DE276872C - - Google Patents

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DE276872C
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    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A62—LIFE-SAVING; FIRE-FIGHTING
    • A62C—FIRE-FIGHTING
    • A62C17/00—Hand fire-extinguishers essentially in the form of pistols or rifles

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  • Public Health (AREA)
  • Business, Economics & Management (AREA)
  • Emergency Management (AREA)
  • Toys (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- Ju 276872 KLASSE 61 a. GRUPPE
LOÜIS MEGANCK in BRÜSSEL.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 2. November 1911 ab.
Die Erfindung betrifft ein Löschgeschoß, welches mit trockener Löschmasse, beispielsweise Löschpulver gefüllt ist, das die Eigenschaft hat, unter der Einwirkung der Hitze Stickgase wie Kohlensäureanhydrit zu entwickeln.
Derartige Einrichtungen sind mehrfach bekannt. So wurden z. B. mit diesem Pulver gefüllte Bomben mit zerbrechlicher Hülle von
ίο Hand in die Flammen geschleudert, oder diese Behälter zur Sicherheit in dem Raum derart aufgehängt, daß sie durch die Wirkung der Flammen herabfallen und selbsttätig zerplatzen mußten. Auch Geschütze zum Ausschleudern von trockener Löschmasse sind schon vorgeschlagen worden.
Diesen bekannten Einrichtungen gegenüber betrifft die Erfindung ein Löschgeschoß, bei dem in das Innere der Geschoßhülse ein Kanal führt, durch den die Verbrennungsgase von Explosivstoffen oder auch Druckluft eingeleitet werden, um die Geschoßhülse zu sprengen und das Löschpulver auszustreuen. Hierbei können entweder die Verbrennungsgase der zum Schleudern des Löschgeschosses dienenden Patrone unmittelbar in den Kanal eingeführt werden, oder es können nach dem Auftreffen an der Brandstelle durch eine Hilfsvorrichtung Verbrennungsgase oder Druckluft erzeugt werden, die in den Kanal eindringen und die Patrone zersprengen.
Neben der ' größeren Sicherheit und der Möglichkeit, den Wirkungsgrad durch ein gleichmäßiges Zersprengen an der Brandstelle zu erhöhen, bietet insbesondere die erstgenannte Ausführung die Möglichkeit einer gleichmäßigen Ausstreuung des Löschpulvers und einer wirksameren Entwicklung der Löschgase.
In der Zeichnung sind verschiedene Ausführungen der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt:
Fig. ι ein zur Aufnahme des Löschgeschosses dienendes Gewehr, dessen verkürzter Lauf an seinem Ende einen Mörser oder einen Löffel trägt.
Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt durch den Mörser und den Löffel mit dem Löschgeschoß darin.
Fig. 3 zeigt einen Längsschnitt durch eine Ausführung des Geschosses,
Fig. 4 eine Vorderansicht des Geschoßbodens,
Fig. 5 eine Seitenansicht des schirmförmig sich öffnenden Löschgeschosses.
Fig. 6 stellt links eine Vorderansicht des geschlossenen Geschosses mit zusammengefalteten Tucheinsätzen und rechts eine entsprechende Aufsicht auf das Löschgeschoß nach seiner Entfaltung dar.
Fig. 7 ist ein Längsschnitt eines Geschosses.
Fig. 8 ist ein Längsschnitt durch die Spitze dieses Geschosses in größerem Maßstabe.
Fig. 9 ist eine Längsschnitt darstellung eines Löschgeschosses ohne Schirm, das durch Luftdruck zersprengt wird.
Bei dem Löschgeschoß nach Fig. 3 bis 6 bezeichnet α einen Pappzylinder, der das Löschpulver b enthält. Dieser Zylinder wird vorn durch einen runden Pappdeckel c und hinten durch einen Boden aus zwei in der Mitte durchbohrten Pappscheiben d und e geschlossen. Eine Metallplatte k, in deren Mitte zwei Rillen I kreuzförmig angebracht sind, wie Fig. 4 zeigt, ist an der hinteren Scheibe d des Bodens befestigt. In der Achse des Zylinders α ist gemäß der Erfindung ein dünner Metallzylinder f angebracht, der durch einen Papierzylinder g verlängert wird. Der Metallzylinder f ist hinten in einer Aussparung zwischen den beiden Scheiben d und e befestigt und am hinteren Ende mittels eines Korkstopfens h geschlossen.
An dem vorderen Ende des Metallzylinders f kann eine verschlossene Glasrohre f angebracht werden, welche eine Säure, z. B. Schwefelsäure, enthält, mittels deren das Löschpulver zerstreut und teilweise aufgelöst wird. In diesem Falle muß der Propfen h einen Metallhut tragen, so daß er die Glasrohre f durchschlägt, sobald er mit ihr in Berührung kommt.
Der Löschpulverbehälter besteht aus Längsstreifen i, die durch dreieckige Tucheinsätze / miteinander in der Weise verklebt sind, daß die Spitzen der Einsätze am Boden des Geschosses sich befinden.
Zum Schleudern dieses Löschgeschosses kann ein gewöhnliches Gewehr verwendet werden, an dessen verkürztem Lauf m ein Metallmörser η mit einem Löffel oder Träger 0 angebracht ist. Das Löschgeschoß wird so in diesen Löffel 0 gelegt, daß die Platte k sich gegenüber der runden Aushöhlung im Mörser η befindet. Es kann durch eine geeignete Klemmvorrichtung auf dem Löffel festgehalten werden, damit es nicht so leicht herabfällt.
