DE2002298A1 - Verfahren zur Herstellung von Elektroden fuer die technische Wasserelektrolyse - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Elektroden fuer die technische Wasserelektrolyse

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DE2002298A1 DE19702002298 DE2002298A DE2002298A1 DE 2002298 A1 DE2002298 A1 DE 2002298A1 DE 19702002298 DE19702002298 DE 19702002298 DE 2002298 A DE2002298 A DE 2002298A DE 2002298 A1 DE2002298 A1 DE 2002298A1
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Elektroden für die technische Wasserelektrolyse 9ei Wasserelektrolyseuren hängt die Betriebaspannungund damit die Wirtschaftlichkeit der elektrolytischen Herstellung, rot wasserstoff und Sauerstoff in entscheidender Weise von der Beschaffenheit der Elektroden ab. Eine Senkung der Betriebsspannung einer Elektrolysezelle um 0,3 V bedeutet praktisch eine Energieersparnis in der Grössenordnung von 15 %. Um den Energiebedarf möglichst gering zu halten, ist man seit langem bestrebt, Elektroden zu verwenden, an denen die Überspannung der Abscheidung von Wasserstoff und Sauerstoff möglich@t gering ist. Die Überspannung hängt bekanntlich von der Art des Materials und der Oberflächenbeschaffenheit der Elektroden ab.-Es sind Verfahren zur Herstellung von Elektroden bekannt geworden, deren Hauptmerkmal die Behandlung der Elektrodenoberflächen kit Edelmetallen ist. Wegen der hohen Edelmetallpreise ist jedoch allein die Elektrodenherstellung aus unedlen Metallen technisch interessant. Man hat hierbei bereits versucht, mit Hilfe von aufgerauhten Oberflächen die Überspannung an den Elektroden zu senken; So sind Verfahren zur Herstellung derartiger Elektroden bekannt geworden, bei denen die Aufrauhung durch den Einbau von Schwefel bei der Aufbringung einer galvanischen Nickelschicht oder durch Einlagerung von Aluminium bzw. von Zink in die Elektrodenoberfläohe bewirkt wird. Sowohl der Schwefel als auch die Metalle Aluminium bzw. Zink: werden dann vor Betriebsbeginn oder während der ersten Betriebszeit wieder herausgelöst.
  • Weitere Verfahren zur Senkung der Überspannung an Elektroden zur technischen Wasserelektrolyse verwenden Elektroden aus.porös gesintertem Eisen- oder Nickelpulver, beispielsweise Carbonyl-Nickel-Pulver.
  • Bereits in der DAS 1 009 172 werden Nickelelektroden mit porös gesinterter Oberfläche als geeignet zur-Senkung der kathodischen Wasserstoffüberspannung erwähnt. Es wurde auch bereits erkannt, daß die Verwendung von gesintertem Nickelpulver als energiesparende Kathode für technische Zwecke unzulänglich ist, denn später bekannt gewordene Verfahren zur Herstellung von Elektroden für die Wasserzersetzung befassen sich lit der Einlagerung von Metallverbindungen in poröse Sintergerüstkörper und Reduktion dieser Metallverbindungen zum Metall. So beschreibt das DBP 1 183 892 ein elektrolytisohes Verfahren zur Füllung der Poren von Sintergerüstkörpern durch Abscheidung von Metallhydroxyden aus wässrigen Lösung des entsprechenden Nitrate. Die in den Poren abgeschiedenen Metallhydroxyde werden anschließend nach allgemein bekannten Verfahren zu feinvertieltem Metall reduziert. Nach diesen Verfahren hergestellte Elektroden haben sich bei Elektr@lysezellen in Labormaßetab bewährt. In der Technik haben Jedoch derartige Elektroden aus Sintergerüstkörpern bisher no@@ keine Anwendung gefunden, da es bis jetzt noch nicht gelungen ist, Sinterelektroden von den Abmessungen zu fertigen, wie sie in der technischen Wasserelektrolyse benötigt werden. Wegen der gotwendigkeit, starke Pressen bzw. Walzen und Sinteröfen mit Schutzgasatmosphäre zu verwenden, verden Investitionskosten wie auch Fertigungskosten sehr hooh, insbesondere sobald die behandelten Werkstücke eine bestinnte Größe überschreiten.
