DE2506258C2 - Verfahren zur Herstellung von Mischgarnen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Mischgarnen

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DE2506258C2 DE2506258A DE2506258A DE2506258C2 DE 2506258 C2 DE2506258 C2 DE 2506258C2 DE 2506258 A DE2506258 A DE 2506258A DE 2506258 A DE2506258 A DE 2506258A DE 2506258 C2 DE2506258 C2 DE 2506258C2
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Mischgarnen entsprechend dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
Ein derartiges Verfahren zum gemeinsamen Ersplnnen von Elnkomponentfllamenten und Bikomponentfllamenten Ist In DE-AS 12 81096 beschrieben. Mantelkernfllamente als ein Typ der Blkomponentfllamente sind .1» ebenfalls bekannt, siehe z.B. DE-OS 22 29 881. Die Spinnmaschinen für das Co-splnnen sind gewöhnlich für eine relativ begrenzte Strömungsgeschwindigkeit jeder der beiden fadenblldenden Lösungen oder Schmelzen ausgelegt. Wenn nun das Gewichtsverhältnis der beiden Komponenten Im Mischgarn In der eingesetzten Spinnmaschine verändert werden soll, so verringert jegliche Änderung der ausgelegten Kapazität jeder Komponente die Produktivität der Spinnmaschine. Die Änderung der Strömungsgeschwindigkeit In der Spinnmaschine verbietet sich aus Kostengründen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Mittel und Wege bereitzustellen zum gleichzeitigen Bellefern einer Spinnmaschine mit zwei Spinnmassen bei konstanter Strömungsgeschwindigkeit und zum Einstellen der Spinnbedingungen derart, daß man eine scheinbare Änderung im Gewichtsverhältnis zwischen diesen beiden Spinnmassen in dem fertigen Garn erhält, während In Wirklichkeit keine Änderung In der Strömungsgeschwindigkeit Irgendeiner der Spinnmassen vorgenommen worden Ist.
Die Lösung dieser Aufgabe Ist durch die kennzeichnenden Maßnahmen des Anspruchs 1 charakterisiert. Die Erfindung ermöglicht es, mit einer gegebenen Spinnmaschine einen weiten Bereich von scheinbaren Gewichtsverhältnissen der Einzelfäden In einem gemeinsam ersponnenen Garn zu erzielen, ohne die Strömungsgeschwindigkeit Irgendeiner der Komponenten zu der Maschine ändern zu müssen. Dies wird folgendermaßen erreicht: Diejenige Komponente, für die die scheinbare Gewichtszunahme erwünscht Ist, wird als Mantel in Mantel-Kernfäden ersponnen. Die gewünschte Menge der anderen Komponente wird In Form von Elnkomponentenfäden ersponnen, wobei der Überschuß in dem Kern der Mantel-Kernfäden verborgen wird. Die scheinbare Änderung Im Gewichtsverhältnis der Einzelfäden In dem Garn wird durch Änderung In den Spinndüsenpackungsteilen erreicht. Diese Methode ermöglicht die Erzeugung einer Vielzahl verschiedener Produkte mit so unterschiedlichen Graden der Anfärbbarkelt und des Kontrastes, ohne daß In der Spinnanlage bedeutende Änderungen vorgenommen zu werden brauchen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird also die Technologie des gemeinsamen Ersplnnens unterschledlleher Spinnmassen auf die Herstellung von Polyesterbuntgarnen angewandt. Es handelt sich dabei um ein wlchtlges Verfahren für die wirtschaftliche Schaffung einer vielseitigen Produktionsstraße. Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnungen Bezug genommen.
Flg. 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch einen Spinndüsenpackungsaufbau zum gemeinsamen Ersplnnen von Garnen, nach dem Verfahren gemäß der Erfindung. Flg. 2 und 3 sind Querschnitte durch einen Mantel-Kernfaden bzw. einen homogenen Faden, wie sie mit der Vorrichtung gemäß Flg. 1 erzeugt werden.
