DE2723117C2 - Flüssige Einkomponenten-Einbrennlacke - Google Patents

Flüssige Einkomponenten-Einbrennlacke

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Description

ROCH2—N —CO—N—CH2OR
I
enthalten ist, wobei R jeweils für ein Wasserstoffatom oder einen Alkylrest mit 1 —4 C-Atonv_n steht ä
und die Prozentangaben jeweils auf die Summe der Komponenten A-C bezogen sind. -
Die vorliegende Erfindung betrifft flüssige Einbrennlacke mit hohem Festkörpergehalt, die als Einkomponentensysteme eingesetzt werden können.
Einbrennlacke auf Basis hydroxyfgruppenhaltiger Polyester, die mi; Polyisocyanaten vernetzt werden, sind bekannt In der DE-OS 25 39 104 werden Einbrennlacke, bestehend aus hydroxylgruppenhaltigen Polymeren (ggf. Polyestern), Amin/Formaldehyd-Harzen, Polyisocyanaten und gegebenenfalls ein- oder zweiwertigen Alkoholen, Lösungsmitteln, Pigmenten, Füllstoffen und Vernetzungskatalysatoren beschrieben. Derartige Reak- m tionsmischungen sind höchstens mehrere Tage haltbar, ohne daß bei Raumtemperatur Vernetzung eintritt; es |
handelt sich also um reine Zweikomponentensysteme, d. h. das Polyisocyanat wird getrennt gelagert und den üibrigen Komponenten erst kurz vor Gebrauch des Lackes zugemischt (vgl. DE-OS 25 39 104, Absatz 2).
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, flüssige Einbrennlacke mit hohem Festkörpergehalt bei niedriger Viskosität bereitzustellen, die als Einkomponentensysteme eingesetzt werden und zu Überzügen mit großer Härte und hohem Glanz gehärtet werden können. „
Gegenstand der Erfindung sind flüssige Einkomponenten-Einbrennlacke, bestehend — neben gegebenenfalls te
Pigmenten und/oder sonstigen Hilfs- und Zusatzstoffen — aus
A) 30—80 Gew.-% hydroxylgruppenhaltiger Monomerer oder Oligomerer mit einem mittleren Molekulargewicht unter 1000, vorzugsweise unter 600,
B) 3—60 Gew.-% mindestens eines vernetzenden Aminoplastharzesund
C) 3—50 Gew.-% einer verlängernden reaktiven Komponente mit einem Molekulargewicht unter 1000, da- || durch gekennzeichnet, daß die verlängernde reaktive Komponente C a) verkappte Diisocyanate und/oder |
b) Verbindungen, die pro Molekül zwei Gruppen der Struktur — CO—NH—CH2OR enthalten, und/oder c) reaktive Harnstoffderivate, die vorzugsweise die Gruppe
ROCHj—N — CO —N-CH2OR
enthalten, ist, wobei R jeweils für ein Wasserstoffatom oder einem Alkylrest mit 1 —4 C-Atomen steht und die Prozentangaben jeweils auf die Summe der Komponenten A-C bezogen sind.
Mit den erfindungsgemäßen Lacken stehen nun Einbrennlacke zur Verfugung, die trotz niedriger Viskosität mit Festkörpergehalten über 70 Gew.-%, meist jedoch über 75 Gew.-%, appliziert werden können. Als Festkörpergehalt wird in der Regel der Einbrennrückstand in Gew.-% angegeben.
In vielen Fällen kann auf ein Lösungsmittel völlig verzichtet werden, und zwar insbesondere dann, wenn die Lacke im Gießverfahren oder durch Heißspritzen aufgetragen v/erden. Die erfindungsgemäßen Lacke stellen — im Gegensatz zu den Zweikomponentenlacken der DE-OS 25 39 104 — Einkomponentensysteme dar, d.h. sämtliche Bestandteile können gemischt werden, ohne daß die Lagerstabilität der Mischung bei Raumtemperatur wesentlich beeinträchtigt wird.
Darüber hinaus ist es mit den erfindungsgemäßen Lacken überraschenderweise möglich, gleichzeitig die Forderungen nach hohem Festgehält und guten Lackeigenschaften zu erfüllen.
Als Komponente A können oligomere Polymerisate, Polykondensate und Polyadditionsverbindungen eingesetzt werden. Das als Zahlenmittel angegebene Molekulargewicht wird dampfdruckosmometrisch in Aceton als Lösungsmittel ermittelt.
