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Elektronische Orgel Die Erfindung betrifft eine elektronische Orgel
mit zwei oder mehreren Manualen und Pedalbass, bei der alle Töne durch eine gemeinsame
Generatorgruppe erzeugt werden und durch filter oder Mischschaltungen für die verschiedenen
Manuale im Klang variiert, sowie verhallt und ggf. durch Effektschaltungen, wie
Vibrator, Tremolo usw. beeinflusst werden, Derartige elektronische Orgeln sind bekannt,
Die bekannten elektronischen Orgeln arbeiten in der Regel nur mit einem einzigen
Lautsprecher oder einer einzigen Lautsprecheranordnung (bestelierd aus Hoch- und
Wieftonlautsprechern). Die eigentliche Schallquelle ist also bei diesen bekannten
Orgeln punktförmig, zumindest aber auf einen begrenzten Ort komprimiert, so dass
die Wiedergabe monophon ist. Da eine Orgel infolge ihrer normalerweise relativ grossen
Abmessungen in natura jedoch einen polyphonen Klangkörper bildet, sind die mit den
bekannten elektronischen Orgeln erzeugten Darbietungen nur schlecht geeignet, den
Klang einer mit räumlich verteilten Orgeipfeifen arbeitenden Originalorgel nachzuahmen
ber Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, die bekannten
elektronischen
Orgeln der eingangs beschriebenen Art so zu verbessern, dass sie geeignet sind,
dem Zuhörer einen Itaumklangeffekt zu vermitteln, der dem einer Originalorgel ähnlich
ist.
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Die Aufgabe ist erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die im Klang
variierten Töne jedes Manuales auf getrennte Verstärker und von diesen auf getrennte,
auf einer Stereobasis aufgestellte Lautsprecher-gegeben werden, wobei der Pedaloass
wahlweise-beiden Kanälen gleichmässig aufgemischt oder als dritter Kanal über einen
weiteren Verstärker und Lautsprecher wiedergegeben wird.
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Durch die erfindungsgemässe Lösurg wird also die bekannte elektronische
Stereophonie dazu ausgenutzt, um die mit den verschiedenen Manualen erzeugbaren
Töne oder Tonkombinationen räumlich getrennt wiederzugeben, so wie es auch bei einer
normalen, mit Orgelpfeifen arbeitenden Orgel der Fall ist. Dadurch ist ein Orgelspiel
möglich, das sich durch eine für elektronische Orgeln bisher unbekannte Transparenz
und PLeinheit des Tones auszeichnet. Ausserdem können mit der erfindungsgemässen
elektronischen Orgel das Melodie- und Begleitspiel so voneinander getrennt werden,
wie es der Zuhörer aus dem Konzertsaal oder aus Eichen mit mehreren Orgel-Prospekten
gewohnt ist.
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Insbesondere bei Verwendung eines zusätzlichen Rhythmusgerätes wird
dem Zuhörer die Illusion vermittelt, im Zimmer ein Orchester zu haben. Besonders
eindrucksvoll präsentiert sich die Erfindung z. B. beim Spiel von klassischen Fugen,
da eist durch die getrennte Wiedergabe der mit den einzelnen Nanualen erzeugbaren
Tönen oder Tonkombinationen auch eine getrennte Wahrnehmung nichtgleichsinniger
Läufe möglich ist.
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Eine weitere Verbesserung und Vervollkominiiung des Raumklang-Effektes
kann gemäss einer Weiterbildung der Erfindung darin bestehen dass in den einzelnen
Kanälen, vorzugsweise in r aen beiden Manual-Kanälen je ein Hallgenerator angeordnet
ist.
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Jeder Hallgenerator kann zur weiteren Verfeinerung der Raum-1-lang-Wirkung
gemäss einer weiteren Weiterbildung der Erfindung schaltugstechnisch so angeordnet
sein, dass der von ihm erzeugte Hallanteil dem eigenen Manual-Kanal wieder aufgemischt
wird. Alternativ dazu ist es auch möglich, jeden Hallgenerator schaltungstechnisch
so anzuordnen, dass der von ihm erzeugte Hallanteil des eigenen Manuals dem anderen
Manual-Kanal aufgemischt wird.
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Eine andere Möglichkeit der Ausnutzung eines Hall effektes zur Ezeugung
einer Raumklang-Wirkung kann darin bestehen, dass nur in einem Hallgenerator das
Mischprodukt beider Manual-Kanäle verhallt wird und der Hallanteil beiden Kanälen
wieder aufgemischt wird, wobei beider Manual-Kanal zur Vermeidung des tbersprechens
entkoppelt gegenüber dem anderen Manual-Kanal an dem Hallgenerator-Eingang und -Ausgang
angeschlossen ist.
