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Antriebsgetriebe für Trioschnellwalzwerke. Die Erfindung betrifft
ein verbessertes Antriebsgetriebe, insbesondere für Trioschnellwalzwerke, die zur
Umformung von Metall, Gummi und anderen Stoffen zuStäben, Bändern, Streifen, Blechen,
Platten o. dgl. dienen sollen.
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Die Leistungsfähigkeit aller Walzwerke, welche sich aus der Umfangsgeschwindigkeit
und dem Maß der bei jedem Durchgange des Werkstückes durch die Walzen erzielten
Querschnittsverminderung ergibt, ist von dem Arbeitsmaß abhängig, welches durch
die Walzentrieblinge übertragen wird. Hierbei kann die auf die Walzentrieblinge
einwirkende Ärbeit beliebig groß sein. Dagegen ist das durch dieselben übertragene
Arbeitsmaß begrenzt, und zwar bestimmt es sich durch den Teilkreisdurchmesser der
Walzentrieblinge, die Abmessungen der Zähne am Umfange derselben, welche sich ihrerseits
durch den Teilkreisdurchmesser bestimmen, die Breite der Walzentrieblinge, die sich
ihrerseits ebenfalls durch den Teilkreisdurchmesser bestimmt, und die Geschwindigkeit,
mit welcher die Trieblinge derartig angetrieben werden, daß ihre Festigkeit keine
Beeinträchtigung erfährt und ihre Abnutzung möglichst gering bleibt. Bei den bekannten
Arten von Triowalzwerken ist der Teilkreisdurchmesser der Walzentrieblinge höchstens
gleich dem Durchmesser der angetriebenen Walze, so daß die Kraftentfaltung verhältnismäßig
gering ist. Beim Erfindungsgegenstande dagegen wird das durch die Walzentrieblinge
sicher übertragene Arbeitsmaß wesentlich vergrößert, indem der Teilkreisdurchmesser
der Walzentrieblinge größer als .der der angetriebenen Walzen bemessen wird. Dies
ermöglicht auch, daß die Zähne der Walzentrieblinge entsprechend größere Abmessungen
und eine größere Breite als bisher erhalten. Ferner wird zufolge der besonders vorteilhaften
Anordnungsweise der Walzentrieblinge innerhalb der mit Innenverzahnung versehenen
Nabe des Antriebszahnrades ein festes in sich abgeschlossenes Ganzes von gedrängterer,
wenig Raum beanspruchender Bauart geschaffen.
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Besonders machen sich die genannten Vorteile bei der Verwendung des
Antriebsgetriebes für Triowalzwerke von verhältnismäßig kleinem Walzendurchmesser
bemerkbar, welche, da der Durchmesser der Schleppwalze noch wesentlich kleiner ausfällt,
nur kleine Trieblingsdurchmesser gestatteten, die wiederum nur schwache Zähne und
damit geringe Leistungen zuließen. Das hat zur Erfindung, dem Antriebe der Walzentrieblinge
mittels eines diese umschließenden Innenzahnkranzes geführt. Hierdurch wird nicht
nur eine verhältnismäßig größere Arbeitsleistung erhalten, sondern es läßt sich
auch in bequemster Weise eine ausgiebige Schmierung des Zahneingriffes bzw. der
Lagerstellen der Zahnräder von der Lagerung
der Nabe des Antriebszahnrades
aus. bewerkstelligen.
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Auf den Zeichnungen sind zwei Ausführung:;-formen der Erfindung dargestellt,
und zwar zeigt Fig. x das neue Antriebsgetriebe in Verbindung mit einem Walzwerk
in Draufsicht, Fig. 2 eine Seitenansicht gegen Linie 2 in Fig. q., Fig. 3 die einzelnen
Zahnräder des Getriebes für sich, Fig. q. und 5 Längsschnitte, durch zwei verschiedene
Ausführungsformen des Antriebsgetriebes gekuppelt, mit je einem Walzenstuhl auf
jeder Seite.
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Das Antriebsgetriebe kann durch irgendeine beliebige Kraftquelle angetrieben
werden. In Fig. i ist es beispielsweise mit einem Elektromotor 6 verbunden, der
auf seiner Welle 7 einen unmittelbar an das Getriebe angreifenden Triebling 8 trägt.
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Der Vorteil dei neuen Getriebebauart beruht auf der Benutzung eines
eigenartigen Zusammenhanges zwischen den Zahnkränzen, die eine unmittelbare Kupplung
an zwei oder mehr miteinander in Flucht auf derselben oder auf den entgegengesetzten
Seiten des Getriebes liegenden Walzenstühlen gestattet.
