DE3010809C2 - Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Feuerverzinken eines Stahlbandes - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Feuerverzinken eines StahlbandesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Feuerverzinken eines
Stahlbands nach dem Oberbegriff dp-, Patentanspruches
I bzw. 4; Oberflächenfehler am Stahlband infolge von beim Feuerverzinken anfallendem Bodensatz am Boden
des das Verzinkungsbad enthaltenden Behälters sowie infolge ungleichmäßiger Korrosion an einer Umlenkbzw. Sinkrolle, an Klemmwalzen und anderen, im
Verzinkungsbad befindlichen Einrichtungen sollen vermieden werden.
Das Feuerverzinken eines Stahlbands erfolgt normalerweise derart, daß das Stahlband in ein Verzinkungsbad in einem entsprechenden Behälter eingeführt
wird, sodann die Bewegungsrichtung des Stahlbands durch eine im Verzinkungsbad befindliche Sink- oder
Umlenkrolle in Aufwärtsrichtung umgelenkt wird, um das Stahlband über zwei Klemmwalzen aus dem Bad
herauszuführen, und unmittelbar über der Oberfläche
des Bads die Dicke der auf die Oberfläche des
zwei Schlitzdüsen, die ein Gas ausstoßen, oder mittels
einer anderen geeigneten Einrichtung eingestellt wird.
Eisen (Fe) des Stahlbands, der Sinkrolle, der Klemmwalzen und anderer, im Verzinkungsbad befindlicher
Einrichtungen sehr aktiv mit dem geschmolzenen Zink (Zn). Aus diesem Grund ist eine Lösung von Fe im
Verzinkungsbad unvermeidlich. Dabei wird Fe im Bad
bis zu dessen Sättigung mit Fe gelöst, d. h. bis die
Fe-Konzentration des Bads etwa 0,03 Gew.-% beträgt; anschließend fällt Fe in Form einer Zwischenmetallverbindung von Fe und Zn (FeZn7) aus. Diese Zwischenme-
tallverbindung, die mit 7,25 g/cm3 eine größere Dichte als diejenige von Zn (7,14 g/cm3) besitzt, setzt sich am
Boden des Verzinkungsbehälters ab; in diesem Zustand wird sie üblicherweise als »Bodengrus oder -satz«
bezeichnet
Dieser Bodensatz wird unter der durch die Einführung des Stahlbands in das Verzinkungsbad erzeugten
Turbulenz im Bad hochgewirbelt, um dann an dem das Bad durchlaufenden Stahlband anzuhaften. Dabei
entstehen auf der Oberfläche des feuerverzinken Stahlbands pickeiförmige Oberflächenfehler, durch
welchß das Aussehen des Produkts stark beeinträchtigt wird.
Zur Ausschaltung dieses Problems war es bisher üblich, den Verzinkungsvorgang vorübergehend zu
unterbrechen, wenn die Menge des Bodensatzes am Behälterboden eine bestimmte Größe erreichte, und
den Bodensatz mittels eines Eimers o. dgl. vom Behälterboden abzuschöpfen. Dieses Vorgehen ist
jedoch nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch mit einer Herabsetzung der Produktionsleistung verbunden,
weil der Feuerverzänkungsvorgang vorübergehend unterbrochen werden muß. Der aus dem Behälter
herausgeschöpfte Bodensatz enthält eine große Menge an Zn, und die Rückgewinnung des Zinks aus dem
Bodensatz erfordert eine erneute Abscheidung desselben. Wenn die Anlage keine Bodensatz-Scheideeinrichtung
aufweist, muß der aus dem Verzinkungsbehälter herausgeholte Bodensatz an Aufbereitungsfirmen geliefert
werden; das im Bodensatz enthaltene Zink kann daher nicht in der Anlage für die Wiederverwendung
zurückgewonnen werden, so daß sich ein erhöhter Zinkverbrauch ergibt.
Zum Austragen des Bodensatzes aus einem Feuerverzinkungs-Behälter ohne Unterbrechung des Feuerverzinkungsvorgangs
ist ein Verfahren bekannt, bei welchem Aluminium (Al) in der Größenordnung von 0,05% bis 0,2% dem Verzinkungsbad zugesetzt wird
(vgl. »Metall«, 30,1976, Heft 2, Seiten 130-134). Dieser
Al-Zusatz e-folgte üblicherweise auch mit dem Ziel der
Verbesserung der Formbarkeit des hergestellten feuerverzinkten Stahlbands. In der Zinkschicht eines solchen
verzinkten Stahlbands bildet sich nämlich eine Schicht aus einer Fe-Zn-Legierung, die hart und spröde ist und
bei der Bearbeitung des verzinkten Stahlbands zu einem Bruch der Verzinkung mit einem Abschälen derselben
führt. Um nun eine wesentliche Dickenzunahme dieser Schicht aus Fe-Zn-Legierung zu verhindern und die
Formbarkeit des verzinkten Stahlbands zu verbessern, werden dem Verzinkungsbad beim Feuerverzinken
üblicherweise mehr als 0,10% bis etwa 0,40% Al zugesetzt.
