierprozeß so durchgeführt werden, daß große Mengen
von Gütern im vollen Umfang in kurzer Zeit und unter Anwendung einfacher Mittel
gefroren werden können.
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Wenn Fische oider andere in Kisten verpackte Nahrungsmittel durch
eine am oberen Ende der Kisten zugeführte und durch ihr Eigengewicht durch den Inhalt
der Kisten hindurchfließende Flüssigkeit gefroren werden, entsteht der Mißstan@d,
daß die Flüssigkeit längs der Seitenwände der Kisten entlang und nicht zwischen
den einzelnen Fischen hindurchfließt, was aber nötig wäre, um ein sehr schnelles
Gefrieren des gesamten Packstücks zu erreichen. Dies rührt von der Tatsache her,
daß die Fische infolge ihrer Geschmeidigkeit, besonderen Form und ihrer Neigung,
aneinanderzukleben, eine mehr oder weniger zusammenhängende Masse bilden.
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Dieser Nachteil wurde durch ein Gefriererfahren beseitigt,, das von
dem Erfinder früher vorgeschlagen wurde, und bei dem die Gefrierflüssigkeit unter
einem gewissen Druck unmittelbar in das Innere des Packstücks eingeführt und von
da durch den umgebenden Inhalt des Packstücks gedrückt wurde. Die Flüssigkeit kann
hierbei solchen Teilen des Inhalts des. Packstücks zugeführt werden, an denen die
einzelnen Teile des Packguts die größte Neigung zum Zusammenbachen zeigen, da die
Flüssigkeit die einzelnen Teile des Gefrierguts auseinanderdrückt und zwischen ihnen
hindurch in verschiedenen Richtungen fließt. Durch dieses Gefrierverfahren können
selbst große Packstücke vollkommen in kurzer Zeit durchgefroren werden. Diese Gefriermethode
wird im folgenden kurz als zentrales Gefrierverfahren bezeichnet.
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Unter gewöhnlichen Umständen und, bei Benutzung gewöhnlicher Packkisten
können bei dem zentralen Gefrierverfahren,die Kisten nicht aufeinandergestapelt
werden, vielmehr müssen ,die Kisten nebeneinander angeordnet werden. Wenn eine große
Zahl solcher Kisten gleichmäßig behandelt werden soll, bringt diese Notwendigkeit
es mit sich, .daß ein großer Flächenraum beansprucht wird, auch ist ein weitverzweigtes
Röhrensystem für die Gefrierflüssigkeit nötig.
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Gemäß vorliegenderErfindung werden diese Fehler durch eine- geeignete
Kombination des zentralen Gefrierverfahrens ,mit dem bekannten Verfahren vermieden,
bei welrliem man die Gefrierflüssigkeit von oben nach unten die Güter ,durchfließen
läßt.
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Die Erfindung beruht auf der Beobachtung, daß selbst eine sehr kurze
Behandlung der verpackten Fische o. dgl. nach dem zentralen Gefrierverfahren den
Inhalt des Packstücks
in einen gewissermaßen aufgelösten Zustand
bringt, :da hierdurch Zwischenräume zwischen den einzelnen Warenstücken gebildet
werden, welche die Gefrierflüssigkeit leicht durch die Gesamtmasse der Ware hindurchgehen
lassen. Durch eine kurze Behandlung nach dem zentralen Gefrierverfahren wird die
Oberfläche jedes einzelnen Fisches oder Warenstücks steif gemacht, so daß, wenn
die Behandlung abgebrochen wird, diese Stücke ihre besondere Form und relative Lage
unter Bildung von Zwischenräumen einnehmen und nicht zusammenbacken, wenn nunmehr
ein gleichmäßiger Strom der Gefrierflüssigkeit von oben zugeführt wird.
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Das zentrale Gefrierverfahren wird daher gemäß vorliegender Erfindung
als vorbereitende Gefrierstufe verwendet, während zur Vollendung des Gefriereis
dann die übliche Behandlung durch eine infolge ihres Eigengewichts die Fischmasse
von oben nach unten durchfließende Gefrierflüssigkeit dient.
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Das vorbereitende Gefrieren kann durch eine Gefrierflüssigkeit von
der gleichen Temperatur, Zusammensetzung und Reinheit bewirkt werden, wie die, mit
der .der abschließende Gefrierprozeß durchgeführt wird, es können aber auch die
beiden Gefrierstufen durch Flüssigkeiten von verschiedener Art und -aus verschiedenen
Quellen herrührend' ausgeführt werden. Die Gefrierflüssigkeit der ersten Stufe wird
in Idas Innere der Packstücke durch Schläuche oder Rohre zugeführt, wobei ein genügender
Druck vorhanden ist, um die Flüssigkeit durch den Inhalt der Kiste hindurchfließen
zu lassen. Laie Zuführung dieser Flüssigkeit wund. fortgesetzt, bis die Fische oder
anderen Waren einen gewissen Grad von Steifheit erhalten haben, worauf die Gefrierung
durch eine am oberen Ende der Behälter zugeführte abwärts fließenideFlüssigkeit
zu Ende geführt wird. Bei der ersten Stufe des Verfahrens können die Kisten nebeneinander
auf einem geeigneten Gefriertisch angeordnet sein, man kann die Flüssigkeit an Punkten
eintreten lassen, wo der Kisteninhalt die Neigung hat, zusammenzubacken. Die Zuführungsrohre
oder 'Schläuche sind so be,%"^eglicli angeordnet, daß man die Flüssigkeit an verschiedenen
Stellen in das Innere der Kiste eintreten lassen kann.
