DE2816459C2 - Imprägnierte Weichstoffflachdichtung, insbesondere Zylinderkopfdichtung für Verbrennungskraftmaschinen - Google Patents
Imprägnierte Weichstoffflachdichtung, insbesondere Zylinderkopfdichtung für VerbrennungskraftmaschinenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Weichstoffflachdichtung, bestehend aus einer gegebenenfalls metallisch verstärkten
Weichstoffplatte mit Durchgangsöffnungen, wie insbesondere eine Zylinderkopfdichtung mit Durchgangsöffnungen
für den Brennraum, das Schmiermittel, das Kühlmittel und die Befestigungsschrauben, sowie
einer Imprägnation des Weichstoffes mit einem polymerisierten Imprägniermittel.
Weichstoffflachdichtungen der eingangs beschriebenen Art werden beispielsweise nach der DE-AS
04 558 zur Erhöhung ihrer Festigkeit und ihrer Abdichtgüte ganzflächig mit einer Porenfüllung zu etwa
50—100% imprägniert. Als Imprägniermittel dient in diesem Fall eine organisch-synthetische, vollständig
polymerisierbar Flüssigkeit, welches anschließend thermisch und/oder durch Verwendung von Vernetzungsmitteln,
vorzugsweise auf der Basis organischer Peroxide oder Schwefel, zunächst zu einer noch
plastischen Konsistenz vorpolymerisiert wird, so daß die Dichtung beim Einbau sich den Unebenheiten der
Dichtflächen anpassen kann und dann erst in der Betriebshitze des Motors vollständig ausgehärtet wird.
Nach der DE-OS 24 29 629 und der DE-PS 10 72 032 sind imprägnierte Zylinderkopfdichtungen bekannt, die
in weiteren Verfahrensschritten entweder ganzflächig oder nur an den Öffnungsrändern in einem zweiten
Verfahrensschritt mit einem zweiten Imprägniermittel durchsetzt oder angereichert sind.
Bei derartigen Zylinderkopfdichtungen werden zugleich je nach Anwendungsfall die Bereiche rund um alle
oder einen Teil der Durchgangsöffnungen durch metallische Einfassungen gegen Hitze-, Brenngas-,
Schmieröl- oder Kühlmitteleinfluß geschützt Insbesondere die Bereiche rund um die Brennraumdurchgänge
sind dabei den höchsten Beanspruchungen ausgesetzt so daß nach der DE-AS 23 04 505 dem Weichstoff
unterhalb dieser Einfassungen durch Imprägniermittelfreiheit eine höhere Fließgrenze gegeben wird Diese
Bereiche erhalten dann bei Einbau einen größeren ίο Dichtpressungsdruck und sind im motorischen Betrieb
stärker belastbar. Solche Zylinderkopfdichtungen werden durch Imprägnation der fertig ausgestanzten und
eingefaßten rohen Dichtungsplatten hergestellt Die Einfassungen verhindern dann das Eindringen der
Imprägniermittel unter die Bördel, allerdings kann auch die Einfassung nach der Montage auffedern, und bei
solchen Dichtungsplaiten können Imprägniermittel gerade durch den entstandenen Spalt unter diese
Bereiche beim Tauchen verstärkt eindringen. Zur Vermeidung eines erhöhten Ausschusses werden zum
Beispiel in gesonderten Verfahrensschritten die Einfassungen am Weichstoff besonders befestigt. Dadurch
werden zwar die oben geschilderten Nachteile beseitigt, allerdings erhöhen diese zusätzlichen Verfahrensschritte
die Fertigungskosten solcher Dichtungen.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Weichstoffflachdichtung zu schaffen, deren Bereiche
rund um die hochbelasteten Durchgangsöffnungen neben einer guten Beständigkeit gegen Temperatur-und
Brenngaseinwirkungen sowie Schmieröl- und Kühlmitteleinwirkungen auch eine erhöhte Dichtpressung
aufweisen. Gleichzeitig soll das Herstellungsverfahren möglichst einfach und kostensparend sein.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine ganzflächig gleichmäßig imprägnierte Weichstoffflachdichtung
gelöst, bei der das Imprägniermittel lediglich rund um alle oder einen Teil der Durchgangsöffnungen
stärker als in den Restflächenbereichen vernetzt ist.
