DE2234842A1 - Verfahren zur oberflaechenbehandlung von eisen und stahl - Google Patents

Verfahren zur oberflaechenbehandlung von eisen und stahl

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DE2234842A1 DE19722234842 DE2234842A DE2234842A1 DE 2234842 A1 DE2234842 A1 DE 2234842A1 DE 19722234842 DE19722234842 DE 19722234842 DE 2234842 A DE2234842 A DE 2234842A DE 2234842 A1 DE2234842 A1 DE 2234842A1
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silicate
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Klaus Bittner
Hanyong Dipl Chem Dr Oei
Wolfgang Dipl Chem Dr Ussat
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    • C23C—COATING METALLIC MATERIAL; COATING MATERIAL WITH METALLIC MATERIAL; SURFACE TREATMENT OF METALLIC MATERIAL BY DIFFUSION INTO THE SURFACE, BY CHEMICAL CONVERSION OR SUBSTITUTION; COATING BY VACUUM EVAPORATION, BY SPUTTERING, BY ION IMPLANTATION OR BY CHEMICAL VAPOUR DEPOSITION, IN GENERAL
    • C23C22/00—Chemical surface treatment of metallic material by reaction of the surface with a reactive liquid, leaving reaction products of surface material in the coating, e.g. conversion coatings, passivation of metals
    • C23C22/78—Pretreatment of the material to be coated
    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description

METALLGESELLSCHAFT Frankfurt (M), den 6. Juli 1972
Aktiengesellschaft ■· . DrBr/MMü Frankfurt (M)
p.rov. Nr. 7028 M
Verfahren zur Oberflächenbehandlung von
Eisen und Stahl (Zusatz zu Patentanmeldung P 20 34 627.4)
Gegenstand der Patentanmeldung P 20 34 627.4 ist ein Verfahren zur Oberflächenbehandlung von Eisen und Stahl durch Beizen in Salz- oder Schwefelsäure,, mehrfaches Spülen und Phosphatieren unter Anwendung einer üblichen schichtbildenden Phosphat-, vorzugsweise Zinkphosphatlösung, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß in der Spülstufe vor dem Phosphatieren eine wässrige Lösung, die Triäthanolamin und Nitrilotriacetat enthält und auf einen pH-Wert von 7,5 bis 11 eingestellt ist,, verwendet wird. Die Spüllösung wird dabei vorzugsweise bei einer Temperatur von 15 bis 40 C angewendet. Die Arbeitsweise nach der vorgenannten Patentanmeldung vermindert die Rostanfallzeit nach dem Spülen der Yferkstücke erheblich. Es-wurde jedoch festgestellt, daß die Ergebnisse sehr hohen Anforderungen insbesondere dann noch nicht befriedigend entsprechen, wenn die Spülung bei Temperaturen über 400C durchgeführt wird. Es hat sich außerdem gezeigt, daß bei der vorgenannten Arbeitsweise eine zu starke Verminderung des Schichtgewichtes der anschließend aufgebrachten Phosphatüberzüge eintre.terT^annT^ was bei Phosphatschichten, die zur Gleiterleichterung aufgebracht werden, zu Problemen führen kann. Bei Anwendungstemperaturen oberhalb 6O°C fällt vielfach aus den Spülbädern rotbraunes Eisenhydroxid aus, ,was zu Ablagerungen auf den Teilen und damit zu einer Beeinflussung der Phosphat!erung führt.
309885/120S
In Weiterbildung des Verfahrens nach der Hauptarmeldung P 20 34 627.4 wurde nun gefunden, daß erhebliche Verbesserungen dadurch erzielt v/erden, wenn die in der Spülstufe vor dem Phosphatieren verwendete Lösung zusätzlich Alkäisilikate und/oder Silikate organischer Basen enthält. In diesem Fall kann das Triäthanolamin ganz oder' teilweise durch andere Alkyiolamine ersetzt vsrden.
Nach der erfindun-gsgemäßen Weiterbildung werden auch bei höheren Spültemperaturen völlig flugrostfreie Metalloberflächen erhalten, die eine einwandfreie Phosphatierung unter Erzielung der für die Kaltverformung geforderten Schichtgewichte gewährleisten.