Nach dem Verfahren gemäß der Erfindung erhält man gemeinsam ersponnene Buntgarne durch eine Reihe M von Verfahrensstufen, die mit dem gemeinsamen Ersplnnen von Mantel-Kernfäden und Elnkomponenienfäden beginnt. Diese Verfahrensstufen bestehen darin, daß man (1) mindestens zwei geschmolzene Spinnmassen aus synthetischen, thermoplastischen, faserbildenden Polymeren, die wesentlich unterschiedliche Anfärbbarkelt durch eine erste Klasse von Farbstoffen, aber gemeinsame Anfarbbarkelt durch eine zweite Klasse von Farbstoffen haben, einem gemeinsamen Splnnaggregai zuführl, (2) aus einem Teil der einen Spinnmasse eine erste (^ liruppe von Rklen. aus der anderen Splnnmussc den Mantel einer /wellen Gruppe von laden von Im wesentlichen konzentrischer Mantel-Kern-Slruklur, wobei der Kern gewlchisinilßlg den geringeren Anteil der Mantel-Kernladcn blklet. und aus dem Rest der ersten Spinnmasse den Kern der Manld-Kernl'ildcn ersplnnt, (3) die beiden l-'adcnuruppen /u einem MIscIijmmi vereinigt und (4) (Ins (ram /u einem Garnkörper aulwlckcll
Der Ausdruck »wesentlich unterschiedliche Anlärbbarkeltcn für eine crsle Klasse von Farbstoffen« bedeuiet, daß eines der Polymeren sich leicht durch einen gegebenen Farbstoff abfärben läßt, während das andere Polymere unter den gleichen Bedingungen Im wesentlichen ungefärbt bleibt, d. h. farblos bleibt oder allenfalls in einem nicht störenden Grad geringfügig angetönt wird. Unter »gemeinsame Anfärbbarkelt durch eine zweite Klasse von Farbstoffen« lsi xu verstehen, dall unter gegebenen lärbebcdlngungen beide Polymere zu einem <■ erheblichen Grad gefärbt werden; der Ausdruck bedeutet jedoch nicht, daß der Grad der Anfärbung notwendigerweise bei beiden Polymeren identisch sein muli. d. h. daß die Fasern die gleiche Gewichtsmenge Farbstoff aufnehmen. Vorzugswelse wird die »erste Klasse von Farbstoffen« aus den sogenannten basischen oder kanonischen Farbstoffen sowie den Säurefarbstoffen ausgewählt, während die «zweite Klasse von Farbstoffen» aus Dispersionsfarbstoffen besteht. "'
Vorzugsweise 1st die »eine polymere Spinnmasse« für die erste Gruppe von Fäden durch beide Klassen von Farbstoffen anfärbbar, während die »andere polymere Spinnmasse« das Mantelpolymere bildet und nur durch eine Klasse von Farbstoffen anfärbbar ist. Ein aus solchen Garnen hergestellter und entsprechend gefärbter Textilstoff zeigt unterschiedliche Färbungen, die als »Sprenkelung« bezeichnet werden.
