DE2158563B2 - Durch ein elektrisches Feld steuerbare elektrooptische Vorrichtung zur Modulation der Intensität eines Lichtstrahls - Google Patents
Durch ein elektrisches Feld steuerbare elektrooptische Vorrichtung zur Modulation der Intensität eines LichtstrahlsInfo
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Description
3ie Erfindung betrifft eine durch ein elektrisches Feld
uerbare elektro-optische Vorrichtung zur Modula-η der Intensität eines Lichtstrahls mit einem zwischen
ei parallelen Platten angeordneten nematischen issigkristall mit positiver, dielektrischer Anisotropie,
• in bezug auf die zu beiden Platten senkrechte :htung schraubenförmige Struktur aufweist, bei der
Platten eine die an sie angrenzenden Moleküle des issigkristalls in eine Vorzugsrichtung orientierende
erflächenbeschaffenheit aufweisen, die Vorzugsrichtungen an beiden Platten gegeneinander verdreht sind
mindestens eine Platte lichtdurchlässig ist und das elektrische Feld im wesentlichen senkrecht zu den
Platten orientiert is.t.
Eine elektro-optische Vorrichtung dieser Gattung, die als Lichtschalter verwendbar ist, ist aus der Zeitschrift
»Electro-Technology«. Januar !97O. S. 41 bis 50,
bekannt. Bei der dort beschriebenen Vorrichtung sind die beiden Platten parallel zueinander und ihre
Vorzugsrichtungen um 90° gegeneinander verdreht, so daß der Flüssigkristall die schraubenförmige Struktur
erhält. Dem Flüssigkristall sind dichroitische Farbstoffmoleküle zugesetzt. Im feldfreien Zustand sind die
Farbstoffmoleküle entsprechend den Molekülen des Flüssigkristalls schraubenförmig angeordnet, so daß
unpclarisiertes Licht absorbiert werden soll. Bei Anlegen eines Feldes ändern die Moleküle ihre
Richtung, so daß infolge des dichroitischen Effekts die Absorption schwächer wird. Die Wirksamkeit eines
solchen optischen Schalters ist begrenzt, da einerseits die richtungsabhängigen Unterschiede des Absorptsvermögens
der dichroitischen Farbstoffmoleküle im Vergleich zu den mit Flüssigkristallen erzielbaren
Kontrasten relativ gering sind und andererseits für die Absorption des Lichts nur die jeweils begrenzte Anzahl
von Molekülen mit geeigneter Ausrichtung zur Verfügungsteht.
Eine andere elektro-optische Vorrichtung ist aus der DT-OS 19 28 267 bekannt. Die Funktion der in dieser
Offenlegungsschrift beschriebenen elektro-optischen Vorrichtung beruht auf Doppelbrechung. Im feldfreien
Zustand liegen Moleküle eines flüssigen Kristalls in Form ungeordneter Schwärme vor. Beim Anlegen eines
elektrischen Feldes werden die Moleküle einheitlich orientiert. Während der flüssige Kristall im ungeordneten
Zustand nicht doppelbrechend ist, wird ein durchgehender Lichtstrahl bei angelegtem Feld in einen
ordentlichen und in einen außerordentlichen Strahl aufgespalten. Im Unterschied zu dieser Vorrichtung hat
der flüssige Kristall bei der gattungsgemäßen Vorrichtung mit und ohne Feld einen definierten Orientierungszustand.
