DE28296C - Verfahren und Einriclitungen zum Poliren von Gegenständen, welche mit dünnen Lagen von Xylonit oder ähnlichen Pyroxilinsubstanzen überzogen sind - Google Patents
Verfahren und Einriclitungen zum Poliren von Gegenständen, welche mit dünnen Lagen von Xylonit oder ähnlichen Pyroxilinsubstanzen überzogen sindInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 39: Horn, Elfenbein und plastische Massen.
JARVIS BONESTEEL EDSON in ADAMS (Staat Massachusets, V. S. A.).
Patentirt im Deutschen Reiche vom 27. November 1883 ab.
Um Leder oder einen anderen Stoff mit einem Xylonitüberzug zu versehen, läfst man Leder-
und Xylonitschicht zusammen unter einem Druck von ioo kg zwischen Walzen von 30 bis
35 cm Durchmesser hindurchlaufen, wobei die Walzen ungefähr drei Umdrehungen in der
Minute machen. Der Ueberzug erhält dadurch eine hochpolirte und glatte Oberfläche, dafs man
das zusammen mit dem Leder durch die Walzen laufende Xylonit, unter gleichzeitiger Befeuchtung
mit einem Lösungsmittel, wie z. B. Collodium, in Berührung mit einer glatten Fläche, wie z. B.
einer Glasplatte, unter einen Druck von ungefähr 50 bis 100 kg bringt.
Anstatt Walzen können auch gewölbte Flächen zum Pressen des mit Xylonit überzogenen Leders
benutzt werden.
Je nach dem Druck und der Geschwindigkeit der Prefs- und Polirwalzen kann die Oberfläche
verschiedener Ledersorten durch Xylonitüberzüge imitirt werden, z. B. bei der Imitation von
französischem Kalbleder giebt man den Prefswalzen einen Druck von 50 kg bei einer Umdrehung
per Minute, während das Poliren unter einem Druck von 100 bis 150 kg und bei drei oder
mehr Umdrehungen per Minute stattfinden mufs. Soll Alligatorleder imitirt werden, so mufs der
Druck zum Pressen 50 kg bei zwei bis drei Walzenumdrehungen per Minute betragen, während
zum Poliren ein Druck von 100 bis 150 kg und drei bis vier Umdrehungen der
..„ Walzen per Minute
Auf beiliegender Zeichnung ist durch Fig. 1 und 2 der Apparat zur Herstellung der Politur
der mit Xylonit überzogenen Stoffe erläutert.
Fig. ι zeigt denselben mit gerader und Fig. 2 mit convexer Polirplatte.
A und B sind die Walzen, von welchen eine oder beide mit Gummi oder irgend einem anderen
elastischen Stoff überzogen sein können, damit eine Glasplatte zwischen denselben durchpassiren
kann, ohne zu springen. C ist die von der Rolle D ablaufende Lage von Xylonit- oder
Pyroxilinsubstanz, und H, Fig. 2, die Rolle mit dem fertigen Material. E ist der Behälter, aus
welchem das Lösungsmittel, z. B. Collodium, auf die Xylonitfläche gespritzt wird, unmittelbar
ehe diese Fläche mit der Polirplatte zusammentrifft. Diese Platte ist am besten aus Glas und
gerade, auf Fig. 1 mit F bezeichnet, oder in der Gestalt eines Cylinders oder einer Walze G,
wie auf Fig. 2. In letzterem Falle ist ein continuirlicher Betrieb möglich, derselbe also da
mit Vortheil anwendbar, wo Stoffe von grofser Ausdehnung, wie bei Geweben, polirt werden
sollen.
Durch die Glasplatte wird aus der theilweise aufgelösten Xylonitoberfläche die Luft ausgetrieben
und der Ueberzug verdichtet und so glatt gemacht, wie die Glasfläche selbst.
Es ist klar, dafs Muster irgend welcher Art auf der Xylonitfläche dadurch hervorgebracht
werden können, dafs diese Muster durch Graviren oder Aetzen auf der Glasplatte F oder
der Glaswalze G angebracht sind.
Claims (2)
1. Das Verfahren, Lagen von Xylonit oder ähnlichen Pyroxilinsubstanzen mit einer sehr
glatten Oberfläche zu versehen, darin bestehend, dafs man diese Oberflächen zuerst
durch irgend eines der bekannten Lösungsmittel theilweise auflöst und dieselbe alsdann
prefst, wobei die theilweise aufgelöste Oberfläche sich in Berührung mit einer glatten
Fläche, wie z. B. Glas, befindet.
2. Die Combination von Druckwalzen A und B, zwischen welchen eine Lage von Xylonit
oder ähnlichen Pyroxilinsubstanzen durchläuft, mit einem das Lösungsmittel auf die Xylonitflache
übertragenden Apparat E und einer glatten Platte F, wie in Fig. ι dargestellt.
Die Combination von Druckwalzen A B mit einer glatten Polirwalze G zwischen beiden,
behufs ununterbrochener Darstellung einer glatten Oberfläche auf dem zwischen den
Walzen A B und in Berührung mit der Polirwalze G hindurchpassirenden, mit einer Lage
von Xylonit oder von ähnlichen Pyroxilinsubstanzen überzogenen Stoff, wie in Fig. 2
dargestellt.
Imitationsleder, welches nach dem vorstehenden Verfahren hergestellt ist, bestehend aus
einer entsprechenden Einlage, auf deren einer Seite eine dünne Lage Xylonit oder
einer ähnlichen Pyroxilinsubstanz fest mit der Einlage verbunden und mit einer hochpolirten
glatten Oberfläche versehen ist.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE28296C true DE28296C (de) |
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ID=304548
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT28296D Active DE28296C (de) | Verfahren und Einriclitungen zum Poliren von Gegenständen, welche mit dünnen Lagen von Xylonit oder ähnlichen Pyroxilinsubstanzen überzogen sind |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE28296C (de) |
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