DE2236341C3 - Verfahren zur Herstellung von Stickstoffmonoxyd - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von StickstoffmonoxydInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Hersteilung
von Stickstoffmonoxyd in einer Konzentration über 90% und von Salpetersäure im Konzentrationsbereich
von 50 bis 65% Gewichtsprozent durch katalytische Oxydation von Ammoniak mit Sauerstoff in Gegenwart
von Wasserdampf als Schutzgas und mit anschließender dreistufiger jeweils indirekter Abkühlung der erhaltenen
Gase, wobei in der ersten Stufe auf 150 bis 220° C abgekühlt und dabei Dampf erzeugt wird und die letzte
Abkühlungsstufe mit Kühlwasser betrieben wird.
Das gewonnene Stickstoffmonoxyd weist nur Spuren von NO2 auf. Als Nebenprodukt anfallendes Wasserkondensat
darf einen Säuregehalt bis max. 0,5 Gewichtsprozent aufweisen.
Bei Prozessen zur Erzeugung von Stickstoffmonoxyd O2 hinzufügt Es muß ein gewisser SauerstoffüberschuB
herrschen Das bedeutet aber, daß auch höherwertige Stickstoffoxyde als NO entstehen, die später aus dem
Gas w;eder entfernt werden müssen. Sie werden, um
< möglichst geringe Verluste an NHj zu erleiden, am
" besten in Salpetersäure, der höchstwertig oxydierten
Form des Stickstoffes überführt und dann abgetrennt Salpetersäure, Dampf und Verbrennungswasser fallen
iedoch nicht getrennt an, sondern als Gemisch, welches
,0 technisch kaum zu verwerten ist Wünschenswert ist
daher einerseits die Salpetersäure in möglichst konzentrierter marktfähiger Form zu erhalten und
andererseits möglichst reines, die Umwelt wenig belastendes Wasser abzuführen.
Es ist ein Verfahren zur Herstellung von hochprozentigern Stickstoffmonoxyd bekannt, gemäß DT-AS
12'4 715. be' ^em au^er aem hochprozentigen
Stickstoffmonoxyd noch Salpetersäure mit einer Konzentration von weniger als 1 Gewichtsprozent und
solche mit einer Konzentration von über 15 Gewichtsprozent,
vorzugsweise 18 bis 21 Gewichtsprozent, erzeugt wird. Ein wesentlicher Anteil der fühlbaren
Gaswärme und alle Kondensationswärme werden ungenutzt an Kühlwasser abgeführt. Das als Nebenpro-
dukt anfallende Säurekondensat mit den geringen Konzentrationen von 1 bzw. 15 Gewichtsprozent bedarf
einer weiteren Aufarbeitung mit Fremdenergie, oder es muß ein Verarbeitungsbetrieb vorhanden sein, der den
hohen Wasseranteil verwerten kann. Fremdenergie ist
nicht immer verfügbar oder stellt einen wirtschaftlichen Aufwand dar. Bei der Kopplung mit einem Verarbeitungsbetrieb
tritt dort der zusätzliche Energiebedarf auf, und im Falle einer Betriebsunterbrechung muß auch
die Stickstoffmonoxyd-Produktion unterbrochen wer-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gemisch aus Stickstoffoxyden und Dampf derart zu
trennen, daß verkaufsfähige Produkte wie hochprozentiges Stickstoffoxyd und Salpetersäure mittlerer verkaufsfähiger
Konzentration gewonnen werden und anfallendes Kondensat mit sehr niedriger Salpetersäure-Konzentration
als unschädlich abgeleitet werden
kann.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das Salpetersäure-Kondensat aus den beiden letzten Abkühlungsstufen
bei dreistufiger Abkühlung zusammengeführt, entgast und mittels der Wärme der zweiten Abkühlungsstufe
zu Salpetersäure mittlerer Konzentration und Kondensat destilliert wird, wobei das Gas in der
Fall Ammoniak, das mit Sauerstoff an einem Katalysator unter Anwesenheit von Wasserdampf als Inertgas
umgesetzt wird, weitgehend in das Endprodukt umzuwandeln, eine hohe Endkonzentration des oder der
Endprodukte zu erzielen und Abwässer überhaupt nicht oder mit nur minimalem Gehalt an schädlichen
Komponenten in die Umwelt abzugeben.