Geeignete Polymerisate, welche als Komponente A (mit-)verwendet werden können, sind oligomere Homo-
oder Copolymerisate mit einem mittleren Molekulargewicht zwischen 600 und 1000 und mindestens zwei Hydroxylgruppen pro Molekül, wobei z. B. folgende Monomere als Ausgangsprodukte gewählt werden können:
Ester der Acrylsäure und Methacrylsäure mit zweiwertigen, gesättigten, aliphatischen Alkoholen mit 2—4
C-Atomen, wie ζ. B. 2-HydroxyäthyIacryIat, 2-Hydroxypropylacrylat, 4-HydroxybutyIacryiat und die entsprechenden Methacrylsäureester; Acrylsäure und Methacrylsäure; Acrylsäure- und Methacrylsäurealkylester mit 1—18, vorzugsweise 1—8 C-Atomen in der Alkoholkomponente, wie z. B. Methylacrylat, Äthylacrylat, Propylacrylat, Isopropylacrylat, n-Butylacrylat. tert-Butylacrylat, 2-Äthylhexylacrylat, Stearylacrylat und die entsprechenden Methacrylsäureester; Acrylsäure- und Methacrylsäurecyclohexylester; Acrylnitril und Methacrylnitril; Acrylamid und Methacrylamid; N-Methyloläther des Acrylsäure- und Methacrylsäureamids der allgemeinen Formel
CK2=C-CO-N-CH2-OR3
I I
R1 R2
worin
R1 für Wasserstoff oder Methyl, R2 für Wasserstoff, Alkyl,
R3 für Alkyl oder Cycloalkyl, wie Methyl, Äthyl, n-Propyl, Isopropyl, n-Butyl, Isobutyl, Cyclohexyl, stehen.
Als geeignete Polyadditionsprodukte sind z. B. die Reaktionsprodukte von Dicarbonsäuren und Glycidylverbindungen zu ervihnen, wie sie z. B. in der DE-OS 24 10 513 beschrieben sind.
Beispiele für Glycidylverbindungen, die verwendet werden können, sind Ester des 2j-Epoxy-i-propanols mit monobasischen Säuren, die 4 bis 18 Kohlenstoffatome haben, wie Glycidylpalmitat, Glycidyllaurat und Glycidylstearat; Alkylenoxide mit 4 bis 18 Kohlenstoffatomen, wie Butylenoxid und Glycidyläther, wie Octylglycidyläther.
Als Dicarbonsäuren können bei diesem Verfahren sämtliche unter Il im folgenden aufgeführte Dicarbonsäuren verwendet werden. Monocarbonsäuren, weiche beispielsweise unter I aufgeführt sind, können ebenfalls eingesetzt werden.
Bevorzugte Komponenten A sind aber monomere Ester, z. B. Dicarbonsäure-bis-(hydroxyalkyl/ester, Monocarbonsäureester von mehr als 2wertigen Polyolen und Oligoester mit Molekulargewichten zwischen 200 und 1000, vorzugsweise unter 600, die durch Kondensationsreaktionen aus in der Leckchemie üblichen Rohstoffen hergestellt werden können. Als solche sind z. B. anzusehen:
I. Alkohole mit 2—24, vorzugsweise 2—10 C-Atomen und 2—6 an nichtaromatische C-Atome gebundenen OH-Gruppen, z. B. Äthylewglyk 5, Propylenglykole, Diäthylenglykol, Dipropylenglykol, Butandiole, Neopentylglykol, Hexandiole. Hexantriole, Perhydrobisphenol, Dimethylolcyclohexan, Glycerin, Trimethyloläthan.TrimethyloIpropan, Pentaerythrit, Dipentaerythrit, Mannit.
II. Di- und Polycarbonsäuren mit 4 — 36 C-Atomen und 2—4 Carboxylgruppen, sowie deren veresterungsfähige Derivate wie Anhydride und Ester, z. B. Phthalsäureanhydrid), Isophthalsäure, Terephthalsäure, Hexahydroterephthalsäure, Hexahydroisophthalsäure, Alkyltetrahydrophthalsäuren, Endomt^ylentetrahydrophthalsäureanhydrid. Adipinsäure, Bernsteinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Dimerfettsäuren, Trimellithsäure, Pyromellithsäure, Azelainsäure.