Wenn dem Verzinkungsbad Al zugesetzt wird, reagiert der Bodensatz (FeZn?) mit dem Al nach
folgender Reaktionsgleichung:
2 FeZn7 + 5AIi: Fe2AI5 + 14 Zn
Die obige Reaktion verläuft von links nach rechts bei einer freien Al-Konzentration von über 0,14 Gew.-% im
Verzinkungsbad, wobei der Bodensatz (FeZn?) am Behälterboden in Fe2AU umgewandelt wird. Dieses
Fe2AI* das mit etwa 43 g/cnv3 eine niedrigere Dichte
besitzt als Zn mit 7,14 g/cm3, schwimmt zur Oberfläche des V.erzinkungsbades auf und wird allgemein als
»Oberflächensatz« bezeichnet. Dieser Oberflächensatz kann ohne Unterbrechung des Verzinkungsvorgangs
leicht von der Badobiifläche abgeschöpft werden. Indem somit der Bodensatz durch Zugabe von Al zum
Verzinkungsbad, so daß die Al-Konzentration stets über 0,12 Gew.-% gehalten wird, in einen Oberflächensatz
umgewandelt wird, läßt sich folglich der Bodensatz ohie
Unterbrechung des Verzinkungsvorgangs einfach aus dem Verzinkungsbehälter entfernen. Die schnellere
Bildung aluminiumhaltiger Phasen unmittelbar an der Stahloberfläche beruht dabei auf der höheren Bildungsenthalpie der FeAl-Verbindungen gegenüber den
Fe-Zn-Phasen (vgl. »Metall«, Seite 130).
Im tatsächlichen Betrieb ist es jedoch aus den im folgenden angegebenen Gründen auf die oben beschriebene
Weise nicht immer einfach, den Bodensatz aus dem Verzinkungsbad zu entfernen und letzteres in einem
Zustand mit minimalem Bodensatz zu halten.
Im tatsächlichen Betrieb wird nämlich ein zu verzinkendes Stahlband kontinuierlich in das Feuerverzinkungsbad
eingeführt, so daß die Menge des Bodensatzes am Behälterboden allmählich zunimmt.
Um nun die Menge an Bodensatz im Behälter stets auf einem möglichst kleinen Wert zu halten, muß die in das
Verzinkungsbad einzuführende A^ivfenge fortschreitend
vergrößert werden. Bei Vergioßerung dieser Al-Menge erfolgt jedoch zwischen dem zugesetzten AI
und dem Stahl (Fe) des Stahlbands, der Sinkrcüe, der Klemmwalzen und dgl. im Verzinkungsbad eine
aktive, e bzw. heftigere Umsetzung als zwischen Zn und
Fe. Da somit ein beträchtlicher Teil des zugesetzten Aluminiums bei der Umsetzung mit Fe verbraucht wird,
wird die Wirkung der AI-Zugabe zur Umwandlung des Bodensatzes in den Oberflächensatz herabgesetzt.
Um im Betrieb stets eine Mindestmenge an Bodensatz im Verzinkungsbad aufrechtzuerhalten, muß
daher die Größe der Al-Zugabe zum Bad unter Berücksichtigung der bei der erwähnten Reaktion mit
Fe verbrauchten Al-Mcnge erhöht werden. Die Al-Zugabe erfolgt gewöhnlich mittels eines Al enthaltenden
Zinkblocks. Zur wirksamen Verhinderung der Entstehung von Bodensatz im Verzinkungsbad sollte
der AI-Gehalt im Zinkblock mindestens 0,45 Gew.-°/o betragen, und die freie Al-Konzentration im Bad sollte
auf einem hohen Wert von mindestens 0.20 Gew.-% gehalten werden.
Beim Feuerverzinken eines Stahlbands in einem Verzinkungsbad, das Al in einer denrt hohen
Konzentration enthält, treten jedoch die folgenden Probleme auf:
1. Der Stahl (Fe) der Sinkrolle und der Klemmwalzen im Verzinkungsbad reagiert aktiv mit dem im
Verzinkungsbad enthaltenen Al, so daß die Stahlteile ungleichmäßig korrodiert werden. Hierbei
treten beträchtliche Oberflächenunregelmäßigkeiten an Sinkrolle und Klemmwalzen auf, wodurch
wiederum Fehler bzw. Unebenheiten auf der Oberfläche des Stahlbands und/oder seiner Vorzinkung
hervorgerufen werden. Dies fühii zu einem erheblich verschlechterten Aussehen des Produkts
und möglicherweise sogar dazu, daß das Verzinken nicht mehr weitergeführt werden kann.
2. Durch die erwähnte Umsetzung zwischen Fe und Al entsteht im Verzinkungsbehälter eine größe
Menge an Oberflächensatz (Fc2AIs/. Obgleich
dieser Oberflächensatz, wie erwähnt, leicht abgeschöpft werden kann, muß im Fall einer nicht mit
einer Raffinie .·- bzw, Scheideausrüstung für den Oberflächensatz versehenen Anlage dieser Oberflächensatz,
ebenso wie der Bodensatz, an Scheideformen geliefert werden, so daß das im Oberflä-
chensatz enthaltene Zink nicht unmittelbar für die Wiederverwendung zurückgewonnen werden
kann.
3. Im Fall eines Al in hoher Konzentration enthaltenden
Verzinkungsbads tritt in der Zinkschicht des feuerverzinkten Stahlbands eine große Menge an
Fe2Al5 in Schichtform auf. In diesem Fall wird eine
Verzinkungs-Glühbehandlung d. h. eine Behandlung zur Umsetzung der gesamten Zinkschicht in
eine Zn-Fe-Legierungsschicht erschwert, so daß keine gleichmäßige Zn-Fe-Schicht erzielt werden
kann. Aus diesem Grund muß beim Verzinken die Al-Konzentration des Verzinkungsbads im voraus
verringert werden.
4. Ein als Grundierung dienender Film aus chemischen Stoffen läßt sich auf der Oberfläche einer
Verzinkung mit hohem Al-Gehalt nur schwierig ausbilden, und eine zufriedenstellende Haftung von
Farbe oder Lack kann nicht erreicht werden.