  • Ein weiterer Nachteil der Verwendung von Sintergerüstkö.rpern bei der technischen Wssserelektrolyse liegt darin, daß es bisher noch nicht gelungen ist, bei technischen Elektrolysezellen die Abfuhr der entwickelten Gase in befriedigender Weise zu ermöglichen. Bei den bisher verwendeten teehnischen Wanserelektrolyseuren wird zwecks Senkung der Zellenspannung der Abstand zwischen Anode und Kathode möglichst gering gehalten und liegt etwa in der Größenordnung von 6 - 8 mm.
  • Dieser Zwischenraum wird iui überwiegenden Teil durch ein Diaphragma aus Asbestgewebe ausgefüllt, so daß nur sehr wenig Raui für die an den Elektrodenoberflächen entwickelten Gasblasen verbleibt. Tatsächlich ist auch ein erheblicher Teil des Ohmschen Widerstandes im Raum zwischen den beiden Elektroden einer Zelle auf die Bildung von isolierenden Gasblasenpolstern zurückzuführen.
  • In der Technik hat man dieses Problem weitgehend in der Weise gelöst, daß die entwickelten Gasblasen durch Öffnungen in der sog. Vorelektrode in den Raum hinter dieser eigentlich zur Elektrolyse verwendeten Elektrode entweichen können. Bei der konstruktiven Gestaltung solcher Elektroden werden seit langem verschiedene Ausführungsformen angewendet. Zum Beispiel kann man ein derartiges Elektrodenblech in kleinen Abständen mit Löchern versehen oder Sohlitze nach Art einer Kartoffeireibe heraus stanzen. Es sind auom schon Vorelektroden in Form von Streckmetall oder in Form eines Drahtgewebes mit einer entsprechenden Unterstützungskonstruktion verwendet worden. Dagegen hat es Sehwierigkeiten bereitet, Sintergerüstkörper auch Nickel- oder Eisenpulver in den oben beschriebenen Konstruktionsformen herzustellen.
  • Ebenso schwierig ist es, Sinterfolien auf derartige Elektrodenbleche oder Drahtgewebe aufzubringen, ohne das die der Gasabfuhr dienenden Perforationen dieser Elektroden verdeckt werden. Dies ist der Grund, warum Wasserelektrolysezellen mit Elektroden aus~gesinterten Gerdstkörpern bisher nur bei offenen Laborzellen oder kleinen Versuchszellen mit geringer Höhe der Elektroden gute Ergebnisse geliefert haben.
  • Ein weiteres-Verfahren zur Herstellung von Kathoden für die technische Wasserelektrolyse besteht darin, auf den sog. Vorelektroden durch Flammspritzen von Eisen eine elektrochemisch aktive Schicht tu erzeugen. Derartige Schichten liefern in der Praxis jedoch nur eine geringe Senkung der kathodischen Wasserstoffüberspannung und'haben darüber hinaus den Nachteil, daß die Senkung der Überspannung durch die Eisenschicht schon nach kurzer Betriebszeit nachläßt und sohließlich ganz verschwindet.
  • Das vorliegende Verfahren zeigt einen Weg ,zur Herstellung hochaktiver Nickelelektroden, der die Fertigung von Elektroden praktisch beliebiger Größe mit einer geringeren Anzahl von Arbeitsgängen und unter Aufwand geringerer Investttionskosten ermöglioht, als sie bisher üblich waren.
