DE2515103C3 - Aufblasbares Bruchband - Google Patents
Aufblasbares BruchbandInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Bruchband, das zwecks Erzeugung und .Regulierung des erforderlichen Gegendrucks im Bereich des Bruches und auf einem Teil des
Leibumfanges aufblasbar ist
Bei einer Hernie handelt es sich keineswegs um einen Bruch oder Riß der Bauchdecke, sondern vielmenr um
eine mehr oder weniger starke Erschlaffung und Überdehnung des Leistengewebes und des Leistenkanals. Es liegt also eine fortgeschrittene Gewebeschwächung und -erschlaffung vor, mithin eine Funktionsschwäche der gesamten Leistengegend.
Bei vorhandener Bruchanlage oder bereits manife- Jo
stern Bruchleiden ist die Bauchmuskulatur nicht mehr in der Lage, nach Ai t eines Schiingenmechanismus eine
Verengung des Leistenkanais zu bt wirken und so dem je nach Anstrengung größer werdendem Eingeweidedruck standzuhalten. &
Um ein Nachaußendrängen der Eingeweide zu verhindern, muß mittels des Bruchbandes ein Gegendruck erzeugt werden, der größer ist als der Druck der
Eingeweide, so daß dieser den Bruch sicher im Leib hält.
Dieser Gegendruck wird bei den herkömmlichen Bruchbändern durch eine statische, mechanische Kraft
gegen den Leistenkanal erzeugt. Völlig starre Vorrichtungen wie beispielsweise ein Stahlbügel, der eng
anliegend den Leistenkanal überdeckt, sind sowohl hinsichtlich ihrer Funktionsfähigkeit, insbesondere bei
Bewegungen des Benutzers, als auch hinsichtlich des Komforts für den Benutzer unbefriedigend. Auch das
Federbruchband mit einem gegendruckerzeugenden Federsystem ändert kaum etwas an diesen Nachteilen.
Das Elastikbruchband (Gegendruck durch ein elastisches Material) ist zwar in der Lage, sich den
wechselnden Notwendigkeiten des Gegendruckes anzupassen. Um aber einen ausreichenden Gegendruck zu
erzeugen, muß das Bruchband sehr straff angezogen werden. Hierdurch wird aber die Blutzirkulation ">'
behindert, so daß das Bruchband nur kurze Zeit getragen werden kann, also mehr oder weniger
untauglich ist.
Bekannt ist auch ein Bruchband in Form eines Gurtes mit zwei im Bereich des Bruches symmetrisch w
ingeordneten, gemeinsam aufblasbaren Luftpolstern, zwischen denen ein ständiger Druckausgleich erfolgt
(AT-PS 152 410).
Bei einem anderen bekannten Bruchband ist außer der Pelotte auch das Band selbst aufblasbar, wobei das h'>
als aufblasbarer Schlauch ausgebildete Band mit der aufblasbaren Pelotte zum Zwecke des Druckausgleiches
verbunden ist (DE-GM 17 81 895). Der auf den Körper
wirkende Druck ist mittels einer Pumpe (z. B. Ballpumpe
in der Hosentasche) bzw. eines Ablassventils regulierbar. Diese Bruchbänder sind zwar hinsichtlich der
Druckübertragung anpassungsfähiger und angenehmer. Sie schließen jedoch gleichfalls ein Verrutschen bei
bestimmten Bewegungen des Benutzers nicht aus.
Um dies zu vermeiden, wurde auch ein Bruchband entwickelt, das als Slip gearbeitet ist und vorn in
Taschen anatomisch geformte Einsätze enthält (LE-OS 16 10 553). Bei diesen Einsätzen handelt es sich jedoch
wieder um starre Körper.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bruchband der eingangs genannten Art zu schaffen, das
die Vorteile der herkömmlichen Bruchbandarten vereinigt, und zwar sowohl einen ausreichenden
Gegendruck erzeugt, als auch den Bewegungen des Körpers und damit der Leistengegend nachgibt, so daß
an jeder Stelle, an der sich die Hernie befinden kann, auch der nötige Gegendruck herrscht, der die Hernie
sicher im Leib hält.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß das Bruchband in an sich bekannter Weise in Slipform gearbeitet ist, daß die Slip-Vorderseite aus
zwei luftundurchlässigen, mindestens eine aufblasbare Luftkammer einschließenden Lagen besteht, wovon die
körperseitige Lage elastisch und die andere Lage möglichst wenig elasti- ch ist, und daß jede Luftkammer
mit einem Ventil zum Ablassen oder Zuführen von Luft versehen ist.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Figuren erläutert. Fig. 1 zeigt schraffiert das in Slip-Form
gearbeitete Bruchband, dessen Vorderseite gemäß F i g. 2 aufblasbare Luftkammern enthält. F i g. 3 verdeutlicht den Aufbau der Slip-Vorderseite. Der ca.
1.5 mm starke Teil 1 besteht aus einem elastischen Material, das ähnlich wie ein Gummiband dem Körper 2
eng anliegt und jede Bewegung des Körpers mitmacht. Zwecks dieses Teil ist es, sowohl einen gleichmäßigen
Grunddruck auszuüben, als auch 'ür einen guten körpergerechten Sitz zu garantieren, Es kann hierbei
zum Beispiel auf das elastische Material zurückgegriffen werden, das zur Herstellung der Elastik-Bruchbänder
verwendet wird. Aber auch jede andere elastische Faser ist geeignet, sofern sie auch eine hohe Elastizität und
eine gute Verarbeitbarkeit besitzt. Ebenso muß sie pflegeleicht sein. An der vom Körper 2 abgewandten
Seite ist der elastische Teil I mit einer dünnen, elastischen Gummischicht 3 versehen.