Die verschiedenen Färbungen bruachen nicht nur auf die Verwendung von Kombinationen aus einem Homo- ii polymeren und einem Copolymeren zurückzuführen zu sein, sondern können auch auf der Verwendung von Polymeren unterschiedlicher Grundklassen beruhen. Die Im Sinne der Erfindung auszuwählenden Polymerkombinationen bestimmen sich nach den jeweils gewünschten Färbungseffekten und Textllelgenschaftseffekten. Im allgemeinen umfassen sie den gesamten Bereich der bereits bekannten Polymerkombinationen, wie Kombinationen von Polyäthylenterephthalat und einem kationisch anfärbbaren Copolyester aus Äthylenterephthalat und einem sulfonlumsalzmodifizierten Ester, Kombinationen von Polyäthylenlerephthalat und Polyhexamethylenadiplnsäureamld, von Polyäthylenterephthalat und einem sauer anfärbbaren modifizierten Polyester, von einem sauer und einem basisch anfarbbaren Polyester, von einem Polyester und einem Polyamid, von einem aus saurer Färbeflotte normal oder tief anfärbbaren Polyamid und einem kationisch anfarbbaren Polyamid, wie Polyhexamethylenadlpinsäureamld, oder einem Copolymeren von Hexamethylenadiplnsäureamld mit einer durch ein Natriumsulfonatsalz substituierten aromatischen Mono- oder Dlcarbonsäure, wie 5-Natriumsulfolsophthalsäure, sowie Kombinationen eines Polyamids aus Dodecandisäure und Bts-(4-aminocyclohexyl)-methan mit einem unterschiedlich anfärbbaren Polyamid oder Polyester. Nach einer bevorzugten Ausführungsform wird ein Garn hergestellt, das Fäden aus Polyäthylenterephthalat und Fäden aus Poly-[äthylenterephthalat/5-(natrlumsulfo)-Isophthalat] enthält. w
Ein überraschendes Merkmal der Erfindung beruht darauf, daß keine Überfärbungsschwierigkeiten auf Grund der Anwesenheit des unterschiedlich anfärbbaren Kerns In den Mantel-Kernfäden auftreten. Die sichtbaren Wirkungen des Färbens der Mantel-Kernfäden sind nämlich Im wesentlichen die gleichen wie diejenigen, die man erzielt, wenn man zu 100% aus dem Mantelpolymeren bestehende Fäden färbt. Um auf einer Überfärbung durch das Kernpolymere beruhende Komplikationen zu vermelden, die den Buntkontrast vermindern würden, .'> muß das Verhältnis von Mantelpolymeren zu Kernpolymerem so gewählt werden, daß die Manteldicke ausreicht, um das Hindurchdringen einer wesentlichen Menge desjenigen Farbstoffs, durch den nur der Kern anfärbbar 1st, zu verhindern. Dies hängt von der Größe der Fäden, der Polymerkombination, den Arten der Farbstoffe und den Färbebedingungen ab. So wird z. B. bei einem Garn aus Polyäthylenterephthalat und einem Copolyester von Poly-[äthylenterephthalat/5-(natrlumsulfo)-lsophthalat], wie es In Beispiel 1 beschrieben ist, das -to Überfärben in zufriedenstellender Welse verhindert, wenn der Mantel der Mantel-Kernfäden Im Mittel mindestens etwa 2 μηι dick Ist.
Der Kern soll In dem Mantel Im wesentlichen konzentrisch angeordnet sein. Dies bedeutet, daß, einen runden Querschnitt vorausgesetzt, das Verhältnis der maximalen zu der minimalen Manteldicke In dem Fadenquerschnitt weniger als etwa 3,5 : 1 und für feine Fäden von einem Fadentlter unterhalb 2,7 dtex weniger als etwa 1,5 :1 betragen soll. Für unrunde Fadenquerschnitte soll das Verhältnis für den Kreis bestimmt werden, der dem Fadenquerschnitt so einbeschrieben Ist, daß alle Flügel und Unregelmäßigkelten ausgeschlossen sind.
Ein anderes Merkmal der Erfindung Ist eile Tatsache, daß der Kern auch wechselseitig mit dem Mantel färbbar 1st, so daß der Kern beim Mischfärben nicht ungefärbt bleibt, was zu Ringfärbungsschwierigkeiten führen würde, wenn der Mantel in einem tiefen Farbton gefärbt wird und der Kern ungefärbt bleibt. Diese Methode 5<i wurde durch die Beobachtung ermöglicht, daß bei der Mischfärbung eines Garns, dessen Mantel aus einem Homopolymeren und dessen Kern aus einem Copolymeren besteht. Dispersionsfarbstoffe sowohl den Mantel als auch den Kern farben. Basische Farbstoffe, die ebenfalls In der Färbeflotte enthalten sind, können dagegen den Fadenkern, an dem basische Färbestellen zur Verfügung stehen, nicht erreichen.