  • Dieses neuartige Verfahren geht davon aus, daß auf die bisher in der Wasserelektrolyse allgemein verwendeten Vorelektroden aus gelocht ei oder geschl@@zte@ Blech, aus Drahtgewebe oder aus Streckmetall in an sich bekannter Weise durch Flammspritzen oder Lichtbogenspritzen eine Niokels-chicht aufgebracht wird. Diese poröse Nickel schicht von etwa 0.,05 - 0,3 mm Stärke deckt die zur Gasabfuhr notwendigen Löcher oder Schlitze in der E Yorelektrode nicht zu.
  • Kennzeichnendes Merkmal der vorliegenden Erfindung ist eine aktivierende Behandlung der durch Flanm- -oder Lichtbogenspritzen abgeschiedenen Nickeischiohten. Das Prinzip dieser aktivierenden Behandlung besteht darin, daß durch anodische Oxydation auf der Oberfläche und in den Poren der Nickeischichten ein kleiner Teil des Materials dieser Xickelsohioht in schwarzes Nickel-(III)-oxyd bzw. Nickel-(III)-hydroxyd umgewandelt wird. Dieses feinverteilte Oxydationsprodukt des Nickels, dem man etwa die Formel NiOOH zuschreiben kann, wird anschließend mit Hilfe an sich bekannter Verfahren zur Reduktion von Nickelverbindungen in elektrochemisch hochaktives, feinverteiltes, metallisches Nickel umgewandelt.
  • Die durch Flammspritzen oder Lichtbogenspritzen aufgebrachten Nickelschichten besitzen zwar nur ein Porenvolumen von etwa 15 bis 20 , doch hat sich überraschenderweise gezeigt, daß diese Porosität zur Herstellung von aktiven Elektroden für die Wasserelektrolyse ausreicht. Es ist selbstverständlich auch möglich, Sintergerüstkörper aus Nickelpulver mit einem für derartige Körper üblichen Porenvolumen von 70 bis 80 % der erfindungsgemäßen aktivierenden Behandlung zu unterziehen. Man wird dies insbesondere dann tun, wenn kleine Zellen für Laborversuche oder Meßzellen etwa zur pH-Messung mit hochaktiven Wasserstoffelektroden bzw. Sauerstoffelektroden ausgerüstet werden sollen.
  • Kennzeichnendes Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Herstellung von Sohichten aus feinverteiltem, elektrochemisch hochaktivem Nickel sur Herabsetzung der Überspannungen bei der Wasserelektrolyse durch anodische Oxydation von porösen Schichten in einem Elektrolyten, dessen Hauptbestandteile Alkalicarbonate sind. Das durch anddische Oxydation gebildete schwarze Xickelhydroxyd wird anschließend nach an sich bekannten Verfahren zu feinverteiltem metallischem Nickel reduziert.
  • Daß in einem Elektrolyten, der als Hauptbestandteil Alkalicarbonat enthält, poröse Nickelkörper bei anodischer Strombelastung unter Bildung von schwarzem Nickelhydroxyd korrodiert werden, ist an sich bekannt. Überraschend und neuartig ist jedoch die Erkenntnis, daß sich dieser Korrosionuvorgang benutzen läßt, um Elektroden für die Wasserelektrolyse mit einer ausgezeichneten Wirksamkeit hinsichtlich der Herabsetzung der Überspannungen zu erzeugen.
  • Die anodische Oxydation der porösen Nickel schichten findet nach dem vorliegenden Verfahren in elektrolytischen Bädern statt, wo den al Anode geschalteten porösen Nickelelektroden Nickelbleche oder vernickelte Eisenbleche als Kathoden gegenüberstehen. Als Elektrolyte werden wässrige Lösungen von Alkalicarbonaten oder Alkaiihydrogen--carbonaten verwendet. Der pH-Wert des Elektrolyten muß über 7 liegen, da bei niedrigeren pH-Werten die Gefahr besteht, daß laufend Nickel anodisch unter Bildung von Nickel-(II)-ionen in Lösung geht.
