DE3039749C2 - Verfahren zur Herstellung von blasenfreiem, glasigem Werkstoff - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von blasenfreiem, glasigem WerkstoffInfo
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Description
der behandelte glasige Werkstoff auf eine Temperatur von 373 K abkühlt, wird vorzugsweise weniger als drei
Stunden gewählt. Es hat sich herausgestellt, daß das
Verfahren besonders geeignet ist, um glasige Werkstoffe, die mittels einer Flamme erschrecken wurden,
insbesondere mittels einer Wasserstoff-Sauerstoff-Flamme erschmolzenes Quarzglas, durch das erfindungsgemäße
Verfahren mikro- und makroblasenfrei herzustellen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren handelt es sich nicht um eine vorübergehende Verkleinerung der
Blasen, die durch nachfolgende Erhitzung bei Normaldruck wieder rückgängig gemacht werden kann,
sondern um eine dauerhafte Entfernung auch von Mikroblasen. Es hat sich überraschenderweise gezeigt,
daß das erfindungsgemäße Verfahren blasenfreie, glasige Formkörper liefert, die auch bei einer nachfolgenden
z. B. glasbläserischen Weiterverarbeitung keine erneute Blasenbildung mehr zeigen. Zurückgeführt wird
dies vermutlich darauf, daß das erfindungsgemäße Verfahren eine vollständige Schließung der Blasen
ermöglicht.
Der allseitig auf den blcsenhaltigen, glasigen Werkstoff
einwirkende Druck wird, wie angegeben, mittels eines Gases bewirkt, das sich in dem glasigen Werkstoff
nicht löst; unter dem Begriff »nicht lösbaren Gases« soll nach der Erfindung auch ein solches verstanden werden,
das unter dem angegebenen Temperatur-, Druck- und Zeitbedingungen nicht schnell in den glasigen Werkstoff
eindiffundiert Hierdurch wird verhindert, daß Moleküle des Behandlungsgases in den erhitzten Werkstoff
eindringen und in noch nicht geschlossenen Blasen einen Druckausgleich herbeiführen, der jede weitere Verkleinerung
des Blasenvolumens verhindert.
Die zur Beseitigung von Blasen in dem glasigen Werkstoff erforderliche Behandlungszeit unter erhöhtem
Druck ist abhängig von der Art der im Blasenvolumen enthaltenen Gase. Leicht diffundierende
bzw. leicht lösbare Gase, wie z. B. Helium, Wasserstoff oder Wasserdampf, erfordern eine relativ kurze
Behandlungszeit.
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens Hegen darin, daß es mit Hilfe dieses Verfahrens möglich
ist, blasenhaltige Formkörper aus glasigem Werkstoff unter weitestgehender Beibehaltung ihrer äußeren
Abmessungen von Makro- und von Mikroblasen zu befreien. Das Verfahren kann daher sowohl bei
Halbzeug aus glasigem Werkstoff als auch bei Fertigprodukten aus glasigem Werkstoff zur Anwendung
gebracht werden. Verarbeitungsbedingte Blasen, die nach dem Schmelzen in den Formkörper eingebracht
werden, lassen sich mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens sicher entfernen.
In der Figur ist schematisch eine Vorrichtung der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt
Mit der Bezugsziffer 1 ist der Hoblzylinder eines handelsüblichen Hochdruckautoklaven bezeichnet der
in seinem Inneren einen elektrischen Ofen 2 in Hohlzylinderform aufweist Innerhalb des Ofens befindet
sich ein Träger 3, auf dem die zu behandelnden blasenhaltigen Formkörper 4 aus glasigem Werkstoff
angeordnet werden. Der Ofen ist von einer Isolierhaube 5 mit Druckausgleichsöffnungen 11 umgeben, die eine
Erwärmung des Autoklavenzylinders sowie dessen Deckel 6 verhindert Die Beschickung des Autoklaven
erfolgt über den stirnseitig angeordneten Deckel 6 oder den Boden 7. Zur Einleitung des Behandlungsgases ist
die Zuleitung 8 vorgesehen, die mit einem Einleitungs-
stutzen 9 und einem Auslaßstutzen 10 verbunden ist
Zur Behandlung von in einer Wasserstoff-Sauerstoff-Ffamme
erschmolzenen Quarzglas-Formkörpern 4 werden diese auf dem Träger 3 angeordnet. Die
Behandlung erfolgt bei einer Temperatur zwischen 1550
und 1700°K. entsprechend einer Viskosität von 10" bis
109 Pa · s. Hierdurch ist sichergestellt, daß die äußeren
Abmessungen der Formkörper sich während der Behandlung nicht verändern. Der anzuwendende Druck
wird im Bereich zwischen 300 bis 1000 bar eingestellt.
