DE284178C - - Google Patents

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DE284178C
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/02Preparation, purification or separation of ammonia
    • C01C1/08Preparation of ammonia from nitrogenous organic substances

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Analytical Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Coke Industry (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Gewinnung des Stickstoffgehaltes in Form von Ammoniak durch trockene Destillation beim Entgasen von getrocknetem Schlamm, Schlempe, Seechlick, Torf usw. ist bereits mehrfach in Anwendung, jedoch haben die bekannten Verfahren keine günstigen Resultate geliefert, weil die Entgasung in geschlossenen Retorten vor sich ging. Die Ausbeute an Ammoniak war ungenügend, da dieses sich
ίο bei Temperaturen über 5000 zersetzt, und eine solche Temperatur in dem oberen Teile der Retorte oder des Verkokungsofens, aus dem das Ammoniak hauptsächlich abgezogen wird, herrscht.
Ein weiterer Nachteil besteht bei den bekannten Verfahren darin, daß nach jedem Entleeren der Retorte oder des Ofens bzw. bei Beginn einer neuen Charge, die Apparate neu beschickt und angefeuert werden müssen.
Dieses Verfahren ist kostspielig und zeitraubend, und erhöht deshalb den Herstellungspreis der gewonnenen Produkte ganz wesentlich. Aus diesen Gründen ist bisher die industrielle Anwendung nicht über bescheidene Versuche hinausgekommen, denn mit den vorhandenen Einrichtungen ist ein kontinuierlicher Betrieb nicht möglich.
Durch den nachstehend beschriebenen Ofen werden die bisherigen Mängel beseitigt, da
3Q der Betrieb kontinuierlich geführt und das Gas den hohen Temperaturen sehr schnell entzogen wird und somit eine erhöhte Ausnutzung des Stickstoffgehaltes in Form von Ammoniak erfolgt.
Auf beiliegender Zeichnung ist der Apparat beispielsweise in
Fig. ι in einem Längsschnitt, und in
Fig. 2 um 90 ° gedreht im Längsschnitt in einer Ausführungsform dargestellt.
Der Apparat hat die Form eines Schachtofens. Das zu entgasende Material wird in den Trichter α gebracht, welcher mit Deckel und an der Seite mit Schlitzen r versehen ist. Bei Beginn des Betriebes wird der Entgasungsraum auch mit Material gefüllt und die Feuerung d angezündet. Die Gase entweichen bei geöffnetem Schieber g durch den Entgasungsraum b und Trichter α in den Schornstein I. Ist das Material zum Glühen gebracht, so wird die Feuerung d außer Betrieb gesetzt, das glühende Material durch Öffnung des Schiebers g zur Abkühlung in den Raum c gelassen und von dort jeweilig durch Öffnung des Schiebers h entfernt.
Vor der Entfernung des glühenden Materials aus dem Entgasungsraum b wird der Trichter α wieder gefüllt, und die entweichenden Gase werden in die Seitenkanäle i, i geleitet, wo sie nach Entzündung zur Trocknung des Materials im Trichter dienen.
Ist das Material genügend trocken, dann wird es in den Entgasungsraum b durch Öffnung des Schiebers f gelassen. Mittlerweile wird der Trichter a mit frischem Material gefüllt. Der Entgasungsraum b hat eine Zwischenwand s, aus Dampf rohren bestehend, welche mit einer außerhalb stehenden Wasserpumpe durch Rohrleitung η verbunden ist.
Diese Zwischenwand s wird als Dampfentwickler benutzt und der Dampf durch eine angeschlossene in das Rohr f mündende Dampfdüse u abgeblasen. In dem Rohr p bildet sich infolgedessen ein Vakuum, wodurch die im Raum b sich bildenden Gase angesaugt und in den Kondensator e gedrückt werden. Die nicht kondensierbaren permanenten Gase entweichen aus dem Kondensator e durch
ίο Rohr qu in die Seitenkanäle i, i des Apparates, wo sie in geeigneter Weise entzündet werden, um den Entgasungsprozeß zu unterstützen.
Nach mehrstündiger Entgasung wird Wasserdampf über das glühende Material geblasen, wodurch sich die Ausbeute an Ammoniak erhöht. Zu diesem Zwecke erhält die Zwischenwand (der Dampfentwickler) ein von außerhalb des Apparates zu öffnendes Ventil t zum Einblasen des Dampfes auf das glühende Material; ebenso dient dieser Dampf zum Abkühlen des Entgasungsraumes b, falls die Temperatur 500 ° C überschritten hat, um zu verhüten, daß das sich bildende Ammoniak zersetzt wird.
Der Entgasungsraum b ist durch die Dampfrohre s in zwei nebeneinanderliegende Kammern (Fig. 2) geteilt, von denen die eine von dem Trichter α gefüllt wird. Bei Beginn der Vergasung bzw. bei Inbetriebsetzung des Ofens tritt die Feuerung d so lange in Tätigkeit, bis der Inhalt der einen gefüllten Kammer glüht. Die Feuerung d kann jetzt geleert werden, weil der glühende Inhalt der Kammer die Schamotteausfütterung der noch leeren Kammer zum Glühen bringt. Wenn der Inhalt halbgar ist, wird die leere Kammer von dem Trichter α aus gefüllt und die Vergasung beginnt auch hier.
Beide Kammern werden also nicht gleichzeitig gefüllt, sondern die zweite Kammer erst dann, wenn die zuerst beschickte zu glühen beginnt, bzw. wenn der Inhalt halbgar ist. Auf diese Weise sind beide Kammern nur zeitweilig mit Material gefüllt, ungefähr nach etwa zwei Stunden vom Beginn des Verkokungsprozesses an.
Die ammoniakhaltigen Produkte finden sich mit Teer kondensiert als Gaswasser in dem Kondensator. Dieses Gaswasser wird in bekannter Weise auf Ammoniak verarbeitet.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Ofen zur Herstellung von Ammoniak durch Schwelen bituminöser Stoffe bei niederer Schweltemperatur, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Innern des Ofens mit Zu- und Ableitungsrohren für Wasser und Dampf versehene Wasserröhren oder -kästen eingesetzt sind, so daß sie das Ofeninnere in zwei nebeneinanderliegende Räume teilen.
2. Ausführung des Ofens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Wasserröhrensystem 0. dgl. oben mit einem Dampfventil versehen ist, durch welches Dampf von. oben auf die glühende Masse geleitet werden kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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