DE2930309C2 - Verfahren zum Erkennen der Sollkontur eines gratbehafteten Werkstücks während des Abarbeitens des Grates - Google Patents
Verfahren zum Erkennen der Sollkontur eines gratbehafteten Werkstücks während des Abarbeitens des GratesInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Erkennen der Sollkontur eines gratbehafteten Werkstücks,
beispielsweise eines rohen Gußwerkstücks, im Bereich des Grates während des Abarbeitens desselben
mit einem rotierenden spangebenden Werkzeug, insbesondere einem Schleifwerkzeug, dessen maximale
Eingriffslänge quer zur Längserstreckung des Grates wesentlich größer als dessen maximale Fußbreite ist,
durch kontinuierliches Messen einer der beim Zerspanungsvorgang am Werkzeug auftretenden Kräfte und
Vergleich mit einem vorgebbaren Grenzwert derselben.
Einer weitgehenden Automatisierung des Gußputzschleifens bereitet vor allem folgender Umstand
erhebliche Schwierigkeiten: Formgleiche GuBteile einer Serie unterscheiden sich — bedingt durch z. B.
unterschiedliche Schwindmaße beim Abkühlprozeß oder durch Kernversatz — in ihren Istabmessungen
mitunter erheblich von den Sollmaßen. Hierdurch ist es z. B. nur mit Einschränkungen möglich, eine Sollmaßkontur
des Werkstücks entlang dem zu entfernenden Gußgrat einmalig, z. B. in einer numerisch gesteuerten
Gußputzschleifmaschine mit reiner Konturfixierung, festzulegen oder zu programmieren. Ein Gußstück, das
größere Abmessungen als das in der Steuerung festgelegte Konturprogramm hätte, würde dann nämlich
nicht nur vom Gußgrat befreit werden, sondern die Maschine würde darüber hinaus auch noch in die
normale Oberfläche bzw. Kontur des Werkstücks hineinschleifen und das Werkstück damit beschädigen.
Ist das Werkstück bzw. seine Ist-Kontur gegenüber der festgelegten Sollkontur dagegen zu klein, würde nur
eine ungenügende Abnahme des Gußgrates erfolgen. Auch ein direktes Messen der Werkstückfertigkontur,
ζ. B. mittels eines Tasters oder eines berührungslosen Sensors, ist deshalb zumindest nicht allgemein praktikabel,
weil dies normalerweise erst nach erfolgtem Abschliff des Grats möglich ist so daß die für die
Steuerung des Werkzeugs erforderlichen Meßwerte
ίο sozusagen nicht rechtzeitig zur Verfugung stehen.
Besser kann dem vorstehend beschriebenen Umstand indes dadurch Rechnung getragen werden, daß man
zum Erkennen der Sollkontur eines Werkstücks im Bereich seines Gußgrates den außer in bestimmten
Sonderfällen immer beobachtbaren Effekt meßtechnisch ausnutzt, daß im Augenblick des Übergangs des
Werkzeugs vom Grat in die eigentliche Oberfläche des Werkstücks die Schnittkraft sprungartig ansteigt Auf
diese Weise kann das Abschleifen des Gußgrates unabhängig von seiner jeweiligen Größe und der
Istwertabweichung des Werkstücks von seiner in der Zeichnung festgelegten Kontur durchgeführt werden.
Bei einem Verfahren der im Oberbegriff beschriebenen Art (DE-AS 24 43 829) wird Hazu die Schleifscheibe mit
konstanter Kraft an den abzuarbeitenden Grat des Werkstücks angepreßt Die Anpressung erfolgt durch
Federkraft Anstieg oder Abfall der Kraft verursacht einen Federweg, der abgegriffen und zur Regelung des
Vorschubs verwendet wird. Dieser Anstieg bzw. Abfall wird also dazu benutzt, die vorgewählte Anpreßkraft
konstant zu halten.
Die federnde Anordnung der Schleifscheibe führt aber, insbesondere wenn sie nicht ganz einwandfrei
ausgewuchtet ist, zu Schwingungen, die eine stabile Regelung des Vorschubs und damit der Bearbeitung
sehr erschweren. Die für eine wirtschaftliche Fertigung notwendige Arbeitsgeschwindigkeit ist deshalb mit
einer nach dem bekannten Verfahren arbeitenden Maschine nicht zu erreichen.