Beim Abschießen einer Schießpulverpatrone wird das Löschgeschoß von den auf die Oberfläche der Metallplatte k wirkenden Gasen fortgeschleudert. Gleichzeitig ist' aber der mittlere, kreuzförmig geritzte Teil der Platte k unter dem Drucke der Verbrennungsgase durchschlagen worden, so daß die nachdrängenden Gase in den Metallzylinder f eindringen konnten. Sie treiben den Korken k vor sich her. Der Metallhut an dem Korken zerschlägt die Glasrohre f und die Gase gelangen so in den Papierzylinder g, der den Zylinder f verlängert. Es entwickelt sich dort ein Überdruck, der zunächst den Papierzylinder sprengt, wonach unter der Expansionswirkung der Gase auch die Seidenpapierbänder des Zylinders α zerreißen; seine Längsstreifen i drehen sich nach außen um den Boden d, e und entfalten die Tucheinsätze / derartig, daß diese trichterartig das Löschpulver noch in der letzten Phase des Fluges zusammenhalten, bis es in das Feuer gelangt.
Die in der Röhre f enthaltene Säure wird dabei mit Gewalt in das Löschpulver geschleudert ; sie unterstützt so die Zerstreuung und ruft teilweise die Auflösung des Pulvers hervor, womit die Wirkung gesteigert wird.
Wenn es sich um sehr kurze Entfernungen handelt, kommt man auch mit Geschossen ohne Tuchstreifen aus. In diesem Falle kann der Metallzylinder f ganz durch einen Papierzylinder ersetzt sein.
Fig. 7 zeigt ein Geschoß ohne Tuchbänder. Das Papier, welches die Fugen bildet, ist verstärkt. Dieses Geschoß soll sehr weit geschleudert werden und unterscheidet sich vom vorhergehenden dadurch, daß die Sprenggase in den Längskanal von der Vorderseite eingeführt werden. In der Achse des Geschosses befindet sich ein Papierzylinder t, an dessen vorderer Spitze eine Explosivpatrone u angebracht ist, die in einer Hülle υ steckt. Die Hülle besteht vorteilhafterweise aus gepreßtem Holz, damit sie durch die Verbrennung der Patrone pulverisiert wird. Die Geschoßspitze χ dieser Patrone trägt einen Schlagbolzen w, der vorn in eine scharfe Spitze y ausläuft. Auch hier ist dafür gesorgt, daß eine mögliehst gleichzeitige Zerstreuung des ganzen Löschpulvers erfolgt, indem beim Auftreffen der Spitze y, in diesem Falle also nach Beendigung des Fluges, die Gase sich zunächst auf die ganze Länge des Rohres verteilen und hierauf erst durch den Überdruck die Hülse zersprengen. Verläßt die Patrone den Mörser, so löst sich die Bodenkappe s, die an mehreren Stellen längs durchschnitten ist, vom Löschgeschoß.
Fig. 9 zeigt ein Geschoß mit der Abweichung, daß der Schlagbolzen durch ein Luftpolster ersetzt ist. Am oberen Ende des Löschgeschosses ist der Papierzylinder zu einem Luftraum t" ausgebildet, der in Verbindung mit dem entsprechend langen Papierzylinder t' steht. Schlägt das durch die Schußwaffe geschleuderte Löschgeschoß mit seinem vorderen Ende χ auf, so wird die dort eingeschlossene Luft zusammengepreßt und durch den Papierzylinder in das Innere geleitet, bis dieser dem Überdruck nachgibt, welcher die Löschpatrone mit Gewalt öffnet und das Löschpulver zerstreut. v
Das Löschgeschoß kann in diesem letzten Falle derart konstruiert sein, daß es beim Anprall zunächst in der vorderen Hälfte platzt und das hintere Ende die Zerstreuung des Löschpulvers möglichst nahe dem oberen Ende hervorruft. Zu diesem Zwecke wird die Papierbeklebung der Fugen am vorderen Ende schwach, am hinteren Ende stark gemacht.

Claims (4)

  1. Patent-An Sprüche:
  2. ι. Löschgeschoß, das mit trockener Löschmasse gefüllt ist, die durch Sprengen der Geschoßhülse über einen weiten Raum verbreitet wird, gekennzeichnet durch eine in das Innere der Löschmasse führende Röhre (f), durch die die Verbrennungsgase von Explosivstoffen oder Druckluft eindringen. 2. Löschgeschoß nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß an die metallene Einsatzröhre (f), welche vorn durch einen verschiebbaren Stopfen (h) mit Metallhut und einer Metallplatte (k) verschlossen ist, eine Papierröhre (g) sich anschließt, die an der Anschlußstelle durch eine zerbrechliche Säurekammer (f) und am entgegengesetzten Ende durch den Kopf des Geschosses abgeschlossen ist. .
  3. 3. Löschgeschoß nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Hülsenmantel in Längsstreifen (t) unterteilt ist und diese durch gefaltete Zwischenwände (/) derart miteinander verbunden sind, daß sie sich beim Bersten der Hülse trichterförmig öffnen.
  4. 4. Löschgeschoß nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet durch einen sich an die Einsatzröhre (f) anschließenden Luftraum (t") am vorderen Ende der Patrone.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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