DE2623331C2 - Verfahren zur Tieftemperaturpyrolyse von Polyolefinen zu flüssigen und gasförmigen Kohlenwasserstoffen - Google Patents
Verfahren zur Tieftemperaturpyrolyse von Polyolefinen zu flüssigen und gasförmigen KohlenwasserstoffenInfo
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Description
!5 Kränzlein, »Aluminiumchlorid in der Organischen
Chemie«, Verlag Chemie, Berlin, 1939, Abschnitt XIX. »Cracken«, Seiten 200/201; Publizierte Beschreibung
der deutschen Patentanmeldung ρ47 112 D; LA.
Potolovsky und G. S. Spektor, »Cracking Industrial Paraffin«, The Journal of applied Chemistry of the
U.S.S.RL, Vol.28, 1955, englische Übersetzung, Seiten
729 bis 733.) Schließlich ist bekannt, daß gelöste Polyolefine, wie Polyäthylen, mittels 5 Gew.-% Aluminiumchlorid
bei 130° C bis zur wachsartigen Konsistenz — d, h. relativ stark — abgebaut werden. (Vgl. Wayne L.
Carrick, »Reactions of Polyolefins with Strong Lewis Acids«, Journal of Polymer Science; Part A-I, Vol.8,
1970. Seiten 215 bis 223.)
Demgegenüber war die Aufgabenstellung zur vorliegenden Erfindung:
20
Im Rahmen der Hochtemperaturpyroiyse ist ei
bekannt. Polyolefine mittels indirekt beheizter Drehrohrofen
oder Schnecken bei Temperaturen von etwa 500° C pyrolytisch abzubauen, wobei relativ lange
Verweilzeiten nötig sind und alf Reaktionsprodukte etwa 90% eines Öls sowie etwa 10% eines Gases
anfallen. Bei insgesamt etwas niedrigeren Temperaturen — etwa 300 bis 5000C — kann dann gearbeitet
werden, wenn das Verfahren zweistufig ausgelegt oder die Pyrolyse unter vermindertem Druck durchgeführt
wird. Auch beim Hydrocracken — also einer Zersetzung der Polyolefine in einer Wasserstoffatmosphäre erhöhen
Drucks, z.B. 10 bar, — kann noch bei einer Temperatur von etwa 4000C abgebaut werden (vgl.
Hj. Sinn. »Recycling der Kunststoffe«, Chemie-Ing.-Techn..
Band 46, 1974, Seiten 579 bis 589: T.Takesue. Kagaku Kogyo, Band 23,1972, Seiten 536 bis 542).
Weiterhin sind Verfahren beschrieben, bei denen man die pyrolytische Zersetzung der Polyolefine in einer
Salzschmelze — bestehend z. B. aus I Teil Magnesiumchlorid und 2 Teilen Kaliumchlorid — bei Temperaturen
von 600 bis 800"C oder unter Umsetzung mit organischen Chlorverbindungen durchführt. Auch sind
Verfahren beschrieben, bei denen die Pyrolyse in einem Wirbelbett durchgeführt wird, mit Sand als Wirbelschicht
und Stickstoff, Wasserdampf oder Spaltgas als Wirbelmedium — hierbei entstehen in einer Ausbeute
von etwa 65% des eingesetzten Polyolefins gasförmige Produkte und nur etwa 33% flüssige, insbesondere
cyclische. Kohlenwasserstoffe, wobei ein relativ hoher Anteil an wertvollen aromatischen Verbindungen durch
besondere Führung des Reaktionsgases erreicht wird (vgl. Hj. Sinn I.e.; I. Menzel, Dissertations-Synopse,
Chemie- Ing.-Techn., Band 46,1974, Seite 607).
Nachteilig bei allen Verfahren zur Hochtemperaturpyroiyse
sind die zwischen 400 und 900, insbesondere zwischen 600 und 8000C liegenden Dekompositionstemperaturen
und/oder der entstehende hohe Anteil gasförmiger Pyrolyseprodukte.