Die Herstellung von Stickstoffmonoxyd hoher Reinheit wird dadurch erreicht, daß als Oxydationsmittel bei
der katalytischen Ammoniak-Oxydation möglichst reiner Sauerstoff verwendet und zur Temperaturkontrolle
sowie zur Vermeidung von explosionsgefährlichen Mischungen aus NHi und O2 dem Gemisch Dampf
zugesetzt wird. Dieser Dampf wird später zusammen mit dem Verbrennungswasser auskondensiert. Es ist
aber nicht möglich, gute Ausbeuten zu erzielen, wenn man dem Ammoniak genau die zur Erzeugung von
Stickstoffmonoxyd stöchiometrisch notwendige Menge
«... ■ w
daß das Stickstoffmonoxyd mit einem Teil des Destillationskondensats gewaschen, daß das gasbeladene
Waschkondensat dem Salpetersäure-Kondensat aus den beiden letzten Abkühlungsstufen zugemischt, daß
das in der Entgasungsstufe frei gewordene Gas vor der Gaswäsche dem Stickstoffmonoxyd zugemischt wird
und daß die nicht kondensierbaren Gaskomponenten aus der Salpetersäure-Destillation in den Gasstrom
zwischen erster und zweiter Abkühlungsstufe geführt werden.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen darin, daß die Stickstoffoxyde des Gasstromes nach
Ausnutzung eines wesentlichen Teiles der Verbrennungswärme auf einfache Weise in hochprozentiges
Stickstoffmonoxyd und Salpetersäure mittlerer, verkaufsfähiger Konzentration überführt werden. Es ist
überraschenderweise nicht erforderlich, besonderen apparativen und energetischen Aufwand zu treiben,
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wird doch der nicht zu Stickstoffoxyd umgesetzte Ammoniakteil in ein marktfähiges Nebenprodukt
umgewandelt ohne daß ein anderweitiger Fabrikationsbetrieb vorhanden sein muß.
Muß bei dem Verfahren aus bilanztechnischen Gründen Kondensat abgezogen werden, so weist dies
einen Säuregehalt von weniger als 0,5 Gewichtsprozent auf. Dieses Kondensat kann bei entsprechender
Neutralisierung sowohl als Speisewasser für die Dampferzeugung benutzt werden als auch als Abwasser
abgeführt werden. Der zur Schaffung eines Unterdrukkes in der Destillation im Dampfstrahler zugeführte
Treibdampf beeinflußt die Wärmebilanz positiv.
Die Erfindung wird in dem Fließschema beispielhaft näher erläutert. Die Verbrennungsgase, ein Gemisch im
wesentlichen aus Stickstoffoxyden und Dampf bestehend, vorzugsweise aus einer Ammoniakverbrennung,
treten mit etwa 150 bis 200° C über die Leitung 1 in den
Gaskühler-Verdampfer 2 ein, nachdem sie in einem nicht dargestellten Abhitzekessel einen Teil ihrer
Verbrennungswärme zur Dampferzeugung abgegeben haben. Im Gaskühler-Verdampf er geben die Verbrennungsgase
in indirektem Austausch einen wesentlichen Anteil ihrer noch verfügbaren, fühlbaren Wärme und
Kondensationswärme ab zur Aufheizung von Salpetersäure mittlerer Konzentration.
Der Gaskühler-Verdampfer ist zweckmäßigerwcise
so auszuführen, daß das Kondensat zweistufig abgezogen werden kann. So läßt sich zum Beispiel ein erster
Strom mit weniger als 0,5 Gewichtsprozent HNOi und ein zweiter Strom mit etwa 10 Gewichtsprozent HNOi
gewinnen. Die auf etwa 50 bis 80° C abgekühlten Gase durchströmen nach Verlassen des Gaskühler-Verdampfers
den Schluß-Gaskühler 3 und erfahren hier zum Beispiel mittels Kühlwasser eine Abkühlung auf eine
Temperatur um einige Grade oberhalb der Kühlwassei temperatur zum Beispiel auf 25 bis 30° C. Im
Schluß-Gaskühler kondensiert ein weiterer Teil des im Gas enthaltenen Dampfes aus, und es wird ein
Kondensat erhalten mit einer Salpetersäure-Konzentration von etwa 5 Gewichtsprozent.
Die schon weitgehend von höher oxydierten Stickstoffoxyden befreiten NO-Gase werden sodann in dem
Wasserringverdichter 4 auf etwa 1,5 atü verdichtet und in der Waschkolonne 5 mittels Kondensat bis auf
Spuren von NO2 gereinigt. Das so gewonnene NO-Gas steht als Produkt über die Leitung 6 zur Verfügung.
Die aus dem Gaskühler-Verdampfer 2, dem Schluß-Gaskühler 3 und der Wasserkolonne 5 abgezogenen
Kondensate werden zusammengeführt und über die Leitung 7 in den Entgaser 8 geleitet, wo die in ihnen
gelösten Stickoxyde ausgasen. ]e nach Anfall von Kondensat im Gaskühler-Verdampfer 2 kann dort über
die Leitung 9 auch Kondensat mit einem Säuregehalt von weniger als 0,5 Gewichtsprozent abgezogen und als
Abwasser abgeleitet werden. Die im Entgaser 8 frei gewordenen Gaskomponenten werden über die Leitung
10 der Verbindungsleitung zwischen dem Schhiß-Gaskühler
3 und dem Wasserringverdichter 4 zugeführt. Das im Entgaser entgaste Sammelkondensat mit seinem
HNO3-Anteil wird über Leitung 11 in die Vakuumdestillation
12 geleitet. Mitte's der aus dem Gaskühler-Verdampfer zur Verfügung stehenden Wärme wird ein Teil
des Säurekondensats abdestilliert, so daß aus dem Sumpf der Destillationskolonne eine etwa 50 bis 65
gewichtsprozentige Salpetersäure über Leitung 13 abgezogen werden kann. Leitung 14 zeigt schematisch
die wärmetechnische Kopplung von Gaskühler-Verdampfer 2 und Destillationskolonne 12. Im wassergekühlten
Kondensator 15 fällt praktisch reines Kondensat mit weniger als 0,3 Gewichtsprozent Salpetersäure
und ein Inertgas an, das Stickoxyde und Stickstoff enthält.