III. Monocarbonsäuren mit 6—24 C-Atomen, z. B. Capiylsäure, 2-Äthylhexansäure, Benzoesäure, p-teit-Butylbenzoesäure. Hexahydrobenzoesäure, Monocarbonsäuregemische natürlicher öle und Fette wie Cocosölfettsäuren, Sojaölfettsäure, Ricinenfettsäure, hydrierte und isomerisierte Fettsäuren wie »Konjuvandol«fettsäure sowie deren Gemische, wobei die Fettsäuren auch als Glyceride einsetzbar sind und unter Umesterung und/oder Dehydratisierung umgesetzt werden können.
IV. Einwertige Alkohole mit 1 —18 C-Atomen, z. B. Methanol. Äthanol, Isopropanol, Cyclohexanol, Benzylalkohol, Isodecanol, Nonanol, Octanol, Oleylalkohol.
Die monomeren Ester und die Oligoester können auf an sich bekannte Weise durch Kondensation in einer Inertgasatmosphäre bei Temperaturen von 100—260°C, vorzugsweise 130—2200C, in der Schmelze oder in azeotroper Fahrweise gewonnen werden, wie es z. B. in Methoden der Organischen Chemie (Houben—Weyl), Bd. 14/2, 1 -5, 21 -23, 40-44, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1963, oder bei C. R. Martens, Alkyd Resins, 51 --59, Reinhold Plastics Appl. Series, Reinhold Publishing Comp., New York, 1961, beschrieben ist
Das Verhältnis der für die Herstellung der Oligoester A einzusetzenden Ausgangsmaterialien I —IV richtet sich in erster Linie nach den gewünschten Lackeigenschaften und den Mischungspartnern B) und C). Es ist nicht erforderlich, die Stoffe 1, II, HI, IV stets gemeinsam einzusetzen; so können beispielsweise geeignette Oligoester aus zwei- und evtl. mehrwertigen Alkoholen und Dicarbonsäuren, welche bis zu niedrigen Kondensationsgraden umgesetzt werden, oder aus einwertigen Alkoholen, Tricarbonsäuren und zwei- und evtl. mehrwertigen Alkoholen oder aus Monocarbonsäuren, Di- und/oder Polycarbonsäuren und zwei- und/oder mehrwertigen Alkoholen &o gewonnen werden. Die erreichbaren Molekulargewichte solcher Reaktionsprodukte richten sich nach den Mengenverhältnissen der Ausgangsstoffe sowie den Kondensationsgraden; ihre Berechnungsmöglichkeit ist u. a. aus der Arbeit von U. Holfort, Farbe und Lack 68, Nr. 8 (1962), S. 513—517, bekannt.
Oft werden Harze verwendet, die keine Reste zwei — oder mehrbasischer Carbonsäuren enthalten. Auf diese Weise vermeidet man die Bildung höhermolekularer Kondensate. Denselben Effekt erreicht man durch Verwendung von Harzen mit Resten zwei- oder mehrbasischer Carbonsäuren, bei denen nur eine Carboxylgruppe verestert ist.
Die Kennzahlen der Polymeren A sind gleichzeitig Meßgrößen für die an ihnen vorhandene Anzahl an
funktioneilen Gruppen. Grundsätzlich soll das Polymere A eine durchschnittliche Funktionalität von 2—4, vorzugsweise von 2—3, aufweisen, wobei die Funktionalität eine Summe der Einzelfunktionalitäten der reaktiven Gruppen sein soll. Als Funktionalität ist die durchschnittliche Anzahl von chemisch reaktiven Gruppen pro Molekül anzusehen.
Beispiele für funktioneile Gruppen sind — CO—NH^ —CO—NH-CH2—O—CH3, bevorzugt aber —OH und -COOH.
Die OH-Zahlen der Komponente A sollen zwischen 80 und 400, vorzugsweise t20 und 280, die Säurezahien der Komponente A zwischen 0 und 40, vorzugsweise 1 und 25, liegen. Es ist bekannt, daß man die gewünschten Säure- und OH-Zahlen durch die Auswahl der Menge und Art der Rohstoffe und des Kondensationsgrads
festlegen kann.
