DE337178C - Gelatine- oder Leimbereitungsverfahren - Google Patents

Gelatine- oder Leimbereitungsverfahren

Info

Publication number
DE337178C
DE337178C DE1919337178D DE337178DD DE337178C DE 337178 C DE337178 C DE 337178C DE 1919337178 D DE1919337178 D DE 1919337178D DE 337178D D DE337178D D DE 337178DD DE 337178 C DE337178 C DE 337178C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
raw material
gelatin
carbonated
preparation process
glue
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE1919337178D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
CARL GREINER JR
Original Assignee
CARL GREINER JR
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by CARL GREINER JR filed Critical CARL GREINER JR
Application granted granted Critical
Publication of DE337178C publication Critical patent/DE337178C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09HPREPARATION OF GLUE OR GELATINE
    • C09H1/00Pretreatment of collagen-containing raw materials for the manufacture of glue

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Jellies, Jams, And Syrups (AREA)

Description

  • Gelatine- oder Leimbereitungsverfahren. Die bisher geübte Art der Gelatine- und Leimbereitung geht auf folgende Weise vor sich.
  • Genügend gekalktes Gelatine- oder Leimrohmaterial, z. B. Kalbsblößen, Hautabfälle, Mäuler, Leimleder, Ossein, wird in offenen Waschmaschinen etwa 8 bis io Stunden unter stündlicher Erneuerung des Waschwassers gewaschen. Hierauf kommt das Rohmaterial in ein schwaches Säure- oder Salzbad unter Anwendung von Salz-, Schwefel-, Phosphorsäure oder- Alaun, schwefelsaurer Thonerde usw. Dieses Bad muß solange auf das Roh-. material einwirken, bis aller Ätzkalk, welcher noch in den Poren des Rohmaterials sitzt, neutralisiert ist, was gewöhnlich 48 Stunden und noch längere Zeit in Anspruch nimmt. Die zur Neutralisierung angewendeten Säuren oder Salze müssen äußerst peinlich wieder aus dem Rohmaterial ausgewaschen werden, welcher Vorgang geraume Zeit (gewöhnlich io bis 12 Stunden), viel Kraft und Wasser beansprucht. Durch diesen Langanhaltenden Waschprozeß geht eine große Menge an Rohmaterial in Form feiner Fasern verloren, auch wäscht sich ein großer Teil der Leimsubstanz in unsichtbarer Form aus, wodurch die Ausbeute nachteilig beeinflußt wird. Das Auswaschen beseitigt nicht alle Reste von Säuren oder Salzen im Rohmaterial; diese gehen vielmehr bei der nachfolgenden Verkochung in die Gelatine bzw. Leimbrühe über. Auch wird das Rohmaterial bei Verwendung dicker Stücke nicht vollständig durchsäuert; hierdurch entstehen Fehlsude, eine kaum erstarrende Gallerte, welche sich schnell zersetzt.
  • Das Bleichen der Gelatine bzw. der Leimbrühe wird hierbei nachträglich vollzogen, was den Übelstand mit sich bringt, daß ,die Endprodukte des Bleichmittels in der Gelatine bzw. Leimbrühe verbleiben, beim Austrocknen der Gallerte Trübungen der Tafeln, z. B, in Form eines Gipsausschlages, entstehen. Nacherfolgter Verköchung des Rohmaterials läßt man die Brühen in Formen erstarren, schneidet die erhaltenen Klötze auf Tafeln und trocknet sie in der allgemein üblichen Weise.
  • Das vorliegende Verfahren behebt alle diese Mängel vollständig und sicher. Die anfallende -Gallerte ist gebleicht, frei von Ätzalkalien, schädlichen Säuren oder schädlichen Salzen, die Brühen fallen gebleicht an, Kraft und Wasser sowie Zeit wird gespart, Waschverluste sind auf ein Minimum beschränkt, das fertige Produkt ist klar durchscheinend als Speisegelatine verwendbar, geruch- und geschmacklos, von höchster Gallertfestigkeit und Zähigkeit.
  • Die Ausführung geschieht wie folgt: Genügend gekalktes Gelatine- oder Leimrohmaterial wird statt in offener Waschmaschine in einer hermetisch verschließbaren Waschtrommel durch etwa viermaliges Wässern rein gewaschen, hierauf wird es unter vorangehender Evakuierung der Waschtrommel mit einem beliebigen Bleichbade (Wasserstoffsuperoxyd) unter luftdichtem Verschluß der Trommel behandelt. Der dem Bleichbade entströmende Sauerstoff führt in der Trommel zu einem Überdruck von etwa 3 Atmosphären, wodurch bewirkt wird, daß die Bleichflüssigkeit schnell durch die dicksten Rohmaterialstücke hindurchdringt, infolgedessen sindtaiese. in viel=kürzerer Zeit durchgebleicht als es ohne Druckwirkung geschehen könnte.
  • Nach vollendeter Bleiche wird das Material ausgewaschen. Hierzu genügt zweimaliges Wässern. Die Trommel wird hierauf evakuiert, worauf man gasförmige oder wäßrige Kohlensäure bis zu einem Druck von i bis 2 Atmosphären einströmen läßt, um- in kürzester Zeit die im Röhmaterial noch verbliebenen geringen Mengen Ätzkalk in vollständig unschädlichen, unlöslichen kohlensauren Kalk überzuführen.
  • Das Rohmaterial kann auch ohne Anwendung von Druck mit Kohlensäure oder kohlensaurem Wasser lyehandelt werden; es ist nuzt surffertig und wird wie üblich weiter verarbeitet.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Gelatine- oder Leimbereitungsverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohmaterial in einer luftdicht verschließbaren Waschtrommel oder in einem anderen geschlossenen Gefäß mit Kohlensäuregas oder kohlensäurehaltigen Wässern unter Druck behandelt wird, nachdem man es gegebenenfalls zuvor der Wirkung einer beliebigen Bleichflüssigkeit, z. B. Wasserstoffsuperoxydlösung, unter vorheriger Evakuierung der Trommel, ausgesetzt hat.
  2. 2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohmaterial ohne Druck mit Kohlensäure oder kohlensäurehaltigen Wässern behandelt wird.
DE1919337178D 1919-09-11 1919-09-11 Gelatine- oder Leimbereitungsverfahren Expired DE337178C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE337178T 1919-09-11