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Das Hauptglied 9 des Antriebsgetriebes ist vorzugsweise als Zahnrad
von verhältnismäßig großem Durchmesser ausgebildet mit einem gegossenen oder gefrästen,
äußeren größeren Zahnkranz io, der mit dem Triebling 8 kämmt. Der mittlere oder
Nabenteil m des Rades ist mit einer Lagerfläche i2 (Fig. q.) versehen, die in den
Lagern 13 der zu beiden Seiten des Hauptgliedes angeordneten Ständer 14 läuft. Diese
Ständer sind auf einer Grundplatte 15 aufgebaut und nehmen - die Lager für das große
Zahnrad auf; sie können aus einem Stück bestehen oder auch zweiteilig ausgeführt
sein mit einem Unterteil 16 (Fig. z) und einem auf diesem mittels Schrauben 18 befestigten
Oberteil 17. In jedem Ständer ist eine Seitenöffnung zg vorgesehen, die als Führung
für je ein Paar Lagerbüchsen 2o dient, die zu zweien senkrecht übereinanderliegen
und die Wellen 22 und 23 umfassen. Da die Innenfläche der Nabe ii mit einem Zahnkranz
versehen ist, so bildet das. Hauptglied 9 des Antriebsgetriebes ein Doppelzahnrad
mit einer Innen- und einer Außenverzahnung, zwischen denen die Lagerfläche angeordnet
ist. Die kleinen Trieblinge 26 und 27 stehen mit der Innenverzahnung 21 im Eingriff
und werden mit ihren Wellen 22, 23 im gleichen Sinne in Umdrehung versetzt.
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Die Wellen 22 und 23 drehen sich in Lagerbüchsen 2o, die, wie oben
erläutert, in den Ständern verschiebbar geführt sind, liegen mit den Walzenachsen
der Walzenstühle in einer Achse und sind in üblicher Weise mittels Kupplungsmuffen
24 und Kupplungsspindeln 25 an die Walzen angeschlossen. Auf diese Weise wird sicher
dafür gesorgt, daß die Trieblinge 26 und 27 mit der Innenverzahnung 21 stets richtig
im Eingriff sind und mit ihren Wellen 22, 23 im gleichen Sinne. in Umdrehung versetzt
werden. Das Größenverhältnis zwischen den Trieblingen und dem Innenzahnkranz ist
natürlich so gewählt, daß die kleinen Räder und die Wellen in der Aussparung des
großen Rades ungestört arbeiten können und sich auch' gegenseitig nicht behindern.
Die Kraftübertragung erfolgt in zweckmäßigster Weise von dem kleinen, schnellaufenden
Triebling 8 " der Motorwelle 7 auf die große Außenverzahnung io und weiter von der
großen Innenverzahnung 21 zu den kleinen Zahnrädern 26, 27, die im gleichen Sinne
in Umdrehung versetzt werden. Das Übersetzungsverhältnis zwischen dem Zahnkranz
21 und den Rädern 26 und 27 ist dabei vorteilhaft etwa sieben zu drei.
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Die beiden Walzenstühle 28 und 29 (Fig. q. und 5) sind in der üblichen
Weise ausgeführt oder auch nach Belieben von besonderer Bauart. Sie bestehen aus
je zwei Ständern 30, 3o mit Lagerbüchsen für die angetriebenen Walzen 31 und 32,
sowie für die Schleppwalze 33. Die Kupplungszapfen der getriebenen Walzen ragen
seitlich soweit durch die Ständer hindurch, daß sie unmittelbar an das Antriebsgetriebe
angeschlossen werden können. Natürlich läßt sich "auch dann an der äußeren Seite
des an das Getriebe angeschlossenen Walzenstuhls noch ein zweiter ankuppeln, so
daß von einem Getriebe aus auf jeder Seite zwei oder mehr Walzenstühle angetrieben
werden.
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Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 sind die Ständer 1¢ an Stelle
der inneren Lagerflächen wie in Fig. ¢ mit äußeren Flächen i3 a versehen. Die Nabe
des großen Getrieberades besitzt in diesem Falle Flanschen, die je ein ringförmiges
Innenlager z2a bilden, in welches bereits erwähnten Lagerflächen i3a hineingreifen
und so das Rad tragen. Diese Bauart ist eine Umkehrung der vorhin beschriebenen
vorzugsweise benutzten Lagerform.