Als Komponente h können selbstverständlich Gemische mehrerer Stoffe eingesetzt werden, sofern keine Unverträglichkeit auftritt. Besonders bevorzugte Komponenten A sind monomere und oligomere fettsäuremodifizierte Ester oder Gemische, die diese Ester als Hauptbestandteil enthalten.
Vernetzende Aminoplastharze B sind solche, bei denen mehr als 2 Gruppen pro Molekül zur Umsetzung mit
z. B. OH-Gruppen befähigt sind. Bevorzugte Aminoplastharze sind mit einwertigen Alkoholen mit 1 —4 C-Atomen verätherte Harnstoff-, Melamin- oder Benzoguanaminharze, wie sie beispielsweise bei D. H. Solomon, The Chemistry of Organic Film Formers, S. 235—40, John Wiley & Sons Ina, New York, 1967, oder in Methoden der Organischen Chemie (Houben—Weyl), Bd. 14/2, S. 319 ff, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1963, beschrieben sind. Besonders bevorzugt werden Hexamethoxymethylmelamine eingesetzt
Als Komponente C einzusetzende, geeignete verkappte Diisocyanate a) sind solche auf Basis organischer Diisocyanate mit 4 bis 27 C-Atomen, wie z. B. 2,4- und 2,6-Tohiylendiisocyanat, m-PhenyIend,'u=jcyanat, 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat, XylyIen-1,3- und -1,4-iiisocyanat, Hexamethylen-l.e-diisocyanat, 4,4'-Dicyclohexylmethandiisocyanat, l-Methyl-cyclohexan-2,4- und -2,6-diisocyanat Naphthylen-l^-diisocyanat, »Isophorondiisocyanat«, welche mit üblichen Verkappungsmitteln wie Oximen, Phenolen und Malonestern verkappt sind.
Derartige Verbindungen sind beispielsweise bei G. R. Griffin, Industrial and Eng. Chem, Prod. Res. Develop Vol. 1, Nr. 4 (1962), S. 265; W. J. McKillig, Adv. Urethane Sei. Te Jinol. 3 (1974), S. 81 -107, S. Petersen, Liebigs Aim. Chem. 562, S. 205—228 (1949) und der DE-OS 22 20 306 beschrieben. Aliphatische, blockierte Diisocyanate werden bevorzugt Besondere empfehlenswert ist die Verwendung des Malonester-verkappten »Isophorondiisocyanats«, das z. B. aus der DE-OS 24 36 872 bekannt ist
Geeignete Verbindungen b), die pro Molekül zwei Gruppen der Struktur -CO-NH-CH2OR enthalten, sind z. B. Kotidensationsprodukte aus Dicarbonsäurediaminen und Formaldehyd, welche gegebenenfalls mit aliphatischen einwertigen Alkoholen mit I —4 C-Atomen veräthert sind. Die Herstellung derartiger Alkoxymethyldicarbonsäurediamide ist am Beispiel des Adipinsäurediamids in Methoden der Organischen Chemie (Houben—Weyl), Bd. 14/2, S. 377, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1963, sowie am Beispiel der Oxalsäurederivate bei
M. M. Moosumzade, Azerbeid. Khim. Zh. 1963 (2), 13—20, beschrieben. Für die Herstellung der genannten Verbindungen kommen Dicarbonsäuren mit 2—24 C-Atomen in Betracht, wie z. B. Oxalsäure, Malonsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Cyclohexandicarbonsäuren, Dimerfettsäuren sowie aromatisch-aliphatische Dicarbonsäuren, deren Carboxylgruppen nicht an aromatischen C-Atomen hängen, aber auch Biscarbamidsäureester von Diolen, deren Umsetzung zum Kettenverlängerer am Beispiel des 1,4-Butylenglykokferi-
vats in Methoden der Organischen Chemie (Houben--Weyl), Bd. 14/2, S. 379, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1963, beschrieben ist.
Besonders geeignete Komponenten C sind Verbindungen c), die die Gruppe
ROCH2-N-C-N-CH2OR
I Il I ο
enthalten.
Beispiele für Komponenten c), welche die Gruppe
ROCH2-N-C-N-CH2OR
I Il I ο
enthalten, sind Verbindungen der Formeln
ROCH2-N-C-N-CH2OR (I)
R4 O R5
R6 R7 H .\/ H
ROCH2~™N N-CH2OR (II)
H H
R8-
-R9
ROCH2-N N-CH2OR
H0H
(HD
ROCH2-N N-CH2OR 0
(IV)
R und R4 bis R9 ein Wasserstoffatom oder vorzugsweise einen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen bedeuten.
