DE250959C - - Google Patents

Info

Publication number
DE250959C
DE250959C DENDAT250959D DE250959DA DE250959C DE 250959 C DE250959 C DE 250959C DE NDAT250959 D DENDAT250959 D DE NDAT250959D DE 250959D A DE250959D A DE 250959DA DE 250959 C DE250959 C DE 250959C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
balloons
explosion
balloon
protective
shelters
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT250959D
Other languages
English (en)
Publication of DE250959C publication Critical patent/DE250959C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B64—AIRCRAFT; AVIATION; COSMONAUTICS
    • B64B—LIGHTER-THAN AIR AIRCRAFT
    • B64B1/00—Lighter-than-air aircraft
    • B64B1/58—Arrangements or construction of gas-bags; Filling arrangements

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Aviation & Aerospace Engineering (AREA)
  • Laminated Bodies (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVi 250959 -. KLASSE 77h. GRUPPE
Zusatz zum Patent 250958 vom 21. August 1908.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 21. August 1908 ab. Längste Dauer: 20. August 1923.
Die Erfindung hat hauptsächlich den Zweck,
den Schutz gegen Explosionen zu verbessern, den besonders die größeren Lenkballons durch die mit Patent 250958 geschützte Haupterfindung gleicher Bezeichnung gewinnen können.
Im wesentlichen handelt es sich darum,
diese explosionsfeindlichen „Mittel nicht für den
• eigentlichen Trageballon, sondern nur für die Fülkm£_voji_Schutzräumen zu benutzen, die
iSn aufarTsich zwar bekannte, aber erst durch die Erfindung zweckmäßig verbesserte Weise gegen Luft absperren, um die Entstehung explosibler Gasgemische auch nach Eintritt von Luft zu verhindern sowie Entzündungen ausströmender Ballongase durch eindringende Branderreger und durch Feuer in der Gondel auszuschließen.
Eine solche Beschränkung der Anwendung dieser Mittel der Haupterfindung ist für doppelwandige Ballons notwendig, wenn nicht deren Auftriebsverluste (nämlich durch Schutzgaszusatz zum Traggas) so übermäßig werden sollen, daß nur noch Riesenballons mit Schutzgasen gebaut werden können. Außerdem aber bietet dies Verfahren neue Vorteile, die damit zusammenhängen, daß die Brand- und Explosionsgefahr für Ballons wesentlich auf dem Sauerstoff der Luft beruht, und daß ihre Nachbarschaft für den Ballon auf die Außenhülle und die Hüllen etwa vorhandener Luftballonets beschränkt ist.
Deshalb genügt es, wenn nur die diesen Hüllen zunächst liegenden Gasschichten gegen die brand- und explosionsgefährliche Wirkung des Sauerstoffes und gegen das Eindringen von Branderregern geschützt werden, was aber nur durch Benutzung besonderer Schuj^räume möglich ist, deren neue Ausführungen später besprochen werden.
Dadurch wird nicht nur sehr erheblich an Kosten und an Gewicht für die explosionsverhütenden Chemikalien gespart, sondern die so erzielte Verminderung der zu reinigenden Gasmengen erleichtert und verkürzt das Verfahren ganz außerordentlich, besonders wenn die chemische Behandlung der Gase in den Gondelräumen stattfindet. Das ist aber für die Erzielung dauernder Explosionssicherheit von großer Bedeutung, da niemals zu viel Sauerstoff in dem Ballon sein darf, er also schnellstens beseitigt werden muß.
Außerdem wird nach vorliegender Erfindung eine beliebige mindeste Dicke der explosionssicheren Schutzgasschichten durch besondere Vorrichtungen, wie Befestigungen, Versteifungen, Gitter, Netze u. dgl., gesichert, ohne den zu erwartenden Ausdehnungswechsel der Gase zu hindern, da den Hüllen der dazu nötige Spielraum gelassen wird.
