DE212010C - - Google Patents
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Classifications
-
- E—FIXED CONSTRUCTIONS
- E21—EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
- E21F—SAFETY DEVICES, TRANSPORT, FILLING-UP, RESCUE, VENTILATION, OR DRAINING IN OR OF MINES OR TUNNELS
- E21F7/00—Methods or devices for drawing- off gases with or without subsequent use of the gas for any purpose
Landscapes
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- Mining & Mineral Resources (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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- Geochemistry & Mineralogy (AREA)
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- Structures Of Non-Positive Displacement Pumps (AREA)
- Ventilation (AREA)
- Jet Pumps And Other Pumps (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
ί .212010 -KLASSE Sd. GRUPPE
ALBRECHT von GRÖLING in WIEN.
Schlagende Wetter (Grubengase, Schwaden) treten in der Grube erfahrungsgemäß bei
niederem Luftdruck aus und geben dann häufig Anlaß zu schweren Unglücksfällen. Vorliegende
Erfindung betrifft ein Verfahren, um diesem Übelstand abzuhelfen und eine verhältnismäßige
Sicherheit des Bergwerkbetriebes zu ermöglichen. Zu diesem Zwecke wird der Erfindung
gemäß unter Beibehaltung der künstliehen Wetterführung (durch Ventilatoren,
Luftzuführungsschächte und Wetterstrecken) der Luftdruck in den mittels geeigneter
Schachtverschlüsse bekannter Art von der Außenluft abgeschlossenen Gruben bei wechselndem
äußeren Atmosphärendrucke stets in gleicher Höhe erhalten. Dies geschieht in der
Weise, daß das Verhältnis zwischen der mittels eines Ventilators in der Zeiteinheit in die
Grube eingeführten Luftmenge zu der mittels eines zweiten Ventilators in derselben Zeiteinheit
aus der Grube ausgesaugten Luftmenge nach dem Barometerstände geregelt wird.
Es kann demnach die Wetterspannung in der Grube durch die Differenzen in den Umlaufzahlen
der Ventilatoren innerhalb der barometrischen Grenze oder über diese hinausgehend
und in beliebigen Zeitintervallen geregelt werden.
Der Betrieb der Ventilatoren kann mittels eines beliebigen Motors erfolgen und die Regelung
der Arbeitsleistungen entweder von Hand aus nach den beobachteten Barometerständen
oder selbsttätig durch die Luftdruckschwankungen selbst bewirkt werden.
Um das Austreten schlagender Wetter bei niedrigem Barometerstände zu vermeiden, hat
man bereits vorgeschlagen, durch einen blasenden Ventilator frische Wetter in die Grube zu
fördern, so daß die Wetter in der Grube ganz unabhängig von dem Wechsel der Luftspan- '40
nung in der Atmosphäre erhalten werden. Nach der Erfindung wird nun zur Unterstützung
des blasenden Ventilators noch ein saugender Ventilator angeordnet, was den Vorteil
bietet, daß durch Differenzierung des Ganges beider Ventilatoren beliebige Druckverhältnisse
im Grubengebäude unabhängig von der Außenluft, also auch Depressionen hergestellt werden können, ein Vorgang, der
mit Hilfe eines blasenden Ventilators allein ganz unmöglich wäre. Außerdem hat aber die
Anwendung zweier Ventilationsorgane von gleicher Leistungsfähigkeit, deren jeder groß
und kräftig genug ist, um die Bewetterung der Grube nötigenfalls allein zu übernehmen,
den großen Vorteil einer unbedingten gegen-
seitigen Reserve. Dies ist mit Rücksicht auf den Umstand besonders wichtig, daß bei Explosionen
im Innern der Grube blasende Ventilatoren in der Regel beschädigt werden, so daß die Grube gerade in diesem Falle ohne
Wetterführung wäre. Weiter kann aber bei dem genannten System die Dichtigkeit des
Lufteinfallschachtes (in vorliegendem Falle der pneumatisch geschlossene Förderschacht) aus
ίο irgendeinem Grunde leiden. Dann würde die
Wetterführung bei ausschließlicher Verwendung eines blasenden Ventilators leiden oder auch
ganz versagen. Das darf nicht eintreten, und es übernimmt in diesen Fällen der saugende
Ventilator als vollständige Reserve allein die Bewetterung.
Da man es ferner in der Hand hat, durch entsprechende Regelung der Umlaufzahlen
der Ventilatoren den Luftdruck in der Grube beliebig zu ändern, so kann man diese Anordnung
blasender und saugender Ventilatoren auch dazu benutzen, durch Erzeugung von Unterdruck die schlagenden Wetter aus dem
Gestein und dem alten Mann zu saugen und dann durch Zufuhr frischer Wetter abzuführen,
was vorteilhaft an betriebsfreien Tagen vor sich gehen wird. Über Tage können die austretenden Wetter beständig analysiert werden,
um danach die Art der Wetterregelung zu bestimmen.