Daher versperrt der nlcht-baslsch färbbare Mantel den basischen Farbstoffen den Weg. Wenn umgekehrt der Mantel eine basisch färbbare Komponente enthält, wirkt sich die charakteristische Anfärbbarkeit der beiden Komponenten für den beabsichtigten Zweck ebenfalls günstig aus. Der Mantel nimmt dann nämlich sowohl Dispersionsfarbstoffe als auch basische Farbstoffe an, was als tiefgefärbter »Ring« Im Fadenquerschnitt in Erscheinung tritt. Die Dispersionsfarbstoffe können den basisch färbbaren Mantel durchdringen und den mit Dispersionsfarbstoffen färbbaren Kern erreichen. Dadurch bleibt der Kern nicht ungefärbt, wodurch uner- fto wünschte optische Effekte oder Glanzeffekte, die oft bei Mantel-Kerngarnen auftreten, unterdrückt werden.
Das Verhältnis der einen zu der anderen Fadengruppe In dem Garn Ist nur durch die praktische Anwendung begrenzt. Üblicherweise liegen die Verhältnisse Im Bereich von etwa 10 : 90 bis 90 : 10. Die Erfindung macht es möglich, daß dieser ganze Bereich von Fadenverhällnlssen und die entsprechenden Wirkungsbereiche durch ein einziges. In der Mitte des Bereichs liegendes Polymerverhältnls von beispielsweise 50: 50 gedeckt werden. (0
Andernfalls würde z. B. beim Arbeiten mit einer Spinnstelle, die so ausgelegt Ist, daß sie den höchsten Ausstoß beim gemeinsamen Ersplnnen von 50% Homopolymerem und 50% Copolymerem liefert, der Übergang zu einem Verhältnis von 70 : 30 einen 30%lgen Produktionsverlust verursachen, ganz zu schwelgen von der
Arbeitskraft, die erforderlich Ist, um die Verfahrensparameter auf einen verminderten Polymerdurchsatz usw. umzustellen. Solche zusätzlichen Nachtelle In Form von Zelt und Arbeltskraft lassen sich durch das Verfahren gemäß der Erfindung vermelden.
Flg. 1 zeigt die Vorrichtung, die erforderlich Ist, um zwei Polymere gemäß der Erfindung durch eine einzige Spinndüse zu verspinnen. Dies erfordert Im wesentlichen die Verwendung einer Verteilerplatte 11, einer Doslerplatte 12 und einer Lamellenplatle 13 In Kombination mit einer bereits vorhandenen Spinndüse 14. Die Dosierung der richtigen Menge des einen Polymeren für die Einkomponentenfäden und für den Kern der Mantel-Kernfäden erfolgt durch entsprechende Größenbemessung des Durchmessers der Mantel-Kernkaplllaren 28 und der Einkomponentenkapillaren 17 In der Doslerplatte 12. Der Gesamtdruckabfall an den Platten 12 und 14 soll
ίο bei den beiden Arten von Kapillaren vergleichbar sein. Die Lamellenplatte 13 dient dazu, den richtigen Abstand zwischen der Doslerplatte 12 und der Spinndüsenplatte 14 zu halten, so daß die Mantelkomponente richtig In die Gegenbohrung der Spinndüse einströmen und den Mantel bilden kann. Dies ermöglicht eine genauere Steuerung und eine größere Variationsfähigkeit als das spanabhebende Ausarbeiten des endgültigen Abstandes aus der Vorderfläche der Dosierplatte selbst. Die Lamellenplatte 13 bestimmt auch, welche der Spinnöffnungen 19, 25 In der Spinndüsenplatte 14 die Einkomponentenfäden 29 und welche die Mantel-Kernfäden 30 erzeugt.
Beim Betrieb wird das Polymere A, z. B. ein kationisch färbbarer Copolyester, von einer (nicht dargestellten) Quelle dem Schmelzehohlraum 15 In der Vertellerplatte 11 zugeführt. Der Schmelzehohlraum 15 verteilt das Polymere auf ausgewählte Öffnungen mit Hilfe von Kanälen, wie dem Kanal 16 In der Platte 11, der mit den öffnungen 17 In der Doslerplatte 12 und 18 In der Lamellenplatte 13 kommuniziert und so das Polymere der Spinnöffnung 19 In der Spinndüsenplatte 14 zuführt, aus dem es als Einkomponentenfaden 29 ersponnen wird. Die Öffnung 18 in der Lamellenplatte 13 stellt eine direkte Verbindung zwischen den Öffnungen 17 und 19 her und verhindert so die Bildung eines Mantel-Kernfadens.
