DE257948C - - Google Patents

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DE257948C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21HPULP COMPOSITIONS; PREPARATION THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASSES D21C OR D21D; IMPREGNATING OR COATING OF PAPER; TREATMENT OF FINISHED PAPER NOT COVERED BY CLASS B31 OR SUBCLASS D21G; PAPER NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D21H17/00Non-fibrous material added to the pulp, characterised by its constitution; Paper-impregnating material characterised by its constitution
    • D21H17/20Macromolecular organic compounds
    • D21H17/21Macromolecular organic compounds of natural origin; Derivatives thereof
    • D21H17/24Polysaccharides
    • D21H17/30Alginic acid or alginates

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  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Vi 257948 KLASSE 55 c. GRUPPE
in AUSSIG a. Elbe.
löslichen Kolloiden.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. Mai 1912 ab.
Zur Masseleimung von Papier eignen sich bis zu einem gewissen Grade alle Kolloide, Klebstoffe, Seifen usw. Von durchgreifender Wirkung sind aber nur diejenigen, die mit Aluminiumsulfat einen Niederschlag geben, der die Poren des Papieres verstopft und womöglich auch wasserabstoßend wirkt. Zu diesem Zwecke wurden bisher vornehmlich Harzseife, Leim, Stärke und aus letzterer hergestellter
ίο Pflanzenieini angewandt.
•Versuche haben nun ergeben, daß neutrale und alkalische Lösungen von Algenschleim (z. B. von Laminaria digitata, Digitatus sacharinus, Palmatus, Fucusarten usw.), die mit schwefelsaurer Tonerde, freien Säuren oder Erdalkali und Metallsalzlösungen fällbar sind, sich in hervorragender Weise zum Leimen von Papier eignen. Es ist bereits früher vorgeschlagen worden, ein aus Seetang hergestelltes Klebmittel zur Oberflächenleimung zu benutzen, jedoch war es nicht bekannt, daß sich eine alkalische Lösung des Seetangs in der vorgenannten Weise zur Masseleimung verwenden läßt. Die Fällungsmittel sind die gleichen, die auch zur Füllung der eingangs genannten, gewöhnlich zur Masseleimung verwendeten Substanzen benutzt werden, so daß sich die Tanglösung auch mit Vorteil mit einzelnen oder mehreren dieser Körper zusammen verwenden läßt.
Die in der Papierindustrie bereits vielfach verwendeten Carragheenmoosarten, wie Fucus crispus, Chondrus crispus, Sphärococcus .crispus, kommen hier nicht in Betracht, da sie den Anforderungen, mit genannten Materialien unmittelbar und ohne weiteres Fällungen zu geben, nicht entsprechen.
Diese durch Auflösen der genannten Tangarten in Alkalien, Alkalikarbonaten, Alkaliphosphaten hergestellten gereinigten oder ungereinigten Lösungen zeigen selbst im Zustande sehr großer Verdünnung (z. B. 1:20000) noch die Eigenschaft, mit schwefelsaurer Tonerde oder ähnlichen Stoffen sehr feine Niederschläge zu geben, deren einzelne, feinste Teile gallertartigen Charakter besitzen und in Wasser vollkommen unlöslich sind.
Bei dieser Niederschlagung, die im Holländer erfolgt, werden andere beigefügte emulgierte Stoffe oder lösliche Kolloide eingehüllt und quantitativ mitgerissen und auf diese Weise im Papier fixiert und zur Wirkung ge-. bracht, selbst dann, wenn das betreffende Kolloid sonst mit schwefelsaurer Tonerde nicht fällbar ist. Diese Fällbarkeit der oben charakterisierten Algenlösungen kann nicht nur dazu benutzt werden, die physikalischen Eigenschaften des Algenschleimes und der mitgerissenen Kolloidstoffe, Seifen usw. dem Papier einzuverleiben, sondern auch dazu, die sonst gebrauchten »Füllstoffe« (Kaolin, Gips, Schwerspat usw.) im Papier in größeren Mengen als sonst und besser zu fixieren.
Der chemische Vorgang ist hierbei folgender:
Die im Algen- (Tang-) Schleim enthaltenen Alkali-, Ammoniak- oder Magnesiumsalze der
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sogenannten »Tangsäure« oder »Laminarsäure« setzen sich mit freien Mineralsäuren in die gallertige und unlösliche freie Tangsäure, mit schwefelsaurer Tonerde oder Metallsalzen durch doppelte Umsetzung in die ebenfalls unlöslichen Aluminium- oder Metallsalze der Tangsäure um.
Dieser Prozeß wird durch folgende Beispiele erläutert:
ίο i. Man löst z. B. 75 kg Seetang in 100 bis 150 kg Wasser unter Zuhilfenahme von Alkalikarbonat oder -phosphat oder ähnlich wirkenden Reagenzien (oder die äquivalente Menge technischen tangsauren Ammoniaks, Natrons usw. in der gleichen Menge Wassers), setzt der gegebenenfalls gereinigten, gebleichten, je nach Bedarf neutralen oder alkalischen Lösung 40 kg Leimgallerte und 10 kg Pflanzenleim hinzu, ferner 2 kg Seife. Die Lösung kann entweder so oder zur Trockene eingedampft verwendet werden. Für einen Ansatz von 100 kg Papierstoff verwendet man ι bis 3 kg dieses Leimes (auf Trockengehalt gerechnet) in der üblichen Weise, indem man den Leim vorher entsprechend verdünnt, mit dem Papierstoff und dem »Füllstoff« mischt und mit einer Lösung von schwefelsaurer Tonerde niederschlägt.
2. Man verwendet dieselbe Menge Seetang oder getrockneten tangsauren Natrons oder Ammoniaks usw., setzt 60 kg 80 prozentiger Harzseife und 20 kg Pflanzenleim hinzu. Die Verwendung geschieht wie bei Beispiel 1.
3. Die genannten Bestandteile können trocken und pulverisiert zur Anwendung gelangen. Je nach dem Charakter des herzustellenden Papieres können die in Beispiel 1 und 2 angeführten Substanzen in beliebigen Verhältnissen gemischt und variiert, gegebenenfalls unter Zusatz anderer organischer oder anorganischer Kolloide verwendet werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Leimung von Papier mit Hilfe von aus Seetang hergestellten, in Wasser löslichen Kolloiden, dadurch gekennzeichnet, daß diese Kolloide der Papiermasse allein oder in Verbindung mit anderen Leimmitteln im Holländer zügesetzt und mit schwefelsaurer Tonerde oder ähnlich wirkenden Mitteln gefällt werden.
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