DE2736407C2 - Verfahren zur Verbesserung der Keimfähigkeit von schwerkeimendem Saatgut - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung der Keimfähigkeit von schwerkeimendem Saatgut

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der Keimfähigkeit von schwerkeimendem Saatgut, insbesondere von sogenannten Kaltkeirr.ern.
Es ist bekannt, die Keimfähigkeit von schwerkeimendem Saatgut, das erst nach längerer Einwirkung von Kälte auf das gequollene Saatgut zur Keimung kommt, durch eine Vorbehandlung zu verbessern. So wurde z. B. schon vorgeschlagen, für die künstliche Anzucht von Enzianpflanzen das Saatgut nach der Quellung bei niedrigen Temperaturen (0 bis 40C) über längere Zeiträume (30 bis 90 Tage) zu lagern und sie anschließend unter genau definierten Bedingungen zum Keimen zu bringen und schließlich auszupflanzen. Dieses Verfahren ist aufwendig und läßt sich nur in Betrieben durchführen, die über die für die Einhaltung der Verfahrensbedingungen erforderlichen Einrichtungen verfugen. Für den normalen Verbraucher ist es sehr schwierig, die für die jeweilige Samenart richtigen Temperaturen, Quellzeiten und Keimbedingungen einzuhalten, was häufig Saatgutverluste durch unsachgemäße Vorbehandlung des Gutes zur Folge hat.
Durch die vorliegende Erfindung sollen diese Nachteile vermieden werden und die Aufgabe gelöst werden, auf insbesondere für den Verbraucher einfache Weise eine optimale Verbesserung der Keimfähigkeit derartigen Saatgutes zu erreichen, unabhängig davon, wann nach der Vorbehandlung die Aussaat erfolgt.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß ein Verfahren zur Behandlung von Saatgut der genannten Art vorgeschlagen, bei dem das Saatgut zunächst in einer Lösung von 0,1— 0,5%iger Gibberellinsäure mit einer Temperatur von ca. 24° C zum Quellen gebracht, anschließend schnell aber schonend bis auf einen Restwassergehalt des Saatgutes von ca. 8% oder mehr getrocknet und schließlich unter im wesentlichen Aufrechterhaltung dieses Wassergehaltes bis zur Aussaat gelagert wird. Ein derart vorbehandeltes Saatgut kann ohne besonderen Zeitaufwand und unabhängig von jeglicher Kälteeinwirkung bei normalen Zimmer- oder Gewächshaustemperaturen von etwa 20—28°C zum raschen Keimen gebracht werden.
Um am Saatgut anhaftende Pilzsporen und Bakterien abzutöten, die den späteren beschleunigten Keimvorgang erheblich beeinträchtigen können, soll das Saatgut vor der Quellbehandlung durch die Gibberellinsäure einer Reinigungsbehandlung durch reinen Alkcbol ausgesetzt werden. Bei besonders hartschaligen Samenarten hat es sich als vorteilhaft erwiesen, diese vor der Quellbehandlung ca. 15 Minuten lang einer Vorbehandlung ITiIt ncnzcntncrtür hjCuWCtCiSSürc zn untcrwci icn, wodurch die Samenschale porös genug wird, um eine schnelle Quellung des Gutes in der Gibberellinsäurelösung sicher zu stellen, was darum eiforderlich ist, weil eine Gibberellinlösung bereits nach 24 Stunden anfängt abzubauen, also schwächer wird. Die Quellzeit in der Gibberellinlösung soll je nach dem Saatgut vorzugsweise 20—60 Stunden betragen. Zur Trocknung des Gutes hat sich leicht bewegte Luft von ca. 26—28° C besonders bewährt.
Damit der erwähnte Restwassergehalt im gequollenen Saatgut von ca. 8% oder mehr bis zur Aussaat möglichst unverändert aufrechterhalten wird, soll das Saatgut unmittelbar nach der Trocknung in Keimschutztüten oder -beuteln eingesiegelt v/erden.
Beispiel 1
Saatgut der Pflanzenart Aquilegia alpina wird in einer Lösung von 0,1% Gib A3 (Gibberellinsäurelösung) mit Raumtemperatur von 22°C während einer Zeitdauer von 24 Stunden zum Quellen gebracht. Anschließend wird das Saatgut bei leicht bewegter Raumluft getrocknet und dann in Keimschutztüten verpackt.
Nach einmonatiger Lagerung wird das Saatgut den Tüten entnommen und unter Keimbedingungen ausgelegt. Nach einer Keimdauer von 8 bis 22 Tagen hatten 68% der Samen gekeimt.
Beispiel 2
Saatgut der Pflanzensorte Gentiana acaulis dinarica wird in einer 0,2%igen Gib A3-Lösung bei einer Temperatur von 24°C während einer Zeitdauer von 48Stunden zum Quellen gebracht und anschließend in warmer bewegter Luft auf einen Restfeuchtegehalt von 12% getrocknet und unmittelbar anschließend in Keimschutztüten eingesiegelt.
Nach 3monatiger Lagerung in den Keimschutztüten wird das Saatgut unter Keimbedingungen ausgelegt. Nach einer Keimdauer von 5 bis 16 Tagen keimten 100% der Samen.

Claims (6)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Verbesserung der Keimfähigkeit von schwerkeimendem Saatgut, insbesondere von sogenannten Kaltkeimern, dadurch gekennzeichnet, daß das Saatgut zunächst in einer Lösung von 0,1—0, 5%iger Gibberellinsäure mit einer Temperatur von ca. 24° C zum Quellen gebracht wird, anschließend schnell aber schonend bis auf einen Restwassergehalt des Saatgutes von ca. 8% oder mehr getrocknet und schließlich unter im wesentlichen Aufrechterhaltung dieses Wassergehaltes bis zur Aussaat gelagert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Saatgut vor der Quellbehandlung durch die Gibberellinsäure einer Reinigungsbehandlung durch reinen Alkohol ausgesetzt wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß besonders hartschaliges
Queübehsndlung
lung mit konzentrierter Schwefelsäure während einer Zeitdauer von ca. 15 Min. unterworfen wird.
4. Verfahren nach den Ansprüche?; 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Quellzeit in der Gibberellinsäurelösung je nach dem Saagut ca. 20—80 Stunden beträgt.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Trocknung des gequollenen Saatgutes leicht bewegte Luft von ca. 26- 28°C verwendet wird.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Saatgut unmittelbar nach der Trocknung in Keimschutztüten oder -beuteln eingesiegelt wird.
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