Es ist außerdem bekannt, höhere Kohlenwasserstoffe, wie Schweröle Und Paraffine, mittels anorganischer
Chloride, wie insbesondere Aluminiumchlorid, zu niedrigen Kohlenwasserstoffen, insbesondere flüssigen
Kohlenwasserstoffen, katalytisch zu spalten, wobei der 65 a)
Hätlptvorteil dieser, Arbeitsweise gegenüber der Hochtempefäturpyrolyse
in den deutlich lieferen Spältternperaluren — Maximum etwa 3000C ^ liegt,(Vgl, Georg
Relativ hochmolekulare Polyolefine - also nicht Schweröle oder Paraffine — pyrolytisch abzubauen.
Die Pyrolyse bei möglichst niederen Temperaturen durchzuführen.
Als Abbauprodukte ausschließlich gasförmige und flüssige — also nicht wachsförmige — Kohlenwasserstoffe
zu erhalten.
Einen möglichst hohen Anteil an flüssigen Abbauprodukten zu erreichen.
Solche flüssigen Abbauprodukte zu erzielen, die einen möglichst hohen Anteil als Kraftfahrzeugtreibstoff
geeigneter Kohlenwasserstoffe aufweisen.
Hierbei wurde davon ausgegangen, daß mit einer technisch einfachen Lösung dieser Aufgabe zwei
erhebliche Vorteile verbunden sein würden: Es würde nicht nur zum Umweltschutz beigetragen (Vernichtung
von Polyolefinabfällen) sondern es würde auch der Energiekrise entgegengesteuert (Gewinnung von Kraftf&hrzeugtreibstoff).
Es wurde gefunden, daß die gestellte Aufgabe gelöst werden kann mittels eines Verfahrens zur Tieftemperaturpyrolyse
von Polyolefinen zu flüssigen und gasförmigen Kohlenwasserstoffen, was dadurch gekennzeichnet
ist. daß man die (festen kunststoffartigen) Polyolefine, insbesondere Polyäthylene, — vorzugsweise solche mit
(nach ASTM D 1238-62 T bestimmten) Fließgeschwindigkeiten von 0.1 bis 0,25 g/10 Min. (nach Bedingung E:
= 190°/2.16 kg) oder von 1,7 bis 2.3 g/10 Min. (nach
Bedingung F: = I90V21.6 kg) - im Gemisch mit 5 bis 12. insbesondere 8 bis IOGew.-% AlCh (bezogen auf
das Polyolefin) als Pyrolysekatalysator bei Temperatu- -en von 150 bis 300. insbesondere 180 bis 22O0C im
schmelzflüss:gen Zustand in Bewegung hält und die
dabei entstehenden flüssigen sowie gasförmigen Kohlenwasserstoffe in an sich bekannter Weise gewinnt.
Wie sich gezeigt hat. arbeitet das erfindungsgemäße Verfahren besonders wirtschaftlich, wenn man die zum
Aufrechterhalten der Pyrolysereaktion erforderliche Wärmemenge durch Verbrennung der bei der Pyrolyse
gewonnenen gasförmigen Kohlenwasserstoffe aufbringt.
Zur stofflichen Seite des neuen Verfahrens ist im einzelnen hoch das folgende zu sagen;
Als der Pyrolyse zu Unterwerfende Polyolefine
eignen sich die üblichen künststoffartigen, z. B,
Polypropylen, Pöly-n-buten, Poly-i-buten, Polymer
thylpenlen sowie insbesondere Polyäthylen. Es
versteht sich von selbst, daB man aus wirtschaftlichen
Gründen praktisch ausschließlich Polyolefinabfälle oder nicht typgerechte Polyolefine einsetzt.
b) Als Pyrolysekatalysator wird erfindungsgemäß Aluminiümchlorid (AICb) eingesetzt
c) Die bei der Pyrolyse entstehenden flüssigen Kohlenwasserstoffe machen im allgemeinen bis
80 Gew.-% des Polyolefins aus; sie haben im wesentlichen Kohlenstoffzahlen im Bereich von 5
bis 14, vornehmlich von 6 bis 12, also eine Zusammensetzung, die einem Treibstoffgemisch
für Kraftfahrzeuge entspricht.
d) Die bei der Pyrolyse entstehenden gasförmigen Kohlenwasserstoffe machen im allgemeinen bis
20 Gew.-% des Polyolefins aus; sie haben im wesentlichen Kohlenstoffzahlen im Bereich von 2
bis 5, vornehmlich 3 bis 4 und können verbrannt oder zu Alkanen, vornehmlich Isobutan und Propan
aufgearbeitet werden.