Das hii.r anfallende Kondensat wird über die Leitung
16 in die Waschkolonnc 5 geführt oder als Abwasser abgegeben. Der Dampfstrahler 17 saugt die Inertgase
aus dem Kondensator 15 ab, hält somit das in der
Destillationskolonne erforderliche Vakuum für die Destillation bei Temperaturen um 60 bis 70° C und
fördert die Inertgase über die Leitung 18 in die Leitung 1.
Soll der NO2-Antei! im Produktgas besonders niedrig sein, wird die Waschkolonne 5 zweckmäßigerweise
unterteilt und mit einem separaten Waschmittel-Kreislauf versehen.
Zahlenbeispiel
Es wurden 190 kg/h NH3 und 1690 kg/h Sauerstoff und Wasserstoff als Gemisch der katalytischer! Oxydation
zugeleitet. Nachdem die Gase in einem Abhitzekessel auf 190° C abgekühlt waren, wurden sie in einem
Wärmetauscher auf 75 C gekühlt. Dabei fielen 1430 kg/h etwa l°/oige Salpetersäure an. Mit der
abzuführenden fühlbaren WSrme und Kondensationswärme
wurde die Salpetersäuredestillation beheizt. In einem weiteren Gaskühler wurde das stickoxydhaltige
Gas auf 30° C gekühlt, dabei fielen 160 kg/h etwa 15%ige Salpetersäure an. Anschließend wurde das Gas
auf etwa 1,9 ata verdichte! und in einer Waschkolonne das restliche Stickstoffoxyd mit 400 kg/h Brüdenkondensat
bis auf etwa 2,5 g NO2/Nm3 ausgewaschen.
Die 1- und 15%ige Salpetersäure sowie die Waschflüssigkeit mit einem HNO3-Gehalt von etwa 8%
wurden einer Destillationskolonne zugeführt und bei etwa 60 Torr destilliert. Als Sumpfprodukt wurden
120 kg/h Salpetersäure mit einer Konzentration von 60
Gewichtsprozent gewonnen. Aus dem Kondensator wurden etwa 1870 kg/h Brüdenkondensat als praktisch
reines Wasser abgezogen. Ein Teil dieses Wassers wurde als Waschflüssigkeit der Waschkolonne zugeführt,
ein Teil wurde als Kesselspeisewasser in den Abhitzekessel geführt und der Rest konnte ohne
Verdünnung als Abwasser abgeleitet werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von Stickstoffmonosyd in einer Konzentration über 90% und von Salpetersäure im Konzentrationsbereich von50m 65% Gewichtsprozent durch katalytische Oxidation von Ammoniak mit Sauerstoff in Gegenwart von Wasserdampf als Schutzgas und mit anschließender dreistufiger jeweils indirekter Abkühlung der ernaitenen Gase, wobei in der ersten Stufe auf 150 bis 220° C abgekühltund dabei Dampf erzeugt wird und die letzte Abkühlungsstufe anit Kühlwasser betneben wird, dadurch gekennzeichnet, öaD das Salpetersäure-Kondensat aus den beiden letzten Abkühtongsstufen zusammengeführt, entgast und mittels der Wärme der zweiten Abkühlungsstufe zu Salpetersäure mittlerer Konzentration und Kondensat destilliert wird, wobei das Gas in der zweiten Abkühlungsstufe auf 50 bis 80" C gekühlt wird, dali das Stickstoffmonoxyd mit einem Teil des Destillationskondensats gewaschen, daß das gasbeladene Waschkondensat dem Salpetersäure-Kondensat aus den beiden letzten Abkühlungsstufen zugemischt, daß das in der Entgasungsstufe frei gewordene Gas vor der Gaswäsche dem Stickstoffmonoxyd zugemischt wird und daß die nicht kondensierbaren Gaskomponenten aus der Salpetersäure-Destillation in den Gasstrom zwischen erster und zweiter Abkühlungsstufe geführt werden.
Priority Applications (7)
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| DE19722236341 DE2236341C3 (de) | 1972-07-25 | Verfahren zur Herstellung von Stickstoffmonoxyd | |
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| GB3466773A GB1429217A (en) | 1972-07-25 | 1973-07-20 | Process for the recovery of nitric oxide |
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE19722236341 DE2236341C3 (de) | 1972-07-25 | Verfahren zur Herstellung von Stickstoffmonoxyd |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2236341A1 DE2236341A1 (de) | 1974-02-14 |
| DE2236341B2 DE2236341B2 (de) | 1975-12-11 |
| DE2236341C3 true DE2236341C3 (de) | 1976-07-15 |
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