Die erfindungsgemäß durchgeführte erhöhte Vernetzung wird durch eine erhöhte Vernetzungsmittelkonzentration
in den entsprechenden Zonen erreicht. Bei den bevorzugt verwendeten Imprägniermitteln auf
Basis eines flüssigen Polybutadien wird infolgedessen die rohe, fertig ausgestanzte Weichstoffdichtungsplatte
vor der eigentlichen Imprägnierung durch beispielsweise Tauchen in ein Bad aus flüssigem Polybutadien mit
Gehalten an Vernetzungsmitteln auf Basis eines organischen Peroxids und gegebenenfalls weiteren in
der Kautschuk-Kunststofftechnik üblichen Hilfsmitteln, im Bereich der gewünschten Zonen rund um die
Durchgangsöffnungen, mit einer Lösung aus organischem Peroxid partiell vorgetränkt. Nach dem Antrocknen
wird entsprechend der DE-AS 23 04 558 in gewohnter Weise ganzflächig gleichmäßig imprägniert,
und durch die angeschlossene Wärmebehandlung wird jetzt das Imprägniermittel im Bereich der vorbehandelten
Zonen aufgrund der höheren Peroxidkonzentration härter als in den Restflächenbereichen vernetzt. Das
jetzt härter vernetzte Imprägniermittel besitzt einen höheren Verformungswiderstand, so daß dort nach
Einbau eine höhere Dichtpressung herrscht. Gleichzeitig ist dort das Imprägniermittel aufgrund seines
höheren Vernetzungsgrades beständiger gegen Temperatur- und Brenngaseinflüsse sowie gegebenenfalls
Schmieröl- und Kühlmitteleinwirkungen als das Imprägniermittel in den Restflächenbereichen, so daß in diesen
Zonen auf die bisher üblichen metallischen Einfassungen verzichtet werden kann.
Bei den bevorzugten erfindungsgemäßen Zylinderkopfdichtungen wird lediglich der Bereich rund um die
Brennraumdurchgänge auf einer Breite von etwa einer Bördelschenkellänge, also in etwa einer 2—8 mm
breiten Zone, stärker ausgehärtet
Durch die erfindungsgemäße Flachdichtun^ ist somit
eine imprägnierte Dichtungsplatte geschaffen, die im Bereich der hochbeanspruchten Zonen sowohl eine
erhöhte Dichtpressung als auch eine erhöhte Beständigkeit aufweist Damit kann sie als Zylinderkopfdichtung
auch in hochbelasteten Motoren mit hervorragender Abdichtgüte eingesetzt werden, wobei besonders
vorteilhaft ist, dort auf die bisher üblichen Einfassungen, also Metall, zu verzichten.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen beschrieben. Es
zeigt
F i g. 1 den Ausschnitt eines Querschnittes der erfindungsgemäßen Zylinderkopfdichtung im brennraurr.benachbarten
Bereich,
F i g. 2 die Dichtpressungsverteilung einer eingebauten,
erfindungsgemäß imprägnierten Zylinderkopfdichtung,
F i g. 3 die Verformungskennlinie einer erfindungsgemäß imprägnierten Zylinderkopfdichtung im brennraumbenachbarten
Bereich,
F i g. 4 die Verformungskennlinie einer erfindungsgemäß imprägnierten Zylinderkopfdichtung im Restflächenbereich.
Eine Weichstoffdichtungsplatte mit den Konturen einer Zylinderkopfdichtung von 2,0 mm Stärke, bestehend
aus einem Asbestfaservlies mit ca. 5% Kautschuk als Bindemittelmetallanteil, einer Porosität von ca.