Als Alkyiolamine können für das erfindungsgemäße Verfahren z.B. 'Alkyldiäthanolamin, Triäthanolamin, Methyltriäthanolammoniumhydroxid und Tetraäthanolajnmoniumhydroxid verwendet v/erden. Sie können als solche oder auch in Verbindung mit dem Silikat in die Lösung eingebracht werden. Die Alkalisilikatkomponente kann z.B. als Natriumsilikat oder Kaliumsilikat in die Spüllösung eingebracht werden, wobei das Molverhältnis zwischen Me^0 und SiO2 1 zu (0,5 bis 3) betragen kann.
Als leicht zugängliche Silikate organischer Basen sind für die Herstellung der erfindungsgemäß zu verwendenden Lösungen Tetraäthanolammoniumsilikate, Tetraäthanolpyraziniumsilikate, Diäthanolmorpholiniumsilikate sowie Alkyltriäthanolammoniumsilikate in besonders geeigneter Weise einsetzbar.
Unter den Alkyltriäthanolammoniumsilikaten hat sich Methyltriäthanolammoniumsilikat als besonders günstig erwiesen. Das Molverhältnis SiO2!organischer Base liegt zweckmäßig zwischen 4,5 und 13. Bei den erfindungsgemäß anwendbaren
- 3 -309885/1208
_ 3 —
Alkylolamin-. und Alkalisilikat-haltigen Lösungen handelt es sich vorzugsweise um Triäthanolamin- bzw. Alkyldiäthanolamin-naltige Wasserglaslösungen. -
Der Silikat-Gehalt, gerechten als SiO?, liegt zweckmäßig bei 0,1 bis g/l vorzugsv/eise bei 0,5 bis 3 g/l. Der Gehalt an organischer Base beträgt zweckmäßig O105 bis 3 g/l·
Das Nitrilotriacetat kann in Form der Nitrilotriessigsäure oder ihrer löslichen Salze, beispielsweise des Trinatriumsalzes zum Einsatz gelangen. Der Gehalt an Nitrilotriacetat sollte mindestens 0,05 g/l betragen. Vorzugsweise enthält die Spüllösung 0,1 bis 1 g/l Nitrilotriacetat, berechnet als Nitrilotriessigsäure. ,
Die Einstellung des pH-Wertes der Spüllösungen auf pH 7»5 bis 11 kann z.B. mit NaOH erfolgen«
Es hat sich gezeigt, daß die erfindungsgemäß anzuwendenden Spülbäder unter Zusatz von Titanorthophosphat zur Bildung besonders feinkristalliner Phosphatschichten beitragen.
Die Anwendung der Spüllösungen erfolgt bei Temperaturen zwisehen 15 und 7O0C. Es wurde festgestellt, daß die erfindungsgemäß einzusetzenden Vorspüllösungen vor allem beim Einsatz bei erhöhter Temperatur die störende Ausfällung von Eisenhydroxiden im Spülbad völlig unterbindet.
Durch die erfindungsgemäße Weiterbildung des früheren Verfahrens ist es in hervorragender Weise möglich, die Bildung von Flugrost auf gebeizten Oberflächen bei der Überführung in ein Phosphatierungsbad zu unterbinden.
Die Erfindung sein an Hand einiger Beispiele erläutert:
Beispiel 1
Stahlbleche aus warmgewalztem Material der Werkstoffnummer
'λ Π 9 B 8 5 / 12 Π G- -
100221 wurden mit einer stark alkalischen, 5 %igen Reinigerlösung 10 Min. bei 90°C im Tauchen behandelt. Nach dem Abspülen mit kaltem V/asser wurden die Bleche 10 Min. bei 600C in 20 %±ger H2SO4 (Fe-Il-Gehalt 60 g/l) gebeizt. Anschließend wurden die Bleche 30 Sek. in mit HpSO, angesäuertem Wasser bei pH 1 - 1,3 und bei pH 2 - 2,5 gespült. Dann.erfolgte eine erneute Spülung 30 Sek. bei Raumtemperatur unter Verwendung von Lösungen gemäß Erfindung (Bäder 3-8). Nach Entnahme aus dem Spülbad wurden die Bleche in wassergesättigter Luft gelagert. Die Zeit bis zur Flugrostbildung wurde gemessen. Die Oberfläche wurde auch nach dem Auftrocknen (30 Min.) beurteilt.
