DE321306C - Verfahren zur Erzeugung von Kohlenstoffzylindern von beliebiger Laenge - Google Patents
Verfahren zur Erzeugung von Kohlenstoffzylindern von beliebiger LaengeInfo
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Classifications
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Description
Das bisherige Verfahren zur Erzeugung von geformtem Kohlenstoff (Elektroden) gestattet
nur die Erreichung mäßiger Längen und begrenzter Dicken. Es setzt sich zusammen
aus den getrennten Operationen: Zerkleinern, Sieben und Mischen verschiedener Arten von Kohlenstoff, Mischen der Kohlenmasse
mit einem verkokbaren Bindemittel (Teer), Formen oder Pressen in eine bestimmte Form und nachträgliches Brennen in
besonderen Öfen. Infolge Schwindung des Bindemittels beim Brennen ist das Erreichen
großer Dimensionen naturgemäß, schwierig. Die Erhitzung findet von außen nach innen
statt. Während die äußere Schicht bereits verkokt und geschwunden sein kann, ist es
die innere Masse noch nicht. Die Folge davon sind Risse in der Kohlenmasse. Um dieses
zu verhüten, müssen die Kohlen gleich
so den Ton- und Steinzeugwaren äußerst langsam
erhitzt werden, was einige Wochen dauert.
Bei vorliegender Erfindung geschieht das Erhitzen von innen nach außen bei gleichzeitigem
Auftragen des Rohmaterials in dünnen Schichten. Daher kann das Erhitzen schnell geschehen. Auch besteht der Bildungsprozeß
der Kohlekörper in einer einzigen fortlaufenden Operation und es ist nur eine Maschine dazu nötig, von kleineren
Hilfsmaschinen abgesehen.
Der Kohlezylinder α in Fig. 1 mit seinem Mittelkanal & dreht sich mit seinem konischen
Ende zwischen den Führungswalzen c, C1 und
ist weiter oben in dem wassergekühlten Stopfbüchsenlager d geführt. Die Riemscheibe
e dient zum Antrieb der Kohlenwalze a. Der Kasten f dient zur Aufnahme
und Lagerung. der konischen Walzen C1 C1.
Durch das Rohr g wird das Rohmaterial zugeführt (flüssiges Pech, Teer und ähnliches).
Dieses fließt auf die Walze C1 und an der Berührungslinie
zwischen Kohlenende und Walze herunter, wie angedeutet. Der Überschuß an Rohmaterial fließt durch Rohr /1 ab
und wird mittels Pumpe dem Rohr g wieder zugeführt. Die untere Walze c taucht tief in
die Flüssigkeit ein und der Flüssigkeitsspiegel wird durch geeignete Mittel in der gleichen
gezeichneten Höhe gehalten. Der feuerfeste zylindrische Mantel i läßt einen Ringraum
um die Kohle α frei und die feuerfeste Wand I1 trennt den Ringraum von dem Raum
des Kastens / ab. k ist ein zweiter feuerfester Mantel. In dem von diesem gebildeten
Ringraum wirken Gasflammen, weiche durch die Gasbrenner I genährt werden. Der Stopfbüchserioberteil
m dient gleichzeitig zur Führung der Riemscheibe e, deren dünne ringförmige
Nabe in einer Nute des Stopfbüchsenoberteiles m liegt. Die Druckrollen η sind
an der Riemscheibe befestigt und we'rden durch nicht sichtbare Federn gegen die Kohlenwalze
α gepreßt. Die Walze α wird hierdurch mitgenommen und in Drehung versetzt,
doch kann sie sich dabei in ihrer Längsrichtung verschieben, wobei die Rollen sich
drehen. Die Kohlenelektroden 0 bilden elektrische Lichtbogen zwischen sich und der
Kohlenwalze a. Durch das Rohr p ziehen die Verbrennungsgase der Flammen ab. q ist
ein elektrischer Heizwiderstand, dem der
Strom von außen zugeführt wird. Der innere Pol des Widerstandes ist verdickt und dient
als Schleifkontakt. Die Verdickung schleift an der Innenwand des Kanales b. Das Rohr r
besteht aus einer hochschnielzenden Stahllegierung. Es dient zur Führung der Kohlenwalze
α und zur Bildung und Freihaltung des Kanales b.