  • Es wurde nun gefunden, daß zu Beginn der anodischen Oxydation der pH-Wert des Elektrolyten am zweckmäßigsten zwischen 8,0 und 8,5 liegen sollte. Um dies am einfachsten zu erreichen, verwendet man als Elektrolyt eine fast gesättigte Lösung von Natrium- oder Kaliumhydrogencarbonat. Die Badtemperaturen liegen im Bereich von 45 bis 700C. ile geeignet hat sich zum Beispiel eine ca. 1,5 5 molare Lösung von Natriumhydrogencarbonat mit einem Gehalt von 120 bis 130 g/l NaHCO3 oder eine etwa 4 molare Lö'sung von Kaliumhydrogencarbonat mit einem Gehalt von etwa 400 g/1 KHCO3 erwiesen. Bei Be,triebstemperaturen unterhalt von 450 C besteht die Gefahr, daß sich Salzkristalle aus dem Elektrolyten an den Elektrodenplatten und Behälterwänden abScheiden, während bei Temperaturen oberhalb von 70°C die Entwicklung von Kohlendioxyd aus der Lösung zu stark wird.
  • Um möglichst'gleichmäßige Elektroden zu erzeugen, wird der Elektrolyt während der Elektrolyse ständig umgewälzt und an den zu behandelnden Platten vorbeigeführt. Dieser Elektrolytkreislauf kann mit einer Einrichtung zur Nachsättigung des Elektrolyten mit Kohlendioxyd gekoppelt werden. In Abhängigkeit vom pH-Wert des umlaufenden Elektrolyten wird in einer vom eigentlichen Elektrolysebad getrennten Einrichtung, z.B.
  • einer Blasensäule oder einem Rieselturm, Kohlendioxyd in den Elektrolyten eingeleitet, um die durch Ausgasen entstehenden Verluste zu ersetzen.
  • Die anodische Stromdichte bei der Oxydation der Nickelelektroden hängt beachtlich von der Temperatur des Elektrolyten und der Porosität der zu oxydierenden Elektroden ab und liegt im Bereich von 0,3 bis 2 A/dm2.
  • Bei Nickelsintergerüstkörpern mit hoher Porosität lassen sich im allgemeinen höhere Stromdichten anwenden als bei; den nur eine verhäl;tnismäßig geringe Porosität aufweisenden flammgespritzten Nickelschichten.
  • Bei Verwendung einer Natriumhydrogencarbonatlösung als Elektrolyt ist es wegen der Löslichkeitsverhältnisse-dieses Salzes notwendig bei möglichst konstantem pH-Wert im Bereich von 8,0 bis 8,5 zu arbeiten.
  • Es ist demnach notwendig, den umlaufenden Elektrolyten ständig mit Kohlendioxyd nachzusättigen.
  • Wird jedoch eine Kaliumhydrogencarbonatlösung mit z.B. 400 g/l KHCO3 als Elektrolyt verwendet, so kann man nach dem vorliegenden Verfahren auf die ständige Zufuhr von Kohlendioxyd zum Elektrolytkreislauf versichten. Im Verlauf des elektroohemischen Vorganges wandelt sich das Kaliumhydrogencarbonat nach der Gleichung 2 KHCO3 = K2CO3 + CO2 + H2O allmählich in Kaliumcarbonat um, wobei gleichzeitig der pH-Wert ansteigt. Es hat sich nun gezeigt, daß dieser Anstieg des pH-Wertes in den stark alkalischen Bereich die anodische Oxydation nicht stört, sofern nur zu Beginn des Oxydationsvorganges bei pH-Werten im Bereich von 8,0 bis 8,5 eine für den Fortgang des Prozesses ausreiohende Menge an Niekelhydroxyd gebildet worden ist. Mach Abschluß einer Elektrodenbe@@@dlung kann dann die Badflüssigkeit durch Einleiten von Kohlendioxyd regeneriert werden, wobei sich das Kaliumcarbonat in Hydrogenoarbonat surückverwandelt.