Weitere bekannte optische Vorrichtungen (z. B. GB-PS 11 67 486) verwenden die sogenannte dynamische
Streuung. Bei diesen Vorrichtungen handelt es sich im wesentlichen um einen Kondensator mit lichtdurchlässigen
Platten, dessen Dielektrikum von einer nematischen Substanz gebildet wird. Durch diesen
Kondensator fließt ein elektrischer Strom, dessen bewegte Ladungsträger in der nematischen Substanz
Turbulenzen erzeugen. Da nematische Substanzen optisch anisotrop sind, wird durch die Turbulenzen Licht
gestreut, das durch die transparenten Kondensatorplatten auf den flüssigen Kristall einfällt. Dadurch ändert
sich die Transparenz bzw. Reflexion der Vorrichtung. Optische Zellen, die die dynamische Streuung benutzen,
können überall dort nicht verwendet werden, wo hohe Anforderungen an die optische Homogenität der Zellen
gestellt werden, weil die Flüssigkeitsturbulenzen in solchen Fällen stören. Weiter gehen durch den
Streuprozeß räumliche Kohärenz und Polarisation des einfallenden Lichtes verloren, so daß ζ. B. Laserlichi mit
einer solchen Zelle nicht ohne Zerstörung dieser Eigenschaften moduliert werden kann. Daneben ist für
viele Anwendungen, bei denen es auf geringe Abmessungen der Stromversorgungsteile ankommt, z. B. bei
Balteriebetrieb, die relativ hohe Schwellenspannung von etwa 6 Volt und die ebenfalls relativ hohe Spannung
von etwa 20 Voll, bei der die Lichtstreuung Sättigung
erreicht, nachteilig. Schließlich wird die Lebensdauer wahrscheinlich wesentlich durch den lonentransport
durch die nematische Substanz beeinflußt (je höher der Sirom durch die Zelle, desto kurzer die Lebensdauer).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine elektro-optische Vorrichtung der eingangs genannten
Gattung anzugeben, bei der sich die Transmission von Licht in weiten Grenzen steuern läßt und bei der die
Beimischung von Farbstoffen zum Flüssigkristall nicht erforderlich ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in Richtung von einfallendem Licht vor und hinter
dem Flüssigkristall je ein Polarisator angeordnet ist.
Die Schwingungsrichtung von Licht, das aus dem dem Flüssigkristall vorgeschalteten Polarisator austritt, wird
im Flüssigkristall entsprechend dessen Drehung gedreht, so daß es durch den nachgeschalteten Polarisator
hindurchtritt, wenn dieser um den gleichen Winkel gegenüber dem vorgeschalteten Polarisator verdreht
ist. oder ausgelöscht wird, wenn dieser zusätzlich um 90° verdreht ist. Wird nun an den Flüssigkristall ein etwa
senkrecht zu den Platten gerichtetes elektrisches Feld angelegt, so verschwindet die optische Drehung
zunehmend und aus dem Polarisator tritt zunehmend weniger Licht bzw., falls dieser zusätzlich um 90°
gedreht ist, zunehmend mehr Licht aus. Die Transmission der erfindungsgemäßen clektro-optischen Vorrichtung
ist kontinuierlich regelbar, wobei ihre Sättigung bereits bei relativ niederen Spannungen erreicht wird.
Auch die Schwellenspannung der Vorrichtung liegt sehr niedrig. Der Leistungsverbrauch zum Steuern ist nur
minimal.
Es ist zwar bekannt, daß ein nenutischer Flüssigkristall
mit Schraubenstruktur die Polarisationsebene polarisierten Lichts dreht (»Compt. Rend. Acad. Sc.
Paris«, Bd. 261 (|uli 1965), S. 939 bis 942). Der mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung erzielte Effekt ist
jedoch überraschend, da das optische Drehvermögen des Flüssigkristalls nicht wie zu erwarten gewesen wäre,
erst dann verschwindet, wenn der schraubenförmig ausgerichtete in einen parallel ausgerichteten Flüssigkristall
übergeht, sondern bereits wesentlich vorher, d. h. wenn die Schraubenstruktur im Ansatz noch vorhanden
ist. Die den Plattenoberflächen benachbarten Moleküle behalten auch bei angelegtem Feld ihre zu den Platten
parallele und somit zum Feld senkrechte Richtung, so daß bei gegeneinander verdrehter Oberflächenorientierung
der Platten die Schraubenstruktur der Flüssigkristallmoleküle erhalten bleibt, d. h. die Flüssigkristallmolekülc,
projiziert auf eine zu den Platten parallele Ebene, jeweils eine Komponente aufweisen, deren schraubenförmige
Ausrichtung sich wegen der konstant bleibenden Randbedingungen nicht ändert.
Vorteilhafterweise enthält der Flüssigkristall eine optisch aktive Substanz. Diese optisch aktive Substanz
kann eine cholesterische Verbindung enthalten.
