DE307940C - - Google Patents

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DE307940C
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    • B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B64—AIRCRAFT; AVIATION; COSMONAUTICS
    • B64B—LIGHTER-THAN AIR AIRCRAFT
    • B64B1/00—Lighter-than-air aircraft
    • B64B1/06—Rigid airships; Semi-rigid airships
    • B64B1/22—Arrangement of cabins or gondolas

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Aviation & Aerospace Engineering (AREA)
  • Laying Of Electric Cables Or Lines Outside (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
— M 307940 — KLASSE 77h. GRUPPE
Hilfsgondel für Luftschiffe. Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. September 1913 ab.
Es ist schon vorgeschlagen worden, an einem Ballon unter der gewöhnlichen Gondel in größerem Abstande eine zweite Gondel zu befestigen, die es ermöglicht, daß das Luftschiff außer Schußbereich steigen kann, während die untere Gondel zu Rekognoszierungszwecken noch benutzbar bleibt. Weiterhin ist in einem Roman eine herauf- und herablaßbäre Kabine beschrieben, die nach Art eines Fahrstuhls
»ο der Beförderung von Personen dient.
Gemäß der Erfindung wird nun eine herauf- und herablaßbare Gondel in solcher Ausführung angebracht, daß sie zum Beobachten und zum Abwerfen von Geschossen verwendet werden kann. Diese kleine Gondel oder Ablaßbehälter soll so weit hinabgelassen werden, wie es ohne Gefahr unten anzustoßen, oder sich feindlichen Angriffen auszusetzen, möglich ist. Dieses Herablassen an Stahlseilen von
ao iooo bis 2000 m Länge erfordert zunächst Motorantrieb, damit die Gondel schnell wieder hochgewunden werden kann, im Falle es der Betrieb erfordert oder ein Gebirgszug und anderes ein schnelles Hochziehen bedingt. Das
as schnelle Ablassen wie auch das schnelle Hochziehen ist aber sehr gefährlich für die menschliche Gesundheit, indem hier doch immerhin bis .zu 15 Sekundenmetern und mehr Geschwindigkeit anzuwenden ist. Da man vom Luftschiff aus den Ablaßbehälter nicht weiter beobachten kann, sieht die vorliegende Erfindung einen automatischen Bremsregülator vor, der sowohl aus' einem magnetischen Widerstand, Flüssigkeitswiderstand oder sonstigen mechanischen Einrichtungen bestehen kann, welche verhindern, daß die Seiltrommel, auf welche das Stahlseil des Abläßbehä'lters gewickelt ist, eine zu hohe Tourenzahl annimmt.
Um die Beobachtungen nach dem Luftschiff zu berichten; ist eine Telephonanlage vorgesehen. Die Telephondrähte werden wegen elektrischer Erscheinungen, die das nicht isolierte Stahldrahtseil hervorruft, zweckdienlich nicht unmittelbar mit dem Tragseil vereinigt, sondern es ist .notwendig, solche unabhängig hiervon als isolierte Leitungen hinabzuführen. Die Telephondrähte müssen auf der Seiltrommel, auf welcher sie mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Tragseile aufgewickelt werden, in J ringartige isolierte Kontakte enden, von welchen der Strom durch Bürsten o. dgl. abge: nommen wird, damit auch während der Abwärtsfahrt gesprochen werden kann.
Um dem über Wolken schwebenden Luftschiff eine Orientierungseinrichtung geben zu können, ist es nötig, daß sich in dem Ablaßbehälter ein Kompaß befindet, mittels dessen die Beobachter dem Luftschifführer angeben können, ob er mehr westlich, nördlich usw. fahren müsse, da sowohl der Kompaß in der Ablaßgondel wie auch derjenige des Luftschiffes übereinstimmen, und so nur allein eine Richtungsangabe zwischen den beiden Gondeln möglich wird.
Die große Seillänge, mit welcher Luftschiff und Ablaßbehälter verbunden ist, erzeugt ein Abfließen der Wolkenelektrizität zur Erdrichtung durch die Stahlseile. Um dieses Ab-
(2. Auflage, ausgegeben am 9. Februar 1920.)
fließen zu erleichtern, ist das oder die Seile etwas oberhalb des Äblaßbehäiters mit einem Stachelring o. dgl. versehen, damit die Elektrizität hier leicht abfließen kann. Unterhalb dieser Spitzeneinrichtung muß eine Isolierung in das Tragseil eingeschaltet werden, damit sich diese Wolkenelektrizität nicht auf den , Ablaßbehälter überträgt und Verletzungen der Insassen oder solcher Personen herbeiführt, ίο welche den Ablaßbehälter von der Erde aus berühren.
: Zwei oder mehr Tragseile sind vorgesehen, um das Runddrehen des Ablaßbehälters zu vermeiden, aber auch um einen Absturz hintanzuhalten, sofern eines der Seile durchschossen wird. Um eine möglichst breite Basis der Aufhängung zu erzielen, werden die Seile oben am Luftschiff über weit auseinanderhängende Rollen geführt. Ebenso ist der Ablaßbehälter oben mit Rollen versehen, die möglichst weit auseinander stehen, um die Seile, auseinander zu halten und um ein Verwickeln und Verdrehen zu verhindern. Die Rollen selbst haben den Zweck, Ungleichheiten der beiden langen Seile auszugleichen, damit das Gewicht sich gleichmäßig auf beide Seile verteilt. Die Seile haben an den Rollen enge Durchlässe. Wird ein Seil durchschossen, so gleitet das Seil bis zu ejner Verdickung 30' (hier z. B. die Isolierkugel) durch die Rollen. Die Verdickung verhindert das Durchlaufen und bleibt so der Ablaßbehälter noch an einem Seile hängen und stürzt nicht ab.
Die Zeichnung zeigt in Fig. 1 die Maschinengondel eines Luftschiffes, wobei M den Explosionsmotor, 5 die Tragseiltrommeln darstellt. Die Telephondrahttrommel ist als dritte Trommel auf derselben Achse dargestellt. B ist der Bremsregulator, K ist di,e Kupplung, um Motor und Seiltrommeln zu kuppeln, R sind die Seilrollen, an welchen der Ablaßbehälter G hängt, / sind Isoliermaterialien, E stellt Metallringe in der Seitenansicht dar mit Spitzen. Fig. 2 stellt den unteren Teil eines Luftschiffes L dar, mit Gondel und Ablaßbehälter in der Querstellung.