  • Eine weitere iusführungsfori des vorliegenden Verfahrens sieht schließlich vor, auf die Verwendung von Hydrogencarbonaten ganz zu verzichten und als Elektrolyt nur eine Lösung von Natrium- oder Kaliumcarbonat zu verwenden. Dies ist möglich, wenn die porösen Niokelelektroden vor dem eigentlichen Vorgang der anodischen Oxydation durch Einbringen von Nickelhydroxyd in die Poren aktiviert werden. Die Aktivierung kann nach Verfahren erfolgen, wie an sich aus der Technik der Herstellung von Nickel-Cadmium-Sinterakkumulatoren bekannt sind. Man kann z.B. die porösen Nickelschichten im Vakuum mit einer Nickelnitratlösung tränken und durch anschließendes Tauchen in Alkali die Fällung von Nickelhydroxyd in den Poren bewirken. Man kann jedoch auch die Elektroden iit den porösen Nickelschichten in an sich bekannter Weise in eine konzentrierte wässrige Aluminiumnitratlösung tauchen und, wenn sich die Poren mit der Lösung gefüllt haben, längere Zeit der Einwirkung dieser Lösung aussetzen. Anschließend werden die Elektroden in eine Lösung eines Alkalihydroxyd@ getaucht, wobei die basischen luminiuisalze, die sioh während der vorangegangenen Reaktion gebild,et haben, teilweise wieder entfernt werden. Anschließend wird die poröse Schicht mit Wasser gespult.
  • Zur Herstellung von Elektroden mit niedriger Überspannung ist eg nach Abschluß der anodische Oxydation der porösen Nickelschichten erforderlich, das gebildete schwarze Nickelhydroxyd zu feinverteiltem Nickel zu reduzieren. Die Reduktion erfolgt nach an sich für die Reduktion von Nickelverbindungen zu metallischem Nickel bekannten Verfahren. Man kann z.B. die Elektroden mehrere Stunden lang bei erhöhter Temperatur mit strömendem Wasserstoff behandeln. Die nachfolgende Abkühlung muß dann ebenfalls unter Wasserstoffatmosphäre erfolgen.
  • Wenn es wegen der Abmessungen der technischet Elektroden nicht möglich ist-, die- -Reduktion in einem Wasserstoffofen vorzunehmen, so hat es sich als vorteilhaft erwiesen, in an sich bekannter Weise eine alkalische Hydrazinhydratlösung als Reduktionsmittel zu verwenden.
  • Die Behandlung kann durch einfaches Tauchen der Elektrodenbleche in eine alkalische Hydrazinhydratlösung erfolgen. Wenn auf diese Weise behandelte Elektrodenbleche anschließend getrocknet werden, so besteht die G-efahr, daß sich das feinverteilte Nickel wieder zu grünem Nickei.(II)-hydroxyd oxydiert. Es ist deshalb vorteilhaft, die Elektrodenbleche ungetrocknet in den Wasserelektrolyseur einzubauen. Alsbesonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, die Reduktion des schwar-.en Nickelhydroxyds erst nach dem Einbau der Elektrodenbleohe in die Elektrolysezellen vorzunehmen.
  • Vor der Inbetriebnahme des Elektrolyseurs kann dann die alkalische Hydrazinhydratlö-sung; allmählich durch reine Kalilauge ersetzt werden, ohne-das es notwendig ist, nicht versetztes Hydrazin aus der Elektrolysezelle auszuwaschen. Bei Zersetzung von Hydrazin in alkalischer Lösung entstehen bekanntlioh.nur Stickstoff, Wasserstoff und Ammoniak als Reaktionsprodukte. Der Ammoniak wird bei der Aufstärkung der Kalilauge allmählich aus dem Elektrolyten verdrängt. Da die Bildung von Ammoniak aus Hydrazin durch höhere Temperaturen begunstigt wird, istes vorteilhaft, die Reduktion des Nickelhydroxyds bei Raumtemperatur vorzunehmen und dafür notfalls längere behandlungszeiten in Kauf zu nehmen.