Die Verweilzeit der Formkörper während der Druckbehandlung
beträgt zwischen 30 und 90 Minuten. Es hat sich dabei als vorteilhaft erwiesen, den Autoklaven in
kaltem Zustand nur bis zu einem geringeren als dem Enddruck mit Gas zu befüllen und die thermische
Expansion des Gases zur Erreichung des gewünschten Enddrucks zu nutzen. Als Behandlungsgas hat sich
insbesondere Argon bewährt, das nur sehr langsam in Quarzglas diffundiert. Es läßt sich allerdings nicht
vermeiden, daß bei dem erfindungsgemäßen Verfahren Argon bis zu einer Tiefe von weniger als 1 mm in die
Oberfläche der Quarzglas-Formkörper während der Behandlung eindringt. Daher hat es sich bewährt. Argon
aus dem behandelten Quarzglas dadurch zu entfernen, daß eine dünne Oberflächenschicht des behandelten
Formkörpers mechanisch oder chemisch abgetragen wird. Hierfür hat sich eine Abätzung mit wäßriger
Flußsäure am besten bewährt. Durch diese Behandlung wird vermieden, daß erfindungsgemäß behandelte
glasige Werkstoffe bei nachfolgendem plötzlichem
Erwärmen eine schaummassenartige Oberflächenschicht aufweisen, die wohl darauf zurückzuführen ist,
daß das Behandlungsgas, insbesondere Argon, durch das schnelle plötzliche Erwärmen nicht rasch genug aus dem
Formkörper herausdiffundieren kann. Die Dicke der Oberflächendiffusionsschicht ist naturgemäß von der
Verweilzeit unter hohem Druck und auch der Temperatureinwirkung abhängig, weshalb die Abkühlung
der behandelten Formkörper in möglichst kurzer Zeit erfolgen sollte.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (10)
1. Verfahren zur Herstellung von blasenfreiem, glasigem Werkstoff, insbesondere blasenfreiem
Quarzglas, aus einem blaser.haltigen glasigen Werkstoff,
insbesondere aus Quarzglas, durch Beaufschlagen mit erhöhtem Gasdruck in erhitztem Zustand,
dadurch gekennzeichnet, daß der blasenhaltige glasige Werkstoff in einem Ofen auf einem
" Träger angeordnet bei einer Temperatur, die seine Viskosität auf einen Wert im Bereich von 1013·5 bis
108Pa-S vermindert, einem allseitigen Gasdruck
eines im glasigen Werkstoff nicht lösbaren Gases im Bereich von 100 bis 3000 bar für eine Zeit von
wenigstens 10 min ausgesetzt wird und anschließend in weniger als 10 Stunden auf Zimmertemperatur
abkühlt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der glasige Werkstoff bei einer
Temperatur behandelt wird, die seine Viskosität auf einen Wert im Bereich von 10" bis 109Pa-S
vermindert.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gasdruck im
Bereich von 200 bis 1000 bar verwendet wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Gas Argon verwendet wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der behandelte glasige Werkstoff in einem Zeitraum von weniger als drei Stunden auf eine
Temperatur von 373 IC abgekühlt wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß als glasiger Werkstoff ein mittels Flamme erschmolzener verwendet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Wasserstoff-Sauerstoff-Flamme
erschmolzenes Quarzglas verwendet wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß Quarzglas bei einer Temperatur im Bereich von 1550 bis 1700K einer allseitig wirkenden
Argon-Atmosphäre eines Drucks von 300 bis 1000 bar während einer Zeit von 30 bis 90 min ausgesetzt
wird und danach in weniger als einer Stunde auf eine Temperatur von weniger als 1200 K abkühlt.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenschicht des behandelten, abgekühlten glasigen Werkstoffs vor einer weiteren
Heißbearbeitung bis zu einer Dicke von höchstens 2 mm abgetragen wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenschicht eines behandelten Quarzglaskörpers mittels wäßriger Flußsäure abgeätzt
wird.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von blasenfreiem, glasigem Werkstoff, insbesondere
blasenfreiem Quarzglas, aus einem blasenhaltigen, ίο glasigen Werkstoff, insbesondere aus Quarzglas, durch
Beaufschlagen mit erhöhtem Gasdruck in erhitztem Zustand.