Hervorzuheben sind Harnstoffe der Formel (I) mit R4 = R5 = H und R = Als geeignete Komponenten c), die keine Gruppen der Formel
ROCH2—N-C-N-CH2OR
enthalten, seien Verbindungen der Formeln
(V)
H H
R11
HN NH
-R"
HN NH
(VI)
genannt, worin
R10, R" für OH, OR4 oder OR5 stehen.
Besonders bevorzugt werden jedoch die cyclischen Harnstoffderivate eingesetzt, z. B. N,N'-Bis(alkoxymethyl)harnstoffe, 3,5-bis(methoxymethyl)-tetrahydro-l,3,5-oxadiazin-4-on [N,N'-Bis(methoxymethyl)-uron] und 13-Bis(methoxymethyl)imidazolidin-2-on.
Die auszuwählenden Mengen der Komponenten A, B und C richten sich nach den gewünschten Lackeigenschaften. Bei hohen Gehalten der Komponente B erhält man besonders harte, bei hohen Gehalten der Komponente C besonders elastische Oberzüge.
Für die erfindungsgemäßen Einbrennlacke sind zahlreiche Reaktionsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Komponenten denkbar. Es ist wahrscheinlich, daß im Idealfall Komponente A mit den bifunktionellen Komponenten C zu hochmolekularen,vornehmlich linearen Polymeren reagieren, die dann mit den Vernetzern B in den unlöslichen Zustand übergeführt werden.
Die erfindungsgemäßen Einbrennlacke können mit üblichen Lösungsmitteln, wie Estern, Alkoholen, Ketonen verdünnt werden, wobei sich die Menge des Lösungsmittels an der erforderlichen Viskosität der Lacke orientiert. Vorzugsweise soll die Menge Lösungsmittel 30 Gew.-%, bezogen auf die Summe der Komponenten A-C, nicht überschreiten. Das Lösungsmittel kann ganz oder teilweise durch sogenannte Reaktiwerdünner ersetzt werden, d.h. durch niederviskose organische Verbindungen, die beim Einbrennvorgang den Lackfilm nicht verlassen, sondern in das Polymernetzwerk eingebunden werdea Geeignete Reaktiwerdünner sind z. B. monomolekulare Hydroxylverbindungen mit wenigstens 2 Hydroxylgruppen pro Molekül und Molekulargewichten zwischen 66 und 1000, wie sie aus der DE-OS 22 53 300 und 24 33 489 bekannt sind.
Die erfindungsgemäßen Einbrennlacke können 0,001 bis 1 Gew.-°/o, bezogen auf die Summe der Komponenten A-C, Vernetzungskatalysatoren wie z.B. organische Sulfonsäuren, z.B. p-Toluolsulfonsäure und/oder organische Zinnverbindungen, z. B. Dibutylzinndüaurat, und/oder tertiäre organische Amine, wie z. B.Tributylain!n, enthalten.
Weiterhin können die erfindungsgemäßen Einbrennlacke weitere Hilfs- und Zusatzstoffe wie Inhibitoren, Verlaufs-, Mattierungs-, Antiabsetz- und Entschäumungsmittel, Weichmacher etc. enthalten.
Die erfindungsgemäßen Einbrennlacke können durch übliche Applizierungsmethoden wie Gießen, Spritzen,
Tauchen, Bürsten, gewöhnlich in Schichtdicken von 40—180 μ, aufgetragen werden. Die Härtung kann durch |j Einbrennen bei Temperaturen zwischen 80 und 280° C, in der Regel zwischen 100 und 160° C1 erfolgen. Die in den folgenden Beispielen genannten Prozente sind Gewichtsprozente, Teile sind Gewichtsteile.
Beispiele
Herstellung der Komponente A Harzl
44-22 Teile 1.1,1-Trimethylolpropan und 9174 Teile Konjuvandolfettsäure werden in Stickstoffatmosphäre lunter Rühren langsam auf 220°C aufgeheizt und unter Wasserabspaltung bei dieser Temperatur gehalten, bis eine Säurezahl von ca. 1 erreicht ist Das berechnete Molekulargewicht des erhaltenen Harzes beträgt 395. S
Harz 2
268 Teile 1,1,1 -Trimethylolpropan und 244 Teile Benzoesäure werden in Stickstoffatmosphäre unter Rühren Jj !langsam auf 22O0C aufgeheizt und unter Wasserabspaltung bei dieser Temperatur gehalten, bis eine Säurezahl von ca. 1 erreicht ist Das berechnete Molekulargewicht des erhaltenen Harzes beträgt 238.