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Wenn größere Packstücke zu behandeln sind, können sie in einer einzigen
Schicht auch während der zweiten Gefrierstufe angeordnet werden, es ist jedoch vorteilhafter,
die Kisten hier in Stapeln zu behandeln. Man. kann dann in .der Weise vorgehen,
daß nach Durchführung der ersten Gefrierstufe in einer Kiste eine weitere Kiste
oben auf die erste Kiste gesetzt wird, worauf man die Gefrierflüssigkeit unmittelbar
in das Innere dieser oberen Kiste leitet, bis der gewünschte Graii der Steifheit
erreicht ist. Hierauf stellt man eine dritte Kiste oben auf die so behandelte zweite
Kiste und unterwirft sie der zentralen Gefriermethode.
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Diese Handhabungen werden so lange fortgesetzt, wie der verfügbare
Raum es gestattet. Besonders wenn Heringe enthaltende Kisten bearbeitet werden,
kann man ,drei und vier Kisten aufeinander.stapeln. Die Gefrierflüssigkeit läuft
dann von der obersten Kiste auf die unteren Kisten herab, und da die Warenstücke
in .diesen unteren Kisten bereits der vorbereitenden zentralen Gefrierung unterworfen
worden sind, ist der Kisteninhalt in einem Zustand, welcher der Gefrierflüssigkeit
gestattet, dort einzudringen und das Gefrieren rasch zu Ende zu führen. Wenn die
Fischkisten aufeinandergestapelt sind, ist es natürlich notwendig, daß die Kistenböden
öffnungen aufweisen, .durch welche die Gefrierflüssigkeit herauslaufen kann. Wenn
die Kisten während des Gefriereis bereits mit Deckeln versehen sind, jnüssen diese
ebenfalls öffnungen aufweisen. In dieser Weise ist es möglich, die Gefrierung von
Waren jeder Art in Kisten und Packstücken jeder Art zu erreichen.
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Durch die beschriebene stufenweise Gefrierung wird eine wesentlich
verbesserte Ergiebigkeit einer Gefrieranlage erreicht. Die neue Gefriermethode ist
besonders vorteilhaft, wenn eine große Zahl von kleinen oder mittelgroßen Kisten
behandelt werden soll, weil man-diese leicht aufeinanderstapeln kann. Das Verfahren
ist aber auch dann brauchbar, wenn größere Kisten behandelt werden sollen und diese
Kisten in einer einzigen Schicht aufgestellt wenden.
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Wenn die zu behandelnden Waren eine schmutzige Oberfläche haben, von
geringer Güte sind oder wenn sie größere Mengen von Schleim absondern, ist es vorteilhaft,
die Zuführungder Gefrierflüssigkeit in der Weise vorzunehmen, daß reine Gefrierflüssigkeit
zugeführt wird, sobald Schleim und Unreinigkeiten abgeführt sind. Der Auslaß für
die Gefrierflüssigkeit ist dann so angeordnet, daß die unreine Flüssigkeit nur in
Berührung mit der unsauberen Ware kommt. Es ist dann vorteilhaft, die Gefrierflüssigkeit
aus getrennten Behältern bei den verschiedenen Stufen des Verfahrens zuzuführen.
Wenn die Gefrierflüssigkeit während einer entsprechend langen Zeit aus dem einen
Behälter zugeführt ist, wird die Behandlung mit dieser Flüssigkeit unterbrochen,
in einer zweiten Stufe des Gefriereis werden dann die Waren mit Gefrierflüssigkeit
aus einem zweiten oder dritten Behälter behandelt. Vorteilhaft kann hierbei die
Flüssigkeit des nächsten Behälters
eine andere Temperatur besitzen,
als die bei der ersten Stufe benutzte. Man kann beispielsweise in der ersten Stufe
eine Flüssigkeit verwenden, die eine verhältnismäßig hohe Temperatur, wie etwa -5°
C besitzt, während in .der zweiten Stufe eine Flüssigkeit mit einer Temperatur von
- io bis - 15° C benutzt wird.
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Eine Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens ist schematisch in
der Zeichnung dargestellt, und: zwar in Fig. i von oben, in Fig. 2 von der Seite.
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Beidem dort gezeigtenAusführungsbeispiel ist ein Tisch i für die erste
Stufe der Beliandlungdurch zentrale Gefrierung, ein Tisch 2 für die zweite Verfahrensstufe
angeordnet. Das Rohr 3 dient zur Zuführung der Flüssigkeit zu dem Tisch i, die Rohre
4 leiten die Flüssigkeit in das Innere jedes Packstücks. Dem Gefriertisch z führt
das Rohr 5 die Flüssigkeit zii. Die Behälter 6 und 7 werden mit Eis und Salz beschickt,
um die Gefrierflüssigkeit zu erzeugen. Durch die Rohre 8, 9, 1o, 11, 12, 13 wird
der Umlauf der Gefrierflüssigkeit bewirkt, ferner sirre außer einer Zentrifugalpumpe
15 Ventile 16, 17, 18, i9, 20, 21, 22 vorgesehen.