Auf dem Gebiet der Optik und der Lampen werden
seit langem Gläser benötigt, die möglichst blasenfrei
sein sollen. Für die Lösung der Aufgabe, blasenfreie, glasige Werkstoffe herzustellen, wurden daher auch
schon verschiedene Vorschläge veröffentlicht.
So erfolgt nach der DE-PS 3 10 134 die Herstellung von blasenfreiem geschmolzenem Quarz dadurch, daß
der Quarz unter Vakuum geschmolzen und der geschmolzene Quarz so lange unter Oberdruck gehalten
wird, bis er erstarrt ist. Es wird ein solcher Überdruck angewandt, um die Gasbläschen auf ein solches
Volumen zu verkleinern, das sie bei gewöhnlicher Temperatur haben würden. Von der Anwendung eines
zu hohen Druckes wird abgeraten, da dann das erkaltete Quarzstück eine hohe innere Spannung besitzen würde,
die es für optische Zwecke untauglich macht.
F.in ähnliches Verfahren wird nach der DE-PS 8 54 073 vorgeschlagen. Kleinstückiger Bergkristall
oder körnige Kieselsäure wird in einem Ofen geschmolzen, dann wird in dem Ofen bis zum Erreichen der
Schmelztemperatur und auch noch während des 10 Minuten währenden Schmelzvorganges eine unter
einem Druck von 10 bis 150 Torr stehende Wasserstoffatmosphäre
aufrechterhalten, deren Druck nach Beendigung des Schmelzvorganges auf etwa 1 bis 2 Atm.
erhöht wird. Das so hergestellte Quarzglas enthält gelösten Wasserstoff. Es kann beispielsweise nicht ohne
weiteres für die Herstellung von Quecksilberdampflampen verwendet werden, weil beim Betrieb solcher
Lampen aus dem Quarzglas Wasserstoff austritt, der u. a. zu einer Erhöhung der Zündspannung führt.
Die bekannten vorerwähnten Verfahren gewährleisten die sichere Beseitigung von Makroblasen, also
Blasen, die mit dem bloßen Auge sichtbar sind.
Demgegenüber hat sich die Erfindung die Aufgabe gestellt, Formkörper aus blasenfre:em, glasigem Werkstoff,
insbesondere blasenfreiem Quarzglas, herzustellen, die nicht nur frei von Makroblasen, sondern auch
frei von Mikroblasen sind, also Blasen, die mit dem bloßen Auge nicht mehr sichtbar sind, und einen
mittleren Durchmesser von weniger als 0,1 mm aufweisen.
Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß der blasenhaltige glasige Werkstoff in einem Ofen
auf einem Träger angeordnet bei einer Temperatur, die seine Viskosität auf einen Wert im Bereich von 1013·5 bis
108 Pa · s vermindert, einem allseitigen Gasdruck eines
im glasigen Werkstoff nicht lösbaren Gases im Bereich von 100 bis 3000 bar für eine Zeit von wenigstens 10 min
ausgesetzt wird und anschließend in weniger als 10 Stunden auf Zimmertemperatur abkühlt.
Vorteilhafterweise wird der glasige Werkstoff bei einer Temperatur behandelt, die seine Viskosität auf
einen Wert im Bereich von 1011 bis 109Pa-S
vermindert. Bevorzugt wird ein Gasdruck im Bereich von 200 bis 1000 bar und als Gas Argon. Die Zeit, in der
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: HERAEUS QUARZGLAS GMBH, 6450 HANAU, DE |
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| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: HERAEUS QUARZGLAS GMBH & CO. KG, 63450 HANAU, DE |