Außerdem wird das Polymere A von einer (nicht dargestellten) Quelle dem Schmelzehohlraum 26 In der Vertellerplatte 11 zugeführt (der mit dem Schmelzehohlraum 15 verbunden sein kann, aber nicht verbunden zu sein braucht), der das Polymere dem Kanal 27 zuführt, welcher mit der Öffnung 28 in der Doslerplatte 12 kommuniziert. Von einer gesonderten (nicht dargestellten) Quelle wird das Polymere B, z. B. ein Homopolyester, dem Schmelzehohlraum 20 In der Vertellerplatte 11 zugeführt, aus dem das Polymere zur öffnung 21 gefördert wird, die mit der Öffnung 22 In der Doslerplatte 12 kommuniziert, so daß das Polymere durch den Flüssigkeitskanal 23 In der Doslerplatte 12 weitergefördert wird. Der Kanal 23 verteilt das Polymere mit Hilfe
'κ der Öffnungen 24 In der Lamellenplatte 13 auf eine (nicht dargestellte) Vielzahl von Spinnöffnungen, wie 25, zum Ersplnnen des Fadens 30. Gleichzeitig leitet die Öffnung 28, die mit der Öffnung 25 konzentrisch angeordnet ist. Polymeres A der Mitte der Öffnung 25 zu, wo es von dem Polymeren B umgeben Ist, so daß beide Polymere gleichzeitig zu einem konzentrischen Mantel-Kernfaden 30 versponnen werden.
Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Produkt Ist von großer technischer Bedeutung, besonders für Buntgarne, die zu 80% aus Fäden einer Art und zu 20% aus unterschiedlich anfärbbaren Fäden bestehen. Die Erfindung ermöglicht die Herstellung eines solchen Produkts ohne Einbuße an Produktivität gegenüber für ein Verhältnis von 50:50 ausgelegten Spinnanlagen. So kann man z. B. ein 34fädlges Garn (dessen einzelne Fäden den gleichen Titer aufweisen) herstellen, das beim Färben den Effekt einer »scheinbaren« Polymerzusammensetzung Im Verhältnis von etwa 80: 20 (27 Fäden aus der einen Komponente und 7 Fäden aus der anderen Komponente) ergibt, obwohl das Polymerverhältnis In Wirklichkeit 50: 50 beträgt. Dies kann erreicht werden, indem man 7 homogene Fäden aus der einen Komponente (A) und 27 Mantel-Kernfäden erspinnt, die zu 37% aus dem Kernpolymeren (A) und zu 63% aus dem anderen Mantelpolymeren (B) bestehen. Dies ergibt sich aus der folgenden Berechnung:
Polymeres Teile in den Mantel-Kcrnfiidcn Teile in den homogenen Fäden Gesamtteile
im Garn
A 37% von 27 Fäden = 10 100% von 7 Fäden = 7 17
B 63% von 27 Fäden = 17 0% von 7 Fäden = 0 17
In den nachstehenden Beispielen haben »RV« und »HRV« die folgenden Bedeutungen:
Die relative VlscosHät (RV) von Polyamiden 1st das Verhältnis der Viscosltät einer 8,4 Gew.-%igen Lösung in einem Gemisch aus 90 Gew.-% Ameisensäure und 10 Gew.-% Wasser bei 25° C zu der Viscosltät des Lösungsmittels.
Die relative Viscosltät von Polyestern (HRV) Ist das Verhältnis der Viscosltät einer Lösung von 0,8 g Polyester, gelöst bei Raumtemperatur In 10 ml Hexafluorlsopropanol, die 80 ppm Schwefelsäure enthalten, zu der wi Viscosltät des Lösungsmittels, beide bestimmt mit einem Kaplllarviscoslmeler bei 25° C. Sie steht zu der relativen Viscosltät (RV) gemäß der US-PS 35 93 513 In der folgenden Beziehung:
HRV = RV/1,28.
'■5 Der Fadenmischungsgrad wird nach der US-PS 35 93 513 an gefärbten Garnproben bestimmt, die aus dem Gewebe entfernt und In Epoxyharz eingebettet worden sind.