Die Ausbildung der schraubenförmigen Struktur des Flüssigkristalls wird durch Zugabe einer solchen optisch
aktiven Substanz, insbesondere einer cholesterischen Verbindung, unterstützt. Bezüglich dieser optisch
aktiven Substanzen ist zwar bekannt, daß sie selbst eine schraubenförmige Molekülstruktur aufweisen. Weiter
ist bekannt, diese Substanzen einem nematischen Flüssigkristall beizumischen, damit dieser in kleinen,
räumlich begrenzten und hinsichtlich ihrer Orientierung statistisch verteilten Bereichen eine schraubenförmige
Struktur erhält und dadurch Streuzentren für das durchgehende Licht im Sinne einer Kontrasterhöhung
geschaffen werden (DT-OS 18 12 479). Daß eine Beimischung cholesterischer Substanzen in dem nemaiischen
Flüssigkristall wie im vorliegenden Fall die Ausbildung einer einheitlichen schraubenförmigen Ausrichtung
des gesamten Flüssigkristalls fördert, muß jedoch als überraschend bezeichnet werden.
Vorteilhafterweise ist die Ganghöhe der Schraubenstruktur des Flüssigkristalls größer als der Abstand der
ίο Platten.
Eine besonders gute Wirksamkeit der elektro-optischen
Vorricntung wird erzielt, wenn die Ganghöhe das Vierfache des Abstandes der Platten beträgt.
Eine besonders für Anzeigeelemente (z. B. für Armbanduhren) geeignete Ausbildung der elektro-optischen
Vorrichtung wird erzielt, wenn die Platten elektrisch leitende Schichten aufweisen, an die Anschlußleitungen
zum Anlegen einer Spannung führen.
Wenn die durch die Lage der Platten gegebenen Vorzugsrichtungen aufeinander senkrecht stehen, können die beiden Polarisatoren beispielsweise parallel orientiert sein.
Wenn die durch die Lage der Platten gegebenen Vorzugsrichtungen aufeinander senkrecht stehen, können die beiden Polarisatoren beispielsweise parallel orientiert sein.
In einer anderen Ausführungsform können die beiden Polarisatoren bei durch die Lage der Platten gegebenen.
senkrecht aufeinanderstehenden Vorzugsrichtungen zueinander gekreuzt sein.
Das verwendete elektrische Feld kann je nach Verwendungszweck der elektro-optischen Vorrichtung
ein Gleichfeld oder ein Wechselfeld sein.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist für vielfältige Anwendungen geeignet. Eine auf der Eigenschaft der
Kohärenzerhaltung beruhende Anwendung besteht im Einsatz der Zelle als Element einer Seiteneinschreibematrix
zum Einschreiben in einen Hologrammspeicher.
Eine solche Matrix besteht bekanntlich aus einer großen Zahl (z. B. 10*) von Elementen, die je nach Ansteuerung
kohärentes Licht sperren oder durchlassen und somit zum Einschreiben eines Bit in den Speicher dienen.
Insbesondere ist eine Anordnung möglich, die eine Adressierung erlaubt. Zu diesem Zweck wird der
Flüssigkristall zwischen zwei Platten gebracht, deren leitende Beschichtung in eine Anzahl voneinander
isolierter Streifen aufgeteilt ist, und zwar so, daß die Streifenrichtungen der beiden Platten aufeinander
senkrecht stehen. An die Streifen kann mittels geeigneter Anschlüsse eine Spannung gelegt werden,
wodurch die Addressierung einzelner Segmente möglich ist.
Neben dieser speziellen Anwendung ist bei Verwendung der Zellen zur Modulation der Lichtintensität
besonders die niedere Steuerspannung von Vorteil.
Da im Gegensatz zu Zellen mit dynamischer Streuung der Lichtstrahl ausgelöscht werden kann, wird die
Herstellung von elektro-optischen Verschlüssen mög-
5S lieh. Die elektronische Steuerung und Modulation der
Richtung der Polarisationsebene von linear polarisiertem Licht (z. B. in der Polarimetrie) ist ebenfalls zu
verwirklichen. Weitere Anwendungsbereiche sind die Fernsehtechnik und die Datenverarbeitung (Aufzeichnung
von optischen und elektrischen Signalen).
