-
Die Erfindung geht aus von einem Mehrkanal-Sprechfunkgerät nach der Gattung des Patentanspruchs, wie es aus der DE-OS 24 46 271 bekannt ist.
-
Mehrkanal-Sprechfunkgeräte müssen auf jeweils eine Trägerfrequenz aus einer Reihe verschiedener, nach einem Frequenzraster abgestufter Trägerfrequenzen umschaltbar sein. Um die Zahl der benötigten Schwingquarze für ein Mehrkanal- Sprechfunkgerät zu verringern, kann von einem Vielkanal-Oszillator mit digitaler Frequenzteilung Gebrauch gemacht werden, wodurch man mit nur einem ein Bezugsfrequenznormal bildenden Schwingquarz auskommt. Der Oszillator ist in bekannter Weise Bestandteil eines PLL(phase locked-loop)-Oszillatorkreises (Frequenz, 1971, Heft 2, Seiten 30 bis 36), zu dem außer dem durch eine Gleichspannung steuerbaren Oszillator ein Frequenzteiler mit stufenweise einstellbarem Teilungsverhältnis und eine Phasenvergleichsschaltung gehören. Während einem ersten Eingang der Phasenvergleichsschaltung eine erste Wechselspannung vorgegebener, konstanter Bezugsfrequenz zugeführt wird, liegt an einem zweiten Eingang eine von dem Oszillator gelieferte und mittels des Frequenzteilers in ihrer Frequenz aufgeteilte Wechselspannung. An einem Ausgang gibt die Phasenvergleichsschaltung eine von der Differenz beider Frequenzen abhängige Differenzspannung ab, die zum Nachsteuern der Frequenz des Oszillators dient.
-
Da beim Umschalten des Sprechfunkgerätes von einem Kanal auf einen anderen Kanal jeweils eine gewisse Einschwingzeit vergeht, bis der Oszillator auf die neue Frequenz eingeschwungen ist, sendet das Gerät in der Zwischenzeit eine falsche, zu Störungen bei der Funkübertragung Anlaß gebende Frequenz aus. Die Einschwingzeit des Oszillators hängt im wesentlichen von der Höhe der Bezugsfrequenz ab. Ist diese Frequenz, wie bei Sprechfunkgeräten mit einigen hundert Kanälen unvermeidbar, verhältnismäßig klein (zum Beispiel nur 5 kHz), so ergibt sich eine Einschwingzeit in der Größenordnung von 100 ms.
-
Es ist andererseits ein rauscharmer Transistorverstärker bekannt (Siemens Bauteile-Report, 1974, Heft 3, Seiten 57 bis 60), bei dem eine Stabilisierung des Kollektorstroms eines Transistors der Verstärkerstufe mittels eines zusätzlichen Transistors erreicht wird. Der Transistor hat bei dieser Schaltung einen Kollektorwiderstand, dessen Spannungsabfall das Emitterpotential für den zusätzlichen Transistor bestimmt. Der Kollektor des zusätzlichen Transistors ist mit der Basis des Transistors der Vorverstärkerstufe verbunden, so daß temperaturbedingte Änderungen des Kollektorstroms kompensiert werden.
-
Weiterhin ist eine Sperrvorrichtung bekannt (DE-PS 9 31 599), die ein Sperren einer zum Sendeteil gehörenden Verstärkerröhre bewirkt, solange die Frequenz des Senderoszillators nach einer Frequenzumschaltung noch nicht stabilisiert ist. Als Sperrvorrichtung wird ein Suchspannungsgenerator ausgenutzt, der im unstabilisierten Zustand eine Suchspannung abgibt, die die Frequenz des Senderoszillators verändert und die genannte Verstärkerröhre sperrt. Im stabilisierten Zustand des Senderoszillators gibt der Suchspannungsgenerator keine Suchspannung ab, so daß die Verstärkerröhre geöffnet wird.
