DE2136349B2 - Verfahren zur Herstellung von Keramikkörpern aus grobkristallinem Aluminiumoxid mit hoher Bruchfestigkeit - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Keramikkörpern aus grobkristallinem Aluminiumoxid mit hoher Bruchfestigkeit

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Deutsche Gold und Silber Scheideanstalt
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Description

JO
Bei der Herstellung von Aluminiumoxidwerkstoffen wird zur Erreichung hoher Bruch- und Verschleißfestigkeit ein Gefüge mit geringer Korngröße angestrebt. Andererseits ist es zur Erreichung hoher Kriechfestig- π keit, guter Korrosionsfestigkeit und guter Lichtdurchlässigkeit günstiger, ein gröberes Gefüge mit geringerer Korngrenzfläche zu verwenden. In der Praxis werden daher je nach Anwendungsfall verschiedene Aluminiumoxidwerkstoffe mit unterschiedlichem Gefüge eingesetzt.
Zur Steuerung des Kornwachstums wird allgemein Magnesiumoxid in Mengen bis 0,5% zugesetzt, das eine starke Hemmung des Kornwachstums bewirkt. Vor allem verhindert es bereits in Mengen von 0,02% das Auftreten von sogenannten »Riesenkörnern«, das sind längliche Körner bis zu mehreren mm Länge, die unregelmäßig verteilt im Gefüge auftreten können und die die Eigenschaften des Werkstoffes stark verschlechtern. Das »Riesenkornwachstum« von AbOj ohne MgO-Zusatz wird außerdem von einer Reihe weiterer Zusätze verhindert, z. B. AlF3, SiO2, BaO, Cr2O3 (H. P. Cahoon, CL. Christensen, Amer. Ceram. Soc, 39 [1956], 337-344).
Es wurde nun gefunden, daß bei gleichzeitigem Zusatz von MgO und AlF3 ein neuartiger Effekt auftritt: Gegenüber einem Werkstoff, der nur MgO als Zusatz zur Kornwachstumssteuerung enthält, tritt bei gleichen Sinterbedingungen bei Aluminiumoxid mit gleichzeitigem Zusatz von MgO und AIF3 ein stärkeres bo Kornwachstum auf, ohne daß der sonst bei derartigem Kornwachstum beobachtete Festigkeitsabfall eintritt. Damit ist es möglich, einen grobkristallinen Aluminiumoxidwerkstoff mit hoher Bruchfestigkeit herzustellen. Der Begriff grobkristallin ist hierbei relativ im Vergleich <,--, zu einem anderen, ohne AlFrZusatz hergestellten Al2O]-Werkstoff mit gleicher Bruchfestigkeit zu verstehen.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung von Keramikkörpern aus grobkristallinem gesintertem Aluminiumoxid mit hoher Bruchfestigkeit, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß Aluminiumoxidpulver mit Zusätzen von AlF3 oder thermisch zu AIFj zersetzbaren Verbindungen und MgO oder thermisch zu MgO zersetzbaren Verbindungen vermischt und in an sich bekannter Weise kaltgepreßt und gesintert wird.
Dabei hat es sich als zweckmäßig erwiesen, daß die Zusätze von MgO oder von thermisch zu MgO zersetzbaren Verbindungen und von AIF3 oder von thermisch zu AlFj zersetzbaren Verbindungen in solchen Mengen erfolgen, daß sie 0,05—0,5 Gew.-% MgO und 0,1 —5 Gew.-% AIF3 entsprechen.
Besonders günstige Ergebnisse werden erhalten, wenn die Sinterung im Wasserstoff bei Temperaturen zwischen 1500 und 18500C und bei Sinterzeiten zwischen 0,5 und 5 h durchgeführt wird.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung besteht in einem neuen Aluminiumoxidwerkstoff, welcher durch Anwendung einer oder mehrerer der beschriebenen neuen Verfahrensmaßnahmen zugänglich wird.
Der Effekt der gleichzeitigen Ausbildung von Grobkristallinität mit hoher Bruchfestigkeit kann durch einen substitutioneilen Fluorioneneinbau in Sauerstoffteilgitter des AI2O3 gedeutet werden, der durch die fast gleichen Ionenradien von O2- und F- erleichtert werden könnte. Aus Gründen der Ladungsneutralität werden mit einem solchen Einbau Leerstellen im Kationengitter verbunden. Die dadurch hervorgerufenen lokalen elastischen Gitterverzerrungen können die Rißausbreitung behindern und damit zu einer Erhöhung der Bruchfestigkeit gegenüber einem Werkstoff gleicher Korngröße ohne AIFj-Zusatz führen.
Beispiel
500 g AI2Oj-Pulver, Reinheit 99,98%, Korngröße < 1 μίτι, 0,5 g MgO-Pulver, Korngröße < 1 μηι und 1,6 g AIFj ■ 3 H2O-Pulver wurden in einem Kunststoffgefäß naß gemischt. Der Schlicker wurde anschließend getrocknet, mit einem temporären organischen Bindemittel vermengt und mit einem Druck von 1 Mp/cm; in Stahlformen zu Prüfkörpern verpreßt. Das organische Bindemittel wurde an Luft bei 10000C ausgebrannt, anschließend wurden die Proben in Wasserstoff bei 175O0C 2 h gesintert. Vergleichsproben ohne AIF3-Zusatz wurden auf entsprechende Weise hergestellt. Die Eigenschaften der Prüfkörper wurden auf entsprechende Weise hergestellt. Die Eigenschaften der Prüfkörper sind in folgender Tabelle zusammengestellt.
Zusatz AIF3 Dichte Bruchfestigkeit Korn
(Gew.-o/o) (kp/mm2) größe
MgO Mittelwert von je
(Gew.-%) (g/cm3) 10 Proben
0,1 0 3,96 14,8 ±1,3 9
0,1 2 3,97 19,2 ±2,0 19
Die Korngrößen wurden an polierten und thermisch geätzten Proben nach dem Durchmesserverfahren bestimmt. Die Dichtemessung erfolgte nach der Auftriebsmethode, theoretische Dichte 3,99 g/cm3. Die Bruchfestigkeit wurde an sorgfältig geschliffenen und geläppten planparallelen Platten von 30 mm 0 und 1,5 mm Dicke nach dem »Symmetrical central bending
lest« (T. R. W i 1 s h a w , I. Amer. Ceram. Soc, 51 [1968], 111) bestimmt. Um Oberfliicheneffekte auszuschalten, wurden die Proben vorher sorgfältig im Vakuum von ΙΟ"4 Torr bei 2400C entgast, die Messung erfolgte im Vakuum bei Raumtemperatur. Trotz gröberem Korn haben die Proben mit Zusatz von 2% AIFj noch eine merklich höhere Bruchfestigkeit als Proben ohne diesen Zusatz. Die Absolutwerte der gemessenen Festigkeiten sind wegen der unterschiedlichen Belastungsart bei der angewandten Prüfmethode etwa um den Faktor 3 geringer als bei Messungen an stabförmigen Proben an 3- Punkt-Biegebelastung.