Eine andere Anwendungsmöglichkeit besteht bei Brillengläsern, deren Absorption durch die Intensität
des einfallenden Lichtes steuerbar ist.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand schematischer Zeichnungen beispielsweise und mit weiteren
Einzelheiten erläutert. Es zeigt
F i g. 1 ein Modell eines Flüssigkristalls mit schraubenförmiger Struktur,
Fig. 2 eine elektro-optische Vorrichtung mil kontinuierlich
steuerbarer Transmission,
F i g. 3 eine graphische Darstellung der Transmission einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in Abhängigkeit
von der an den Platten anliegenden Spannung und
Fig.4 eine graphische Darstellung des Drehwinkels
der in Fig. 2 gezeigten Vorrichtung in Abhängigkeit von der angelegten Spannung.
In Fig. 1 sind die Orientierungen verschiedener Schichten eines Flüssigkristalls mit schraubenförmiger
Struktur schematisch dargestellt. Die bestehende Schraubenstruktur kann entweder durch die Wandorientierung
zweier Platten (nicht gezeigt), zwischen denen der Flüssigkristall liegt, hervorgerufen oder
durch die Beimischung von cholesterischen Verbindungen induziert sein. Die Grenzschicht 1 ist in /-Richtung
orientiert, während die Grenzschicht 2 eine Orientierung in z-Richtung aufweist. In einer beliebigen
zwischen den Grenzschichten liegenden Ebene 3 herrscht eine Orientierung in Richtung eines zwischen
der y- und der ^--Richtung liegenden Winkels, wobei der
Winkel von der Entfernung von den Grenzschichten abhängt.
Die in Fig. 2 gezeigte elektro-optische Vorrichtung zur kontinuierlichen Steuerung der Transmission
besteht aus einer elektro-optischen Zelle II, die zwischen einem Polarisator 12 und einem dazu
parallelen Analysator 13 angeordnet ist. Die Zelle 11 hat
die Form eines Plattenkondensators und ist demnach aus zwei im Absland planparallel angeordneten Platten
oder Elektroden 14, 15 und einem dazwischenliegenden Dielektrikum 16 aufgebaut.
Das Dielektrikum 16 besteht aus einem nematischen Flüssigkristall mit positiver dielektrischer Anisotropie
(d. h. die Dielektrizitätskonstante entlang der Längsachse der Moleküle ist größer als die Dielektrizitätskonstante
in der dazu senkrechten Richtung επ > ε^ ).
Die beiden Elektroden 14, 15 bestehen aus Glasplatten; ihre dem Flüssigkristall zugewandten Flächen sind
mit SnOz beschichtet. Die SnO2-Oberflächen sind so
behandelt, daß sich die Moleküle des flüssigen Kristalls in der Grenzschicht mit ihren Längsachsen parallel zur
Elektrodenoberfläche in einer Vorzugsrichtung orientieren.
In der zusammengesetzten Zelle 11 sind die Vorzugsrichtungen der beiden Elektroden 14, 15
gegeneinander verdreht. Die Moleküle des Flüssigkristalls richten sich in den Grenzschichten nach den
Vorzugsrichtungen der Elektroden. Dazwischen sind die nematischen Moleküle so orientiert, daß sich ein j0
kontinuierlicher Übergang von der Vorzugsrichtung in der Grenzschicht an der Elektrode 14 zu der
Vorzugsrichtung in der Grenzschicht an der Elektrode 15 ergibt. Betrachtet man die Orientierung der Moleküle
des flüssigen Kristalls entlang einer beliebigen Senkrechten
zu den Elektroden, so ergibt sich eine schraubenförmig verwundene Anordnung.
Es hat sich gezeigt, daß die Polarisationsrichtung von
beispielsweise durch die Elektrode 14 einfallendem und parallel zu ihrer Vorzugsrichtung linear polarisiertem ^0
Licht der Orientierung der nematischen Moleküle folgt
und, wenn das Licht die Zelle 11 durch die andere Elektrode 15 verläßt, mit deren Vorzugsrichtung
zusammenfällt. Wenn die Vorzugsrichtungen der beiden Elektroden 14 und 15 um 90" gegeneinander verdreht ^5
sind (gekreuzte Wandorientierung), erfolgt eine Drehung der Polarisationsrichtung des einfallenden Lichtes
um 90°.