Im Vergleich zu den erfindungsgemäß behandelten Stahlblechen erfolgte eine Spülung in mit HpSO, auf pH 5 angesäuertem Wasser (Bad 1) und einer nur Triäthanolamin und Nitrilotriacetat enthaltenden Lösung gemäß Patentanmeldung P 20 3A- 627.4 (Bad 2). Die Badzusammensetzungen und die Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengefasst."
0 9 8 8 5/1206
Tabelle
Bad Nr.
Zusammensetzung Zeit bis zur
beginnenden '
Flugro stbildung
bei Lagerung .an
wassergesättigter
Luft
Beurteilung der
Oberfläche nach
dem Auftrocknen
(30 min.)
mit H SO^ Wasser
angesäuertes (pH 5)
0,5 g/l Triäthanolamin 0,11 g/l Nitrilotriacetat NaOH (pH 8-10)
see
.18 min
1 g/l 55 %ige Lösung 22 min von Methyltriäthanolammoniumsilikat + 0,11 g/l Nitrilotriacetat + NaOH (pH 8-10)
2 g/l 55 %ige Lösung . 22 min von Methyltriäthanolammoniumsilikat
g/l Nitrilotriacetat NaOH (pH-10)
5 g/l 55 &Lge Lösung 22 min von Methyltriäthanolammaniumsilikat 0,11 g/l Nitrilotriacetat
NaOH (pH 8-10)
1 g/l Tetraäthanol- 26 min ammoniums!likat 0,11 g/l Nitrilotriacetat NaOH (pH 8-10)
2 g/l Tetraäthanol- 22 min - ammoniumsilikat 0,11 g/l Nitrilotriacetat · NaOH (pH 8-10)
5 g/l Tetraäthanolammoniumsilikat 0,11 g/l Nitrilotriacetat NaOH (pH 8-10)
22 min gelbbrauner Flugrost 100 % der Fläche
einzelne Flugro stpunkte
fast einviandfrei
einwandfrei
einwandfrei
fast einwandfrei
fast einwandfrei
einwandfrei -
309885/1206
Beispiel 2
Stahlbleche der Werkstoffnummer 100221 wurden entsprechend Beispiel 1 im Anschluß an die Entfettung und Beizung sowie einem Bad h entsprechenden Bad mit Zusatz von aktivierendem Titanorthophosphat (Bad 5) bei Raumtemperatur gespült. Nach der Spülung wurden die Stahlbleche in einem Zinkphos-
o *
phatierbad bei 75 C in 10 min. mit einer geschlossenen Zinkphosphatschicht versehen.
Die Spülbadzusammensetzungen und die Ergebnisse sind der Tabelle 2 zu entnehmen.
Jis ist ersichtlich, daß das erfindungsgemäße Verfahren einwandfrei phosphat!erbare Oberflächen liefert. Bei Benutzung der silikathaltigen Lösung ist nur eine minimale Gewichtsverminderung zu beobachten. Die Spülung unter Zusatz von aktivierendem Titanorthophosphat führt zur Ausbildung feinkristalliner Phosphatschichten.
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'Tabelle 2 . _ - - Zusammensetzung , angesäuertes
1 (PH 5)
Zinkphosphatschicht
Schichtgewicht
g/m2
Schichtbeurte
Bad
Nr.
mit H0SO,
H2O 2
7-7,5 . grobkri stallin
gleichmässig
geschlossen
1.