Darüber befindet sich nach außen hin eine Lage 5 aus Testern Material, das bei erhöhten Drücken nicht
nachgeben darf, also einen hohen Elastizitätsmodul haben muß. Die Lage 5 ist an ihrer inneren Seite
ebenfalls mit einer dünnen Gummischicht 6 versehen. Zwischen den Gummischichten 3 und 6 ist eine
aufblasbare Luftkammer 4 eingeschlossen. Ihre Dicke ist nicht zu groß zu wählen. Zum einen soll das
Bruchband vernünftige Ausmaße aufweisen, zum anderen muß der Gegendruck groß genug sein, so daß
der Luftraum etwa eine Dicke von mindestens 5 mm bis maximal 10 mm aufweisen sollte. Bei 5 mm erhöht sich
der Druck schon um ca. 25% wenn die Hernie sich nur
um 1 mm bewegt. Bei 2 mm gar erhöht sich der Druck um 70%. Diese Druckerhöhung erfolgt aufgrund der
Kompression der Luft in der Luftkammer 4, und zwar nach dem Boyle-Mariotte'schen Gesetz.
Außerdem kann der Druck in dieser Luftkammer noch erhöht werden, indem weitere Luft mit einem
Pileusball hineingepumpt wird. Hierdurch kann ein
ausreichender Gegendruck gegen den Eingeweidedruck erzielt werden. Außerdem läßt sich der Druck leicht
regulieren. Sollte z. B. durch körperliche Anstrengung der Eingeweidedruck stärker werden, so ließe sich leicht
der Luftdruck im Bruchband durch Betätigung des Pileusball erhöhen. Falls es andererseits zu Behinderungen
durch einen zu großen Gegendruck durch das Bruchband kommt, ließe sich auch der Gegendruck
erniedrigen.
Durch die Konstruktion des Pileusballs ist gewährleistet,
daß eine solche Druckveränderung nur von Seiten des Bruchleidenden vorgenommen werden kann und
nicht etwa schon durch einen Stoß gegen einen Gegenstand oder in einem Menschengedränge auftreten
kann.
Der Pileusball selbst ist durch ein Ventil 8 fest mit dem
Bruchband verbunden und wird in eine Hosentasche geführt Die Zuleitung ist an dem Ventil in der äußeren
Lage 5 des Bruchbandes angeschraubt, so daß es dem Bruchleidenden leicht möglich ist. Bruchband und
Pileusball zu trennen, ohne daß dadurch die Funktion des Bruchbandes beeinflußt wird. Hierdurch isi das
Bruchband auch für nicht hoseniragende Frauen bestens geeignet.
Die Größe des Bruchbandei richtet sich genau wie bei
herkömmlichen Bruchbändern nach der Konfektionsgröße. Entscheidend ist dabei, daß das Bruchband genau
angepaßt ist. Der erforderliche Gegendruck gegen den Eingeweidedruck läßt sich dann mit Hilfe des Pileusballs
leicht einstellen, wie es schon oben beschrieben ist.
ιυ Aus Fig.2 ist eine Oberansicht des Bruchbandes
ersichtlich, und zwar mit den seitlich angeordneten Ventilen 8.1 und 8.2 für die doppelseitige Ausführung
des Bruchbandes. Für einseitig Bruchleidende ist natürlich auch eine einseitige Ausführung (eine Luftkammer)
herstellbar.
Der Vorteil dieses neuartigen Bruchbandes besteht also in der besseren Paßform unü der besseren
Druckregulierung, wodurch es sich den individuellen Bedürfnissen jedes Bruchleidenden, besonders den bei
allen Bruchleidenden andersartigen Gf jndruckbedürfnissen,
aufs beste anpaßt.
Hierza 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Bruchband, das zwecks Erzeugung und Regulierung des erforderlichen Gegendrucks im Bereich des Bruches und auf einem Teil des Leibumfanges aufblasbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß es in an sich bekannter Weise in Slipform gearbeitet ist, daß die Slipvorderseite aus zwei luftundurchlässigen, mindestens eine aufblasbare Luftkammer einschließenden Lagen besteht, wovon die körperseitige Lage elastisch und die andere Lage möglichst wenig elastisch ist, und daß jede Luftkammer mit einem Ventil zum Ablassen oder Zuführen von Luft versehen ist15
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19752515103 DE2515103C3 (de) | 1975-04-07 | 1975-04-07 | Aufblasbares Bruchband |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19752515103 DE2515103C3 (de) | 1975-04-07 | 1975-04-07 | Aufblasbares Bruchband |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2515103A1 DE2515103A1 (de) | 1976-10-14 |
| DE2515103B2 DE2515103B2 (de) | 1978-04-27 |
| DE2515103C3 true DE2515103C3 (de) | 1979-04-05 |
Family
ID=5943248
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19752515103 Expired DE2515103C3 (de) | 1975-04-07 | 1975-04-07 | Aufblasbares Bruchband |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2515103C3 (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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-
1975
- 1975-04-07 DE DE19752515103 patent/DE2515103C3/de not_active Expired
Also Published As
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|---|---|
| DE2515103B2 (de) | 1978-04-27 |
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| AT71766B (de) | Bruchband. |
Legal Events
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| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
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