DE323C - Neuerungen an Nähmaschinen - Google Patents

Neuerungen an Nähmaschinen

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DE323C
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1877.
HERM. THIELE in OSCHATZ. Neuerungen an Nähmaschinen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom. 6. Juli 1877 ab. Längste Dauer: 12. September 1891.
Beiliegende Zeichnung stellt zwei Arten einer verbesserten Nähmaschine dar, eine für Familienzwecke und Wäsche (Fig. 1 und 2) und eine stärker construirte Fabrikations - Maschine, (Fig. 3, 4 und 5). In beiden ist das Arrangement des Obertheils übereinstimmend, während in der Construction des Untertheiles einige Abweichungen vorhanden sind.
Der gufseiserne Arm A auf dem Bett B trägt das Schwungrad C an der horizontalen Welle JD, welche ihre Rotationsbewegung durch ein konisches Räderpaar auf die verticale Welle B überträgt. Am Ende der horizontalen Welle sitzt eine Curvenscheibe F (Fig. 4 und 5), welche während der Rotation in ihrer Ausfräsung a die Rolle b eines Hebels G auf- und niederbewegt, der an seinem Ende die Nadelstange H führt. Dieses Arrangement läfst eine sehr leichte und einfache Regulirung der Nadelbewegung und Adoptirimg derselben für jedes Schiffchen (vom kleinsten bis zum gröfsten) zu.
Der Untertheil der Maschine ist folgendermafsen ausgerüstet. Die verticale Welle E trägt unten eine horizontale Curvenscheibe J (Fig. 1). Der Schiffchenträger K ist bei d durch die Schraube e an der Unterfläche des Bettes befestigt. Auf diesem Schiffchenträger sitzt bei / ein in die Nuth der Curvenscheibe passendes Gleitstück oder eine kleine Nufs, welche genau in der Fräsung der Scheibe läuft und um den Stift g drehbar ist. Die Curvenscheibe schiebt während ihrer Rotation den Schiffchenkörper in der Weise geräuschlos hin und her, dafs das Schiffchen an geeigneter Stelle still hält, den Faden anzieht und wieder zurückgeht, um den nächsten Stich sich vollziehen zu lassen.
Die stärker construirte Fabrikations-Maschine (Fig. 3, 4 und 5) erhält noch einen Hülfshebel M für den Schiffchenkörper und wird für die Fortbewegung des Stoffes entweder mit einer Rückvorrichtung versehen, oder sie erhält einen Stoffschieber mit Rad, wie ihn die Zeichnung Fig. 3, 4 und 5 _ zeigt.
Das Rad S (Fig. 3, 4 und 5) ist eine einfache Scheibe, deren aufgeworfener Rand s nach aufsen hervortritt. In der dadurch gebildeten Vertiefung ruht ein Anker m, welcher gegen die Innenseite des Randes s angeprefst werden kann, während der am Anker drehbar befestigte Sperrkegel 0 sich von aufsen dagegen lehnt, und so den Rand der Scheibe, wie in einer Art Zange eingeklemmt, fortbewegt, wenn die Scheibe q (Fig. 3 und 4) durch ihre Rotation das Ende / des Transporthebels T auf- und niederbewegt und somit den Vorderarm r dieses Hebels in Schwingungen versetzt. Die Stellung der Nufs t auf der Stange r bedingt hierbei die Länge des Stiches. Die Feder u, welche durch die Schraube ν fester oder loser gespannt werden kann, dient als Bremsfeder und verhindert das Zurückgehen des Rades.
Die Rückvorrichtung wird durch Fig. 1 und 2 dargestellt. Es liegen zwei Stangen N und O parallel unter der Deckplatte, die bei ihren Schwingungen mittelst ihrer vorderen Arme k und / den Stoffschieber hebend und schiebend bewegen, wie aus Fig. 2 leicht ersichtlich. Die hinteren Arme (O1 und JV1J erhalten die Bewegung von einer Wellenscheibe Q1 und zwar der Arm O' direct, der Arm JV1 dagegen indirect durch Uebertragung des Hebels R und des Stiftchens Q. Dasselbe ruht in einer Bohrung des verschiebbaren Knopfes P, kann also den Schwingungen der Hebel JV und JR. nach oben und unten folgen. Wird der Knopf P nach links und rechts verschoben, so gleitet der T-förmige Kopf h des Stiftchens zwischen N und R ebenfalls nach links und rechts, das Verhältnifs der Hebellängen wird also ein anderes, mithin wird die Stichlänge verändert.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DE000000000323DA 1877-07-05 1877-07-05 Neuerungen an Nähmaschinen Expired - Lifetime DE323C (de)

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  • 1877

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