Der Erfindung liegt mithin die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Erkennen der So'lkontur eines gratbehafteten
Werkstücks aufzuzeigen, mittels dem ein wirtschaftlicheres Entgraten von Werkstücken dadurch
ermöglicht ist, daß eine nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitende Maschine weniger schwingungsanfällig
ist
Die Aufgabe ist durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 aufgeführten Verfahrensschritte gelöst
Der wesentliche Vorteil dieser Lösung ergibt sich
Der wesentliche Vorteil dieser Lösung ergibt sich
so daraus, daß es das erfindungsgemäße Verfahren gestattet die Schleifscheibe im Maschinengestell ohne
Zwischenschaltung besonderer Federelemente wieder in konventioneller Weise zu führen und zu lagern,
wodurch das Schwingungsverhalten der verwendeten Maschine entscheidend verbessert wird bzw. wirtschaftliche
Bearbeitungszeiten erzielt werden können. Nachdem für die Regelung keine radial zur Schleifscheibe
wirkenden Kräfte verwendet werden, können außerdem Unwuchten der Scheibe oder durch die Vorschubbewegungen
bedingte Massenkräfte sich nicht nachteilig auf den Regelvorgang auswirken.
In einer, im Anspruch 2 angegebenen besonders vorteilhaften und wirtschaftlich günstigen Lösung der
angegebenen Aufgabe wird die bei konstanter Zustellgeschwindigkeit
Vi und vorgegebener Zustellzeit Ax
auftretende Veränderung der Schleifscheibenumfangskraft APu bzw. des Drehmoments AM oder der
benötigten Leistung AN durch entsprechende Meßein-
richtungen erfaßt und daraus mittels einer üblichen Rechenschaltung der entsprechende Differenzenquotient
| APu | AM |
| At ' | At |
| AN | |
| Ai |
errechnet
Bei Konstanthaltung der Zustellgeschwindigkeit V| ist
es jeweils nur noch notwendig, die Änderung pro Zeiteinheit der Umfangskraft bzw. des Drehmoments
oder der aufgebrachten Leistung zu ermitteln. Damit vereinfacht sich der MeB- und Regelaufwj.nd erheblich.
Aus folgenden Gründen ist die Verwendung der Änderung der erfaßten Meßwerte besonders vorteilhaft.
Beim Abarbeiten eines Gußgrates ändert sich der Absolutwert des Drehmoments in Abhängigkeit von der
Größe und Geometrie des abzuarbeitenden Grates normalerweise nur unwesentlich bzw. relativ langsam.
Beim Eintritt der Schleifscheibe in die Werkstückkontur tritt hingegen plötzlich eine sehr große Änderung des
aufzubringenden Drehmoments auf, die mit weiter in das Werkstück eindringender Schleifscheibe dann
wieder abflacht. Der beim Eintritt in das Werkstück auftretende Knick in der Kennlinie ist aber ein
eindeutiges Unterscheidungsmerkmal zwischen Gußgratpartie und Werkstückfertigkontur, welches es
ermöglicht, das Eindringen der Schleifscheibe in die Werkstückfertigkontur wesentlich frühzeitiger zu erkennen
und regelungstechnisch auszuwerten als dies der Fall ist, wenn man die Schleifscheibe so weit in die
Werkstückfertigkontur eindringen läßt, bis die gemessene Umfangskraft bzw. das gemessene Drehmoment
absolut einen regelungstechnisch verwertbaren Schwellwert erreicht hat.
Die geometrischen Bedingungen für die Anwendbarkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens liegen im
übrigen darin, daß die Eingriffslänge S der Schleifscheibe beim Abschleifen des Grates im Grenzgebiet zur
Fertigkontur des Werkstücks überproportional ansteigt und damit auch die Änderung der Scheibeneingriffslänge
S in bezug auf den Zustellweg χ zumindest angenähert proportional der Änderung der Scheibenumfangskraft
Pu bzw. ihrer proportionalen Größen Moder N in bezug auf die Zustellgeschwindigkeit vi des
Schleifschlittens ist.
Damit gilt bei dem Verfahren nach. Anspruch 1 näherungsweise die Beziehung:
Pu-S
bzw. S- —
Wählt man den für die Praxis interessanten Sonderfall vi ««konstant, so ist:
Pu-S
Die Schleifscheibe arbeitet so lange den Grat mit konstanter Zustellgeschwindigkeit V| ab, bis die Eingriffslänge
5 bzw. die Umfangskraft Pu die Größe eines vorgegebenen Schwellwerter Smax. für die Schleifscheibeneingriffslänge
bzw. Pu max. für die Umfangskraft der
Schleifscheibe erreicht, aufgrund dessen dann die Zustellbewegung der Schleifscheibe gestoppt oder
sogar umgekehrt wird. Der Schweüwert wird dabei so hoch gelegt, daß eine volle Berührung der WerkstücK-fertigkontur
durch die Schleifscheibe auch bei Zugrundelegung unterschiedlicher Gratdicken gegeben ist.