2. 0,5 g/l Trläthanolamin 0,11 g/l Nitrilotriacetat NaOH (pH 8 - 10)
3. 1 g/l 55 ^ige Lösung von Methyltriäthanolammoniumsilikat
0,11 g Nitrilotriacetat NaOH (pH 8 - 10)
4. 2 g/l 55 /^ige Lösung von Methyltriäthanolammoniumsilikat
0,11 g/l Nitrilotriacetat NaoH (pH 8 - 10)
5. 2 g/l 55 ?oige Lösung von Methyltriäthanolammoniumsilikat
•0,11 g/l Nitrilotriacetat NaOH (pH 8 - 10) + Titanorthophosphat
4,5 - 5 5,5 - 6 7 - 7,5
6,6 - 6,8 feinkristalle
gleichmäßig geschlossen
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-
Beispiel 3:
Stahlbleche der Werkstoffnummer 100221 wurden entsprechend Beispiel 1 alkalisch entfettet und bei 600C in 20 %iger HpSOι gebeizt. Die beiden ersten Spülungen erfolgen entsprechend Beispiel 1. Die folgende Spülung wurde bei 70°C durchgeführt. Die Zusammensetzung der hierbei angewendeten Spülbäder und die Ergebnisse sind in Tabelle 3 enthalten. Es ist ersichtlich, daß die erfindungsgemäße Arbeitsweise auch bei höheren Spülteraperatüren zu einwandfreien flugrostfreien Metalloberflächen führt. Die bei 70°C vorgespülten Oberflächen waren in dem auch in Beispiel 2 angewendeten Zinkphosphatierbad einwandfrei phosphatierbar. Die erhaltenen Schichten waren sehr feinkristallin, was für manche Zwecke, z.B. das Ziehen, besonders erwünscht ist.
309885/120
Tabelle 3
Bad Zusammensetzung Beurteilung der Oberfläche nach
Nr' (Anwendung bei 70 ) dem Antrocknen (30 Min)
mit H5SO/, angesäuertes , Flugrost Wasser (pH 5)
2. 0,5 g/l Triäthanolamin leichter Flugrost 0,11 g/l Nitrilotriacetat 100 % der Fläche NaOH ■ (pH 8 - 10).
3. 0,5 g/l Triäthanolamin
0,11 g/l Nitrilotriacetat einwandfrei 2 g/l Natronwasserglas
25,2 % SiO9 .NaOH (ρϊΓ8 - 10)
4. - 1 g/l Triäthanolamin ' einwandfrei
0,11 g/l Nitrilotriacetat 2 g/l Natronwasserglas . 25,2 % SiO0
' 3 - 10)
5. 2 g/l 55 /6ige' Lösung
von Methyltriäthanol- einwandfre
ammoniumsilikat
0,11 g/l Nitrilotriacetat
NaOH (pH 8 - 10)
-
Patentansprüche
3098 85/1206

Claims (4)

P a t e η t a η s ρ r ü c h e
1) Weitere Ausbildung des Verfahrens zur Oberflächenbehandlung von Eisen und Stahl durch Beizen in Salz- oder Schwefelsäure, mehrfaches Spülen und Phosphatieren unter Anwendung einer schichtbildenden Phosphat-, vorzugsweise Zinkphosphatlösung, bei dem in der Spülstufe vor dem
Phosphatieren eine wäßrige Lösung, die Triethanolamin
und Nitrilotriacetat enthält und auf einen pH-Wert von
7,5 bis 11 eingestellt ist, verwendet wird, nach Patentanmeldung P 20 3.4 627.4, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Spülstufe vor dem Phosphatieren verwendete Lösung Alkalisilikate und/oder Silikate organischer stickstoffhaltiger Basen enthält und wobei Triäthanolamin ganz oder teilweise durch andere Alkylolamine ersetzt werden kann.
2)Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Lösung verwendet wird, die 0,1 bis 5 g/l, vorzugsweise 0,3 bis 3 g/l Silikat,, berechnet als SiO2, 0,05
bis 3 g/l, vorzugsweise 0,1 bis 2 g/l Alkylolamin und
0,05 bis 5 g/l, vorzugsweise 0,1 bis 1 g/l Nitrilotriacetat, berechnet als Nitrilotriessigsäure, enthält.
3) Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Spüllösung aktivierendes Titanorthophosphat zugesetzt wird.
4) Verfahren nach'" den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Spüllösung bei einer Temperatur von 15 bis 80 C
angewendet wird.
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