DE236804C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25C—PROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
- C25C7/00—Constructional parts, or assemblies thereof, of cells; Servicing or operating of cells
- C25C7/005—Constructional parts, or assemblies thereof, of cells; Servicing or operating of cells of cells for the electrolysis of melts
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVs 236804 KLASSE 40 c. GRUPPE
in BASEL.
auf dem Elektrolyten sammelt.
Die Aufgabe, einen technisch brauchbaren Apparat zu bauen, der die Gewinnung von
Alkalimetall und Gilor durch Elektrolyse der
geschmolzenen Chloride in ökonomischer Weise gestattet, hat bis jetzt noch keine befriedigende
Lösung gefunden. Es handelt sich bei der Schmelzflußelektrolyse der Alkalichloride
einmal darum, das an der Kathode sich abscheidende Alkalimetall der Einwirkung des gleichzeitig an der Anode auftretenden
Chlors zu entziehen, so daß eine günstige Stromausbeute erreicht wird. Weiterhin soll
die Konstruktion des Apparates dessen Ausführung in einer für fabrikatorische Zwecke
verwendbaren Größe ermöglichen, und es müssen die einzelnen Teile der Einrichtung
eine Widerstandsfähigkeit erhalten, die ihr eine gewisse Lebensdauer und damit den gewünschten
ökonomischen Effekt gewährleistet.
Das Bestreben, diese verschiedenen Anforderungen in einem Apparat zu vereinigen, stößt
auf mancherlei Schwierigkeiten chemischer, physikalischer und konstruktiver Art. Es ist
zunächst schwierig, ein Material ausfindig zu machen, daß der Einwirkung von Alkalimetall
und Chlor in gleicher Weise Stand hält, so daß die Anwendung" einfacher Trennwände oder
Diaphragmen zwischen Kathoden- und Anodenabteilung nur geringen Erfolg verspricht.
So ist es naheliegend, zweierlei Trennwände in Gebrauch zu nehmen, die auf der Kathodenseite
aus der Einwirkung des Alkalimetalls widerstehendem, auf der Anodenseite aus chlorbeständigem Material hergestellt sind.
Dabei zeigt sich aber als weiterer Übelstand der, daß die in Frage kommenden Materialien
entweder von vornherein Leiter der Elektrizität sind oder infolge der notwendig bei der
Schmelzflußelektrolyse herrschenden, ziemlich hohen Temperaturen zu Leitern werden. Bei
der seither für den Zweck der Alkalichlorid-Schmelzflußelektrolyse üblichen Anordnung
der Trennwände werden diese alsdann entweder nach einiger Zeit durch das gebildete
Alkalimetall mit der Kathode kurzgeschlossen, selbst als Kathode funktionieren, oder sie
werden, von den Stromlinien getroffen, als bipolare Elektroden in den Stromkreis eingeschaltet
und jedenfalls damit meist rasch zerstört, so daß das gewünschte Resultat, d. h.
einen Apparat zu bekommen, der längere Zeit betriebsfähig bleibt, nicht erreicht wird. Versuche
in anderer Richtung, nämlich Kathoden- und Anodenraum durch gekühlte, eventuell
hohle, unten geschlossene Zwischenwände, auf denen sich eine isolierende feste Salzschicht
bilden sollte, zu trennen oder zwei miteinander kommunizierende, aus chlor- bzw. alkalibeständigen
Materialien hergestellte Gefäße zur Elektrolyse zu verwenden, führten ebenfalls
bis jetzt noch nicht zur Konstruktion von Apparaten, in denen eine ökonomische Alkalimetall-
und Chlorgewinnung möglich war.
Alle die angeführten, bei der Schmelzflußelektrolyse
der Alkalichloride auftretenden Schwierigkeiten sollen durch die den Gegenstand vorliegender Erfindung bildende Vorrichtung"
überwunden werden, indem bei derselben einerseits das über der Salzschmelze
ίο stehende Alkalimetall von der Kathode isoliert
bleibt und anderseits die Trennung der zum Auffangen der Produkte der Elektrolyse bestimmten
Räume in der Weise bewirkt wird, daß von schmelzflüssigen Elektrolyten unangreifbare
Trennwände verwendet werden, die auf der Kathodenseite aus alkalimetall beständigem,
auf der Anodenseite aus chlorbeständigem Material gebildet sind, und deren physikalische
Beschaffenheit derart ist, daß sie für die Stromlinien ohne Ionenentladung durchlässig
sind, bzw. deren Anordnung derart ist, daß sie von den Stromlinien überhaupt nicht
getroffen werden können.
Auf beiliegender Zeichnung sind verschiedene Ausführungsformen der neuen Vorrichtung
zur Darstellung gebracht.
Fig. ι und 2 zeigen die erste Ausführungsform durch zwei senkrecht zueinander genommene
Vertikalschnitte. In diesen Figuren bezeichnet 1 einen aus feuerfesten Steinen gemauerten
Ofen von rechteckigem Querschnitt. In diesem ist von unten die aus Metall bestehende
Kathode 2 eingeführt, deren Zuleitungen 3 innerhalb des Ofens von Hülsen 4 aus Magnesit o. dgl. umschlossen sind. 5 sind
die Anoden; sie hängen an geeigneten Deckeln, welche die Chlorzellen gasdicht abschließen.
In den Ofen sind die aus chlorbeständigem Material hergestellten Scheidewände 6 eingedichtet. Sie können entweder
nur so weit von oben in den Ofen eingeführt werden, daß sie nur wenige Zentimeter in die
Salzschmelze eintauchen oder aber auch nach unten verlängert werden. In letzterem Falle
werden sie in ihren unterhalb des Spiegels der Schmelze liegenden Teilen durchlocht, um den
Stromlinien ungehinderten Durchgang zu gestatten. Durch diese Scheidewände wird für
das an den Anoden aufsteigende Chlor ein abgeschlossener Raum geschaffen, aus dem das
Gas durch geeignete Leitungen 7 im Mauerwerk nach hinten abgeführt wird. Das bei
der Elektrolyse an der Kathode sich abscheidende Alkalimetall hat infolge seines niedrigen
spezifischen Gewichtes das Bestreben, an die Oberfläche der Salzschmelze aufzusteigen.
Da aber durch die an den Anoden sich nach oben bewegenden Clilorblasen im Elektrolyten
eine lebhafte Strömung in der Richtung von der Kathode zu den Anoden hin hervorgerufen
wird, würde der größte Teil des an der Kathode erzeugten Alkalimetalles nach den
Anoden iortgerissen werden und dort mit dem Chlor sich wieder vereinigen. Um dies zu
verhindern, sind zwischen den Scheidewänden 6 und der Kathode 2 weitere Trennwände
8 vorgesehen, die aus Drahtnetzen oder perforierten, eventuell auch jalousieförmig gestalteten
Blechen bestehen und von zwei isoliert angebracht sind. Zwischen ihnen steigt das gebildete Alkalimetall an die Oberfläche
der Schmelze und wird dort unter einer über die Scheidewände 8 gestülpten Glocke 9 aufgefangen,
aus der es durch das Rohr 13 abfließt.
Anstatt eine besondere Glocke 9 anzuwenden, kann man auch die Trennungswände 8
durch volle Wände nach oben hin verlängern und so zur Auffangvorrichtung für das erzeugte
Alkalimetall ausbilden.
Es hat sich ferner im Interesse einer guten Stromausbeute als vorteilhaft erwiesen, zwischen
8 und 2 noch ein weiteres Drahtnetz o. dgl. 10 isoliert anzubringen. Die Anzahl
dieser Netze zwischen 8 und 2 könnte natürlich auch noch beliebig vergrößert werden.
Man kann die Kathode 2 anstatt von unten auch von oben zwischen die Scheidewände 8
einführen. Dabei muß aber vor allem darauf geachtet werden, daß ihre Zuführung, wo sie
durch die obenauf schwimmende Alkalimetallschicht hindurchgeht und ungefähr bis zu dem
Punkt, wo die Perforierung von 8 beginnt, vollständig isoliert ist.
Bei der Einführung der Kathode von unten, wie in Fig. 1 und 2 angegeben, ist die Isolation
der Zuführungen durch die Hülsen 4 nicht absolut notwendig, immerhin ist sie empfehlenswert, um eine direkte Berührung
des im Verlauf eines längeren Betriebes auf der Ofensohle sich absetzenden Schlammes
mit der Kathode auszuschließen.
Der Betrieb der Einrichtung gestaltet sich folgendermaßen:
Das Salz oder Salzgemisch, durch deren Elektrolyse das betreffende Alkalimetall gewonnen
werden soll, wird durch eine geeignete Vorrichtung eingeschmolzen, bis die Füllung des Ofens auf die gewünschte Höhe
gekommen ist, d. h. der Spiegel der Schmelze bis auf wenige Zentimeter an das Ablaufrohr n0
hinanreicht. Dann werden die Deckel mit den Anoden 5 aufgedichtet und die Kathode 2 mit
dem negativen und die Anoden 5 mit dem positiven Pol einer Gleichstromquelle verbunden.
An 5 scheidet sich Chlor ab, das an den n5
Elektroden aufsteigt und durch die Leitungen 7 zur Verwendungsstelle abgeleitet wird.