-
Schließlich ist noch ein Sprechfunkgerät mit einstellbarem PLL-Oszillator bekannt (US-PS 34 87 311), bei dem eine von einem Phasendetektor gelieferte Spannung den Oszillator nachsteuert und eine Torschaltung öffnet oder sperrt, die einem Suchoszillator zugeordnet ist. Der Suchoszillator erfüllt die Aufgabe, der Frequenz des spannungsgesteuerten Oszillators nach einer Frequenzumschaltung derart zu verändern, daß sich der Oszillator möglichst schnell auf die neue Frequenz einstellt.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Mehrkanal-Sprechfunkgerät zu schaffen, bei dem ein Transistorverstärker im Sendeteil des Sprechfunkgerätes unter Anwendung einfachster Mittel gleichstromstabilisiert ist und jeweils solange abgeschaltet wird, bis sich der PLL-Oszillatorkreis nach einer Kanalumschaltung in dem eingeschwungenen Zustand befindet.
-
Nach der Erfindung wird diese Aufgabe bei einem Mehrkanal-Sprechfunkgerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs durch die im Kennzeichen des Anspruchs angegebenen Maßnahmen gelöst.
-
Ein Mehrkanal-Sprechfunkgerät mit den vorgenannten Merkmalen zeichnet sich durch eine besonders einfach realisierbare Art der Abschaltung des Transistorverstärkers aus und verzichtet auf einen zusätzlichen elektronischen Schalterbaustein.
-
Die Erfindung wird an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
-
In dem in der Zeichnung gezeigten Schaltbild bezeichnet der durch strichpunktierte Linien umrahmte Schaltungsteil einen Transistorverstärker 1 in dem Sendeteil eines Mehrkanal-Sprechfunkgerätes. Der Transistorverstärker hat Anschlüsse 2 und 3 zum Zuführen einer Eingangsspannung U E und weitere Anschlüsse 4 und 5, an denen eine verstärkte Ausgangsspannung U A zur Verfügung steht. Der eingangsseitige Anschluß 2 des Transistorverstärkers 1 steht über einen Kondensator 6 mit der Basis eines ersten Transistors 7 in Verbindung, dessen Emitter ebenso wie die Anschlüsse 3 und 5 auf dem Massepotential liegt. Von dem Kollektor des ersten Transistors 7 führt eine erste Verbindung über einen Kondensator 8 an den Anschluß 4 und eine zweite Verbindung über einen Parallel-Resonanzkreis 9 und einen Widerstand 10 an einen Schaltungspunkt festen positiven Potential U B von zum Beispiel 5 V. Beide Anschlüsse des Widerstandes 10 sind über je einen Kondensator 11, 12 mit Masse verbunden. Der Emitter eines dem Transistor 7 zugeordneten zweiten Transistors 13 ist mit dem dem Widerstand 10 und dem Resonanzkreis 9 gemeinsamen Anschluß verbunden. Zwischen dem Kollektor des zweiten Transistors 13 und dem Massepotential befindet sich ein Spannungsteiler aus zwei Widerständen 14 und 15, und der beiden Widerständen gemeinsame Anschluß ist mit der Basis des ersten Transistors 7 verbunden. Zwischen dem Schaltungspunkt positiven Potentials U B und Masse liegt ein weiterer Spannungsteiler aus zwei Widerständen 16 und 17, wobei dem Widerstand 16 eine Diode 18 und dem Widerstand 17 ein Kondensator 19 parallelgeschaltet sind. Der beiden Widerständen 16 und 17 gemeinsame Anschluß ist mit der Basis des zweiten Transistors 13 verbunden, die ein Kondensator 20 mit dem Kollektor dieses Transistors verbindet.
-
Ein PLL-Oszillatorkreis 21, der dem in der Zeichnung durch gestrichelte Linien umrahmten Schaltungsteil entspricht, enthält eine Phasenvergleichsschaltung 22 mit einem ersten Ausgang 28, ein erstes Tiefpaßfilter 23, einen durch eine Gleichspannung steuerbaren Oszillator 24 und einen Frequenzteiler 25. Da das Prinzip des PLL-Oszillatorkreises allgemein bekannt ist, braucht an dieser Stelle nicht auf Einzelheiten eingegangen zu werden. Ein zweiter Ausgang 29 der Phasenvergleichsschaltung 22 des PLL-Oszillatorkreises 21 steht über ein zweites Tiefpaßfilter 26 in Reihe mit einem Widerstand 27 mit der Basis des zweiten Transistors 13 in Verbindung.