Die In den Beispielen angegebenen Farbstoffe werden durch die Bezeichnung ihres Color Index (CI.) oder die Zahl gemäß der American Association ofTexllle Chemists and Colorlsts Identifiziert.
Beispiel 1
Eine Schmelze von Polyethylenterephthalat (HRV 22) und eine Schmelze des Copolyesters PoIy-[äthylenterephthalai/5-(Natriumsulfo)-lsophthalat], der zu 98 Mol-% aus Äthylenterephthalatelnhelten und zu 2 Mol-% aus 5-(Natrlumsulfo)-lsophthalateinhciten besteht und eine MRV von 14 aufweist, werden gesondert von einer Doppelschncckcnschmelzvorrlchtung einer Schmelzspinnvorrichtung zudosiert, die eine Spinndüsenpackung gemäß Flg. 1 aufweist und zum gleichzeitigen Ersplnnen von zwei Garnfäden zu je 34 Kapillaren ausgelegt Ist, von denen 27 Im wesentlichen konzentrisch angeordnete Mantel-Kernfäden und 7 Einkomponentenfäden oder homogene Fäden sind. Das Polyäthylenterephthalat wird als Mantel der Mantel-Kernfäden (Flg. 2) zugeführt. Der Copolyester wird für die homogenen Fäden (Fl g. 3) und für den Kern der Mantel-Kernfäden (Flg. 2) zugeführt. Die Doslerplatte 12 (4,83 mm dick) hat Löcher von 0,61 mm Durchmesser, die so bemessen und angeordnet sind, daß sie die Kapillaren, aus denen die Einkomponentenfäden ersponnen werden, bellefern. Ferner weist die Doslerplatte 12 Löcher von 0,71 mm Durchmesser, die konzentrisch für das Ersplnnen des Kerns angeordnet sind, und Löcher von 1,98 mm Durchmesser und 3,36 mm Länge für den Fadenmantel auf. Die Verteilerplatte 11 leitet die beiden Polyester von Ihren dosierten Quellen zu den entsprechenden Öffnungen der Doslerplatte.
Bei einem Polyester-Durchsatzverhältnis von 50: 50 auf Gewichtsbasis werden In einem kontinuierlichen Arbeltsgang 25,4 kg Garn pro Stunde ersponnnen, abgeschreckt und verstreckt. Die beiden Fadengruppen für jedes Garn werden vor dem Verstrecken zusammengeführt, unter Zuhilfenahme einer mit Wasserdampf betriebenen Ansaugdüse auf das 3,8fache verstreckt und wärmefixiert. Das so erhaltene Garn hat einen Titer von 165 dtex, eine Festigkeit von 3,8 g/dtex, eine Bruchdehnung von 30% und einen Abkochschrumpf von 8,9*>. Die Garne werden mit einer für das Texturleren geeigneten Gleitmittelappretur behandelt und vor dem Aufwickeln zu Garnkörpern verflochten.
Dann erhalten die Garne In einer »Leesona 553»-Texturlermaschlne unter herkömmlichen Bedingungen einen Falschdraht. Zwei Fäden der Garne, der eine mit S-Drehung, der andere mit Z-Drehung, werden zu einer einzigen Trikotröhre gewirkt. Das Gewirk wird unter technischen Bedingungen gefärbt. Die folgenden drei verschiedenen Mischfärbeflotten werden untersucht:
1,23%*) 0,66% 0,33% 15 %
pH 3,5
0,2 % 0,04% 0,3 % 15 %
pH 4,5
CI. 51004 Cl. Basic Red 22 CI. 48055
»Tanalon« Jet (Biphcnyl als nicht-ionogcner Träger —
Tanatcx Chemical Corp.)
CI. Basic Orange 21
CI. 42510
CI. Basic Violet 24
Chemocarrier KD5W (nicht-ionogencr Träger für kationische
Farbstoffe — Tanatcx Chemical Corp.)