Claims (4)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι. Herablaßbare Hilfsgondel für Luftschiffe in Verwendung als Beobachtungs- und Bombenwurfeinrichtung und Schießstand.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, bei der der zur Aufnahme von Personen oder Instrumenten dienende Behälter mittels einfachen oder mehrfachen Seilzuges von einer Seiltrommel bewegt wird, dadurch gekennzeichnet, daß diese Seiltrommel zwecks rascher und oft wiederholbarer wechselweiser Überführung des Behälters aus dem Ruhezustand in den Gebrauchszustand einerseits mit einem im übrigen dem Antriebe des Luftfährzeuges dienenden Explosionsmotor gekuppelt werden kann und andererseits dauernd mit einem. Bremsregulator in Verbindung steht, damit sowohl beim Heben wie beim Senken jede bei dem Mangel jeglicher seitlicher, Führung des lediglich in seinem oberen Teile aufgehängten, sonst aber frei beweglichen Behälters mit besonders hoher Gefahr verknüpfte unzulässige Geschwindigkeitsteigerung vermieden wird.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in die Seilaufhängung kurz oberhalb des herablaßbaren Behälters eine Art gut leitenden Stachelringes oder Stachelkorbes eingebaut ist, damit die in der langen Seilaufhängung sich ansammelnde Luftelektrizität in mögliehst großer und daher gefahrloser Entfernung vom Luftschiff wieder in die Atmosphäre abfließen kann, ohne das Luftfahrzeug oder die im Inneren des frei schwebenden Ablaßbehälters befindlichen Personen oder Instrumente zu gefährden.
  4. 4. Einrichtung nach Anspruch 3, da-' durch gekennzeichnet, daß zwischen dem herablaßbären Behälter und dem kurz über ihm befestigten Stachelringe oder Stachelkorbe besondere, auch bei feuchtem Wetter wirksame Isolierungen eingebaut sind.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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