Das ist notwendig, da der Schutz des Innenballons dort häufig nahezu aufhören muß, wo sich Innen- und Außenhülle bei schlaffem Zustande der Innenhülle berühren können. Dort würden z. B. raketenartige Brandgeschosse
durch ihren ihnen folgenden Feuerstrahl leicht die Innengase entzünden können.
Außerdem wird der Innenballon erst durch solche Schutzschichten mit gesicherter mindester Dicke vorjngewollter starker Abkühlung durch die Außenluft bewahrt, die leicht zu Abstürzen führen kann, vor allem aber auch vor übermäßiger Erwärmung, die oft starke Gasausströmungen verursacht, die immer eine
ίο große Explosionsgefahr für Motorballons bilden. Das wird sich besonders geltend machen, wenn die Gondelräume in oder nahe am Ballonkörper angeordnet sind, was schon mit Rücksicht auf die der feindlichen Flugzeuge wegen mehr und mehr zu erstrebende Steigerung der Geschwindigkeit wünschenswert ist. Mit Ballons, die ■ auf diese Weise wirksam gegen Temperaturänderungen isoliert sind, wird es gelingen, den Auftrieb im wesentlichen durch die Heizvorrichtungen der Haupterfindung zu beherrschen, explosionsgefährliche Gasverluste durch das Ventil zu vermeiden und dem mit Brandgeschossen von unten oder oben drohenden Gegner durch schnelle Auftriebsänderungen zu entgehen.
Die bisher mit doppelten Hüllen bekannten Ballons ließen diese Aufgabe ungelöst. M. C. I. G. Gießmanns englisches Patent 13108 von 1890 will dazu biegsame durchlässige Zwischenwände, E. U η g e s englisches Patent 28713 von 1902 aufgeblasene Schläuche und unten Bambusstäbe zwischen beide Hüllen einschieben, was deren gegenseitige Berührung in unprallem Zustande keineswegs überall verhindert, vor allem aber den Hüllen nicht den genügenden Spielraum für den Ausdehnungswechsel der Gase läßt. M. Rassart-Fiehefet hält nach dem französischen Patent 320091 von 1902 seine Innenballons durch unten offene, über sie geworfene Netze und G i b ο η den seinigen durch vier Verschnürungen fest, die von den Versteifungen eines in der Mitte der Unterseite des Ballons ausgesparten Hohlraumes aus über den Ballon hinweggeführt sind, nach seinem französischen Patent 320028 von 1904. In beiden Fällen kann der Ballon die Außenhülle an den Seiten während der Bewegung leicht berühren und dadurch undicht werden, in unprallem Zustande aber kann der Innenballon die Außenhülle auch unten und oben berühren, weil er dann einen birnenförmigen Querschnitt annimmt, bei G i b ο η direkt über dem Hohlraum, allerdings nur nach oben zu. Moras französisches Patent 319320 von 1902 hat eine doppelte starre Hülle vorgeschlagen, die einen unstarren Innenballon umgibt, ohne aber irgend etwas darüber zu sagen, wie der Abstand zwischen den verschiedenen Hüllen gehalten werden soll, von einem solchen ist nicht einmal die Rede.
Eine einfache Lösung der Aufgabe, den mindesten Abstand zwischen Außen- und Innenhülle mit dem nötigen Spielraum für die Innenhülle zu sichern, besteht darin, daß die obere Hälfte des Innenballons starr versteift und ringsum mit Abstand konzentrisch in der Schutzhülle befestigt wird, während seine nachgebende untere Hälfte durch Netze oder Gitter von der Schutzhülle ferngehalten wird, die in ihr mit dem nötigen Abstand befestigt sind.
Um die mindeste Dicke von Schutzschichten zwischen Luftballonets und der Außenhülle zu sichern, braucht man nur die untere Hälfte des Ballonets zu versteifen und mit Abstand konzentrisch in der Schutzhülle zu befestigen. Die obere nachgebende Hüllenhälfte wird in unprallem Zustande durch ihre eigene Schwere, in voll aufgeblasenem durch ihre Form und Größe in dem gewünschten Abstand gehalten. Es können aber auch noch Haltenetze über dem Ballonet vorgesehen sein. Selbstverständlich kann man auch die Innenballons wie die Luftballonets und umgekehrt diese wie die Innenballons in der Schutzhülle zentrieren.
