DE3044671C2 - - Google Patents

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  • Casting Or Compression Moulding Of Plastics Or The Like (AREA)
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung gemäß den Oberbegriffen der Ansprüche 1 bzw. 2.
Ein Verfahren und eine Vorrichtung dieser Art sind aus der DE-OS 21 57 746 bekannt, bei der das Preßgut zwischen über Trommeln umgelenkten und angetriebenen Preßbändern aus Stahlblech geführt wird, die auf der Rückseite über mitumlaufende Rollenketten abgestützt werden. Die Erfindung hat ihren Ausgang genommen von einem Problem, welches auftritt, wenn auf einer Presse der in Rede stehenden Art besonders dicke Platten oder Blöcke hergestellt werden sollen, bei denen die Dimensi­ onen der Seiten des den Querschnitt bildenden Rechtecks in gleicher Größenordnung liegen. Die durch den Zug an den Preßbändern aufzubringende Verdichtungsarbeit ist hierbei besonders groß. Auch wird, wenn die notwendige sehr hohe Späneschüttung in die Preßstrecke eingefahren wird, das Material an den Seiten zwischen Preßbändern unter dem hohen Druck herausgequetscht. Um dies zu verhindern, ist es unumgänglich, in diesen Fällen an den Seiten Abdichtungen vorzusehen, um den Querschnitt des sich bildenden Materialstrangs rechteckig zu halten. Diese Abdichtungen können zwar theoretisch mitumlaufend ausgebildet werden, doch ist der damit verbundene Aufwand, insbesondere wenn es sich um Bandpressen mit variabler Dicke des hergestellten Materialstrangs handelt, so er­ heblich, daß aus wirtschaftlichen Gründen praktisch nur eine feststehende Abdichtung infrage kommt. In einer Spänemasse herrschen unter dem hohen Preßdruck quasi­ hydrostatische Verhältnisse, so daß ein erheblicher Anteil des senkrecht zur den Preßbändern übertragenen Preßdrucks sich in einen in Querrichtung gegen die Ab­ dichtungen wirkenden Druck wiederfindet und die von dem Materialstrang bzw. der Bandpresse zu überwindende Reibung ganz erheblich ist.
Die Vortriebskräfte werden bei der bekannten Pressen­ führung nach der DE-OS 21 57 746 durch die Preßbänder hindurch übertragen. Diese sind endlos und werden über die Trommeln umgelenkt, und es überlagern sich der reinen Zugspannung im Umlenkungsbereich noch die durch die Um­ lenkung bedingten Biegespannungen. Die daraus resultierende vom Preßband zu ertragende Gesamtzugspannung kann in dem vorstehend geschilderten Fall die im Dauerbetrieb zulässigen Materialspannungen im Preßband übersteigen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungs­ gemäßes Verfahren bzw. eine solche Vorrichtung so auszu­ gestalten, daß die von den Preßbändern zu übertragenden Vortriebskräfte vermindert werden.
Diese Aufgabe wird verfahrensmäßig durch die im Kenn­ zeichen des Anspruchs 1 wiedergegebene Maßnahme gelöst.
Gegen das Ende der Preßstrecke ist der Material­ strang in vielen Fällen schon so verfestigt (beispeils­ weise bei mit Phenolharz gebundenen Holzspänen), daß auf ihn ohne Schädigung die zur Aufbringung der Zugkraft er­ forderlichen Kräfte ausgeübt werden können. Indem an dem gebildeten Materialstrang selbst zusätzlich gezogen wird, werden die Bandpresse und insbesondere deren Preßbänder von einem Teil der Vortriebskräfte entlastet, so daß die auftretenden Spannungen in einem zulässigen Rahmen ge­ halten werden können.
Der bevorzugte Anwendungsfall ist der bereits ge­ schilderte, bei welchem dicke Materialstränge, z. B. balkenähnliche Spankörper, hergestellt werden, bei denen durch das Erfordernis der Abdichtung besonders hohe Vor­ triebskräfte auftreten. Die Erfindung ist jedoch an diesen Fall nicht gebunden, sondern kann auch ansonsten Anwendung finden, wenn aus Gründen, die im Material liegen, sehr hohe Vortriebskräfte unumfänglich sind bzw. die durch die Preßbänder übertragenen Vortriebskräfte vermindert werden sollen.
Hintereinandergeschaltete Einrichtungen zum Angriff an einer vorlaufenden Bahn sind zu anderen Zwecken für sich genommen bekannt.