Das an 2 entwickelte Alkalimetall löst sich von der Kathode ab, sammelt sich über der Salzschmelze
in einer einige Zentimeter dicken Schicht. 14 und fließt durch das Rohr 13 in ein
geeignetes Auffanggefäß ab. Das zu elektro-
lysierende Salz, beispielsweise Kochsalz, wird in die Anodenabteilungen oder in die zwischen
den Scheidewänden 6 und 8 freibleibenden Räume nachgefüllt. Die Dimensionen des Apparates und die an den Elektroden und im
Elektrolyten herrschenden Stromdichten sind so zu bemessen, daß nirgends schädliche Temperaturen
auftreten können.
Wie aus vorangehendem ersichtlich, kommt
ίο zunächst die auf dem Elektrolyten schwimmende
Alkalimetallschicht nicht in leitende Berührung mit der Kathode, so daß ein Kurzschluß
zwischen Kathode und den diese umschließenden bzw. den zum Auffangen des Alkalimetalles dienenden Apparatenteilen
durch das Alkalimetall ausgeschlossen ist. Es wird also das Abscheiden von Alkalimetall an
einer unerwünschten Stelle vermieden. Ferner wird durch Verwendung von zweierlei
aus alkalimetall- bzw. chlorbeständigen Materialien hergestellten Trennwänden erreicht,
daß diese Apparatenteile nicht durch die Produkte der Elektrolyse angeg'rifren werden können.
Endlich sind diese Trennwände an den Stellen im Ofen, an denen der Stromdurchgang
durch den Elektrolyten stattfindet, so beschaffen, daß die Stromlinien ungehindert,
d. h. ohne Ionenentladung, durch sie hindurch passieren können (8 und 10), oder sind so angeordnet,
daß sie von den Stromlinien nicht getroffen werden (6). Es wird also auf die eine oder andere Weise vermieden, daß die
Trennwände als bipolare Elektroden in den Stromkreis eingeschaltet werden.
Die beschriebene Einrichtung kann die verschiedensten Formen erhalten. Z. B. kann der
in Fig. ι und 2 vorgesehene rechteckige Querschnitt durch einen kreisförmig oder irgendwie
anders gestalteten Querschnitt ersetzt werden, wobei die Trennwände z. B. die Form
konzentrischer Zylinder erhalten und die Elektroden eine entsprechende Form bekommen
würden. Die Anordnung der Elektroden und Scheidewände kann gleichfalls auf verschiedene
Weise aligeändert werden, wovon Fig. 3 ein Beispiel gibt. Die in ihr abgebildete Vorrichtung
ist mit Heizung von außen gedacht. 2 sind die Kathoden, 5 die Anoden, 6 die chlorbeständigen,
8 und 10 die alkalimetallbeständigen Scheidewände, 14 das auf der Schmelze
schwimmende Metall. Bei der in Fig. 4 abgebildeten Vorrichtung sind die Elektroden
übereinander angeordnet, und zwar befindet sich Anode 5 unter der Kathode 2. Damit das
an 5 entwickelte Chlor nicht in den Kathodenraum eindringen kann, ist der zwischen den
Scheidewänden 6 entstehende Raum unten durch ein Asbest- oder sonstiges chlorbeständiges
Gewebe 10 abgesperrt, das ein seitliches Entweichen des Gases bewirkt. 6 sind wiederum
die chlorbeständigen, 8 die alkalimetallbeständigen Scheidewände, 3 die Stromzuführung
zur Kathode, 4 eine isolierende Hülse, die den Kontakt zwischen Kathode bzw. deren
Zuführung und dem abgeschiedenen Alkalimetall 14 verhindert. in ähnlicher Weise
könnte die Anode oben und die Kathode unten angeordnet sein, wobei das Gewebe 10 durch
ein feinmaschiges Drahtnetz ersetzt würde, an dem 'das von der Kathode emporsteigende
Alkalimetall seitlich nach oben gleitet.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Vorrichtung zur Gewinnung von freiem Alkalimetall und Chlor durch Elektrolyse der geschmolzenen Alkalichloride oder Gemische solcher mit anderen Salzen, bei der das Metall sich in geschmolzenem Zustande und getrennt von der Kathode auf dem Elektrolyten sammelt, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Auffangen der Produkte der Elektrolyse bestimmten Räume getrennt sind durch in der Hauptsache vertikale Scheidewände, die so beschaffen sind, daß sie an den Stellen, wo sie im Hauptstromfeld liegen, für die Stromlinien ohne Ionenentladung durchlässig sind, während diejenigen Teile von ihnen, bei denen eine Ausbildung als Diaphragma o. dgl. nicht angängig ist, infolge ihrer Anordnung den Stromwirkungen überhaupt nicht unterworfen sind.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
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