Auch zwischen mehreren Innenballons sind Schutzschichten von gesicherter mindester Dicke vorteilhaft, weil dann erst eine wirksame Isolierung der Innenballons gegeneinander stattfindet. Unbedingt notwendig aber ist diese Trennung zwischen gashaltigen und lufthalti- 90' gen Innenhüllen von Ballons, weil deren Berührung explosionsgefährliche Diffusionsprodukte ebenso und bei innerem Überdruck noch t leichter entstehen läßt, als in der Ballonhülle infolge der Nachbarschaft der Außenluft. In beiden Fällen können die Abstände durch besondere Netze, Gitter, Versteifungen, Befestigungen u. dgl. gehalten werden, z. B. indem der mindeste Zwischenraum durch paarweise Wände begrenzt ist, die in der Schutzhülle befestigt sind.
Derartige Vorrichtungen ermöglichen es, ohne Gefahr in derselben Schutzhülle Gasballons mit Heiz- und Kühlballonets oder bzw. und mit luftgefüllten Heiz- und Kühlballons zu vereinigen, wenngleich die letzteren meist nur für starre Luftschiffe ohne Luftballonets in Frage kommen werden.
Sind luftgefüllte Innenhüllen ringsum, also auch nach außen, mit Schutzgasschichten von gesicherter mindester Dicke umgeben, dann ist dies von besonderem Vorteil nicht nur für die Fernhaltung von Branderregern -von ihren Hüllen, sondern auch für die Verwendung von Heiz- und Kühlvorrichtungen in ihnen, weil ihre Füllung den spezifisch schwersten Teil des Balloninhaltes bildet, ihre Temperaturänderungen demnach den größten Einfluß auf den Auftrieb ausüben.
Für an sich bekannte doppelwandige Behälter und Leitungen von leicht entflammbaren Brennstoffen haben die mit den Innenräumen
unverbundenen explosionsfeindlichen Schutzgasschichten der Erfindung gegenüber den bekannten Verfahren zum Fortdrücken und Isolieren von flüchtigen, brennbaren Flüssigkeiten
'5 sehr wesentliche Vorzüge, besonders für Gas-, leitungen, nämlich: Ersparnis an Chemikalien bzw. an Schutzgasen, Freibleiben des Leitungsinhaltes von den Schutzgasen und der Schutzschichten von dem Leitungsinhalt und vor
ίο allem größere Explosionssicherheit bei Eintritt von Luft.
Ebenso wie man durch derartige Vorrichtungen gleichzeitig Innenballons und von ihnen räumlich getrennte Ballonets in derselben Schutzhülle durch die Schutzräume der Erfindung mit gesicherter mindester Tiefe in jeder Richtung gegen ihre Umgebung und untereinander isolieren kann, so kann man gemäß der Erfindung natürlich auch Luftballonets in einhülligen Ballons auf dieselbe Weise durch abstandhaltende Bauteile mit gasförmigen Schutzschichten von gesicherter mindester Dicke umgeben und dadurch die Hülle eines solchen Ballonets vor feuergefährlichen Reibungen mit der Ballonhülle bzw. vor Branderregern bewahren sowie seinen Inhalt gegen den Einfluß der Außentemperatur sichern.
Die Mittel der Erfindung können nach ihr sowohl in Verbindung mit denen der Haupterfindung als auch für sich allein, und zwar in beiden Fällen gleichzeitig oder einzeln oder in beliebigen Zusammenstellungen verwendet werden, wenn sie auch in erster Linie bezwecken, die Mittel der Haupterfindung zu verbessern, besonders die Anwendung von Stoffen, die durch Berührung mit Gasen deren Explosionsgefährlichkeit vermindern.
Man kann also auch ohne Benutzung explosionshindernder Stoffe den Schutzräumen von Ballons bzw. von Ballonets durch abstandhaltende Bauteile eine mindeste Tiefe in jeder Richtung sichern, wenn die inneren Gasbehälter (Trageballons bzw. Ballonets) oder ihre •Schutzräume ihre Form vollständig oder in Teilen verändern können, um dem Druckwechsel der Gase zu folgen, was bei geschlossenen Innenbehältern nötig ist.