So ist aus der DE-OS 24 14 762 eine Presse zur Her­ stellung einer endlosen Plattenbahn aus verpreßten vege­ tabilischen Werkstoffen bekannt, bei der zwei Bandpressen hintereinandergeschaltet sind. Die zweite Bandpresse greift jedoch nicht an einem Strang fertiggepreßten Materials an, sondern stellt eine Kalibriereinrichtung dar, die den noch nicht ganz ausgehärteten Materialstrang auf Maß bringt. Eine Zugbeanspruchung darf durch eine solche Kalibriereinrichtung gerade nicht aufgebracht werden, weil sonst die Bindungen in dem aushärtenden Material wieder aufgerissen würden. Ein fertiger Materialstrang, an welchem eine Zugvorrichtung angreifen könnte, liegt erst hinter der Kalibriereinrich­ tung vor. Ein ähnlicher Stand der Technik geht aus der DE-OS 27 22 356 hervor, bei der einer als Vorpresse ausge­ bildeten Bandpresse eine ebensolche Fertigpresse nachge­ schaltet ist. Auch hier liegt ein fertiger Materialstrang erst nach der Fertigpresse vor und ist die Ausübung eines Zuges zwischen den Pressen nicht sinnvoll und nicht vor­ gesehen.
Die Ausbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in Anspruch 2 wiedergegeben. Für die Ausgestaltung der Zugvorrichtungen gibt es vielerlei Möglichkeiten.
Sie kann gemäß Anspruch 3 als Bandpresse ausge­ bildet sein oder nach Anspruch 4 einander gegenüber­ liegend quer zu dem Materialstrang angeordnete Trommeln umfassen, über deren Umfang normalerweise etwa tangential ausgerichtete schmale Platten verteilt sind, etwa nach Art früherer Geschützräder. Die Platten kommen auf ein­ ander gegenüberliegenden Flächen des fertigen Material­ strangs zur Anlage und nehmen diesen beim Umlauf der Trommel unter Reibung mit. Der Vorteil liegt darin, daß die Anlagekraft nicht an einer Linie, wie bei unmittelbarer Auflage der Trommel auf dem Materialstrang, sondern auf einer Fläche übertragen wird.
Gemäß Anspruch 5 kann die Zugvorrichtung jedoch auch Paare einander gegenüberliegender Walzen umfassen. Hier­ bei ist allerdings die Kraftübertragung linienförmig und wegen der hohen Flächenpressung nicht so günstig. Wenn die Walzen allerdings gemäß Anspruch 6 eine reibungs­ erhöhende Oberfläche aufweisen, beispielsweise aufgerauht, gerillt, geriffelt oder mit Spitzen versehen sind, läßt sich auch mit Walzen ein erheblicher Zug übertragen. Natür­ lich wird hierbei die Oberfläche des gebildeten Material­ strangs angegriffen, was aber in vielen Fällen zulässig ist, wenn der Materialstrang an der Oberfläche ohnehin noch bearbeitet wird.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Er­ findung schematisch wiedergegeben.
Fig. 1 zeigt einen Längsvertikalschnitt durch eine erfindungsgemäße Anlage zur Herstellung von dicken Form­ körpern aus Holzspänen;
Fig. 2 und 3 zeigen jeweils den gemäß Fig. 1 links von der Linie A gelegenen Teil mit alternativen Aus­ führungsformen.
Gemäß Fig. 1 umfaßt die Vorrichtung eine Bandpresse 30 zur Herstellung eines Materialstrangs 4 sowie eine nachge­ schaltete Zugvorrichtung 40, mittels deren auf den fertigen Materialstrang 4 ein Zug im Sinne des Pfeiles 10 ausübbar ist.
Das obere Preßband 1 der Bandpresse 30 läuft um quer zum Materialstrang 4 angeordnete Trommeln 5, 6 um, das untere Preßband 3 über Trommeln 11, 12. Die Preßbänder 1, 2 werden über Trommeln angetrieben und bestehen jeweils aus einem endlos zusammengeschweißten Stahlband von etwa 1,5 mm Stärke.
Die Preßbänder 1, 2 bewegen sich in dem durch die Pfeile 16 angedeuteten Sinn durch die Bandpresse 30, so daß die auf der gemäß Fig. 1 rechten Seite durch eine nicht dargestellte Einrichtung aufgebrachte Preßgutmasse 4′ in die Preßstrecke 3 hineingezogen und dort verdichtet und ausgehärtet wird. Der am linken Ende der Bandpresse 30 auslaufende zusammengepreßte und ausgehärtete Material­ strang 4 läuft sogleich in die ebenfalls als Bandpresse ausgebildete Zugvorrichtung 40 ein.
