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Die Erfindung betrifft einen Fadenschneider gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
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Ein derartiger Fadenschneider ist aus der DE-OS 25 58 580 bekannt, bei dem der Schneidfaden in Rillen einer glockenförmigen, nach unten offenen Führfläche geführt wird. Ein Nachteil dieser bekannten Anordnung besteht darin, daß beim Anlaufen des Fadenschneiders der Schneidfaden sich nicht ohne weiteres in die Rillen oder Nuten der Führfläche bewegt, sondern zunächst lediglich nach unten hängt. Außerdem erfolgt häufig ein Ausfransen des Schneidfadens, das offenbar darauf zurückzuführen ist, daß der sich in seiner Rille oder Nut des Führkopfes befindliche, an seinem inneren Ende unverdreht gehaltene Schneidfaden durch die Drehbewegung des Schneidkopfes verdrillt wird. Dadurch entsteht eine Spannung im Schneidfaden, die ihn aus der Rille oder Nut herausdrückt, so daß er sich dann wieder abwickelt und im abgewickelten Zustand in eine andere Rille oder Nut legt.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, den bekannten Fadenschneider dahingehend zu verbessern, daß der Schneidfaden sich auch beim Anlaufen des Fadenschneiders immer in der für den Betrieb erforderlichen Lage befindet und daß das Ausfransen des freien Endes des Abschnittes verhindert bzw. vermieden wird.
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Zur Lösung dieser Aufgabe zeichnet sich der Fadenschneider gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1 dadurch aus, daß die Führfläche Teil der Begrenzungswand einer gekrümmten Bohrung ist.
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Dadurch befindet sich der Schneidfaden auch im Ruhebetrieb immer in einer Lage, die praktisch derjenigen entspricht, die er im Schneidbetrieb einnimmt. Der Schneidfaden wird also immer nach außen gekrümmt gehalten, so daß er beim Anlaufen des Fadenschneiders von der auf ihn einwirkenden Zentrifugalkraft sofort in die eigentliche Schneidstellung bewegt und in dieser gespannt gehalten wird.
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Vorzugsweise endet die den Schneidfaden führende Bohrung an der äußeren Umfangswand des Führkopfes.
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In den Zeichnungen, in denen Ausführungsbeispiele der Erfindung veranschaulicht sind, zeigt
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Fig. 1 das Gerät im Aufriß, teilweise im Schnitt,
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Fig. 2 den zu Fig. 1 gehörigen Grundriß,
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Fig. 3 den Schnitt nach der Linie 3-3 der Fig. 1,
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Fig. 4 den Schnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 2,
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Fig. 5 ein anderes Ausführungsbeispiel des Geräteoberteils, teilweise im Schnitt,
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Fig. 6 den Schnitt nach der Linie 6-6 der Fig. 5 und
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Fig. 7 den Schnitt nach der Linie 7-7 der Fig. 5.
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Der Elektromotor 12 des Geräts 10 sitzt an einem Gestell 14 mit einem Griff 16. Das Gewicht des Gerätes wird so leicht bemessen, daß man das Gerät mit der Hand führen kann, um in bequemster Weise Rasen, Hecken oder Buschwerk auch an solchen Stellen zu schneiden, an die man mit den üblichen Rasenmähern nicht herankommt, oder auch dort, wo das Gelände uneben ist und sich daher gewöhnliche Rasenmäher nur schwierig bedienen lassen. Die Ankerwelle des Motors 12 ist eine Hohlwelle 18, deren lichte Weite so bemessen ist, daß ein Schneidfaden 20 hindurchgeführt werden kann. Bei diesem verhältnismäßig steifen Schneidfaden kann es sich um ein Drahtseil handeln.
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Am unteren Ende der Hohlwelle 18 ist ein Führkopf 22 befestigt (Fig. 1), durch den eine bogenförmige Bohrung 24 verläuft. Mit ihrem oberen Ende ist diese Bohrung 24 zur Bohrung 28 der Hohlwelle 18 ausgerichtet und geht in sie über, während sie mit dem unteren Ende 30 am Umfang des Führkopfes 22 in radialer Richtung mündet.
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Der Schneidfaden 20 ist durch die Bohrung 28 und die Bohrung 24 hindurchgefädelt und ragt aus dem Führkopf 22 heraus, bei dessen Umlauf er als Schneidorgan wirkt.