Das Verfahren, die Einfallöffnung der Schächte für frische Wetter zu schließen oder
zu verengen, um mit Hilfe eines Saugventilators das Grubengestein zu entgasen, ist bekannt,
doch gelangt man damit, besonders bei weit ausgedehnten Grubenbauen, nur zu
unbedeutenden Depressionen, während die Erhöhung des Druckes gegenüber dem äußeren
Luftdruck bei diesem Verfahren ganz ausgeschlossen ist.
Der Erfindung gemäß wird mittels eines Druckventilators Luft in den Schacht eingeführt,
während die verbrauchte Luft aus dem Schacht mittels eines zweiten Ventilators
abgesaugt wird. Um in der Grube immer den gleichen Druck festzuhalten und jede Schwankung nahezu auszuschließen, kann man
nun bei fallendem Barometer den Saugventilator in entsprechendem Maße langsamer oder den Druckventilator schneller arbeiten
lassen. .
Diese Regelung des Luftdruckes in den Graben kann entsprechend den zu beobachtenden
Barometerständen durch Regelung der betreffenden Antriebsmaschine (Elektromotors,
Dampfmaschine usw.) von Hand aus oder auch mittels einer selbsttätigen Regelvorrichtung
durch das Fallen oder Steigen des äußeren Luftdruckes selbst bewirkt werden.
Eine Ausführungsform einer solchen selbsttätigen Regelvorrichtung ist in der Zeichnung
dargestellt. In die Röhre eines offenen Quecksilberbarometers
g sind innerhalb der möglichen barometrischen Schwankungen übereinander die paarweise einander gegenüberliegenden
Enden von Metalldrähten i eingeschmolzen, so daß das Quecksilber, sobald es den betreffenden
Punkt erreicht, den Kontakt zwischen je zwei Metalldrahtenden herstellt. Diese Drahtenden gehören zu einem elektromagnetischen
Apparat, der sofort zur Wirkung gelangt , sobald der Stromkreis geschlossen ist.
Dieser Apparat hat beispielsweise die Aufgabe, einen Hebel zu bewegen, der einen in der
Leitung der den Ventilator treibenden Dynamo eingeschalteten Widerstand ein.- oder ausschaltet.
Beim Steigen des Barometers werden nach und nach die übereinanderliegenden Metalldrähte i miteinander leitend verbunden
und dementsprechend die betreffenden Widerstände k eines Rheostaten h eingeschaltet bzw.
ausgeschaltet. Zeigt das Barometer seinen für die Grube günstigsten, also in der Regel
höchsten Stand, so sind alle Metalldrahtspitzen leitend miteinander verbunden. Beim Sinken
der Quecksilbersäule wird jeweils eine Verbindung unterbrochen, und es findet dementsprechend
eine Einschaltung bzw. Ausschaltung von Widerständen statt. '
Man kann jedoch den Kontakt ein für allemal herstellen, indem man das Quecksilber mit
einer Rückleitung m verbindet.
Die Erhaltung des gleichen Luftdruckes in der Grube setzt voraus, daß deren Verbindung
mit der Außenluft abgeschlossen werden kann. Dies geschieht mittels Schachtverschlüsse, wie
solche bereits bekannt sind. . ,
Die Luftzuführung bzw. das Absaugen mittels der Ventilatoren kann je nach den besonderen
örtlichen Verhältnissen nicht nur durch Wetterschächte und Förderschächte, sondern
gegebenenfalls auch durch Wasserhaltungsschächte usw. erfolgen.
Claims (2)
1. Verfahren zur Verhütung des Austretens von Grubengasen in Bergwerken
mit künstlicher Wetterführung und von der Außenluft abgeschlossenen Grubenbauen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wetterspannung in der Grube durch die Differenzen
der Umlaufzahlen eines Druck- und eines Saugventilators nach dem Barometerstande
geregelt wird.
2. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Umlaufzahlen des einen Ventilators oder beider Ventilatoren selbsttätig durch die · vom Luftdrucke bewirkten
Barometerschwankungen geregelt werden.
3- Ausführungsform der Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der den Ventilator antreibende Elektromotor mittels eines Widerstandreglers mit einem Quecksilberbarometer verbunden
ist, in dessen Röhre in bestimmten Abständen voneinander Drähte eingeschmolzen sind, welche die Quecksilbersäule mit den
Drähten des Widerstandreglers in der Weise verbinden, daß beim Sinken des Queck-Silbers
die Verbindung mit einzelnen Drähten . des Widerstandreglers unterbrochen und
infolgedessen Widerstand aus- oder eingeschaltet wird, so daß der eine Elektromotor
samt dem Ventilator rascher, der andere langsamer umläuft, während bei steigendem Luftdruck die entgegengesetzte
Wirkung eintritt.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE212010C true DE212010C (de) |
Family
ID=473771
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT212010D Active DE212010C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE212010C (de) |
-
0
- DE DENDAT212010D patent/DE212010C/de active Active
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