40 Volumenprozent und einer eingelegten Rauhblechplatte von 0,25 mm Stärke wird auf einer Breite von
4 mm rund um die Brennraumdurchgänge mit einer 20prozentigen Lösung von Dicumylperoxid als Vernet-
10
15
20
30
35 zer in Tetrachlorkohlenstoff getränkt Nach dem Trocknen bei ca. 400C wird die Dich'ungsplatte durch
Tauchen in ein Bad, bestehend aus 10O Teilen flüssigem Polybutadien (MG 1500) und 3 Teilen Dicumylperoxid,
auf eine Porenfüllung von 100% imprägniert Anschließend
wird 3 Minuten bei 2500C vernetzt so daß der vorimprägnierte Bereich rund um die Brennraumdurchgänge
eine wesentlich größere Härte als der noch plastisch leicht verformbare Restflächenbere>ch aufweist
in der F i g. 1 ist ein Teilstück eines Querschnittes der entstandenen Zylinderkopfdichtung dargestellt Die
Flachdichtungsplatte 1. bestehend aus einem metallisch verstärkten Asbestfaservlies 2, ist gleichmäßig mit
Imprägniermittel ausgefüllt, welches im brennraumbenachbarten Bereich 3, wie durch die stärkere Schraffur
angedeutet, härter als im Restflächenbereich 4 vernetzt ist
Im Diagramm der F i g. 2 ist die Dichtpressungsverteilung
der erfindungsgemäßen Zylinderkopfdichtung im Einbauzustand dargestellt Im Restflächenbereich 4 ist
die Dichtpressung 5 etwa halb so groß wie im Bereich rund um die Brennraumdurchgänge.
In den F i g. 3 und 4 ist die Verformung 6 der Dicke der Dichtungsplatte desbrennraumbenachbarten Bereiches
3 beziehungsweise des Restflächenbereiches 4 gegen die Druckbelastung 7 aufgetragen. Die Kurve 3
zeigt einen werentlich steiferen Verlauf als die Kurve 4. Die Fließgrenzen am Wendepunkt der Kurven 8 ist im
stärker vernetzten Bereich 3 gegenüber dem Restflächenbereich 4 auf den etwa 1'^fachen Wert gestiegen.
Im Motortest zeigt die Zylinderkopfdichtung eine ausgezeichnete Abdichtgüte im Brennraumbereich.
Durch die fehlenden Bördel kann damit auf noch höhere Dichtpressung, die einer eingebördelten Dichtung
entsprechen würden, und Fließgrenzen des Weichstoffes im Brennraumbereich verzichtet werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Weichstoffflachdichtung, bestehend aus einer gegebenenfalls metallisch verstärkten Weichstoffplatte
mit Durchgangsöffnungen, wie insbesondere eine Zylinderkopfdichtung mit Durchgangsöffnungen
für den Brennraum, das Schmiermittel, das Kühlmittel und die Befestigungsschrauben, sowie
einer Imprägnation des Weichstoffes mit einem polymerisierten Imprägniermittel, dadurch gekennzeichnet,
daß lediglich im Bereich rund um alle oder einen Teil der Durchgangsöffnungen (3)
das Imprägniermittel stärker als in den Restflächenbereichen (4) vernetzt ist
2. Weichstoff Nachdichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den stärker vernetzten
Zonen (3) eine höhere Vernetzupgsmittelkonr.entration
vorliegt
3. Weichstoffflachdichtung nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
polymerisierte Imprägniermittel ein mit peroxidischem Vernetzungsmittel vernetztes Polybutadien
mit einem Molekulargewicht zwischen 1000 und 2000 ist.
4. Weichstoffflachdichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Imprägniermittel (2) rund um die Brennraumdurchgänge (3) einer Zylinderkopfdichtung stärker vernetzt
ist.
5. Weichstoffflachdichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Imprägniermittel in einer 2—8 mm breiten Zone (3) rund um die Brennraumdurchgänge einer Zylinderkopfdichtung
stärker vernetzt ist
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