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Das Motorgehäuse 12 trägt auf seinem oberen Ende einen Topf 34, dessen Mantel 36 über das Motorgehäuse 12 greift. In diesem Topf 34 befindet sich eine Drahtseilspule. Der aufgespulte Schneidfaden 20 ist mit einem Ende durch eine Bohrung 38 des Topfes 34 hindurchgesteckt und verknotet und mit seinem anderen Ende durch die Hohlwelle 18 und den Führkopf 22 gefädelt. Im Inneren des Topfes 34 ist nämlich ein rohrförmiger Verteiler 40 drehbar gelagert, dessen Innenraum 42 oben und unten offen ist. Der untere Rand dieses Verteilers 40 hat außen eine Schulter 44, während der obere Rand 46 oben über den Topf 34 hinaus vorspringt und dort mit einer äußeren Ringnut 50 versehen ist. In diese greift eine Ringscheibe ein, die als Deckel 52 den Topf 34 oben verschließt und aus einem steifen, aber dennoch etwas biegsamen Werkstoff, etwa Kunststoff, besteht. Dieser Deckel 52 hat einen Kranz von radialen Schlitzen 54, die sich von der mittleren Öffnung des Deckels 52 aus erstrecken und es ermöglichen, den Deckel 52 auf den Verteiler 40 von oben her aufzuschieben, bis er in die Ringnut 50 einschnappt. Durch ein Loch 56 des Deckels ist der Schneidfaden 20 nach außen hindurchgeführt. Der obere Rand des Verteilers 40 hat mindestens einen Schlitz 58, der bogenförmig schräg über den Rand des Verteilers 40 verläuft, also nicht radial.
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Der nach außen umgebördelte untere Rand des Verteilers 40 ist verzahnt. In seine Zähne greift die aus zwei Stiften bestehende Verzahnung eines Ritzels 60 ein, das in einer radialen Bohrung des Bodens des Topfes 34 drehbar gelagert ist und einen Handgriff 62 hat, mit dessen Hilfe man das Ritzel und damit den Verteiler 40 in der einen oder der anderen Richtung drehen kann.
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Der Schneidfaden 20, der durch das Loch 56 hindurchgefädelt, in einen der bogenförmigen Schlitze 58 eingelegt und dann durch die Bohrungen 28 und 24 hindurchgefädelt ist, bis er aus der Mündung 30 austritt, wird also bei Drehung des Motors in einer radialen Ebene der Hohlwelle 18 herumgeschleudert. Reißt das herumgeschleuderte Ende ab oder verschleißt es, dann kann man durch Drehen des Handgriffs 62 weiteren Schneidfaden zum Führkopf 22 nachführen. Will man das herumschleudernde Ende verkürzen, so kann man das Drahtseil durch Drehen des Handgriffs 62 in der Gegenrichtung zurückziehen. Die Nut 58 und der Deckel 52 verhindern, daß das Drahtseil etwa durch die Fliehkraft von der Vorratsspule abgezogen wird. Nur dann also, wenn man den Handgriff 62 dreht, erfolgt die Zuführung des Drahtseils. Der Handantrieb des Verteilers 40 stellt also eine Einrichtung dar, mit der man die Länge des nachgeführten Schneidfadens willkürlich bemessen kann.
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Bei der in den Fig. 5 bis 7 gezeigten Ausführungsform sind der Verteiler 74 und sein Handantrieb etwas anders ausgestaltet. Auch dort ist der die Vorratsspule enthaltende Topf 70 oben auf dem Motorgehäuse 12 dadurch befestigt, daß sein Mantel 72 auf dieses aufgesteckt ist. Die Wandstärke dieses rohrförmigen Verteilers 74 ist stärker bemessen, so daß er einen axialen Kanal 76 bildet, der zur Bohrung 28 der Hohlwelle 18 ausgerichtet ist. Die am unteren Ende des Verteilers vorgesehene Verzahnung 80 ist eine Schneckenverzahnung und das von Hand drehbare, darin eingreifende Zahnrad 82 ist dementsprechend als Schnecke ausgebildet. Die Welle 84 dieser Schnecke, die im Boden des Topfes gelagert ist, ragt außen aus dem Mantel 72 des Topfes hervor und trägt dort einen Handgriff. An seinem oberen Ende ist der Verteiler 74 mit einem Kopf 77 versehen, der mindestens eine bogenförmige Nut 86 hat. Diese führt von dem axialen Kanal 76 nach außen auf den inneren Rand des Topfes 70 zu.
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Nachdem man das Drahtseil mit einem Ende am Boden des Topfes 70 befestigt und es zu diesem Zweck durch das Loch 38 hindurchgezogen und verknotet hat, dreht man den Verteiler 74 mit dem Handgriff. Dabei wird dann das Drahtseil in dem Topf 70 aufgespult. Reicht der aufgespulte Vorrat, dann fädelt man das Drahtseil in der beschriebenen Weise ein, so daß dann das Gerät betriebsbereit ist. Nach Einschalten des Elektromotors wirkt auf das Drahtseil eine Fliehkraft, durch die das Drahtseil fest in die Nut 84 des Verteilers 74 hineingezogen wird. Bei Verschleiß kann man dann das Drahtseil durch Drehen des Verteilers 74 nachführen.
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Statt eines Drahtseils kann auch ein anderes Seil als Schneidfaden verwendet werden.