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Die Entkopplung kann beispielsweise durch eine Widerstandsschaltung
erfolgen. Es ist aber auch möglich, dass zur Entkopplung elektronische Ventile in
Form von ein- oder mehrstufigen Verstärkern zwischen Hallgenerator-Eingang und -Ausgang
und jedem Nanual-Kanal angeordnet werden.
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Um die Vorteile des stereophonen Orgelspiels auch mit kleinen Heimstereoanlagen
ausnützen zu können, deren Lautsprecher nicht in der Lage sind, den relativ kräftigen
Orgelbass wiederzugeben, karg das Hischprodukt beider Manual-Kanäle und des Bass-Kanal
es gemäss einer anderen Weiterbildung der Erfindung über einen Phantom-Mittelkanal
wiedergegeben werden, wobei das Ausgangsprodukt des Phantom-Nittelkanals über einen
für den Zweck geeigneten Tiefton-Lautsprecher wiedergegeben wird. Besondere Lautsprecher-Effekte,
wie z. 13. Space-Sound oder Leslie, können wahlweise über den Phantom-Nittenkanal
oder die beiden Stereokanäle wiedergegeben werden.
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Eine andere Möglichkeit zur Erweiterung des Klangkörpers der erfindungsfemässen
elektronischen Orgel kann darin bestehen,
dass zusätzliche Effekt-Register,
wie Sustein, Rhythmus, Harfe, Trompete, Piano, Spinett usw., vorgesehen sind, wobei
die mit diesen zusätzlichen Effekt-Registern erzeugbaren Instrumental-Nachahmungen
über einen weiteren, aus mindestens einem Verstärker und einem Lautsprecher bestehenden
Kanals wiedergegeben werden. Der weitere Kanal kann auch von einem der Nanual-Kanäle
gebildet sein, wobei Töne beider Nanuale auf den verbleibenden Manual-Kanal gegeben
werden.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen
beschrieben.
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Es zeigen: Fig. 1 eine erste Ausführungsform der erfindungsgemässen
elektronischen Stereo-Orgel; Fig. 2 eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemässen
elektronischen Stereo-Orgel; Fig. 3 eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemässen
elektronischen Stereo-Orgel.
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Die in Fig. 1 in Form eines Prinzip-Schaltplanes dargestellte Stereo-Orgel
weist ein unteres Manual 2, ein oberes Manual 4 und ein Basspedal 6 auf. Das Ausgangsprodukt
des unteren Manuales 2 wird über'einen Entkopplungswiderstand 8 einem Vorverstärker
10 zugeführt. Der Vorverstärker 10 speist über einen Entkopplungswiderstand 12 den
linken Ausgang 14 für den einen Stereo-Eanal einer Stereo-Anlage.
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Das Ausgangsprodukt des oberen Manuales 4 wird über einen Sntkopplungswiderstand
16 einem Vorverstärker 18 zugeführt. Dieser speist über einen weiteren Entkopplungswiderstand
20 den rechten Ausgang 22 für den anderen Stereo-Kanal der Stereo-Anlage.
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Das Basspedal 6 speist einen Regelwiderstand 24, mit dem die Grösse
des Ausgangsproduktes des Basspedales 6 eingestellt werden kann. Der Regelwiderstand
24 ist mit einem Schalter 26 verbunden, der das Ausgangsprodukt des Basspedales
6 in seiner
linken Schaltstellung einer Brückenanordnung zuführt.
Die Brückenanordnung besteht aus zwei Brückenwiderständen 28, 30 und einei:i Potentiometer
32. Durch Abgleich der Brückenanordnung kann den beiden Vorverstärkern 10 und 18
ein gleicher Anteil des Ausgangsproduktes des Basspedales 6 zugeführt werden.
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Das am linken Ausgang 14 stehende 'Dcngemisch wird ferner über einen
Entkopplungswiderstand 34 einem weiteren Vorverstärker 36 zugeführt. Das am rechten
Ausgang 22 stehende Tongemisch wird über einen Entkopplungswiderstand 38 einem Vorverstärker
40 zugeführt. Die beiden Vorverstärker 36 und 40 speisen über jeweils einen Entkopplungswiderstand
42 und 44 einen Hallgenerator 46. Der von dem Hallgenerator 46 erzeugte Hallanteil
wird dem Tongemisch ar.l linken Ausgang 14 über einen Entkopplungswiderstand 48,
einen Verstärker 50 und einen weiteren Entkopplungswiderstand 52 zugeführt und aufgemischt.