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE337178C true DE337178C (de) 1921-05-26

Family

ID=6221173

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1919337178D Expired DE337178C (de) 1919-09-11 1919-09-11 Gelatine- oder Leimbereitungsverfahren

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE337178C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE337178C (de) Gelatine- oder Leimbereitungsverfahren
DE388343C (de) Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff
US1340721A (en) Process for detanning chrome-leather
DE416407C (de) Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Bloessen
DE512927C (de) Verfahren zum Aufschluss von Pflanzenfaserstoffen mit Chlorsaeure
DE708860C (de) Verfahren zum Enthaaren von Fellen
DE710789C (de) Verfahren zur Herstellung von Bloessen
DE539401C (de) Verfahren zur Herstellung hochwertiger Cellulose fuer die Weiterverarbeitung auf Celluloseester, Kunstseide u. dgl. aus Holzzellstoff
CH97638A (de) Verfahren zur Bereitung von Gelatine und Leim.
DE622356C (de) Verfahren zur Herstellung von Bleichstoffen, insbesondere Bleicherden
US1415671A (en) Tanning hides and skins
DE526859C (de) Verfahren zur Aufhebung des Gerbzustandes chromgarer Lederabfaelle
DE325887C (de) Verfahren zum Behandeln von Pflanzen zwecks Gewinnung der Fasern
DE521477C (de) Verfahren zum Entgerben von chromgarem Leder oder Chromlederabfaellen
DE539402C (de) Verfahren zur Herstellung hochwertiger Cellulose fuer die Weiterverarbeitung auf Celluloseester, Kunstseide u. dgl. aus Holzzellstoff
SU482497A1 (ru) Способ выработки кож
DE767110C (de) Verfahren zur Herstellung von Bloessen unter Anwendung von Pilztryptasen
RU1805133C (ru) Способ выработки кожи
DE537846C (de) Verfahren zur Herstellung hochwertiger Cellulose fuer die Weiterverarbeitung auf Celluloseester, Kunstseide u. dgl. aus Holzzellstoff
DE740075C (de) Verfahren zur Pektingewinnung durch Druckhydrolyse protopektinhaltiger Pflanzenteile
DE935991C (de) Verfahren zum Bleichen und Reinigen von Leder
SU145128A1 (ru) Способ получени целлюлозы и полуцеллюлозы
DE383567C (de) Verfahren zur Vorbehandlung von Lederabfaellen
DE454384C (de) Verfahren zum Gerben von tierischen Haeuten
SU133159A1 (ru) Способ изготовлени юфтевой кожи хромового дублени дл обуви гор чей вулканизации