1,2 % 1,23% 0,66% 0,33% 15 % pH 3,5
CI. Disperse Yellow 54
CI. 51004
Cl. Basic Red 22
Cl. 40055
»Tanalon« Jet (Biphenyl als nicht-ionogener Träger)
Ml f.5
*) Gewichtsprozent, bc/ogen auf den Textilstoff.
Die gefärbten Gewirke zeigen ein gutes gesprenkeltes Aussehen und einen guten Farbkontrast sowohl zwischen farbig und weiß als auch In den mischgefärbten Sprenkelungen. Der Effekt 1st völlig gleichwertig einem Garn der gleichen Fadennummer aus 27 Homopolyesterfäden und 7 Copolyesterfäden. Das Prüfgarn hat einen Fadenmischungsgrad von 85,3 (Mittelwert aus drei Bestimmungen).
Wie oben erwähnt, bestehen die Mantel-Kernfäden zu 63 Gew.-% aus dem den Mantel bildenden Homopolyester und zu 37 Gew.-% aus dem den Kern bildenden Copolyester, um für ein Garn aus 27 Fäden der einen Sorte und 7 Fäden der anderen Sorte das Polyesterverhältnis von SO: 50 anwenden zu können. Der Kern Hegt Im wesentlichen konzentrisch, was sich aus einem Verhältnis der maximalen zu der minimalen Manteldicke von weniger als etwa 3,5 : 1 ergibt. Die mittlere Mlndestmanteldlcke beträgt 2,7 μΐη, bezogen auf 22 Bestimmungen mit einer Normalabweichung von 0,67.
In diesem und den folgenden Beispielen wird die Manteldicke mikroskopisch bestimmt, Indem man einen Querschnitt des Garns auf einen Mlkroskopobjekttrager legt und eine Lösung eines Farbstoffs zusetzt, der nur den Kern anfärbt. Der sich dabei ausbildende deutliche Farbkontrast zwischen Mantel und Kern ermöglicht die genaue Messung der Manteldicke.
Beispiel 2
Mit dem gleichen Spinnaufbau mit Ausnahme der Änderungen In den Spinndüsenpackungsteilen, die für die Änderung des Verhältnisses von Mantel-Kernfäden zu Einkomponentenfaden erforderlich sind, und unter den
w gleichen Bedingungen von Polymerdurchsatz und Aufwlckelgeschwlndlgkelt wie Im Beispiel 1 (keine Änderung im Ausstoß) wird ein Garn mit einem etwas dunkleren Sprenkeleffekt aus 23 Im wesentlichen konzentrischen Mantel-Kernfäden und 11 Bikomponentenfaden aus dem Copolyester so ersponnen, daß man bei einem tatsächlichen Polyesterverhältnis von 50 : 50 einen einem Fadenverhältnis von 23 : 11 entsprechenden Sprenkeleffekt erzielt. In Anbetracht der Änderung des Faden Verhältnisses bei Konstanthaltung des Polyesterverhältnls-
2S ses von 50:50 bestehen die Mantel-Kernfäden zu 73.8 Gew.-% aus dem den Mantel bildenden Homopolyester und zu 26,2 Gew.-% aus dem den Kern bildenden Copolyester. Die mittlere Mlndestmanteldlcke beträgt 3,9 μ, bezogen auf 20 Bestimmungen mit einer Normalabweichung von 0,76.
Das Garn wird, wie oben beschrieben, ersponnen, verstreckt, fixiert, verflochten und zum Garnkörper aufgemacht. Im vorliegenden Fall beträgt das Verstreckungsverhältnls 3,8, der Gesamttlter des Garns 165 dtex, die Festigkeit 3,6 g/dtex, die Bruchdehnung 36% und der Abkochschrumpf 8,3%. Nach der obigen Beschreibung aus texturierten! Garn hergestellte Gewebe ergeben nach dem Färben einen gefälligen Bunleffekt (Fadenmlschungsgrad 94,2, Mittelwert aus drei Bestimmungen) und einen Farbkontrast, der demjenigen eines Mischgarns aus 23 Homopolyesterfäden und 11 Copolyesterfäden vollkommen gleichwertig Ist.
