DE320488C - Eisenbahn-Signalisiersystem - Google Patents
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- B61L—GUIDING RAILWAY TRAFFIC; ENSURING THE SAFETY OF RAILWAY TRAFFIC
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Signalisiersysteme für Eisenbahnen der Art, bei welcher
ein Wechselstrom für Signalisierzwecke Stromkreisen, die durch die Gleisschienen gebildet
werden, aus irgendeiner geeigneten Quelle, so z. B. einem Wechselstromgenerator
oder einem dadurch gespeisten Transformator, zugeführt wird.
In Systemen dieser Art sind die Gleisschienen gewöhnlich in Blockstrecken geteilt, und
die Einrichtung ist so getroffen, daß die Schienen dieser Blockstrecken kurzgeschlossen werden
bezüglich des ihnen zugeführten Signalisierungsstromes, sobald der Blockabschnitt
von einem Zug besetzt ist, und daß die Betätigung einer oder mehrerer Signalisiervorrichtungen
hierdurch auf eine beliebige Weise bewirkt wird, um so die Gegenwart des Zuges in der Blockstrecke anzuzeigen.
Damit beide Schienen des Gleises als Rückleitung für den Antriebsstrom im Falle einer
elektrisch angetriebenen Eisenbahn benutzt werden können, werden gewöhnlich die Gleisschienen
an jedem Ende einer Blockstrecke durch induktive Vorrichtungen quer verbunden,
die als Induktanzspulen bekannt sind, wobei die Mittelpunkte oder andere zwischenlieg-ende
Punkte in den Wicklungen jeder Spule mit einem entsprechenden Punkt in der Wicklung der Spule in der nächst benachbarten
Blockstrecke verbunden sind.
Die Funktion und Wirkungsweise dieser Induktanzspulen ist heute bekannt und bedarf keiner weiteren Beschreibung; es ist nur zu bemerken, daß die Wicklung der Spule als eine unmittelbare elektrische Verbindung zwischen den zwei Gleisschienen dient, soweit Gleichstrom in Betracht kommt, dagegen die zwei Schienen auf verschiedenen Wechselstrompotentialen erhält für Signalisierungszwecke.
Die Funktion und Wirkungsweise dieser Induktanzspulen ist heute bekannt und bedarf keiner weiteren Beschreibung; es ist nur zu bemerken, daß die Wicklung der Spule als eine unmittelbare elektrische Verbindung zwischen den zwei Gleisschienen dient, soweit Gleichstrom in Betracht kommt, dagegen die zwei Schienen auf verschiedenen Wechselstrompotentialen erhält für Signalisierungszwecke.
Damit die Reaktanz der Induktanzspulen, soweit Wechselstrom in Betracht kommt, so
groß als möglich ist, hat man vorgeschlagen, die Spulen mit einem geschlossenen magnetisehen
Kreis oder Kern zu versehen, um so zu ermöglichen, daß ein Magnetisierungsstrom von verhältnismäßig geringem Betrag einen
großen magnetischen Kraftlinienfluß in dem Kern der Spule vermöge ihrer großen magnetisehen
Permeabilität schafft, und dadurch eine genügend hohe elektromotorische Gegenkraft
gesichert wird. Diese Konstruktion bietet indes den Nachteil, daß der Antriebsgleichstrom,
der durch die Wicklung der Spule geht, ebenfalls fähig ist, einen starken magnetischen
Kraftlinienfluß zu erzeugen vermöge der niedrigen Reluktanz des geschlossenen magnetischen
Kerns, und daß, obwohl die Gleichströme in den zwei Teilen der Wicklung der Spule auf jeder Seite von dem oben erwähnten
Mittel- oder Zwischenpunkt in entgegengesetzten Richtungen fließen, jede Gleichgewichtsstörung
des Stromes in den zwei Schie-
nengleisen notwendig eine magnetomotorische Kraft entstehen lassen wird, welche im Hinblick
auf die geringe Reluktanz des magnetischen Kreises der Spule leicht magnetische Sättigung des Kerns verursachen kann. Wenn
diese Bedingung eintritt, so wird die Spule offenbar fast ganz aufhören, den Änderungen
der signalisierungselektromotorischen Kraft zu entsprechen, und es wird nur ein sehr kleiner
Betrag von elektromotorischer Gegenkraft in der Wicklung der Spule entfaltet werden,
wodurch diese für den beabsichtigten Zweck unwirksam wird.