ψ,
Harz 3 |
10 004 Teile Benzoesäure, 22 796 Teile Konjuvandolfettsäure und 11 152 Teile Pentaerythrit werden in Stick-
!Stoffatmosphäre unter Rühren langsam auf 220° C aufgeheizt und unter Wasserabspaltung bei dieser Temperatür gehalten, bis eine Säurezahl von ca. 3 erreicht ist. Auf 33 420 Teile des Reaktionsproduktes werden 9892 Teile Phthalsäureanhydrid zugegeben und die resultierende Mischung so lange bei 140°C gehalten, bis eine Säurezahl g von ca. 80 erreicht ist Das berechnete Molekulargewicht des erhaltenen Harzes beträgt 648. S1
Harz 4 U
94 Teile Azelainsäure und 124 Teile Äthylenglykol werden in Stickstoffatmosphäre unter Rühren auf 150- 193°C Innentemperatur erhitzt, bis die Säurezahl der Reaktionsmischung ca. 2 beträgt Das Reaktionswasser wird über eine Vigreux-Kolonne abgeschieden. Danach wird das überschüssige Äthylenglykol im Vakuum abdestilliert Das zurückbleibende Kondensat ist eine niederviskose Flüssigkeit mit einem berechneten Molekulargewicht von 370 und einer Viskosität von 270 mPA · see
Die folgenden Beispiele 1 und 2 betreffen erfindungsgemäße Klarlacke. Diese werden mit nicht erfindungsgemäilen Kiariacken der Vergieichsversuche 3, 4 und 5 verglichen, in denen neben Komponente 1 lediglich | Komponente C (Vergleichsbeispiel 4,5) oder Komponente B (Vergleichsbeispiel 3), nicht jedoch eine Kombination beider Stoffe enthalten ist.
Beispiel 1
39,4 Teile Harz 1,23,8 Teile Harz 2,67,8 Teile der 80°/oigen Lösung eines malonesterverkappten Isophorondii-
socyanats in Athylglykolacetat und 29,4 Teile Hexamethoxymethylmelamin werden zusammen mit 0,3 Teilen |
p-Toluolsulfonsäure zu einem Klarlack angerührt. j1
Beispiel 2
39,4 Teile Harz 1,23,8 Teile Harz 2,19,0 Teile Bis-(methoxymethyl)-uron, 20,6 Teile Hexamethoxymethylmela-'50 min und 0,2 Teile p-Toluolsulfonsäure werden zu einem Klarlack angerührt
Vergleichsbeispiel 3
39,4 Teile Harz 1,23,8 Teile Harz 2,29,4 Teile Hexamethoxymethylmelamin und 0,3 Teile p-Toluolsulfonsäure j werden zu einem Klarlack angerührt der keine Komponente C enthält
m Vergleichsbeispiel 4
39,4 Teile Harz 1,23,8 Teile Harz 2 und 67,8 Teile der 80%igen Lösung eines malonesterverkappten Isophorondiisocyanats in Athylglykolacetat werden zu einem Klarlack angerührt, der keine Komponente B enthält
Vergleichsbeispiel 5
39,4 Teile Harz 1, 23,8 Teile Harz 2,19,0 Teile Bis-(methoxymethyl)-uron und 0,2 Teile p-Toluolsulfonsäure werden zu einem Klarlack angerührt, der keine Komponente B enthält
Einbrennriickstand Härte
Beispiel 1 78,5% nagelhart
Beispiel 2 85,6% nagelhart
Vergleich 3 86,8% nagelhart
Vergleich 4 76,3% nicht nagelhart
Vergleich 5 903% klebrig
Die Klarlacke der Beispiele und Vergleichsbeispiele 1—5 werden in einer Schichtdicke von ca. 150 μ auf Bleche aufgezogen und 30 Minuten bei 1400C eingebrannt. Die resultierenden Überzüge haben die aus der Tabelle ersichtlichen Eigenschaften. Gleichzeitig ist der Einbrennrückstand (ermittelt in 90 Min. bei 125°C) der Klarlacke aufgeführt.
Knickprobe
nicht gerissen
nicht gerissen io
abgeplatzt
nicht gerissen
nicht gerissen
Die Ergebnisse zeigen, daß es zwar möglich ist, mit nicht erfindungsgemäßen Lacken hohe Einbrennrückstände zu erreichen, daß aber die damit gewonnen Überzüge den mechanischen Anforderungen nicht entsprechen. Die erfindungsgemäßen Lacke ermöglichen dagegen sowohl hohe Einbrennrückstände als auch gute mechanische Eigenschaften.
Beispiele
19,7 Teile Harz 1,113 Teile Harz 2,8,7 Teile N,N'-Bis-(methoxymethyl)-imidazolidinon-2, 7,5 Teile Hexamethoxymethylmelamin und 0,16 Teile p-Toluolsulfonsäure werden zu einem flüssigen, !ösungsmittelfreien Lack vereinigt Der Lack wird auf einen Blechstreifen aufgezogen und 30 Min. bei 125°C eingebrannt. Es entsteht eine
harte, klare, kratzfeste und elastische Lackierung.
Beispiel 7
19,7 Teile Harz 1,30,0 Teile Harz 3,47,6 Teile Harz 2,25,8 Teile N,N'-Bis-(methoxymethyl)-imidazolidinon-2 und 923 Teile TiO2-Pigment werden zu einer Weißlackpaste vereinigt und, wie üblich, angerieben. Nach Zugabe von 30,8 Teilen Hexamethoxymethylmelamin und 0,3 Teilen p-Toluolsulfonsäure (im Verdünner gelöst) wurde mit Athylglykolacetat auf ein Viskosität entsprechend einer Anlaufzeit von 30 sec (DIN 53 211, DIN-Becher 4) verdünnt und auf Glasplatten verspritzt. Der verdünnte Lack hatte einen Einbrennrückstand (ermittelt in 90 Min. bei 125° C) von 78,5%. Die Lackierung zeigte folgende Werte:
EJnbrennbedingungen 3Q Niia/i25°C 30 MinV15Q°C
Glanz (Gardner 20° C) 91% 89%
Pendelhärte (DIN 53 157) 111 sec 126 sec
Beispiel 8
9,85 Teile Harz 1,34,15 Teile Harz 3,47,6 Teile Harz 2,18,8 Teile Harz 4 und 31,1 Teile N,N'-Bis-(methoxymethyl)-uron werden zusammengegeben, mit 102,4 Teilen TiO2-Pigment versehen und nach einer Reifezeit, wie üblich, angerieben. Die so erhaltene Paste wird mit 34,2 Teilen Hexamethoxymethylmelamin versetzt, 034 Teile . p-Toluolsulfonsäure (gelöst) hinzugefügt und mit Athylglykolacetat auf eine Viskosität entsprechend einer Auslaufzeit von 30 sec (DIN 53 211, DIN-Becher 4) verdünnt Der Lack wurde auf Glasplatten und ein Blech aufgespritzt und 30 Min. bei 15O0C eingebrannt Der Lack zeigte danach Hochglanz (Gardner 200C: 86%), hohe Pendelhärte (126 see nach DIN 53 157) und ausreichende Elastizität Der Einbrennrückstand (ermittelt wie bei Beispiel 7) betrug 78,6%.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Flüssige Einkomponenten-Einbrennlacke, bestehend — neben gegebenenfalls Pigmenten und/oder sonsti- ^ gen Hilfs- und Zusatzstoffen — aus β
    A) 30—80 Gew.-% hydroxylgruppenhaltiger Monomerer oder Oligomerer mit einem mittleren Molekulargewicht unter 1000, vorzugsweise unter 600,
    B) 3—60 Gew.-% mindestens eines vernetzenden Aminoplastharzes und
    C) 3—50 Gew.-°/o einer verlängernden reaktiven Komponente mit einem Molekulargewicht unter lOOÖ, ίο dadurchgekennzeichnet, daß die verlängernde reaktive Komponente C a) verkappte Diisocyanate und/oder b) Verbindungen, die pro Molekül zwei Gruppen der Struktur -CO-NH-CH2OR enthalten, und/oder c) reaktive Harnstoffderivate, die vorzugsweise die Gruppe
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