Der Bildungsvorgang des Kohlekörpers a ίο geschieht auf folgende Weise: Zuerst wird
eine Kohlenwalze eingebaut, welche nach dem gewöhnlichen Verfahren erzeugt ist. ■ Nach
Inbetriebsetzung pflanzt sich die Hitze der Gasflammen und Lichtbogen nach dem konisehen
Ende der Walze fort durch Leitung. Das auf dieses Ende in dünner Schicht aufgewalzte
Pech verkokt dabei und läßt eine dünne Kohleschicht zurück. Die entwickelten
Gase und Dämpfe entweichen durch den Stutzen .? und werden als öle und permanente
Gase in anderen Apparaten wieder gewonnen. Die Koksschicht auf dem Konus der Walze a
wird bei jeder Umdrehung von neuem mit Pech bedeckt, und es legt sich Schicht auf
Schicht an, wobei der Konus wächst. Die Druckwalzen c, C1 sorgen für Einhaltung
eines konstanten Winkels. In dem Maße wie der Konus wächst, drücken die Walzen c, C1
den Kohlezylinder nach rechts fort durch Keilwirkung, wobei früher benetzte Oberflächenteile
später nicht mehr benetzt werden und langsam in den Heizraum rücken. Es bildet sich mithin ein Stab von gleicher
Dicke. An den Walzen c, C1 setzt sich kein
Koks ab, weil sie nicht geheizt werden, sondern durch das Pech eine gewisse Abkühlung
erleiden. Wenn nötig, können die Walzen von innen mit Wasser gekühlt werden. Die auf hohe Glut erhitzte Wand i wirkt
durch Strahlung auf die.Walze α und bringt a
auf eine Temperatur \ron etwa 13000.
Da aber die Qualität der Elektroden sich \ erbessert, je höher sie erhitzt werden,
so ist noch eine elektrische Zusatzheizung vorgesehen, wie beschrieben. Hierdurch kann eine Temperatur von etwa
2QOO: erreicht" werden. Selbstverständlich
würde die elektrische Heizung auch allein genügen, doch mit Rücksicht auf die Ersparnis
der teueren elektrischen Wärme wird man beide Heizmittel gleichzeitig anwenden. Die
Wärmeübertragung vom Heizraum zur Oberfläche des Konus ist ungleichmäßig, weil die
Spitze weiter entfernt ist als die Basis des Kegels. Es ist aber nötig, daß pro Ouadratzentimeter
Oberfläche immer die gleiche Wärmemenge austrete, damit die aufgewalzte Koksschicht überall gleich dick und gleich
dicht werde. Zum Ausgleich des Unterschiedes ist der stabförmige elektrische Heizwiderstand
q eingebaut, dessen richtige Abmessungen in Dicke und Länge durch Ausprobieren
festzustellen sind. Ist die Walze a um einige Meter aus dem Apparat herausgewachsen,
so kann ein Stück davon abgeschnitten werden und es ist dann eine sogenannte Elektrode fertiggestellt. Das Verfahren hat
Ähnlichkeit mit Patent 285665. Es besteht aber der wesentliche Lhiterschied, daß die
Ablagerungsstelle nicht unmittelbar " mit Lichtbogen beheizt wird und auch kein Ruß
dabei erzeugt wird. Die Stelle, bei welcher das Stück abgeschnitten wird, ist mit t bezeichnet.
Zur Ausübung des Verfahrens ist es nicht unbedingt nötig, daß die Walze a am
Ende konisch ist. Es genügt auch eine ebene, kreisförmige Stirnfläche mit entsprechender
Stellung der beiden Walzen c, C1. Die konische Fläche ist jedoch größer als eine
ebene Stirnfläche (im gezeichneten Falle mehr als dreimal so groß). Hierdurch wird der
Prozeß beschleunigt. In Fig. 2 ist der Querschnitt durch die beiden Heizräume sichtbar.