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Hei stellung von Keramikkörpern aus grobkristallinem gesintertem Aluminiumoxid mit hoher Bruchfestigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß Aluminiumoxidpulver mit Zusätzen von AlFj oder thermisch zu AlF3 zersetzbaren Verbindungen und MgO oder thermisch zu MgO zersetzbaren Verbindungen vermischt und in an sich bekannter Weise kaltgepreßt und gesintert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusätze von MgO oder von thermisch zu MgO zersetzbaren Verbindungen und von AIF3 oder von thermisch zu AlFj zersetzbaren Verbindungen in solchen Mengen erfolgen, daß sie 0,05-0,5 Gew.-% MgO und 0,1-5 Gew.-% AIFj entsprechen.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, ;>o dadurch gekennzeichnet, daß die Sinterung in Wasserstoff bei Temperaturen zwischen 1500 und 18500C und bei Sinterzeiten zwischen 0,5 bis 5 h durchgeführt wird.
4. Aluminiumoxidwerkstoff, dadurch gekennzeichnet, daß er nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 —3 hergestellt ist.
DE2136349A 1971-07-21 1971-07-21 Verfahren zur Herstellung von Keramikkörpern aus grobkristallinem Aluminiumoxid mit hoher Bruchfestigkeit Expired DE2136349C3 (de)

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