Claims (2)

Pate nt-An Sprüche:
1. Brandschutz für Ballons von Luftschiffen unter Verwendung von Stoffen, durch deren Berührung mit Gasen die Explosionsgefahr der letzteren gemindert wird, nach Patent 250958, dadurch gekennzeichnet, daß die explosionshindernden Stoffe in an sich bekannten Schutzräumen benutzt werden, welche die zu schützenden Ballons vollständig oder teilweise umschließen.
2. Brandschutz mit Schutzräumen für . Ballons von Luftschiffen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß den Schutzräumen durch abstandhaltende Bauteile eine mindeste Tiefe auch dann gesichert ist, wenn die zu schützenden Räume oder die Schutzräume ihre Form verändern.
DENDAT250959D Active DE250959C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE250959C true DE250959C (de)

Family

ID=509436

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT250959D Active DE250959C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE250959C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE60213213T2 (de) Schutzkonstruktionen gegen explosion
DE1481222C3 (de) Motorgetriebenes, lenkbares Luftschiff mit Doppelwandhülle
EP0675823B1 (de) Wiederverwendbares raumfluggerät
DE2612777A1 (de) Ballon
DE2632466B2 (de) Wärmeisoliervorrichtung für einen Kernreaktorbehälter
DE337736C (de) Transport- und Aufbewahrungsgefaess mit isolierendem Luftmantel fuer fluessige Luft oder andere verfluessigte Gase
DE1658998A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Isoliermaterialien und von Waermeisolierungen,sowie mittels derselben erhaltene industrielle Erzeugnisse und ihre verschiedenen Anwendungen
DE3931825A1 (de) Vorrichtung zur abwehr eines torpedos
DE7023250U (de) Sperrvorrichtung für Brandabschnitte in Lüftungs- und Klimaanlagen
DE2243888B2 (de)
DE627196C (de) Verfahren zum Erzeugen und Aufrechterhalten einer indifferenten Atmosphaere in mit hohen Temperaturen arbeitenden Blankgluehmuffeln
DE602004008348T2 (de) Sicherheitsvorrichtung für biologische und chemische produkte
DE451883C (de) Luftschiff mit mehreren Gaszellen
DE378866C (de) Prallschiff mit unterteiltem Gasraum und Laengskanal
DE703201C (de) Schusssicherer Brennstoffbehaelter, insbesondere fuer Flugzeuge
DE1781416C3 (de)
DE303968C (de)
DE546107C (de) Mit zwei verschiedenen Auftriebsgasarten gefuelltes Luftschiff
DE3420651C2 (de)
DE696253C (de) Fesselballon
DE646343C (de) Aus Luftschichten bestehende Kuehlschrankisolation
DE214019C (de)
DE343898C (de) Schiff, dessen mittlerer Querschnitt ungefaehr die Form eines umgekehrten U hat, undin dessen Mitte ein unten offener und oben geschlossener Laengstunnel vorgesehen ist.
DE371674C (de) Vorrichtung zum Kuehlen der Gase eines Luftschiffes
EP4682064A2 (de) Atmosphärenwiedereintritts- und landevorrichtung für eine raketenstufe und verfahren für den wiedereintritt einer raketenstufe in die atmosphäre