In der Preßstrecke 3 ist im Innern des Preßbandes 1 eine obere Stützkonstruktion 17 vorgesehen, die mit einer im Innern des unteren Preßbandes 2 vorgesehenen unteren Stützkonstruktion 18 zusammenwirkt und die dem Material­ strang 4 zugewandten Bereiche der Preßbänder 1, 2 gegen den Widerstand des Materialstrangs 4 abstützen und diese Bereiche mit großer Kraft flächig gegen den Materialstrang 4 anpressen.
Die Stützkonstruktionen 17, 18 bestehen jeweils aus einzelnen Trägern 19, 20, die jeweils einander gegenüber­ liegend oberhalb und unterhalb der Preßbänder 1, 2 und dem Materialstrang 4 angeordnet sind.
Jedes Trägerpaar 19, 20 ist seitlich außerhalb des Materialstrangs 4 miteinander verklammert, so daß einzelne kräftemäßig in sich abgeschlossene Druckglieder gebildet sind. Zwischen dem Träger 19, 20 und den Preßbändern 1, 2 befinden sich starke Platten 26, 27, die die von den einzelnen Druckgliedern 19, 20 ausgeübte Kraft ebenflächig auf die Preßbänder 1, 2 übertragen und Kanäle enthalten, in denen Heizelemente angeordnet sind oder durch die ein Heiz­ medium hindurchgeleitet wird.
Zwischen den einander zugewandten Seiten der Platten 26, 27 und den Preßbändern 1, 2 sind Rollenketten 33 ange­ ordnet, auf denen die Preßbänder 1, 2 gegenüber den Platten 26, 27 abrollen und die endlos in einer vertikalen Längs­ ebene um die Platten 26, 27 umlaufen. Die Rollen der Rollen­ ketten 33 übertragen sowohl den Druck als auch die Wärme der Platten 26, 27 auf die Preßbänder 1, 2 und damit den Material­ strang 4.
Die Rollenketten 33 können, nachdem sie am Ende der Preßstrecke 3 angekommen sind, entweder im eigentlichen Preßbereich, d. h. zwischen den Trägern 19, 20 und den Platten 26, 27 in geeigneten Kanälen zurückgeleitet werden, wie es in Fig. 1 bei der Platte 26 angedeutet ist. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Rollen­ ketten außen um die Stützkonstruktion herumzuführen, wie es bei der Stützkonstruktion 18 in Fig. 1 unten zu sehen ist.
Die Ausbildung der die Zugvorrichtung 40 bildenden Bandpresse entspricht im wesentlichen derjenigen der Band­ presse 30. Es sind Stahlbänder 21, 22 vorhanden, die um im angegebenen Sinn angetriebene Trommeln 13, 14 bzw. 15, 23 umlaufen und im Preßbereich an der Ober- bzw. Unterseite des Materialstrangs 4 anliegen. Die Anlagekraft wird in der gleichen Weise erzeugt wie bei der Bandpresse 30. Auch bei der Zugvorrichtung 40 erfolgt die Abstützung der Bänder 21, 22 über mitumlaufende Rollenketten. Über die Reibung erfolgt eine Kraftausübung auf den Materialstrang 4 im Sinne des Pfeiles 10, die die durch die Preßbänder 1, 2 zu übertragenden Vortriebskräfte vermindert, die durch die Vorgänge in der Preßstrecke 3, insbesondere durch eine etwa vorhandene, nicht dargestellte seitliche Ab­ dichtung des Preßstreckenbereich zustandekommen, an welcher der Materialstrang 4 unter Reibung vorbeigleitet.
In Fig. 2 ist eine Zugvorrichtung 50 dargestellt, die statt der Zugvorrichtung 40 eingesetzt werden kann und zwei einander gegenüberliegende, quer zum Material­ strang 4 sich erstreckende, im angegebenen Sinn ange­ triebene Trommeln 41, 42 umfaßt, an deren Umfang schmale, sich über die Breite der Materialstrangs 4 erstreckende Platten 43 angebracht sind. Die Platten 43 sind um parallel zur Achse 44 der Trommeln 41, 42 verlaufende Achsen 45 in einem gewissen Winkelbereich schwenkbar, so daß sie beim Umlauf der Trommeln 41, 42 sich flach auf die Ober- bzw. Unterseite des Materialstrangs 4 auf­ legen. Die Breite der Platten 43 ist so gewählt, daß sie fast den gesamten Umfang der Trommeln 41, 42 über­ decken, sich bei ihrer Schwenkbewegung aber nicht gegenseitig behindern.