Im Hintergrunde sind die drei Gasbrenner I zu sehen. Das wassergekühlte Stopfbüchsenlager
d in Fig. 1 sorgt dafür, daß die Kohlenwalze α fast kalt aus dem Ofen herauswächst. ,
Je größer der Kanal b bzw. das Rohr /· gewählt
wird, desto mehr nähert sich die Kohlenwalze einem Kohlerohr. Der Wider- go si and q kann entbehrlich gemacht werden.
Läßt man ihn fort und blaßt durch den Kanal b sauer stof frei es Gas in der angegebenen
Pfeilrichtung, so erhitzt sich dieses an der glühenden Kanalwand und überträgt die
Wärme nach der Spitze des Konus. Besteht dieses Gas aus Kohlenwasserstoffen, so werden
diese in der Zone größter Erhitzung Kohlenstoff abspalten. Dieser Kohlenstoff wird sich an die glühende Innenwand absetzen
als harte Schicht und so den Kanal b verengen. Man gewinnt hierbei, wenn gewünscht,
noch etwas mehr Kohlequerschnitt. Die am Rohr r austretenden noch heißen Gase können durch das punktiert angedeutete
Rohr il· zurückgeführt und auf den Konus der Walze α geblasen werden, um hierdurch die
Verkokung· zu unterstützen. Man kann aber auch in einem besonderen Apparat Gase erhitzen
und sie auf, den Konus leiten. Die Lage des Rohres u hat man sich senkrecht zur
Zeichenebene vorzustellen.
Als Rohmaterial für diesen Prozeß können nicht nur Teer und Pech usw., sondern auch
teerfreie KohlenwasserstofTdämpfe und -gase angewandt werden, indem man diese in den
Kasten / einleitet. Sie werden sich an dem heißen Konus spalten in Kohlenstoff und
Wasserstoff, wobei der Kohlenstoff sich an
dem Konus absetzt,
Bei Anwendung eines flüssigen Rohmaterials kann man an Stelle der Wal-
zen c, C1 auch Streichvorrichtungen benutzen
mit denen die Flüssigkeit aufgestrichen wird.
Claims (8)
- Pate nt-Ansprüche:r. Verfahren zur Erzeugung von Kohleriitofrzylindern von beliebiger Länge aus Pech, Teer, Ölen, Kohlenwasserstofrdämpfen und -gasen, dadurch gekennzeichnet, daß der Kohlenstoff des Rohmaterials an dem durch Wänneleitung erhitzten Ende eines Kohlenstoffzylinders abgelagert wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Kohiezylinder in Umdrehung versetzt und das Rohmaterial hierbei in dünnen Schichten am Ende des Zylinders aufge\valzt oder aufgestrichen wird1.
- 3. Einrichtung zur Ausübung des Yerfahrens nach Anspruch 1, dadurch gedurch gekennzeichnet, daß der Kohiezylinder im Erhitzungsbereich mit einem feuerfesten Mantel ' (i) umgeben ist, welcher von außen mit Flammen beheizt wird.
- 4. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine zusätzliche Heizung mittels elektrischer Lichtbogen an der Zone größter Erhitzung angebracht ist.
- 5. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einem Rohrstück (r) als Achse der Kohlenspitze und einem im Mittelkanal, (b) und Rohrstück (r) angebrachten elektrischen Heizwiderstand, wobei der Mittelkanal durch das Rohrstück fortlaufend erzeugt wird.
- 6. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend in "einer- feuerfesten Wand (I1) zwischen den Heizräumen und dem Kohlenbildüngsraume.
- 7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch den Mittelkanal (/?) sauerstofffreie Gase nach dem Ende, an welchem die Kohlenablagerung stattfindet, geblasen werden.
- 8. Verfahren zur zusätzlichen Erhitzung des Kohlenendes, dadurch gekennzeichnet, daß vorerhitzte Gase auf die Oberfläche des Kohlenendes geblasen werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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| DE321306C true DE321306C (de) | 1920-05-26 |
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| DE1918321306D Expired DE321306C (de) | 1918-04-11 | 1918-04-11 | Verfahren zur Erzeugung von Kohlenstoffzylindern von beliebiger Laenge |
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|---|---|
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1918
- 1918-04-11 DE DE1918321306D patent/DE321306C/de not_active Expired
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