Um diesen Nachteil zu beseitigen, ist weiter vorgeschlagen worden, den magnetischen
Kreis der Spule mit einem Luftspalt zu versehen, um hierdurch seine Permeabilität herabzusetzen
und dadurch die oben erörterte magnetische Sättigung zu verhindern. Diese Konstruktion eröffnet indes den weiteren
Nachteil, daß auch für die Wechselstrommagnetisierung die Permeabilität des magnetischen
Kreises der Spule verringert wird, und demzufolge ein beträchtlich erhöhter Magnetisierungswechselstrom
erforderlich wird, der offenbar von der Quelle des Signalisierungsstromes zugeführt werden muß. Da der Magnetisierungsstrom
fast ganz wattlos ist, so stellt er eine sehr ungünstige Belastung des Wechselstromgenerators oder der sonstigen
Quelle des Signalisierungsstromes dar. Die vorliegende Erfindung hat den Zweck, eine
verbesserte Anordnung zu schaffen, bei welcher Induktanzspulen mit Luftzwischenräumen
im magnetischen Kreis verwendet werden können, ohne daß gleichzeitig der Quelle
des Signalisierungsstromes eine Belastung von niedrigem Leistungsfaktor auferlegt wird.
Nach vorliegender Erfindung ist der Stromkreis der Spule so angeordnet, daß er in induktiver
Beziehung mit einem resonierenden Stromkreis steht, d. h. mit einem Stromkreis,
der einen solchen Betrag von Kapazität oder Kondensanz im Verhältnis zu seiner Induktanz
enthält, daß die Bedingung der Resonanz teilweise oder ganz erfüllt wird.
In den beiliegenden Zeichnungen ist Fig. 1 eine schematische Ansicht eines Teils von
zwei Blockstrecken, wobei die benachbarten Enden der verschiedenen Strecken mittels Impedanzspulen
überbrückt sind;
Fig. 2, 3 und 4 sind ähnliche Ansichten, die verschiedene Ausführungsformen der Erfindung
darstellen.
Es sei bemerkt, daß diese Ausführungsformen der Erfindung nur verschiedene Wege j
illustrieren sollen, auf welchen die Erfindung | ausgeführt werden kann, und nicht den Be- j
reich der Erfindung auf irgendwelche darge- · stellte Anordnungen beschränken sollen. :
Die Schienen, die in den verschiedenen Figuren mit den Bezugszeichen 1 und 2 versehen
sind, sind in Fig. 1 dargestellt als miteinander verbunden vermittels der Impedanzspulen
3, wie aus der Figur sich leicht ergibt.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung sind die Klemmen der Induktanzspule 4 mit
der Primärwicklung eines Transformators verbunden (vgl. Fig. 2), dessen Sekundärwicklung
6 durch einen Kondensator 7 kurzgeschlossen ist; die Kapazität des Kondensators
ist dabei eine solche, daß die Induktanz des ganzen Stromkreises, mit Einschluß der
Primär- und Sekundärwicklungen des Transformators und der Induktanzspule, mit dem
Kondensator einen resonierenden Stromkreis bilden. Der für die Spule erforderte Magnetisierungsstrom
wird somit gebildet durch die Resonanzströme, welche am Kondensator in der bekannten Weise herein- und herauswogen,
und die einzige elektrische Energie, die dem Schienenstromkreis zugeführt werden
muß, ist demnach die, welche dem wirklichen Wattverlust in den Gleisschienen und den Induktanzspulen
entspricht.
In der abgeänderten Konstruktion, die in Fig. 3 dargestellt ist, kann die Induktanzspule
4 selbst den nötigen Transformator bilden; der magnetische Kreis der Spule ist dabei
mit einer Sekundärwicklung 8 versehen, deren Klemmen durch den Kondensator 7 verbunden
sind. Ein besonderer Transformator wird somit überflüssig.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 sind
die Kondensatoren 7 . mit jeder Induktanzspule parallel geschaltet.