In der Praxis ist es daher schwierig, das Feuerverzinken mit einem Verzinkungsbad mit hoher Al-Konzentration
durchzuführen. Das beschriebene Verfahren ist daher für die Verhinderung der Entstehung von
Bodensatz ungeeignet.
Aufgabe der Erfindung ist damit insbesondere die Schaffung eines Verfahrens und einer Vorrichtung zum
kontinuierlichen Feuerverzinken eines Stahlbands unter Verhinderung von Oberflächenfehlern auf dem verzinkten
Stahlband aufgrund eines Bodensatzes, der sich bei der Feuerverzinkung eines Stahlbands am Boden des
ein Feuerverzinkungsbad enthaltenden Behälters bildet.
Mit diesem Verfahren und dieser Vorrichtung sollen außerdem auch Oberflächenfehler am feuerverzinkten
Stahlband infolge ungleichmäßiger Korrosion an einer Umlenk- oder Sinkrolle, an Klemmwalzen oder anderen
Einrichtungen, die sich im Verzinkungsbad befinden, verhindert werden.
Weiterhin sollen dabei die bisherigen Schwierigkeiten beim Verzinkungs-Glühvorgang an der Verzinkung des
Stahlbands und bei der chemischen Behandlung zur Bildung einer Grundierung im Anschluß an das
Feuerverzinken des Stahlbands vermieden werden.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren bzw. einer Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruches
I bzw. 4 erfindungsgemäß durch die in dessen jeweiligem kennzeichnenden Teil angegebenen Merkmale
gelöst.
Im folgenden sind bevorzugte Ausfühningsbeispiele
der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine schematische Darstellung einer experimentellen
Feuerverzinkungsvorrichtung, die in einem Versuch zur Beschleunigung der Reaktion zwischen
dem Bodensatz und dem im Feuerverzinkungsbad enthaltenen AI benutzt wurde.
F i g. 2 eine graphische Darstellung der zeitabhängigen
Änderung der freien Al-Konzentration in einem Feuerverzinkungsbad beim Feuerverzinken eines Stahlbands,
während das Al enthaltende Bad im Verzinkungsbehälter der Vorrichtung nach F i g. 1 gerührt bzw.
umgewälzt wird.
F i g. 3 eine graphische Darstellung der Beziehung zwischen dem Al-Gehalt in der gesamten Zinkschicht
und der Dicke dieser Schicht bei Verwendung der Vorrichtung nach F i g. 1,
F i g. 4 eine schematische Darstellung einer speziellen Ausführungsform einer Vorrichtung gemäß der Erfindung
zum kontinuierlichen Feuerverzinken eines Stahlbands und
F i g. 5 einen Schnitt längs der Linie AA in F i g. 4.
Im Hinblick auf die eingangs geschilderten Umstände wurden verschiedene Versuche und Untersuchungen
mit dem Ziel der Entwicklung eines Verfahrens und einer Vorrichtung zum kontinuierlichen Feuerverzinken
eines Stahlbands angestellt, wobei die Al-Konzentration des Verzinkungsbads weitgehend verringert sein und
ίο dennoch die Entstehung von Bodensatz wirksam
verhindert werden soll.
Mit dem Ziel der wirksamen Umwandlung eines Bodensatzes (FeZn?) in einen Oberflächensatz (Fe2AI$)
durch beschleunigte Umsetzung des beim Feuerverzinken eines Stahlbands entstehenden Bodensatzes mit Al
wurde ein Versuch durchgeführt, bei dem ein Stahlband feuerverzinkt wurde, während das Al enthaltende
Verzinkungsbad gerührt bzw. umgewälzt wurde.
F i g. i veranschaulicht die bei diesem Versuch verwendete experimentelle Feuerverzinkungsvorrichtung.
In Fig. 1 sind dargestellt: ein Feuerverzinkungs-Behälter
7 mit einem Feuerverzinkungsbad 3, ein Stahlband 1, ein über dem Behälter 7 angeordneter
Schacht 2 zur Einführung des Stahlbands 1 in das Verzinkungsbad 3, eine im Verzinkungsbad 3 angeordnete
Umlenk- bzw. Sinkrolle 4 zur Umlenkung der Bewegungsrichtung des Stahlbands 1 in Abwärtsrichtung,
zwei im Verzinkungsbad 3 in der Nähe seiner Oberfläche angeordnete Klemmwalzen 5 zum Festhalten
des Stahlbands 1, zwei unmittelbar über der Oberfläche des Verzinkungsbads j angeordnete Schlitzdüsen
6. über welche ein Gas gegen die Oberfläche des Stahlbands 1 ausblasbar ist, um die Dicke der auf der
Oberfläche des Stahlbands 1 gebildeten Verzinkungsschicht einzustellen, am Boden des Behälters 7
abgesetzter Bodensatz 8 und ein mit einem korrosionsfesten Propeller 9' versehenes Rührwerk 9.
In die vorstehend beschriebene Vorrichtung gemäß Fig. 1 wurde ein Verzinkungsbad 3 mit einer freien
Al-Konzentration von etwa 0,18 Gew.-% eingefüllt, worauf das Stahlband 1 auf übliche Weise einer
Feuerverzinkung unterworfen wurde, während das Verzinkungsbad 3 gerührt bzw. umgewälzt wurde,
indem der Propeller 9' des Rührwerks 9 mit einer Drehzahl von 200 U/min umlief.