Ferner wird der von dem Hallgenerator 46 erzeugte Hallanteil dem am rechten Ausgang
22 stehenden Tongemisch über einen Entkopplungswiderstand 54, einen Verstärker 56
und einen weiteren Entkopplungswiderstand 58 zugeführt und aufgemischt.
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Der Ausgang des Hallgenerators 46 ist weiterhin mit einem Schalter
60 verbunden, welcher seinerseits Kontakt mit einem Schaltkontakt eines Schalters
62 hat. Der Schalter 62 ist ausserdem über einen Entkopplungswiderstand 64 und einen
internen Orgelvorverstärker 66 mit einem internen Orgelhauptverstärker 68 verbunden,
welcher einen Lautsprecher 70 speist. Der Entkopplungswiderstand 64, der interne
Orgelvorverstärker 66, der interne Orgelhauptverstärker 68 und der Lautsprecher
70 stellen daher in Bezug auf die beiden Stereo-Kanäle der Stereo-Anlage einen dritten
Kanal dar.
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Wenn der Schalter 60 aus des in Fig. 1 dartestellten Schaltstellung
heraus nach rechts geschaltet wird, so wird die Verbindung des Hallgenerators mit
dem dritten Kanal unterbrochen.
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In diesem Fall wird dem dritten Kanal nur auf direktem Wege
über
den Entkopplungswiderstand 72 das unverhallte, vor dem Hallgenerator 46 stehende
Tongemisch zugeführt.
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Die beiden Schalter 26 und 62 sind, wie durch die gestrichelte Linie
angedeutet ist, miteinander gekoppelt. Das bedeutet, dass die beiden Schalter 26
und 62 nur gerneinsam umgeschaltet werden können. Wenn die beiden Schalter 26 und
62 aus der in Fig. 1 dargestellten Schaltstellung heraus in die andere (rechte)
Schaltstellung geschaltet werden, so wird nur deni dritten Kanal und nicht den beiden
Stereo-Kanälen das mit dem Basspedal 26 erzeugte Tongemisch zugeführt.
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Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform sind Schaltungsteile,
die bestimmten Schaltungsteilen in Fig. 1 entsprechen, mit den gleichen Bezugsziffern
wie in Fig. 1 bezeichnet. Der wesentliche Unterschied der in Fig. 2 dargestellten
Ausführugsform besteht gegenüber der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform darin,
dass für jeden Manual-Kanal ein separater IIallgenerator 41, 43 vorgesehen ist.
Jeder der beiden Hallgeneratoren 41, 43 ist durch einen Widerstand 13, 21 überbrückt,
so dass am Ausgang der beiden Hall generatoren 41, 43 ein Gemisch aus dem unverhallten
und dein verhallten Tonanteil des betreffenden Manual-Kanales vorliegt. Dieses Gemisch
wird in dem liiiken Manual-Kanal über einen Entkopplungswiderstand 15 sowohl dem
linken Stereo-Ausgang 14 als auch dem Verstärker 36 zugeführt. In dem rechten Hanual-Kanal
wird dieses Gemisch über einen Entkopplungswiderstand 23 dem rechten Stereo-Ausgang
und dem Verstärker 56 zugeführt. Die Ausgangsprodukte der beiden Verstärker 36 und
56 werden über die Widerstände 42 und 421. sowie über einen Entkopplungswierstand
49 dem Schalter 60 zugeführt. Der übrige Teil der Prinzipschaltung entspricht dem
bereits im Zusammenhang mit Fig 1 beschriebenen heil.
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Die in Fig. 3 dargestellte Ausführurigsform unterscheidet sich von
der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform dadurch, dass jedem Manual-Kanal ein
verhalter Anteil des anderen Manual-
Kanal es zugeführt wird. Das
Ausgangsprodukt des Verstärkers 10 im liiiken Manual-Kanal wird einem Hall generator
45 zugeführt, der den verhallten Anteil des linken Manual-Kanales zwischen die beiden
Widerstände 20, 38 in den rechten Manual-Eanal einspeist. Das Ausgangsprodukt der
Yerstärkers 18 im rechten Manual-Eanal wird einem Hallgenerator 47 zugeführt, der
dem verhallten Anteil des rechten Manual-Kanales zwischen die beiden Widerstände
12, 34 in den linken Manual-Kanal elnspeist.
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Anspruche: