DE228090C - - Google Patents
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Classifications
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- G—PHYSICS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21 e. GRUPPE
Für diese Anmeldung ist bei der Prüfung gemäß dem Unionsvertrage vom
20. März 1883
14. Dezember 1900 auf Grund der Anmeldung in Frankreich vom 17. Juli 1908 anerkannt.
die Priorität
Den Gegenstand der Erfindung bildet eine Anordnung, die es ermöglicht, in einer Leitung
ein Spannungsgefälle oder eine Stromstärke zu erhalten, die proportional den in einem
von Gleich- oder Wechselstrom durchflossenen Stromkreis verbrauchten Watt ist. Dieses
Spannungsgefälle oder diese Stromstärke kann man dann in dem Anker eines geeigneten
Zählers, z. B. eines 0 K-Zählers nutzbar
machen, und erhält so einen Wattstundenzähler ; oder man kann das Spannungsgefälle
oder die Stromstärke auf einen Strommesser der bekannten Art wirken lassen, so daß man
einen Wattmesser für direkte Ablesung erhält. Voraussetzung für die Anwendung der
Erfindung ist, daß die eine der die Wattleistung bestimmenden Größen nur innerhalb
geringer Grenzen schwankt, daß also entweder eine Anlage mit beliebig veränderlicher Stromstärke
und wenig veränderlicher Spannung oder eine Anlage mit beliebig veränderlicher Spannung und wenig veränderlicher Stromstärke
vorliegt.
Vorerst sei der Erfindungsgegenstand für den Fall einer Verwendung in einer Anlage
mit wenig schwankender Spannung beschrieben. In den Fig. 1, 2 und 6, 7 der Zeichnung
ist diese Ausführungsform dargestellt. Nach der Erfindung wird (vgl. Fig. 1) an die Klemmen
eines vom Nutzstrom durchflossenen Widerstandes A B ein Nebenschluß ACB
angelegt, durch den infolge entsprechender Größe seines Widerstandes ein sehr geringer
Teil des sonst ganz durch den Widerstand A, B fließenden Stromes abgeleitet wird. Sodann
wird auf dem Leitungszweig C B eine feindrähtige Spule b angebracht, deren Enden
an den' Punkten A1 und A2 mit den Verbrauchsleitungen
verbunden werden. Zwischen diesen mag die Spannungsdifferenz U bestehen, aus der sich durch Multiplikation mit
der Stromstärke / die in der Anlage verbrauchten Watt ergeben. Die Spule b wird
durch den dieser Spannungsdifferenz entsprechenden Strom erwärmt, und erwärmt ihrerseits
wieder den Hitzdraht C B.
Nun ist die Erwärmung der Spule b und demgemäß auch diejenige des Drahtes C B
proportional dem Quadrat des Stromes, der die Spule durchfließt, d. h. also dem Quadrat
der Spannungsdifferenz U. Der binomische Lehrsatz von Newton aber zeigt, daß in gewissen
Grenzen eine ausreichende Proportionalität zwischen der Vergrößerung einer Funktion
O, die proportional dem Quadrat C/2
einer Variablen ist, und der Vergrößerung dieser Variablen U besteht, wenn die Vergrößerung
klein genug ist, was hier der Fall ist, da die Erfindung, wie schon erwähnt, geringe
Schwankungen der Spannung annimmt. Daraus ergibt sich also, daß in gewissen Grenzen die Temperaturänderung der Spule b
und des Drahtes C B den Änderungen von U proportional ist, wobei natürlich jedesmal ein
genügender Zeitraum vorhanden sein muß, um die Temperaturzustände stabil werden zu
lassen. Die Temperaturänderung des Drahtes C B bewirkt eine Veränderung des Widerstandes
desselben. Da, wie angegeben, der Widerstand ACB sehr groß ist im Verhältnis
zu A B, so wird die durch Spannungsveränderung bedingte Widerstandsveränderung von
C B ohne Einfluß auf den Kombinationswiderstand der Verzweigung ACB sein und demnach
der Spannungsabfall zwischen A und B konstant bleiben und sich die Verteilung dieses
Spannungsgefälles über A C B im. Verhältnis des durch Erwärmung veränderten Widerstandes
C B zum konstanten Widerstand A C gegenüber der Verteilung vor Erwärmung verhindern.
Der Spannungsabfall C B wird also im Sinne der Spannungsänderung von U
wachsen bzw. abnehmen.
Wenn nun außer der Spannung U sich auch der Nutzstrom / ändert, so wird dadurch
die Stromverteilung in den Zweigen A B und ACB eine .andere. Damit ändert sich
aber wiederum das Spannungsgefälle in C B, welches sich nach Fig. 6 als U1-^ r2 darstellt,
indem der Strom i2 bei hier unverändertem Widerstand r2 wächst oder fällt.
Der Spannungsabfall in C B ist also sowohl von der Spannung U als auch vom Nutzstrom
J abhängig, somit von dem Watt, wenn, wie vorausgesetzt, die Schwankungen der
Spannung sich innerhalb geringer Grenzen bewegen. Man kann also von den Klemmen C B
für ein Meßgerät M einen Strom iz (vgl. Fig. 7) über einen Widerstand r3 abnehmen,
der abhängig von den Watt ist. Um vollkommene Proportionalität für den zur Messung
verwendeten Spannungsabfall mit dem Wattverbrauch zu erhalten, kann, wenn nötig,
vom Spannungsgefälle C B ein entsprechendes Stück dadurch abgezogen werden, daß statt
des Punktes B ein Punkt D auf A B für den einen Abzweigpunkt des Meßstromes gewählt
wird, wobei der konstante Spannungsabfall D B der gewünschten Verminderung des Spannungsgefälles
C B entspricht und infolgedessen in dem Zweig C D ein den Watt proportionaler
Spannungsabfall U" (vgl. Fig. 6) bzw. Strom vorhanden sein wird.
Diese Spannungsdifferenz oder diese Stromstärke in C B bzw. C D wird nicht merklich
beeinflußt durch die Schwankungen der Außentemperatur oder durch die Erwärmung, die
durch den vom Widerstand A B abgezweigten, durch die Drähte A C uud C B fließenden
Strom hervorgerufen wird, vorausgesetzt, daß die Anordnungen so' getroffen sind, daß die
durch diese Zweigströme hervorgerufenen Temperaturerhöhungen identisch sind. Das kann
bewirkt werden, indem man die Leitungen mehr' oder weniger, je naeh Erfahrung, mit
die Wärme schlecht leitenden Stoffen umgibt, wie Watte, Glaswolle o. dgl., indem man die
Spiralen zusammendrückt, oder indem man ein sonst irgendwie geeignetes Verfahren einschlägt.
Man kann auch, um eine Erwärmung der Zweigleitung ACB überhaupt zu vermeiden,
die darin fließenden Stromstärken entsprechend vermindern, indem man den ohmischen Widerstand dieser Zweigleitungen
genügend groß macht.
Wenn der Meßapparat M ein Motorzähler oder ein elektrolytischer Zähler ist, kann
man denselben infolge der Spannungsdifferenz fließenden Strom benutzen, um den Zähler zu
kompoundieren, wie das in der Regel bei dem O' /i-Zähler oder dem W right sehen Zähler geschieht,
in der Weise, daß man einen ganz kleinen zusätzlichen konstanten Spannungsabfall
herbeiführt. Gemäß Fig. 2 geschieht das durch den Abschnitt F C der Leitung, durch
den der schwache Spannungsstrom fließt, bzw. durch die Abzweigung des Motors oder des
Elektrolyten M zwischen F und D anstatt zwischen C und D.
In den Fig. 8 und 9 ist der zweite Fall der Anwendung des Erfindungsgegenstandes dargestellt,
wenn nicht mit wechselnder Stromstärke und annähernd konstanter Spannung, sondern mit annähernd konstanter Stromstärke
und wechselnder Spannung gearbeitet wird, wie beispielsweise nach den Systemen von
Bernstein oder von Thury, in denen die Nutzwiderstände P-, I2, Is usw. alle in ein und
demselben Stromkreis abgezweigt sind. Die hauptsächlichsten Unterschiede der Fig. 8 und 9
gegenüber der Anordnung bei angenähert konstanter Spannung bestehen nur darin, daß die
Spule b, anstatt vom Spannungsstrom durchflossen zu werden, in den Hauptstrom oder
in eine Abzweigung desselben eingeschaltet ist, und der Hitzdraht B C vom Spannungsstrom oder einer Abzweigung desselben durch-
flössen wird.