F i g. 2 ist eine graphische Darstellung der zeitabhängigen Änderungen der freien Al-Konzentration im
Verzinkungsbad 3 während dieser Feuerverzinkung des Stahlbands 1. Gemäß F i g. 2 nimmt die freie Al-Konzentration
im Verzinkungsbad 3 im Zeitverlauf ab, um nach etwa 60 min einen Wert von etwa 0,13 Gew.-^ zu
erreichen und auf einen Gleichgewichtszustand überzugehen. Der Bodensatz 8 wird dabei in einen Oberflächensatz
umgewandelt, der auf der Oberfläche des Verzinkungsbads 3 schwimmt Eine Untersuchung des
Oberflächensatzes ergab etwa gleiche Werte für AI und Fe in Gew.-%. Eine mikroskopische Untersuchung des
Oberflächensatzes zeigte eine deutliche Fe2Al5-PlIaSe.
Die Ergebnisse dieses Versuchs belegen, daß durch das
go Rühren bzw. Umwälzen des Al enthaltenden Verzinkungsbads
im Behälter die Umsetzung des Bodensatzes mit dem im Bad enthaltenen Al beschleunigt wird, wobei
der Bodensatz in einen Oberflächensatz umgesetzt wird, der während des Feuerverzinkungsvorgangs leicht aus
μ dem Behälter abgeschöpft werden kann.
Der Al-Gehalt des in der beschriebenen Vorrichtung feuerverzinkten Stahlbands wurde sodann untersucht
Dabei ergab sich in der Oberflächenlage der Zinkschicht
ein Al-Gehalt von etwa 0,13Gew.-%, d. h. entsprechend
der freien Al-Konzentration im Verzinkungsbad, nachdem dieses seinen Gleichgewichtszustand erreicht hat.
Dieser Wert ist kleiner als der Al-Gehalt von 0,14 bis 0,20 Gew.-% in der Oberflächenschicht einer ohne
Rühren des Verzinkungsbatls hergestellten Verzinkung bzw. Zinkschicht. Dieser Umstand läßt ebenfalls darauf
schliuiten, daß die Umsetzung des Bodensatzes mit Al
im Verzinkungsbad den Gleichgewichtszustand erreicht hat.
Wie erwähnt, stimmt der Al-Gehalt im Oberflächenbereich
der Zinkschicht im wesentlichen mit der freien Al-Konzentration im Verzinkungsbad überein, während
der Al-Gehalt in der gesamten Zinkschicht höher ist als die freie Al-Konzentration im Verzinkungsbad. Dies ist π
auf die Bildung einer FejAU-Schicht an der Grenzfläche
zwischen der Fe-Schicht und der Zn-Schicht des verzinkten Stahlbands zurückzuführen. Ein größerer
Anteil dieser FejAis-Schicht führt zu einem höheren
Al-Gehalt in der gesamten Verzinkung. Im tatsächlichen Betrieb werden jedoch die Bedingungen für die
Entstehung der FejAU-Schicht zwischen der Fe-Schicht
und der Zn-Schicht des Stahlbands, beispielsweise die Verweilzeit des Stahlbands im Verzinkungsbad (d. h.
Verzinkungsstraßengeschwindigkeit) und Temperatur 2i
des Verzinkungsbads, innerhalb eines vergleichsweise engen Bereichs festgelegt. Aus diesem Grund wurde die
Beziehung zwischen! dem Al-Gehalt der gesamten Zinkschicht und ihrer Dicke bei dem mittels der
beschriebenen Vorrichtung feuerverzinkten Stahlband untersucht.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung finden «ich in
Fig. 3. Gemäß Fig. 3 ist der Al-Gehalt der gesamten
Zinkschicht zu ihrer Dicke umgekehrt proportional. Sobald sich nämlich in der Zinkschicht eine FejAU-Schicht
einer bestimmten Größe gebildet hat, führt eine etwaige Vergrößerung der Dicke der Zinkschicht nicht
mehr zu einer Zunahme des Anteils der FepAls-Schicht,
sondern zu einer Zunahme der abgelagerten Zn-Menge.
Anschließend wurde ein Versuch durchgeführt, bei dem ein Suhlband feuerverzinkt wurde, während die
freie Al-Konzentration im Verzinkungsbad auf die im tatsächlichen Betrieb erforderliche Größe eingestellt
wurde. Im tatsächlichen Betrieb wird ein Teil des im Verzinkungsbad enthaltenen Al durch Umsetzung mit
Fe verbraucht. Unter Berücksichtigung dieses Umstands wurde die für die Umsetzung des Bodensatzes in
den Oberflächensatz nötige freie Al-Konzentration für verschiedene Größen der Dicke der Zinkschicht
ermittelt, und zwar unter Berücksichtigung des Al-Verbrauchs
bei der genannten Umsetzung mit Fe; auf diese Weise wurde die dem Verzinkungsbad zuzusetzende
Al-Menge eingestellt Das Stahlband wurde sodann unter Steuerung der Al-Zugabe und bei Umwälzung des
Verzinkungsbads auf die beschriebene Weise feuerverzinkt
Bei diesem Verfahren konnte die Al-Konzentration im Verzinkungsbad auch bei unterschiedlichen Dicken
der Zinkschicht des Stahlbands im Bereich von 0,14 bis 0,18 Gew.-% erhalten werden. Aluminiumzusätze in der
Größenordnung zwischen 0,05% und etwa 0,2% sind allerdings bekannt (vgl. »Metall«, Seite 130). Der
Bodensatz (FeZn?) wurde durch Umsetzung mit Al in den Oberflächensatz (Fe2AU) umgewandelt Während
somit bei einem bisherigen Verfahren die freie Al-Konzentration im Verzinkungsbad mindestens 0,45
Gew.-% betragen muß, um die Bildung von Bodensatz zu vermeiden, reichte beim vorstehend ,beschriebenen
Verfahren eine Al-Konzentration im Verzinkungsbad von 0,32 Gew.-% aus. Infolgedessen wurde weniger Fe
von dem in das Verzinkungsbad eingeführten Stahlband, von der im Bad eingetauchten Sinkrolle, den Klemmwalzen
und anderen, im Verzinkungsbad befindlichen Einrichtungen gelöst. Auf diese Weise wurden Oberflächenunregelmäßigkeiten
der Umlenk- bzw. Sinkrolle sowie der Klemmwalzen aufgrund unregelmäßiger
Korrosion weitgehend herabgesetzt, so daß ein Produkt mit verbessertem Aussehen erhalten werden konnte.