Die Platten 43 üben einen senkrecht zum Material­ strang 4 gerichteten Druck aus. Dieser kann erzeugt werden, indem die Achsen 44 der Trommel 41, 42 gegen­ einandergedrückt werden oder durch geeignete Konstruktionen, mittels deren die Platten 43 beim Erreichen des Material­ stranges 4 von den Trommeln 41, 42 hinweg gegen die Ober­ flächen des Materialstrangs 4 gedrückt werden.
In Fig. 3 ist eine Zugvorrichtung 60 wiedergegeben, die drei Paare von bezüglich des Materialstrangs 4 ein­ ander gegenüberliegenden Walzen 51, 52; 53, 54; 55, 56 umfaßt, die jeweils mit ihrer Achse quer zum Materialstrang 4 ange­ ordnet, im angegebenen Sinne angetrieben und unter einer äußeren Kraft senkrecht gegen die Oberfläche des Materialstrangs 4 gepreßt sind. Zur Erhöhung der Griffig­ keit können die Walzenpaare an ihrer Oberfläche ein Relief in Gestalt von Rippen, Riffeln oder Spitzen aufweisen, wie es bei 57 angedeutet ist. Auch ein Belag mit einem körnigen Material ist geeignet.

Claims (6)

1. Verfahren zum kontinuierlichen Herstellen von Holzspanbalken, -platten oder dergleichen, bei welchem das zu pressende Material mit einem unter Wärmeeinwirkung aushärtenden Binder in den Spalt zwischen zwei endlosen umlaufenden Preßbänder eingezogen, in diesem Spalt auf einer Preßstrecke erwärmt und fortschreitend unter Druck gesetzt und mit den vom Pressenantrieb gezogenen, dadurch hochbelasteten Preßbändern zum Ausgang der Presse befördert wird, wo der Strang des gepreßten Materials bereits im wesentlichen seine Endfestigkeit erlangt hat, dadurch gekennzeichnet, daß an einer der Preßstrecke (3) nachge­ schalteten Stelle an dem fertiggepreßten und ausgehärteten Materialstrang (4) zur Entlastung der Preßbänder (1, 2) eine Zugkraft in Vorlaufrichtung ausgeübt wird.
2. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit einer Bandpresse, bei der das zu pressende Material zwischen endlosen, in einer Preß­ strecke einander gegenüberliegend angeordneten und der Vorlaufrichtung der Bahn entsprechend umlaufenden, über angetriebene Trommeln umgelenkten, über die Breite der Bahn sich erstreckenden Preßbändern ge­ führt ist, die sich gegen eine oberhalb und unterhalb des Materialstrangs vorgesehene Stützkonstruktion ab­ stützen, dadurch gekennzeichnet, daß der Bandpresse (30) eine Zugvorrichtung (40, 50, 60) nachgeschaltet ist, welche an der äußeren Oberfläche des aus der Preßstrecke (3) der Bandpresse (30) ausgetretenen fertiggepreßten und ausgehärteten Strangs (4) des Materials angreift.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Zugvorrichtung (40) ihrerseits als Bandpresse ausgebildet ist und die Preßbänder (21, 22) unter Reibschluß auf einander gegenüberliegenden Flächen des fertigen Materialstrangs (4) anliegen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Zugvorrichtung (50) mindestens ein Paar bezüglich des Materialstrangs (4) quer zu dem Materialstrang (4) einander gegenüberliegend angeordneter angetriebener Trommeln (41, 42) umfaßt, über deren Umfang normalerweise etwa tangential ausgerichtete schmale Platten (43) verteilt sind, die an der Trommel (41, 42) und parallel zu deren Achse (44) verlaufende Achsen (45) in einem Winkelbereich schwenkbar sind und beim Umlauf der Trommeln (41, 42) unter Druck auf einander gegenüber­ liegenden Flächen des fertigen Materialstrangs (4) an­ liegen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Zugvorrichtung (60) mindestens ein Paar bezüglich des Materialstrangs (4) einander quer zu dem Materialstrang (4) gegenüberliegend angeordneter an­ getriebener Walzen (51, 52; 53, 54; 55, 56) umfaßt, die unter Druck auf einander gegenüberliegenden Flächen des ferti­ gen Materialstrangs (4) anliegen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Walzen (51, 52; 53, 54; 55, 56) eine reibungserhöhende Oberfläche (57) aufweisen.
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