- Der Betrag elektrischer Energie, der von der Quelle des Wechselstromes zu liefern ist,
wird offenbar durch vorliegende Erfindung beträchtlich verringert, da die Ströme, die in
dem Schienenstromkreis fließen, obwohl sie verhältnismäßig groß sind, fast ganz wattlos
sind, und dem Stromkreis an wirklichen Watts nur so viel zugeführt werden müssen, als nötig
sind, um den magnetischen Kreis der Spule seinen Magnetisierungszyklus durchlaufen zu
lassen, und der geringe Betrag an Kupferverlusten, die in der Wicklung der Spule auftreten.
Es ist klar, daß das Verhältnis der Win- no dungszahl der Primär- und Sekundärwicklungen
des Transformators, wo ein solcher verwendet ist, oder zwischen der Windungszahl
der Wicklung der Spule und der Sekundärwicklung ihres Kerns beliebig verändert
werden kann, da der Zweck des Transformators oder der als Transformator wirkenden
Spule ist, die Kapazität des Kondensators durch Steigerung der an seinen Klemmen aufgedrückten
Spannung zu reduzieren. iag
Ferner kann der Betrag der verwendeten Kapazität oder Kondensanz, falls gewünscht,
ein solcher sein, daß er den der Induktanz der Spule entsprechenden Betrag überschreitet, so
daß der Stromkreis der Spule einen voreilenden Strom aufnehmen und dadurch die Induktanz
anderer Teile des Stromkreises, wie z. B. der Gleisschienen selbst, kompensieren
kann.
ίο Das praktisch verwendete Schaltsystem kann offenbar von den oben beschriebenen abweichen,
ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen.
Claims (6)
1. Eisenbahn-Signalisiersystem, bestehend aus Gleisstromkreisen, die aus
Blockstrecken gebildet sind, deren Schienen mittels Induktanzspulen quer- verbun- .
den und an eine Wechselstromquelle von bestimmter Frequenz angeschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetisierung
der Spulen ganz oder hauptsächlieh durch Stromwellen in bei der Frequenz
des Stromes der Stromquelle resonierenden oder annähernd resonierenden Stromkreisen bewirkt wird, so daß Induktanzspulen
mit Luftzwischenräumen benutzt werden können, ohne der Quelle des Signalisierungsstromes eine Belastung von
niedrigem Leistungsfaktor aufzuerlegen.
2. Ausführungform der Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenzeichnet,
daß die Magnetisierung jeder der Induktanzspulen des Systems durch Stromwellen erfolgt, die in einem resonierenden
oder annähernd resonierenden Lokalstromkreis erzeugt werden, dessen Kondensatorteil
entweder direkt oder induktiv in Parallelschaltung mit der Erregerwicklung der Spule selbst verbunden ist.
3. Ausführungsform der Anordnung nach Anspruch 1, wobei die Induktanzspulen
die Gleitschienen an jedem Ende jeder Blockstrecke quer verbinden und die Mittelpunkte zweier Spulen in benachbarten
Abschnitten an einem Ende miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß jede Spule entweder direkt
oder induktiv mit einem Stromkreis verbunden ist, der einen Kondensator oder eine Kondensanz von solcher Kapazität
enthält, daß eine teilweise oder vollständige Resonanz in der Wicklung der Spule unter der Einwirkung der auf die
Schienen von der Quelle des Signalisierungsstromes aus aufgedrückten Spannung hervorgerufen wird.
4. Eine Ausführungsform der Anordnung nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet,
daß die Klemmen der Induktanzspule (4) verbunden sind mit der Primärwicklung
('s) eines Transformators, dessen Sekundärwicklung (6) durch einen
Kondensator (7) kurzgeschlossen ist.
5. Abänderung der Anordnung nachAnspruch ι und 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Induktanzspule (4) selbst den nötigen Transformator bildet, wobei der
magnetische Kreis der Spule mit einer Sekundärwicklung (8) versehen ist, deren Klemmen durch einen Kondensator (7)
verbunden sind, zu dem Zweck, den Gebrauch eines besonderen Transformators unnötig zu machen.
6. Abänderung der Anordnung nach Anspruch 1, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kondensatoren (7) mit jeder Induktanzspule parallel geschaltet sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB320488X | 1914-04-28 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE320488C true DE320488C (de) | 1920-04-22 |
Family
ID=10332354
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1914320488D Expired DE320488C (de) | 1914-04-28 | 1914-12-11 | Eisenbahn-Signalisiersystem |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE320488C (de) |
-
1914
- 1914-12-11 DE DE1914320488D patent/DE320488C/de not_active Expired
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