Außerdem wurden dabei ungünstige Auswirkungen auf die anschließende Verzinkungs-Glühbehandlung der
Zinkschicht und die chemische Behandlung zur Herstellung eines Grundierüberzugs auf dem verzinkten
Stahlband vermieden.
Bei dem vorstehend beschriebenen Verfahren, bei dem das Verzinkungsbad gerührt bzw. umgewälzt und
die Al-Konzentration im Verzinkungsbad eingestellt wird, ergaben sich jedoch, obgleich uäinii die bei
bisherigen Verfahren auftretenden Probleme vermieden werden konnten, die folgenden Schwierigkeiten:
1. Durch das Rühren des Verzinkungsbads wird der am Boden des Verzinkungsbehälters befindliche
Bodensatz aufgewirbelt, so daß er sich auf der Oberfläche der Zinkschicht des feuerverzinkten
Stahlbands absetzt und Oberflächenfehler des Produkts hervorruft
2. Bei der Einstellung der freien Al-Konzentration im
Verzinkungsbad auf den für den tatsächlichen Betrieb erforderlichen Wert muß die Menge des
zugesetzten Aluminiums in Abhängigkeit von der Dicke der Zinkschicht eingestellt werden. Da
jedoch die Al-Zugabe zum Verzinkungsbad mittels eines Al enthaltenden Zinkblocks erfolgt, erfordert
die einwandfreie Einstellung der zugesetzten Al-Menge die Bereitstellung verschiedener Arten
von Zinkblöcken mit unterschiedlichen Al-Gehalten, was sich als nicht praktisch erweist.
3. Wenn die Feuerverzinkung unter Einstellung de'
freien Al-Konzentration im Verzinkungsbad auf die in der Praxis erforderliche Größe während einer
längeren Zeit durchgeführt wird, tritt eine Dispersion eines Teils des Oberflächensatzes durch das
gesamte Verzinkungsbad hindurch auf. Infolgedessen erhöht sich die Viskosität des Verzinkungsbads
beträchtlich, während Oberflächensatz und Verzinkungsbad an den Stellen erstarren, an denen die
Strömung des Verzinkungsbads im Behälter stagniert, beispielsweise hinter den Trägern der
Sinkrolle und der Klemmwalzen. Durch diese Verfestigung werden der Feuerverzinkungsvorgang
und das Abschöpfen oder Austragen des Oberflächensatzes stark beeinträchtigt
Der Erfindung liegen nun die vorstehend geschilderten Erkenntnisse zugrunde.
Im folgenden sind das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Erfindung anhand von Fig.4 und 5 im
einzelnen erläutert
F i g. 4 veranschaulicht schematisch eine Ausführungsform
einer Feuerverzinkungsvorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens für
die kontinuierliche Feuerverzinkung eines Stahlbands. F i g. 5 veranschaulicht die Vorrichtung nach F i g. 4 im
Schnitt längs der Linie A-A. Die Vorrichtung umfaßt einen Feuerverzinkungsbehälter 7, der ein Verzinkungsbad
3 enthält Der Behälter 7 ist durch eine lotrechte
Trennwand 12 in eine Verzinkungskammer 10 und eine Reaktionskammer 11 unterteilt. Der Boden 10' der
Verzinkungskammer 10 ist in Richtung auf die Reaktionskammer U abwärts geneigt und mit deren
waagerechtem Boden 11' verbunden, der tiefer liegt als
der Boden 10. Das untere Ende der lotrechten Trennwand 12 befindet sich in einem Abstand über dem
Boden 10' der verzinkungskammer 10 unter Festlegung eines Spalts oder Zwischenraums 12' einer vorbestimmten
Größe. In einem Randteil des oberen Endabschnitts der Trennwand 12 ist eine öffnung 14 vorgesehen,
deren freier Öffnungsquerschnitt mittels einer lotrecht bewegbaren Stauplatte 15 frei einstellbar ist. Die beiden
Kammern 10 und 11 stehen daher über den Spalt 12' und
die öffnung 14 in Verbindung miteinander.
Über der Verzinkungskammer 10 befindet sich ein Schacht 2 zur Einführung eines Stahlbands in das in der
Verzinkungskammer 10 enthaltene Feuerverzinkungsbad 3. Weiterhin befinden sich im Verzinkungsbad 3 in
der Verzinkungskammer 10 eine Umlenk- bzw. Sinkrolle 4 zur Umkehrung der Bewegungsrichtung des
Stahlbands in Aufwärtsrichtung sowie zwei Klemmwalzen 5 zum Festhalten des Stahlbands 1. Unmittelbar
oberhalb der Oberfläche des Verzinkungsbads 3 befinden sich zwei Schlitzdüsen 6 zum Aufblasen eines
Gases auf die Oberfläche des Stahlbands 1 zwecks Einstellung der Dicke der auf dem Stahlband gebildeten
Zinkschicht. In der Reaktionskammer 11 ist ein Rührwerk 9 angeordnet, das an seinem unteren Ende
einen korrosionsbeständigen, durch einen Motor in Drehung versetzbaren Propeller 9' trägt, der sich
innerhalb der Reaktionskammer 11 in der Nähe ihres Bodens befindet. In der Reaktionskammer 11 ist
weiterhin ein Zinkblock 13, der Aluminium in einer vorbestimmten Menge enthält, mittels eines Hakens 17
so aufgehängt, daß er in das Verzinkungsbad 3 in der Reaktionskammer 11 eintaucht.