Bei dem Verfahren nach Anspruch 2 kommt es dagegen auf den Gradienten der Änderung der Länge
AS über den Zustellweg Ax, also —— bei konstanter
Zustellgeschwindigkeit V1 an.
Es gilt:
Es gilt:
| 15 | AS | ist. | 1 | APu |
| Ax | Ax | Jv1 | ||
| wobei | ||||
| 20 | Jx = | = Jv,- | At | |
| 25 | Ist V1 «= Konstant, AS-APu |
so ist: |
und
Ax-At
und somit:
Al-Ax
APu UPu
At
dt
AS
Öl
An Stelle des Differenzenquotienten —— kann man also die hierzu proportionale zeitliche Ableitung
durch Messen der veränderung der Scheibenum-
fangskraft APu (bzw. AM oder AN) während der
Abtastintervalle At meßtechnisch wesentlich leichter ermitteln. Berührt die Schleifscheibe nach dem Abschleifen
des Grates die Werkstückfertigkontur, so
steigt der Differenzenquotient -^- sprunghaft an und
Ai
APu
überschreitet einen festgelegten Schwellwert max.
Δ t Dies führt zum Abschalten der konstanten Zustellbewegung
mit anschließendem Rückhub des Schleifschlittens. Wird nun ein zweiter minimaler Schwellwert
APu
——min. unterschritten, so erhält der Schleifschlitten
——min. unterschritten, so erhält der Schleifschlitten
Δ t
den Befehl zur Bewegungsumkehr und zum erneuten Schleifen mit konstanter Zustellgeschwindigkeit vt in
Richtung auf die Werkstückistkontur. Das Signal zur Rückhubbeendigung kann jedoch auch zeitabhängig
ausgelöst werden.
Die beschriebene Zweipunktregelung zwischen
A Pu max.
und
At
A Pu
min.
At
At
erfolgt bei gleichzeitig eingeschaltetem Vorschub V2
entlang der Graterstreckung so lange, bis dieser rund um das Werkstück abgeschliffen ist
Unabhängig von der unterschiedlichen Dicke und Form des jeweiligen Grates reagiert hier die Schleifscheibe
noch sensibler als im Verfahren nach Anspruch 1 auf das Berühren der Werkstückfertigkontur. Einmal
eingestellte Maximal- und Minimalwerte besitzen für nahezu alle Arten von Graten Gültigkeit. Die
entsprechenden Schwellwerte in den beiden angegebenen Verfahren brauchen auch bei sich änderndem
Schleifscheibendurchmesser nicht verändert werden, da die Umfangsgeschwindigkeit der Schleifscheibe konstant
gehalten wird.
Anhand nachfolgender, schematischer Zeichnung wird das erfindungsgemäße Verfahren in Verbindung
mit einer nach diesem Verfahren arbeitenden Schleifmaschine noch eingehender beschrieben.
Es zeigt
F i g. 1 eine nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitende Schleifmaschine in Ansicht, teilweise geschnitten
und
Fig.2a, b, c, d die zeichnerische Darstellung der
beiden angegebenen Verfahren zum Erkennen der Werkstückkontur. .
Eine Schleifscheibe 1 ist auf einem Schleifbockschlitten 2 angeordnet und wird durch den Motor Aft
angetrieben. Die Zustellung der Schleifscheibe 1 in Ar-Richtung erfolgt durch den Motor Mx, der den
Schlitten 2 über einen Zahnriementrieb 3 und eine von diesem gedrehte, axial unbewegliche Mutter 4 mittels
einer am Schleifbockschlitten 2 befestigten Gewindespindel 5 axial verschiebt Dazu ist der Schleifbockschlitten
2 in am Schleifmaschinenständcr 6 befestigten Lagerböcken 7, 8 geführt Die an der Schleifscheibe 1
aufzubringende Umfangskraft Pu bzw. das Drehmoment Λ/oder die Leistung N wird durch Meßeinrichtungen
9 gemessen. Hier werden beispielsweise die vom Motor Ms aufgenommene elektrische Spannung sowie
der elektrische Strom gemessen. Die Zustellgeschwindigkeit
vj in x-Richtung wird anhand eines am Motor
Mx vorgesehenen Tachogenerators 10 ermittelt und in Verbindung mit einem Regler 10a auf konstante Größe
gebracht Dem Regler 10a ist ein Sollwertgeber tOb für Vi = konst vorgeschaltet Durch die gestrichelt gezeigte
Verbindung ist angezeigt, daß alternativ die Meßwerte Vi einer elektronischen Rechenschaltung 11 zuführbar
sind. In der Rechenschaltung II werden aus diesen Meßwerten die für die Regelung benutzten Quotienten
A Pu
—— usf. gebildet und in einen Vergleicher 12 gegeben, in
dem diese in bekannter Weise mit einem vorgegebenen Schwellwert 13 verglichen werden. Bei Erreichen oder
Überschreiten des Schwellwertes 13 wird der Motor Mx ab- oder umgeschaltet, so daß die Zustellbewegung in
^--Richtung angehalten oder umgekehrt wird.
