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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Eine derartige Vorrichtung ist in dem DE-GM 76 13 404 beschrieben.
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"Nachrichtenkabel mit Lichtwellenleitern" sollen Kabel sein, die eine beliebige Anzahl von Glasfasern oder Glasfaserbündeln - im folgenden der Einfachheit halber "LWL" (Lichtwellenleiter) genannt - aufweisen. Die LWL sind in der Seele eines solchen Kabels untergebracht, die von einem äußeren Schutzmantel umgeben ist. In der Seele und/oder im Schutzmantel sind bei derartigen Kabeln außerdem zugfeste Elemente vorhanden. Der Schutzmantel kann aus einem geeigneten Kunststoff bestehen. Er kann in seinem Aufbau als Schichtenmantel eine Metallschicht aufweisen. Es ist auch möglich, den Schutzmantel als Metallrohr auszuführen, das quer zu seiner Längsrichtung gewellt sein kann.
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Nachrichtenkabel mit LWL können im Erdboden prinzipiell genauso verlegt werden, wie herkömmliche Nachrichtenkabel mit metallischen Leitern. Diese Kabel werden bisher beispielsweise in Kunststoffrohre oder Kabelformsteine mit durchgehenden Kanälen eingezogen, die vorher im Erdboden verlegt worden sind. Damit nicht jeweils für ein neu zu verlegendes Kabel der Erdboden wieder aufgerissen werden muß, wird von vornherein eine größere Anzahl von Kanälen in Form von Kunststoffrohren verlegt, die mechanisch miteinander verbunden sein können, oder es werden Kabelformsteine mit einer größeren Anzahl von Kanälen eingesetzt.
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Kunststoffkanäle und Kabelformsteine werden erforderlichenfalls auch in Lagen übereinander angeordnet. Der Aufwand hierfür ist also groß und es wird viel Platz benötigt. Dies macht sich besonders in Stadtgebieten bemerkbar, wo nur wenig Platz vorhanden ist, in dem auch noch andere Versorgungsleitungen, wie Gas-, Wasser- und Abwasserrohre sowie Starkstromkabel, untergebracht werden müssen. Da für jedes der bisher verwendeten Kabel jedoch ein eigener Kanal benötigt wird, mußte dies zunächst in Kauf genommen werden.
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Durch das eingangs erwähnte DE-GM 76 13 404 ist eine Vorrichtung bekanntgeworden, bei der ein im Durchmesser großer Kanal durch das Einbringen von im Durchmesser kleineren Einziehrohren in mehrere Kanäle unterteilt ist. Es sind mindestens drei Einziehrohre vorgesehen, die gewellt ausgeführt sind. Sie sind durch Befestigungselemente zusammengehalten, die in axialen Abständen diskontinuierlich angebracht sind. Bei einer solchen Konstruktion ergibt sich sowohl beim Einziehen der Einheit in einen großen Kanal als auch beim späteren Einziehen von Kabeln in die Einziehrohre infolge ihrer Wellung ein erheblicher Reibungswiderstand. Sie sind außerdem dehnbar, so daß sie insbesondere bei größeren Längen leicht überdehnt werden können und dann in gelängtem Zustand einen verringerten Durchmesser haben. Durch die große Flexibilität dieser Rohre ergibt sich, daß dieselben beim Einziehen ihre Lage im Verbund ändern und dabei stellenweise auch zusammengequetscht werden. Die Befestigungselemente behindern außerdem das Einziehen der aus den Einziehrohren bestehenden Einheit in einen Kanal, da sie nicht kontinuierlich vorhanden sind. Es ergeben sich vielmehr an den einzelnen Befestigungselementen Stoßstellen, an denen die Einheit hängenbleiben kann. Das kann im ungünstigsten Fall zur Zerstörung der Befestigungselemente und damit zum Aufgehen der Einheit führen. Das Einziehen der aus den Einziehrohren bestehenden Einheit in einen Kanal ist also schon sehr schwierig. Genauso schwierig oder sogar unmöglich wird das spätere Einziehen von Kabeln in die gewellten Einziehrohre, wenn dieselben bei unerwünschter Längung ihren lichten Durchmesser verringert haben oder wenn sie so zusammengequetscht sind, daß überhaupt kein Kabel mehr hindurchgezogen werden kann.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine aus Rohren bestehende Vorrichtung zur Unterteilung eines Kanales mit großem Durchmesser in mehrere Kanäle mit kleinerem Durchmesser anzugeben, die einfach und störungsfrei in den größeren Kanal eingezogen werden kann und in deren Rohre Kabel ebenfalls einfach und störungsfrei eingezogen werden können.