Bei der beschriebenen Vorrichtung wird das Stahlband 1 in das Verzinkungsbad 3 in der Verzinkungskammer
10 über den Schacht 2 eingeführt, während der Propeller 9' des Rührwerks 9 umläuft. Nach der
Umlenkung durch die Sinkrolle 4 läuft das Stahlband 1 durch die beiden Klemmwalzen 5 und sodann zwischen
den beiden unmittelbar über dem Verzinkungsbad 3 angeordneten Schlitzdüsen 6 hindurch. Durch das aus
den Schlitzdüsen 6 austretende Gas wird die Dicke der Zinkschicht auf der Oberfläche des Stahlbands 1
eingestellt, so daß ein feuerverzinktes Stahlband erhalten wird.
Der sich beim Feuerverzinkungsvorgang am Boden 10' absetzende Bodensatz (FeZn;) 8 verlagert sich
langsam auf der Schrägfläche des Bodens 10' durch den Spalt 12' hindurch in die Reaktionskammer 11, wo er
aktiv mit dem im Verzinkungsbad 3 enthaltenen Al unter der Rührwirkung des Rührwerks 9 reagiert und in
den Oberflächensatz (Fe2Als) 16 umgesetzt wird, der
innerhalb der Reaktionskammer 11 zur Oberfläche des
Verzinkungsbads aufschwimmt In der Verzinkungskammer 10 befindet sich die Umsetzung zwischen dem
Bodensatz 8 und dem im Verzinkungsbad 3 enthaltenen Al im Gleichgewichtszustand, wobei die freie Al-Konzentration
im Verzinkungsbad 3 im Bereich von 0,12 bis 0,14 Gew.-% gehalten wird. Unter der Wirkung des
Rührwerks 9 zirkuliert das Verzinkungsbad 3 im Behälter 7 von der Verzinkungskammer 10, durch den
Späh \£ in die Reaktionskammer H und von dieser
über die Öffnung 14 in die Verzinkungskammer 10, wie die» durch· die Pfeile in F i g. 4 und 5 veranschaulicht ist
Da der Oberflächensatz 16 auf der Oberfläche des Verzinkungsbaihs 3 in der Reaktionskammer 11 durch
die Staubplatte 15 zurückgehalten wird, kann er nicht in die Verzinkunsskammer 10 eintreten. Infolgedessen
besteht keine Gefahr für ein Anhaften von Oberflächensatz an der Oberfläche des Stahlbands 1.
Wie mehrfach erwähnt, erfolgt die Zugabe von Aluminium zum Verzinkungsbad 3 durch Eintauchen
des Zinkblocks 13, der Al in vorbestimmter Menge ίο enthält, in das in der Reaktionskammer 11 befindliche
Verzinkungsbad 3. Der Al-Gehalt des Zir.kblocks 13 kann im Bereich von 0,25 bis 0,40 Gew.-°/o liegen. Dieser
Al-Gehalt des Zinkblocks wird auf der Grundlage der vorher beschriebenen Versuchsergebnisse bezüglich der
Beziehung zwischen dem Al-Gehalt in der gesamten Zinkschicht und deren Dicke entsprechend eiern
mittleren Al-Bedarf für die Dicke der Zinkschient während einer Betriebsperiode gewählt. Infolgedessen
resultiert die Größe der Dicke der Zinkschicht (Verzinkung) in einem Überschuß oder einem Mangel
an Al im Verzinkungsbad 3, was wiederum zu Schwankungen der Menge an Bodensatz 8 in der
Reaktionskammer 11 führt. Da jedoch der gesammelte Bodensatz 8 nur in geringer Menge und nur in der
Reaktionskammer 11 vorhanden ist, hat er keinen schädlichen Einfluß auf das verzinkte Stahlband 1.
Da die Reaktion des Bodensatzes 8 mit Al im Verzinkungsbad 3 im Gleichgewichtszustand ist. bleibt
die freie Al-Konzentration im Verzinkungsbad 3 in der Verzinkungskammer 10, wie erwähnt, im Bereich von
0,12 bis 0,14 GeW1-0A. Bei einer freien Al-Konzentration
von unter 0.12 Gew.-% kann die Entstehung von Bodensatz 8 zunehmen, während bei einer freien
Al-Konzentration von wesentlich über 0.14 Gew.-% die
Menge des von dem Stahlband I, der Sinkrolle 4, den Klemmwalzen 5 usw. gelösten Fe zunimmt. Aus diesem
Grund sollte die genannte freie Al-Konzentration im Verzinkungsbad in der Verzinkungskammer 10 vorzugsweise
im Bereich von 0.12 bis 0.14 Gew.-% liegen.
Der auf der Oberfläche des Verzinkungsbads 3 in der Reaktionskammer 11 schwimmende Oberflächensatz 16
kann ohne Unterbrechung des Feuervertinkungsvorgangs
leicht z. B. mittels eines Schöpflöffels oder dgl. abgeschöpft werden. Im Verlauf des Feuerverzinkungs-Vorgangs
liann an der Oberfläche des Verzinkungsbads 3 in der Verzinkungskammer 10 ebenfalls etwas
Oberflächensatz entstehen. Dabei besteht jedoch keine Gefahr für ein Anhaften dieses Oberflächensatzes am
Stahlband 1, weil zum einen die Entstehungsmenge
so dieses Oberflächensatzes gering ist und zum anderen dieser Oberflächensatz ebenfalls auf einfache Weise und
ohne Betriebsunterbrechung vom Verzinkungsbad in der Verzinkungskammer 10 abgeschöpft werden kann.