Fig. 3 zeigt eine praktische Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes, f1 ist eine kleine
Drahtspule aus Nickel oder aus einem anderen passenden Metall, die mit Seide oder einem
ähnlichen Isolierstoff umkleidet ist. Sie entspricht dem Draht A C in dem Schema der
Fig. ι und 2. f2 ist eine andere kleine Spule
aus Kupferdraht, die ebenfalls mit Seide oder einem sonstigen Isolierstoff versehen ist und
den Hitzdraht darstellt, der zur Messung der verbrauchten Watt benutzt wird. b stellt
einen Schnitt durch eine feindrähtige Spule aus Neusilber oder einem Material mit
negativen Temperaturkoeffizienten dar, die durch den der Spannungsdifferenz U entsprechenden
Strom bzw. den Hauptstrom / durch-
flössen und demgemäß erwärmt wird. Diese Spule ist mit einer Umhüllung g ausgestattet
oder einem anderen Wärmeschutzmittel umgeben, durch die eine Wärmeausstrahlung der
Spule b möglichst verhindert werden soll. Das Ganze hat den Zweck, die Temperatur der
Spule b und diejenige des Hitzdrahtes fz schon
mit einem geringen Energieverbrauch verhältnismäßig hoch zu halten mit einem
ίο Energieverbraixch, der nach Versuchen sich
z. B. nur auf ι Watt für ioo Volt Spannungsdifferenz
und sogar auf noch weniger beschränken läßt. Allerdings vergrößert diese Anwendung vonWärmeumhüilungen der Spulen
den Zeitraum, in dem bei Veränderungen der Spannungsdifferenz U auch die Temperatur
diesen Veränderungen entsprechend folgt. Im allgemeinen wird das für die Zähler ohne Bedeutung
sein. Man kann indessen gewünschtenfalls den Ausgleich der beiden Größen beschleunigen,
wenn man die Dicke der Wänneisolierungsschicht verringert oder diese ganz
wegläßt, was unter Umständen zulässig erscheint. Anstatt durch die Anwendung der
erwähnten Wärmeschutzmittel kann man die Verluste durch Strahlung auch dadurch verhindern,
daß man die Spulen f2 und b, gegebenenfalls auch f1 in ein einziges oder
in zwei luftleere Glasrohre bringt (Fig. 4 und 5) und sie aus Eisendraht anstatt aus
Kupfer- oder Nickeldraht wickelt, wie die bekannten Zusatzwiderstände der Nernstlampen.
Natürlich kann an die Stelle des Eisens auch ein anderes geeignetes Metall, wie etwa Stahl,
treten. Auch kann man diese Metalle in der freien Luft verwenden, vorausgesetzt, daß man
die Oxydation durch Auftragung geeigneter Schutzschichten verhindert.
Als Meßinstrument M kann man anstatt eines Ampere- oder eines Voltstundenmessers,
' den man in einen Wattstundenzähler umwandelt, auch ein Galvanometer nach Art desjenigen
von Deprez-d'Arsonval (mit oder ohne Spiegel) oder einem Amperemesser mit Millivoltmesser
nach Weston oder ähnlichen Systemen benutzen, den man in einen Wattmesser
mit Nebenschluß für direkte Ablesung umwandelt. Ist z. B. M ein Weston-Millivoltmesser,
so schaltet man diesen, wie aus Fig. 5 ersichtlich, an den Hitzdraht C B, der etwa in
einem luftleeren Rohr untergebracht ist. Das Instrument zeigt dann auf einer entsprechenden
Skala direkt den Wattverbrauch in den Nutzwiderständen 11 an. Dieselbe Schaltungsweise wird angewendet, um Amperemesser
nach Meylan-d'Arsonval oder Chauvin-Arnoux usw. in Wattmeter umzuwandeln,
was einer näheren Erläuterung nicht bedarf. Natürlich erübrigt sich bei diesen Apparaten
die oben erwähnte Kompoundierung, die nach vorstehendem angewendet wird wegen der
Ausgleichung der Reibungswiderstände in den 0' K-Zählern oder ähnlichen Apparaten oder
wegen der gegenelektromotorischen Kräfte der Elektrolyse im Fall der Verwendung von
elektrischen Zählern nach Wright oder anderen.
Im Fall der Verwendung eines kalorischen Amperemessers mit Nebenschluß gestattet der
Hitzdraht die Messung der Watt, die in Wechselstromkreisen verbraucht werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Anordnung zur Messung der Leistung oder des Wattverbrauchs in elektrischen Anlagen mit innerhalb enger Grenzen schwankender Spannung bzw. in elektrischen Anlagen mit innerhalb enger Grenzen schwankender Stromstärke, dadurch gekennzeichnet, daß zu einem im Hauptstromkreis bzw. an der Spannung liegenden Widerstand (A B) ein im Verhältnis zu diesem großer Widerstand (A C B) parallel geschaltet und ein bei Erwärmung seinen Widerstandswert verändernder Teil (CB) dieses Nebenschlusses (A C B) der Heizwirkung einer vom Spannungsstrom bzw. vom Hauptstrom durchflossenen Spule (b) ausgesetzt ist, so daß das Spannungsgefälle an den Enden des Nebenschlußteiles (C B) sowohl von der Spannung wie vom Strom abhängig ist und ganz oder teilweise durch Anlegen eines Meßinstrumentes zur Bestimmung der Leistung benutzt werden kann.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
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