Die Zelle U liegt so zwischen Polarisator 12 und Analysator 13, daß die Vorzugsrichtung der dem
Polarisator 12 benachbarten Elektrode 14 zu der Polarisalionsrichtung des Polarisators 12 parallel ist. Bei
gekreuzter Wandorientierung in der Zelle 11 isl daher
die Vorzugsrichtung der Elektrode 15 senkrecht zur Polarisationsrichtung des Analysators 13. Von einer
Lichtquelle 17 durch den Polarisator 12 einfallendes Licht wird also in Richtung der gezeigten Z-Koordinate
polarisiert, tritt durch die Elektrode 14 in den Flüssigkristall 16 ein, wird auf dem Weg durch diesen
kontinuierlich bis in /-Richtung gedreht, verläßt die Zelle 11 durch die Elektrode 15 und wird von dem in
z-Richtung orientierten Analysator 15 nicht durchgelassen. Ein Beobachter 18 sieht somit kein Licht von der
Lichtquelle 17.
Wenn dagegen der Analysator 18 gegenüber dem Polarisator 12 um 90° gedreht ist, gelangt das Licht der
Lichtquelle 17 zum Beobachter 18.
Wird nun an die Elektroden 14 und 15 eine Spannung angelegt, d. h. also im Flüssigkristall ein zu den
Elektroden senkrechtes elektrisches Feld erzeugt, so greift an den nematischen Molekülen wegen εμ
>f j_ ein Drehmoment an, das bestrebt ist, die Längsachsen
der Moleküle in Feldrichtung zu stellen. Mit zunehmender Spannung an den Elektroden nähert sich die
Orientierung mehr und mehr der Richtung des Feldvektors bis sie bei genügend hoher Spannung
praktisch parallel zum Feldvektor ist. Gleichzeitig verschwindet die Schraubenstruktur und damit die
optische Aktivität des flüssigen Kristalls annähernd vollständig. Durch die Elektrode 14 einfallendes
polarisiertes Licht verläßt die Zelle II mit unveränderter Polarisationsrichtung. Nach Abschalten der Spannung
wird infolge der Wandorientierung die Schraubenstruktur des Flüssigkristalls wiederhergestellt. (Diesen
Zusammenhang zeigt Fig. 4.)
Legt man an die Elektroden der vorstehend beschriebenen Vorrichtung der Fig. 1, in der die
Polarisationslichtungen von Polarisator 12 und Analysator
13 parallel sind, eine Spannung an, so wird je nach der Höhe der Spannung das polarisierte Licht teilweise
oder ganz zum Beobachter 18 durchgelassen. In dem Fall in dem Polarisator und Analysator gekreuzt sine"
bewirkt eine genügend hohe Spannung, daß kein Licht von der Lichtquelle 17 mehr zum Beobachter 18 gelangt.
Fig.3 zeigt die Transmission der beschriebenen
Vorrichtung, bei der die Polarisationsrichtungen von Polarisator und Analysator parallel sind, in Abhängigkeit
von der an den Elektroden anliegenden.Spannung. Man sieht, daß die Transmission ohne Spannung
annähernd 0 ist. Mit zunehmender Spannung bleibt sie zunächst ungefähr auf dieser Höhe, bis eine durch
Polarisationserscheinungen bedingte Schwellenspannung erreicht ist Oberhalb dieser Schwellenspannung
zeigt die Transmission einen kontinuierlichen Anstieg und erreicht schließlich eine Art Sättigung.
Die Steuerung der optischen Aktivität kann außer mit
Gleichspannung auch mit Wechselspannung vorgenommen werden. Je nach Anwendung ist eine der beiden
Betriebsweisen vorzuziehen. Wegen der Vermeidung von Polarisationserscheinungen ist beim Betrieb mit
Wechselspannung die Schwellspannung besonders niedrig. Der Kurvenverlauf der F i g. 2 ist bis zu etwa 80
kHz frequenzunabhängig.
In der beschriebenen Vorrichtung wurde als flüssiger
Kristall N(4'-Aethoxybenzyliden)-4-Aminobenzonitril (PEBAB) verwendet. Es ist offensichtlich, daß jede
ilSCIl
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die
>;:ιιημ /ClIIt! ! illL1
i/llJcS
ruler-S ρ ;i iiii
ben-
andere nematische Substanz mit positiver Anisotropie,
d.h. mit Kn >tj_ mit im wesentlichen gleichem
Ergebnis eingesetzt werden kann. Die Elektrodenflächen der beschriebenen Zelle sind etwa 4 cm2 groß. Der
Flüssigkristall hat eine Dicke von 10 bis 100 μ.