Beispiel 3
Nach der In Beispiel 1 beschriebenen Methode des gemeinsamen Ersplnnens wird ein Mischgarn aus Polyhexamethylenadlplnsäureamld (RV 41) und Polyäthylenterephthalat (HRV 22) mit einem Gesamttlter von 160 dtex hergestellt, das aus 23 Im wesentlichen konzentrischen Mantel-Kernfäden mit einem Mantel aus Polyäthy-
■w lenterephthalat und einem Kern aus Polyamid und 11 Einkomponentenfäden aus Polyhexamethylenadlpinsäureamld besteht. Die Polymeren werden In einem Gewichtsverhältnis von Polyester zu Polyamid von 54:46 so versponnen, daß die Mantel-Kernfäden zu 82,2 Gew.-% aus dem Polyester und zu 17,8 Gew.-% aus dem Polyamid bestehen. Das 34fädlge Garn mit einem Titer von 160 dtex hat eine Festigkeit von 4,4 g/dtex, eine Bruchdehnung von 40,2% und einen Schrumpf von 7,5V Die mittlere Mindestdicke des Mantels beträgt 4,7 μ, bezogen auf 34 Bestimmungen mit einer Normalabweichung von 0,68. Das Garn wird falschdrahttexturlert und zu einem Gewirk verarbeitet. Die Gewirkproben werden nach den folgenden beiden Färbeflottenrezepten mischgefärbt:
2.2% Cl. ABL107*)
pH 9,0
1 Stunde auf Siedetemperatur
0.8% Cl. Disperse Yellow 54
2,2% C.I. ABL107 *)
15 % Chiirliih W-5 (Biphenyl als nichl-ionngener Träger
t Chnrlotlc ("hem. l.ahornlnrics, Inc.)
2 Stunden aiii" Siedetemperatur
*) Dul'itnl-I■■jrhMiilTCiipriicyNchwiir/ IUiI
I)Iu nelilrblen (iewlrke /einen ein joules ^esptenkelies Aussehen und einen guten I arbkonirast, der nicht dem Gcsamtvcrhällnls der beiden Polymeren, sondern dem I adenverh.illnls entspricht.
Hierzu 1 Blau Zeichnungen

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Mischgarnen, bei dem man zwei geschmolzene Spinnmassen aus synthetischen, thermoplastischen, faserbildenden Polymeren einem gemeinsamen Spinnaggregat zuführt, eine
Gruppe' von aus einem Teil der ersten Spinnmasse bestehenden Einkomponentenfaden und eine weitere Gruppe von aus der ersten und der zweiten Spinnmasse zusammengesetzten Fäden bildet und die Gruppen von Fäden zu einem Mischgarn vereinigt, dadurch gekennzeichnet, daß man zwei Spinnmassen mit wesentlich unterschiedlichen Anfärbbarkalten durch eine erste Klasse von Farbstoffen, aber gemeinsamer Anfarbbarkelt durch eine zweite Klasse von Farbstoffen verwendet, und daß man die zusammengesetzten
in Fäden In im wesentlichen konzentrischer Mantel-Kern-Struktur In der Welse ersplnnt, daß die zweite polymere Spinnmasse den Mantel und der Rest der ersten Spinnmasse den Kern bildet, wobei der Kern dem Gewicht nach den geringeren Anteil enthält, und daß man das für die Färbewirkung maßgebliche scheinbare Verhältnis der beiden Komponenten In dem Mischgarn durch Variation des Im Kern der zusammengesetzten Fäden verborgenen Anteils der ersten polymeren Masse einstellt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als die eine Spinnmasse eine Polyäthy-
lenterephthalatschmelze und als die andere Spinnmasse eine Copolyesterschmelze aus PoIy-[äthylemerephthaIat/5-(nairiumsulfo)-lsopfethalat] verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als polymere Masse für die Etnkomponentfllamente und den Kern der Blkomponentfllamente eine solche verwendet, die durch zwei Farbstoffe aus
der Gruppe der kationischen Farbstoffe, der Dispersionsfarbstoffe und der Säurefarbstoffe anfärbbar Ist, und als Mantelpolymeres ein solches, das nur durch einen dieser Farbstoffe anfärbbar Ist.
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