Auch wenn die Menge des anfallenden Bodensatzes 8 aufgrund einer Unterbrechung des genannten Reaktions-Gleichgewichts
zwischen Bodensatz 8 und Al im Bad 3 zunimmt setzt sich dieser Bodensatz 8 am Boden
der Reaktionskammer 11 und kaum am Boden der Verzinkungskammer 10 ab. Der Bodensatz 8 kann somit
-o ohne weiteres und ohne Betriebsunterbrechung aus der
Reaktionskammer 11 entfernt werden. Durch Einstellung
der Größe der öffnung 14 in der Trennplatte 12 mittels der Stauplatte 15 entsprechend der anfallenden
Menge an Oberflächensatz 16 in der Reaktionskammer H kann ein Überströmen von Oberflächensatz 16 von
der Reaktionskammer ί ί in die Verzinkungskammer iO
verhindert werden. Das Rührwerk 9 in der Reaktionskammer 11 kann durch eine Pumpe zum Umwälzen der
Metallschmelze, eine elektromagnetische Pumpe oder eine Spule bzw. Düse ersetzt werden.
Im folgenden ist die Erfindung anhand eines
speziellen Beispiels näher erläutert.
Bei der Feuerverzinkungsvorrichtung mit dem Aufbau gemäß Fig.4 und 5 enthielt der Feuerverzinkungs-Behälter
7 ein Verzinkungsbad 3 in einer Menge von 150 t mit einer freien Al-Konzentration von 0,16 bis !0
0,18 Gew.-%. Das Bad 3 füllte über den Spalt 12' und die
öffnung 14 die Verzinkungskammcr 10 und die Reaktionskammer 11 aus. Der Boden der Verzinkungskammer
10 besaß ein Gefälle von 30". Das Bad 3 wurde durch den mi». 200 U/min umlaufenden Propeller 9' des r,
Rührwerks 9 in einer Strömungsmenge von 100 t/h
umgewälzt.
Unter den vorstehend angegebenen Bedingungen wurde ein Stahlband 1 mit einer Breite von 914 mm und
einer Dicke von 0,4 mm über den Schacht 2 mit einer Geschwindigkeit von 80 m/min kontinuierlich in das
Bad 3 in der Verzinkungskammer 10 eingeführt, während der Propeller 9' des Rührwerks 9 umlief. Die
Beschichtungsmenge der Zinkschicht bzw. der Verzinkung auf dem um die Sinkrolle 4 und durch die
Klemmwalzen 5 laufenden Stahlband I wurde mittels der unmittelbar über der Oberfläche des Verzinkungsbads
3 angeordneten Schlitzdüsen 6 auf 230 g/m2 eingestellt.
Bei diesem Feuerverzinkung,„vorgang stellte sich die
>reie Al-Konzentration im Bad 3 in der Verzinkungskammer
10 auf 0,14 Gew.-% ein. Der sich in der Verzinkungskammer 10 bildende und auf dem Boden 10'
absetzende Bodensatz 8 (FeZn?) verlagerte sich dabei
auf der Schrägfläche des Bodens 10' durch den Spalt 12 „
hindurch nahezu ohne Umsetzung mit Al in die Reaktionskammer 11. In letzterer wurde der Bodensat/'
unter der Wirkung des Rührwerks 9 aktiv mit dem im Bad 3 in der Reaktionskammer 11 enthaltenen
Aluminium umgesetzt und zu Oberflächensatz 16 (Fe2Al5) umgesetzt der in der Reaktionskammer 11 zur
Oberfläche des Bads 3 aufschwamm.
Dieser Oberflächensatz 16 ließ sich ohne weiteres von Zeit zu Zeit mittels eines geeigneten Werkzeugs aus der
Reaktionskammer 11 entfernen, ohne den Betrieb in irgendeiner Weise zu stören. An der Oberfläche C1JS
hergestellten verzinkten Stahlbands 1 haftete nahezu kein Oberflächensatz an. so daß das Aussehen des
Produkts nicht beeinträchtigt wurde. Da die freie Al-Konzentration im Verzinkungsbad 3 in der Verzinkungskammer
10 auf einem niedrigen W°rt gehalten wurde, war nur eine geringfügige 'ösung von Fe von
den erwähnten, in das Verzinkungabad 3 eintauchenden Teilen zu beobachten. Infolgedessen wurde die Entste
hung von Oberflächenunregelmäßigkeiten an der Sinkrolle 4 und an den Klemmwalzen 5 verhindert, so
daß das hergestellte verzinkte Stahlband ein nusge
zeichnetes Oberflächenaussehen besaß.
Das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Erfindung bieten die folgenden industriellen Nutzeffekte:
1. Der beim Feuerverzinken des Stahlbands 1 in der Verzinkungskammer 10 entstehende Bodensatz
wird in der getrennten Reakiiuiiskaiiimei ii in
einen Oberflächensatz umgewandelt. Infolgedessen kann nicht nur dieser Oberflächensatz von Zeit zu
Zeit ohne Unterbrechung des Betriebs entfernt werden, vielmehr besteht auch keine Gefahr d.if.ir.
daß der Oberflächensatz an der Oberfläche des
hergestellten verzinkten Stahlbands anhaftet und daher dessen Aussehen beeinträchtigt.
2. Aufgrund der niedrigen freien Al-Konzentratiuii im
Verzinkungsbad 3 in der Verzinkungskammor 10 löst sich nur wenig Fe vom Stahlband, von der
Sinkrolle, von den Klemmwalzen und dgl. im Verzinkungsbad befindlichen Teilen. Auf der
Sinkrolle auf den Klemmwalzen entstehen somit keine Oberflächenunregelmäßigkeiten, so daß
Oberflächenfehler am verzinkten Stahlband vermieden werden können.
J. Aufgrund der niedrigen Al-Konzentration im Bad 3
in der Verzinkungskammer 10 ist außerdem die Fe;-Mi-Schicht in der Zinkschicht des hergestellten
verzinkten Stahlband; dünn. Infolgedessen ergeben sich keinerlei Schwierigkeiten bei der anschließenden
Verzinkungs-Glühbehandlung der Zinkschicht bzw. der Verzinkung und der folgenden chemischen
Behandlung zur Ausbildung einer GnirJierungsschicht.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Verfahren zum kontinuierlichen Feuerverzinken eines Stahlbands, wobei ein Stahlband kontinuierlich in ein Aluminium enthaltendes Verzinkungsbad in einem Feuerverzinkungs-Behälter eingeführt
und wobei die Dicke der auf der Oberfläche des Stahlbands gebildeten Verzinkung unmittelbar über
dem Bad auf eine vorbestimmte Größe eingestellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der
Feuervsrzinkungs-Behälter durch eine lotrechte Trennwand, die an ihrem unteren Ende einen Spalt
festlegt und im oberen Endteil eine öffnung mit verstellbarem Öffnungsquerschnitt aufweist, in eine
Verzinkungs- und eine Reaktionskammer unterteilt wird, daß der Boden der Verzinkungskammer in
Richtung auf den Boden der Reaktionskammer abfallend ausgebildet wird, wobei die beiden
Kammern 2ber den Spalt und die Öffnung miteinander verbunden sind, und das im Behälter
enthaltende Verzinkungsbad durch ein in der Reaktionskammer angeordnetes Rührwerk mit
einer Konvektionsströmung durch den Spalt und die öffnung zwischen beiden Kammern in Umwälzbewegung versetzt wird, daß unter Aufrechterhaltung
des Rührens ein Stahlband kontinuierlich in das Verzinkungsbad eingeführt und der beim Feuerverzinken entstehende und sich auf dem Boden
absetzende Bodensatz (FeZn7) längs des geneigten Bodens der Verzinkungskammer durch die Strömung zum Boden der Reaktionskammer gebracht
wird, daß der Bodensatz in d«r Reaktionskammer
unter der Rührwirkung des Rührwerks aktiv mit dem im Verzinkungsbad entha: enden Aluminium
umgesetzt und dabei in einen Oberflächensatz (Fe2Alf) umgewandelt wird und der auf der
Oberfläche des Bads in der Reaktionskammer schwimmende Oberflächensatz während der Behandlung praktisch vollständig aus der Reaktionskammer entfernt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in an sich bekannter Weise die freie
Aluminiumkonzentration im Verzinkungsbad in der Verzinkungskammer so, daß die Reaktion des
Bodensatzes mit dem Aluminium im Verzinkungsbad in der Verzinkungskammer im Gleichgewichtszustand verbleibt, im Bereich von 0,12 — 0,14
Gew.-% gehalten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zinkblock mit einem
Aluminiumgehalt von 0,25 bis 0,40 Gew.-°/o in das Verzinkungsbad in der Reaktionskammer eingetaucht wird und dadurch verbrauchtes Zink und
Aluminium ergänzt werden.
4. Vorrichtung zum kontinuierlichen Feuerverzinken eines Stahlbandes mit einem Behälter zur
Aufnahme des Verzinkungsbades, einer Umlenkbzw. Sinkrolle und zwei Klemmwalzen, die in das
Bad eingetaucht sind, und einer unmittelbar über der Oberfläche des Verzinkungsbades angeordneten
Einrichtung zur Einstellung der Dicke der auf der Oberfläche des Stahlbands ausgebildeten Zinkschicht, dadurch gekennzeichnet, daß der Feuerverzinkungsbehälter (7) zur Aufnahme des Bades (3)
durch eine lotrechte Trennwand (12) in eine Verzinkungskammer (10) und eine Reaktionskammer (ti) unterteilt ist, daß der Boden (10') der
Verzinkungskammer (10) nach unten in Richtung auf die Reaktionskammer (11) geneigt und mit deren
waagerechtem Boden (H'), der tiefer liegt als der Boden (10') der Verzinkungskammer (10), verbunden
ist, daß das unterste Ende der lotrechten Trennwand (12) in einem Abstand vom Verziiikungskammer-Bodcn (10') angeordnet ist, so daß zwischen diesem
untersten Ende und dem Boden (10') ein Spalt (12') festgelegt ist, daß die Trennwand (12) in ihrem
oberen Endteil eine öffnung (14) aufweist, deren Öffnungsquerschnitt mittels einer Stauplatte (15)
einstellbar ist, wobei beide Kammern über den Spalt (12') und die Öffnung (14) miteinander in Verbindung
stehen, daß die Sinkrolle (4) und die beiden Klemmwalzen (5) in der Verzinkungskammer (10)
angeordnet sind, und daß in der Reaktionskammer (11) ein Rührwerk (9) zum Rühren bzw. Umwälzen
des im Behälter (7) enthaltenen Verzinkungsbads (3) angeordnet ist
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet daß das Rührwerk (9) am unteren Ende mit
einem Propeller (9') versehen ist, der sich in der Reaktionskammer (11) in der Nähe ihres Bodens
(H') befindet.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Rührwerk eine in der Reaktionskammer (11) ic· der Nähe ihres Bodens (1Γ)
angeordnete Pumpe ist
7. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet daß das Rührwerk eine an der Außenfläche
der Seitenwand der Reaktionskammer (11) angeordnete Induktionsspule ist.
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