Folgende mit der beschriebenen Vorrichtung erzielten
Ergebnisse zeigen deutlich die Überlegenheit einer erfindungsgemäßen Zelle über eine entsprechende
elektro-optische Zelle, die auf der dynamischen Streuung beruht.
Die Polarisation des einfallenden Lichtes bleibt praktisch unverändert erhalten, so daß sich erfindungsgemäße
Zellen z. B. auch zur Modulation von Laserlicht eignen. Die Schwellenspannung für das Auftreten des
elektrooptischen Effekts beträgt für Wechselspannung etwa 1 V, für Gleichspannung etwa 2,5 V, die Sättigungsspannung
für Gleich- und Wechselspannung etwa 4 V. Der Leistungsverbrauch ist bei Gleichspannungsbetricb
erheblich niedriger als bei Zellen mit dynamischer Streuung. Schließlich ist die Lebensdauer wegen des
geringen Ladungsträgertransports sehr groß.
Durch eine große Zahl möglicher Modifikationen sind verschiedenartige vorteilhafte Effekte zu erzielen. So
kann beispielsweise bei Verwendung eines farbigen oder gefärbten Flüssigkristalls in der Zelle 11 zusammen
mit zwei Polarisatoren eine Vorrichtung hergestellt werden, die ohne Spannung für Licht undurchlässig ist
und bei angelegter Spannung nur eine Farbe durchtreten läßt. Ebenso ist der umgekehrte Vorgang realisierbar.
Im Übergangsbereich erhält man entsprechend Zwischentöne zwischen schwarz und der gewählten
Farbe.
Die Zelle 11 kann auch in Reflexion betrieben werden.
Zu diesem Zweck wird der hinter der Zelle angeordnete Analysator 13 (z. B. in Form einer Folie) auf einen
üblichen Spiegel aufgeklebt. Das einfallende Licht wird an diesem Spiegel entweder reflektiert oder absorbiert
je nachdem, ob Spannung an der Zelle liegt oder nicht.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
:vi-en ι: von
iingignnung. iinung
)bt sie durch r-pan-
-lung • ,sieg
J50954
Claims (10)
1. Durch ein elektrisches Feld steuerbare elektrooptische
Vorrichtung zur Modulation der Intensität eines Lichtstrahls mit einem zwischen zwei parallelen
Platten angeordneten nematischen Flüssigkristall mit positiver, dielektrischer Anisotropie, der in
bezug auf die zu beiden Platten senkrechte Richtung schraubenförmige Struktur aufweist, bei der die
Platten eine die an sie angrenzenden Moluküle des Flüssigkristalls in eine Vorzugsrichtung orientierende
Oberflächenbeschaffenheit aufweisen, die Vorzugsrichiungen an beiden Platten gegeneinander
verdreht sind, mindestens eine Platte lichtduschlässig
ist und das elektrische Feld im wesentlichen senkrecht zu den Platten orientiert ist, dadurch
gekennzeichne!, daß in Richtung von einfallendem Licht vor und hinter dem Flüssigkristall (16)
je ein Polarisator (12,13) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch !,dadurch gekennzeichnet,
daß der Flüssigkristall (16) eine optisch aktive Substanz enthält.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die optisch aktive Substanz eine
cholesterische Verbindung enthält.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ganghöhe der
Schraubenstruktur des Flüssigkristalls (16) größer ist als der Abstand der Platten (Elektroden 14,15).
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ganghöhe das Vierfache des
Abstandes der Platten (Elektroden 14,15) ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Platten (Elektroden
14, 15) elektrisch leitende Schichten aufweisen.
an die Anschlußleitungen zum Anlegen einer Spannung führen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der die durch die Lage der Platten gegebenen
Vorzugsrichtungen aufeinander senkrecht stehen, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Polarisatoren
(12, 13) parallel orientiert sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der die durch die Lage der Platten gegebenen
Vorzugsrichtungen aufeinander senkrecht stehen, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Polarisatoren
zueinander gekreuzt sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das elektrische Feld <;0
ein Gleichfeld ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das elektrische Feld
ein Wechselfeld ist.
55
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