Die Durchführung des neuen Verfahrens als solchem kann — von den crfindungsgcmäßcn Besonderheiten
abgesehen — mit den für die Flüssigphasenpyrolyse
üblichen Vorrichtungen und Verfahrensweisen erfolgen, so daß sich nähere Ausführungen hierzu erübrigen. Zu
erwähnen ist allenfalls, daß sich als Vorrichtungen, in denen die eigentliche Pyrolyse stattfindet, z. B. Rührkessel
bewährt haben, wobei es günstig ist, zu dem aufgeschmolzenen Polyolefin unter Rühren und Feuchtigkeitsausschluß
das AICI3 in Pulverform einzutragen. Besonders gut geeignet sind beheizte Schneckenmaschinen,
bei denen die Polyolefine im Zuge des Vortriebs abgebaut und die flüchügen Abbauprodukte abgezogen
werden, während die bei der Pyrolyse anfallenden nichtflüchtigen Bestandteile am Ende der Schnecke
ί ausgetragen werden.
In einem beheizten Rührkessel, dem eine übliche Fraktionierungsvorrichtung nachgeschaltet ist, werden
in geschrotene Abfälle eines Polyäthylens, das eine (nach
ASTM D 1238-62 T bestimmte) Fließgeschwindigkeit von 2,0 g/10 Min. (nach Bedingung F; =190°/21,6 kg)
hat aufgeschmolzen und zwar so viel, bis der Kessel zu etwa einem Drittel mit Schmelze gefüllt ist Sobald die
Ii ,Schmelze eine Temperatur von 2000C erreicht hat, fügt
min 9 Gew.-% (bezogen auf das Polyäthylen) Aluminiumchlorid
zu, wonach man unter Rühren 140 Min. auf dieser Temperatur hält
Die dem Rührkessel nachgeschaltete Fraktior.iervor-
2» richtung wird so betrieben, daß eine Fraktion von
flüssigen Kohlenwasserstoffen mit einem Siedebereich von 20 bis 185° C sowie die gasförmigen Kohlenwasserstoffe
isoliert werden.
Dabei fallen an 77 Gew.-°/o (bezogen auf das
J5 eingesetzte Polyäthylen) der flüssigen Fraktion und
19Gevv.-% (bezogen auf das eingesetzte Polyäthylen) der gasförmigen Fraktion. Der Rest setzt sich
zusammen aus Rückständen.
Aus der flüssigen Fraktion ist leicht ein benzinartiger
jo Kraftfahrzeugtreibstoff herzustellen.
Claims (2)
1. Verfahren zur Tieftemperaturpyrolyse von Polyolefinen zu flüssigen und gasförmigen Kohlenwasserstoffen,
dadurch gekennzeichnet, daß man die Polyolefine im Gemisch mit 5 bis 12Gew.-°/o AICl3 (bezogen auf das Polyolefin) als
Pyrolysekatalysator bei Temperaturen von 150 bis 3000C im schmelzflüssigen Zustand in Bewegung
hält und die dabei entstehenJen flüssigen sowie gasförmigen Kohlenwasserstoffe in an sich bekannter
Weise gewinnt.
2. Verfahren gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die zum Aufrechterhalten
der Pyroiysereaktion erforderliche Wärmemenge durch Verbrennung der bei der Pyrolyse gewonnenen
gasförmigen Kohlenwasserstoffe aufbringt
IO
Priority Applications (5)
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|---|---|---|---|
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| Date | Code | Title | Description |
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|
| D2 | Grant after examination | ||
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| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |