DE2966C - Schutzbekleidung, aus mit Luftkanälen versehenem Kautschuk oder Guttapercha bestehend, zum Schutze des Bodens der Kriegsschiffe gegen Torpedos - Google Patents
Schutzbekleidung, aus mit Luftkanälen versehenem Kautschuk oder Guttapercha bestehend, zum Schutze des Bodens der Kriegsschiffe gegen TorpedosInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B63—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
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Description
1878.
Klasse 65.
DUNCAN MAC IVOR CAMPBELL in LOCH GAIR HOUSE
(Grafsch. Argyll, England).
Schutzbekleidung, aus mit Luftkanälen versehenem Kautschuk oder Guttapercha bestehend,
zum Schütze des Bodens der Kriegsschiffe gegen Torpedos.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 7. März 1878 ab.
Es ist einleuchtend, dafs die bedeutende Sprödigkeit und gleichzeitige Festigkeit grofser
Eisenplatten die Torpedos in ihrer zerstörenden Wirkung noch unterstützt; in gleicher Weise
erscheint es klar, dafs jene Intensität der Explosionskraft wesentliche Verminderung, nach
Befinden völlige Erschöpfung erfährt beim Zusammentreffen mit möglichst nachgiebigen elastischen
Stoffen. Hierauf gründet sich die neue Erfindung.
Sie schlägt vor, die Körper von Kriegsschiffen, soweit sie einem Torpedoangriff ausgesetzt sind, mit einem dicht anliegenden, mit
Luftkanälen versehenen elastischen Schild aus Kautschuk oder Guttapercha zu umgeben, Substanzen,
bei deren Auswahl ein geeigneter Grad der Elasticität, verbunden mit einer gewissen
Widerstandsfähigkeit ausschlaggebend sein mufs.
Es ist einleuchtend, dafs gerade durch Aussparung einer gröfseren Anzahl von Hohlräumen
(Kanälen) im Innern gedachter Umkleidungsplatten deren Nachgiebigkeit merklich erhöht
wird.
Das den ganzen unteren Schiffskörper umhüllende, in erwähnter Art nachgiebige Medium
besteht am zweckmäfsigsten aus einzelnen Streifen von passender Breite (z. B. 1 bis 1V4 m) und
von einer Länge, die sich nach der Bauart des Schiffes richtet. Die Befestigung dieser Streifen,
deren einer in Fig. 2 in einem Schnitt parallel der Oberfläche dargestellt ist, während Fig. 3
einen Querschnitt parallel der langen Seite des Streifens, giebt, erfolgt mittelst Drähte oder
schwächerer Ketten, welche von einem zum anderen Ende reichen. Diese Drähte oder
Ketten (an Zahl etwa fünf) liegen im Innern der Streifen parallel nebeneinander, wie in Fig. 2
durch punktirte Linien angedeutet.
Fig. ι der Zeichnung veranschaulicht einen Querschnitt durch die Mitte des Körpers eines
Kriegsschiffes; die Linie A giebt die Tiefe des Eintauchens bei gefechtsmäfsiger Ausrüstung des
Schiffes an; B ist eine Seite des Schiffes; C bezeichnet das untere Ende der Panzerplatte;
D den doppelten Boden (wasserdicht); E die verlängerten Kimmkiele. Durch diese letzteren
wird an Schiffen, die mit dergleichen Nebenkielen versehen sind, die Länge für die an der
unteren Fläche des Schiffes gelegenen Streifen begrenzt. Die Drähte oder Ketten zu ihrer
Befestigung werden zwischen den, beide Enden eines solchen Streifens berührenden Kielen
scharf ausgespannt und an ihnen sicher festgehalten. Die die Seitenfläche B, d. i. die
Backbord- und die Steuerbordseite des Schiffes (linke und rechte Seite desselben), bekleidenden
Streifen dagegen werden nach oben geführt und mittelst Aufzugmechanismen irgend welcher
Art, wie ein solcher in der Zeichnung andeutungsweise dargestellt worden ist, angespannt.
Mit solchen ausgehöhlten Kautschuk-, Guttapercha- oder dergleichen Streifen, deren Lagerung
und sichere Festhaltung am Schiffskörper, wie erläutert, bewirkt wird, ist das Schiff an
allen Stellen, die überhaupt eines Schutzes gegen Torpedoangriffe bedürfen, bedeckt. Der Druck
des Wassers, in welchem es schwimmt, wird die anspannenden Ketten oder Seile in ihrer
Aufgabe, hinreichend scharfe Anpressung und Anschmiegung der elastischen Streifen an die
geschweiften Linien des Schiffskörpers nur noch unterstützen.
Der so geschaffene Schild des Schiffstheiles wird nicht eine schädliche Vermehrung des
Schiffsgewichtes verursachen, sondern vielmehr infolge seines geringen specifischen Gewichtes
(0,93—0,9s) eher die Tragkraft des Schiffes erhöhen,
d. i. eine Vermehrung der Ausrüstung oder des Ballastes zulassen.
Unschwer ist es, die Lufträume im Inneren der Streifen mit einer Luftpumpe in Verbindung
zu setzen, vermöge deren ein Aufblasen oder Zusammenschrumpfen dieser Hohlräume erzielt
werden kann. Es ist dies eine Eigenthümlichkeit, welche gestattet, innerhalb gewisser Grenzen
die »Eintauchung« des Schiffes, also auch das sogenannte »Deplacement« desselben zu ver-.
ändern bezw. zu regeln, und damit auch einen mehr oder weniger grofsen, günstigen Einfiufs
auf den von den Schiffsmaschinen zu überwindenden Widerstand bezw. auf die Schiffsgeschwindigkeit
auszuüben.
Beschädigte Theile des Schildes können bei der angegebenen Befestigungsart desselben mehr
Claims (1)
- oder weniger leicht ausgewechselt, d. i. durch neue ersetzt werden.Die Dicke der Streifen ist bestimmt worden unter der sehr wahrschemlich richtigen Annahme, dafs die Explosionsgase eines Torpedos sich im Augenblick ihrer Entstehung momentan über eine gröfsere Fläche ausdehnen, sich zwischen der nachgiebigen, elastischen Oberfläche des Schildes und der, wenn auch unzusammendrückbaren, so doch in Form von Wasserwellen ausweichenden Wasserschicht hindurchdrängen, und so, sich Raum schaffend, ihre Kraft erschöpfen werden.Auch für Handelsschiffe ist die Anwendung erwähnter Schutzplatten in nur geringeren Dicken, empfehlenswerth; hier treten sie als Rettungsmittel bei Schiftbrüchen irgend welcher Art auf.Patent-Anspruch: Die Verwendung von mit Luftkanälen versehenem Kautschuk oder Guttapercha zum Schütze des Bodens der Kriegsschiffe gegen Torpedowirkung, bezw. des Bodens der Handelsschiffe gegen die Gefahren des Grundberühren, in der gezeichneten und beschriebenen Weise.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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