Das Werkstück 14 mit dem abzuschleifenden Gußgrat 15 ist zwischen einem Dorn 16 und einem hydraulischen
Spannelement 17 eingespannt Ein Motor Mw erteilt dem Werkstück 14 über ein Riemengetriebe 18 den
Rundvorschub v* Das Werkstück 14 ist in einem Rahmen 19 gehalten, der um einen Bolzen 20 in
z-Richtung verschwenkbar ist Diese Verschwenkung erfolgt durch einen weiteren Motor Mz über einen
Zahnriementrieb 21 und eine Gewindespindel 22. Der Rahmen 19 ist weiterhin in .y-Richtung verdrehbar durch
einen Motor My. Dieser ist im Innern eines hohlwellenartigen Körpers 23 angeflanscht, der in Wälzlagern 24
gelagert ist Die Abtriebswelle 25 des Motors My ist dabei mit dem den Körper 23 aufnehmenden ortsfesten
Gehäuse 26 fest verbunden. Der Bolzen 20 ist in einem Arm 27 geführt, der mit dem hohlwellenartigen Körper
23 fest verbunden ist und von diesem koaxial nach oben wegragt
In Fig.2a bis 2d ist der Zusammenhang der
Schleifscheibenzustellbewegung mit den jeweils erfaßbaren Meßwerten aufgezeigt Bei erstem Berühren des
Gußgrates 15 schaltet der allgemein übliche Eilgang £1
ab und die konstante Zustellgeschwindigkeit vx an.
Gemäß Fig.2b erreicht die Schleifscheibenumfangskraft
Pu ein Maximum Pu max, bevor die Zustellbewegung umgeschaltet wird. In Fig.2c dagegen wird die
Änderung der Umfangskraft Pu mit der Eindringtiefe χ — d. h. bei konstanter Zustellgeschwindigkeit vi im
Zeitintervall At- ermittelt weswegen schon vor
Erreichen der maximalen Umfangskraft Pu max. die Zustellbewegung der Schleifscheibe 1 gestoppt werden
kann. In F i g. 2d ist zur Verdeutlichung des Sachverhalts
die Größe der Änderung aufgetragen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Verfahren zum Erkennen der Sollkontur eines gratbehafteten Werkstücks, beispielsweise eines
rohen Gußwerkstücks, im Bereich des Grates während des Abarbeitens desselben mit einem
rotierenden spangebenden Werkzeug, insbesondere einem Schleifwerkzeug, dessen maximale Eingriffslänge quer zur Längserstreckung des Grates
wesentlich größer als dessen maximale Fußbreite ist, durch kontinuierliches Messen einer der beim
Zerspanungsvorgang am Werkzeug auftretenden Kräfte und Vergleich mit einem vorgebbaren
Grenzwert derselben, dadurch gekennzeichnet, daß die gemessene Kraft die am
Werkzeug (1) auftretende Umfangskraft (Pu) ist, wobei das Messen der Umfangskraft (Pu) indirekt
über deren proportionale Größen, wie z. B. das zugehörige Drehmoment (MJoderdie Leistungsaufnahme
(N) des zugehörigen Antriebsmotors (Ms) erfolgt
2. Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, dadurch gekennzeichnet daß die gemessene Kraft
die am Werkzeug (1) auftretende Umfangskraft (Pu) ist wobei das Messen der Umfangskraft (Pu) indirekt
über deren proportionale Größen, wie z. B. das zugehörige Drehmoment (M) oder die Leistungsaufnahme
(N) des zugehörigen Antriebsmotors (Ms) erfolgt, und daß für den Grenzwertvergleich die
erste Ableitung der gemessenen Umfangskraft (Pu) nach dem Zustellweg (x) senkrecht zur Werkstückoberfläche
oder nach der Zustellzeit (t) bei konstanter Zustellgeschwindigkeit (Vx) verwendet
ist
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