-
Im folgenden wird die Wirkungsweise der vorstehend beschriebenen Schaltung erläutert. Eine an den Anschlüssen 2 und 3 des Transistorverstärkers 1, das ist vorzugsweise ein Breitbandverstärker, liegende Eingangsspannung U E wird durch den ersten Transistor 7 verstärkt, wobei die Breitbandigkeit im wesentlichen von der Dimensionierung des Parallel-Resonanzkreises 9 abhängt. Jede temperaturbedingte Änderung des Kollektorstroms des ersten Transistors 7 ruft eine Änderung des Spannungsabfalls an dem Kollektorwiderstand 10 und damit eine Änderung des Emitterpotentials an dem zweiten Transistor 13 hervor sowie dadurch bedingt eine Änderung der Basisvorspannung für den ersten Transistor 7 und eine Änderung der Verstärkung dieses Transistors im temperaturkompensierenden Sinne.
-
Das Ausschalten des Transistorverstärkers 1 bei nach einer Kanalumschaltung noch nicht eingeschwungenem PLL-Oszillatorkreis 21 geschieht folgendermaßen. Mit der Kanalumschaltung wird der Frequenzteiler 25 umgeschaltet, so daß die Phasenvergleichsschaltung 22 bei einer an ihrem Eingang liegenden, vorgegebenen Bezugsfrequenz f eine Phasendifferenz feststellt. Die Phasenvergleichsschaltung gibt somit eine impulsförmige Spannung ab, bei der die Impulse eine von der Größe der Phasendifferenz abhängige Breite haben. Aus der impulsförmigen Spannung werden über die Tiefpaßfilter 23 und 26 je eine Differenzspannung U D 1, U D 2 gebildet. Die von dem Tiefpaßfilter 23 gelieferte Differenzspannung steuert den Oszillator 24 solange nach, bis seine durch den Frequenzteiler 25 geteilte Frequenz gleich der Bezugsfrequenz ist bzw. bis beide Phasenlagen übereinstimmen. Die unmittelbar nach der Kanalumschaltung von dem Tiefpaßfilter 26 abgegebene Differenzspannung ist nun so bemessen, daß sie die Basisvorspannung U 2 für den zweiten Transistor 13 in positiver Richtung überschreitet. Damit wird der zweite Transistor 13 in den Sperrzustand übergeführt und der erste Transistor 7 ebenfalls gesperrt. Der Transistorverstärker 1 ist somit ausgeschaltet. Je mehr sich die von dem Oszillator abgegebene und mit dem Frequenzteiler 25 geteilte Frequenz der Bezugsfrequenz f nähert, um so kleiner wird die Differenzspannung an den Ausgängen der Tiefpässe 23 und 26. Unterschreitet dann die von dem Tiefpaßfilter 26 gelieferte Differenzspannung die Basisspannung um einen bestimmten, vorgegebenen Wert, so werden die Transistoren 13 und 7 wieder in den Sättigungszustand gesteuert und der Transistorverstärker 1 eingeschaltet.
-
Die dem Widerstand 16 parallelgeschaltete Diode 18 hat den Zweck, daß ein Ansteigen der von dem zweiten Tiefpaßfilter 26 gelieferten Differenzspannung auf einen über der Betriebsspannung U B liegenden Wert den zweiten Transistor 13 nicht beschädigt. Sobald an der Anode der Diode 18 eine Differenzspannung liegt, die größer ist als die Betriebsspannung U B , fließt ein Strom über diese Diode, wodurch ein weiteres Ansteigen der Basisvorspannung für den zweiten Transistor 13 verhindert wird.
-
Der Kondensator 20 zwischen der Basis und dem Kollektor des zweiten Transistors 13 soll im übrigen ein Rauschen dieses Transistors verhindern.