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Diese Aufgabe wird entsprechend den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
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Nachrichtenkabel mit LWL - im folgenden der Einfachheithalber nur noch "LWL-Kabel" genannt - haben gegenüber herkömmlichen Kabeln mit Kupferleitern verminderte Durchmesser, da auf den einzelnen LWL erheblich mehr Übertragungswege vorhanden sind und dementsprechend für den gleichen Übertragungsumfang weniger LWL als Kupferleiter benötigt werden. Die LWL-Kabel können also in Kanäle bzw. Rohre eingezogen werden, die gegenüber bisherigen Kanälen einen wesentlich verringerten inneren Durchmesser haben.
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Mit der Vorrichtung nach der Erfindung können die bisher üblichen Bauteile mit ihren großen Kanälen grundsätzlich weiter verwendet werden. In die bisherigen großen Kanäle wird die Einheit von mindestens vier Rohren eingezogen, so daß in einem bisher üblichen Kanal mindestens vier LWL-Kabel getrennt voneinander untergebracht werden können.
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Bei der Neuinstallation von Bauteilen mit Kanälen brauchen dem entsprechend beispielsweise nur zwei der bisher üblichen Kanäle vorhanden zu sein, in denen durch die Rohre mehrere LWL-Kabel getrennt voneinander untergebracht werden können. Der dadurch frei werdende Platz für andere Versorgungsleitungen verwendet werden. Auch bei bereits bestehenden Anlagen werden für die LWL-Kabel nur zwei Kanäle benötigt und die übrigen können wieder für andere Versorgungsleitungen ausgenutzt werden.
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Wenn die Seele der LWL-Kabel metallfrei ausgeführt sind, dann können in dem freigewordenen Platz bzw. in den freigewordenen Kanälen Starkstromkabel untergebracht werden, ohne daß auf Beeinflussungsprobleme Rücksicht genommen werden muß.
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Da in einem großen Kanal viele Rohre kleineren Durchmessers untergebracht werden können, ist es auch möglich, einige Rohre als Reserve frei zu lassen.
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Das Einziehen der aus mindestens vier Rohren bestehenden Einheit ist unproblematisch, da diese Einheit über ihre gesamte Länge von einem Mantel umgeben ist. Die Einheit der Rohre ist also kontinuierlich über ihre ganze Länge gleichbleibend glatt, so daß keine äußeren Stoßstellen an der Einheit vorhanden sind. In die einen Kanal eingezogene Einheit können die LWL-Kabel dann genauso einfach und unproblematisch eingezogen werden, da die Rohre in der Einheit geradlinig verlaufen. Es ergeben sich dadurch sehr niedrige Reibungswiderstände.
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Eine aus Rohren bestehende Einheit ist aus der US-PS 29 16 055 bekannt. Die Rohre liegen hier in einer Ebene nebeneinander. Sie sind durch eine Umhüllung miteinander verbunden, die zwischen den Rohren stegartig ausgebildet ist. Die Rohre sind zum Führen von Gas, Flüssigkeiten oder elektrischer Energie gedacht.
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Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigt
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Fig. 1 eine Kabelstrecke in schematischer Darstellung.
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Fig. 2 eine Stirnsansicht von Kunststoffrohren dieser Kabelstrecke.
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Fig. 3 eine Stirnansicht eines Kabelformsteins.
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In Fig. 1 ist ausschnittsweise ein Abschnitt einer Kabeltrasse dargestellt. Diese Kabeltrasse soll in einem Stadtgebiet liegen, in welchem die entsprechenden Vorrichtungen im Erdboden angeordnet sind. Sie ist in Abschnitte unterteilt, an deren Enden jeweils Schächte 1 vorhanden sind, die von der Oberfläche her zugänglich und mittels eines Deckels verschlossen sind. In den Schächten 1 enden die einzelnen LWL-Kabeln, die in den Schächten durch sogenannte Spleiße miteinander verbunden sind. Die LWL-Kabel sind dabei in Vorrichtungen 2 mit durchgehenden Kanälen eingezogen.
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Die Vorrichtungen 2 können aus einzelnen Kunststoffkanälen 3, 4 bestehen, die einzeln oder zu einer Einheit verbunden neben- oder übereinander angeordnet sein können. Die Vorrichtungen 2 können jedoch auch Kabelformsteine 7 sein, in denen beispielsweise vier Kanäle 6, 9 nebeneinander angeordnet sind. Derartige Kabelformsteine können zusätzlich auch übereinander angeordnet werden. Der Abstand zwischen zwei Schächten 1 richtet sich nach den jeweiligen Gegebenheiten, in denen die LWL-Kabel verlegt werden sollen. Ein Durchschnittswert für diesen Abstand liegt etwa bei 100 m.
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Die Vorrichtung 2 kann nun beispielsweise entsprechend der Darstellung in Fig. 2 aus vier Kunststoffkanälen 3, 4 bestehen, die mittels mechanischer Befestigungselemente 5 zu einer Einheit zusammengefaßt sind. Die Kunststoffkanäle 3 und 4 werden im Verbund im Erdboden verlegt, und zwar jeweils zwischen zwei Schächten 1. Zum mechanischen Schutz und zur Befestigung der Kunststoffrohre 3 und 4 können dieselben auch in Zement eingebettet werden.
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Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind in den beiden Kunststoffkanälen 3 jeweils sieben Rohre 6 angeordnet, deren Durchmesser wesentlich kleiner als der lichte Durchmesser der Kunststoffrohre 3 ist. Die sieben Rohre 6 sind zu einer Einheit zusammengefaßt und werden als solche in die Kunststoffkanäle 3 eingezogen. Hierdurch wird der große Kanal 3 in sieben kleinere Kanäle unterteilt, in welche LWL-Kabel eingezogen werden können. Um dieses Einziehen zu erleichtern, werden die Rohre 6 zweckmäßig von vornherein mit Zugelementen ausgerüstet, an welche die LWL-Kabel angeknüpft werden können.
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Die Abmessungen der aus Kunststoff bestehenden Rohre 6 können so gewählt werden, daß in jedes Rohr 6 beispielsweise ein LWL-Kabel mit sechs LWL hineinpaßt. Für ein relativ großes Versorgungsgebiet reichen dann beispielsweise schon vier solcher LWL-Kabel aus, so daß lediglich vier Rohre 6 zu belegen sind. Die drei anderen Rohre 6 können frei bleiben. Sie stehen dann für Ersatzzwecke zur Verfügung.
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Der Aufbau der LWL-Kabel, welche in die Rohre 6 eingezogen werden sollen, ist beliebig. Die Anzahl der LWL ist ebenfalls beliebig. So reicht es prinzipiell auch aus, wenn ein LWL-Kabel mit nur einem LWL eingezogen wird. Das LWL-Kabel muß nur so beschaffen sein, daß es in ein Rohr 6 hineingezogen werden kann. Weiterhin ist es möglich, für die Einheit aus Rohren 6 auch Rohre mit unterschiedlichen Durchmessern zu verwenden, so daß auch LWL-Kabel mit unterschiedlichen Durchmessern eingezogen werden können.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist ein Verbund von vier Kunststoffkanälen 3, 4 gezeigt. Die beiden Kunststoffkanäle 4 werden entsprechend den vorangehenden Ausführungen nicht mehr für LWL-Kabel benötigt. Sie können daher für andere Versorgungsleitungen ausgenutzt werden. So ist es beispielsweise möglich, in die beiden Kunststoffkanäle 4 Starkstromkabel einzuziehen. Auf Beeinflussungsfragen braucht hier keine Rücksicht genommen zu werden, da die Seele der LWL-Kabel metallfrei ausgeführt werden kann. Eine im Mantelaufbau der LWL-Kabel möglicherweise vorhandene metallische Schicht kann geerdet werden, so daß auch hier durch die Starkstromkabel keine Probleme entstehen.
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In Fig. 3 ist eine Stirnansicht eines Kabelformsteins 7 dargestellt, der mit vier Kanälen 8 und 9 ausgerüstet ist. In diese Kanäle kann wiederum die Einheit aus Rohren 6 eingezogen werden, wobei auch hier wieder jeweils sieben solcher Rohre dargestellt sind. Auch hier werden für die LWL-Kabel nur die Kanäle 8 benötigt, während die beiden Kanäle 9 wieder für andere Versorgungsleitungen zur Verfügung stehen. Solche Versorgungsleitungen können prinzipiell auch Gas- und Wasserrohre sein.
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Die Einheit der Rohre 6 wird im Wege der Vorfertigung hergestellt. Es werden hierzu geeignete Kunststoffrohre parallel zueinander verlaufend mittels mechanischer Befestigungselemente zu der Einheit verbunden. Über der Einheit aus mindestens vier Rohren 6 wird ein gemeinsamer Mantel 10 angebracht.