  • Beispiel 1 Ein mit Perforationen versehenes Vorelektrodenblech mit 2 m2 Oberfläche wird gesandatrahlt und durch Flammspritzen mit einer porösen Nickelschcht von ca. 0,1 mm Stärke vers#@hen. Das Gewicht der Nickelauflage beträgt etwa 1430 g> Das einer Porenvolumen von etwa 19 % entspricht. Das Elektrodenbleoh wird in ein Elektrolysebad getaucht, durch welches im Kreislauf eine etwa 500 C warme wässrige Lösung von ca. 125 g/l Natriumhydrogencarbonat gepumpt wird. Die eingetauchte Vorelektrode wird als mode geschaltet, während als Kathode ein vernickeltes Eisenblech von ebenfalls 2 m2 Oberfläche (einseitig gereohnet) dient. Der pH-Wert der umlaufenden Lösung beträgt etwa 8,3 und wird durch ständige Zudosierung von gasförmigem Kohlendioxyd in den Elektrolytkreislauf aufrechterhalten.
  • Unter Anwendung einer Stromdichte von 0,8 A/dm2 wird mit einem Strom von 160 b die flammgespritzte Nickelschicht anodisch oxydiert. Die Zeitdauer der Behandlung beträgt etwa 6 Stunden.
  • tischließend werden die Vorelektrodenbleche in Wasser gespült, an der Luft getrooknet und in die Elektrolysezellen eingebaut. Der Elektrolyseur wird dann mit einer alkalisohen Hydrazinhydratlösung gefüllt und mehrere Tage stehen gelassen. Wenn der Gehalt an Hydrazin in dieser Lösung praktisch auf Null abgesunken ist, wird die verbrauchte Reduktion@lösung abgelassen und die Behandlung mit einer frischen alkalischen Hydrasinhydratlösung wiederholt. Anschließend wird der Elektrolyseur mit reiner Kalilauge gefüllt und erwärmt. Wenn in der Kalilauge analytisch weder ammoniak noeh Hydrasin nachweisbar ist, kann auch dies. als Waschlauge dienende Kalilauge abgelassen und durch die eigentliohe betriebelauge ersetzt werden. Die Zellenspannung von Elektrolyseuren, deren Elektroden nach diesem Verfahren behandelt wurden, liegt bei einer Stromdichte von 2000 A/X2 um etwa 0,3 V niedriger als bei Verwendung normaler Nickelelektroden ohne aktivierende Sonderbehandlung.
  • Beispiel 2 Ein mit Perforationen versehenes Vorelektrodenblech mit 2 i2 Oberfläche wird geßandstrahlt und durch Flammspritzen mit einer porösen Nickelschicht von ca. 0,1 n Stärke versehen. Das Gewieht der Nickelschicht beträgt etwa 1420 g, was einem Porenvolumen von etwa 20 % entspricht. Das Vorelektrodenblech wird in ein Elektrolysebad getaucht, durch welchen ii Kreislauf eine etwa 550 C warme wässrige Lösung von ca. 400 g/l Kaliumhydrogencarbonat gepumpt wird. Die eingetauchte Vorelektrode wird als mode geschaltet, während als Kathode ein v@rnickeltes Eisenblech von ebenfalls 2 m2 Oberfläche dient. Der pH-Wert der umlaufenden Kaliumhydrogencarbonatlösung betrug zu Beginn der Behandlung etwa 8,2. Unter Anwendung einer Stromdichte von 0,7 A/dm2 wird mit einem Strom von 140 A die flammgespritzte Nickelschicht anodisch oxydiert. Die Zeitdauer der Behandlung betrug etwa 8 Stunden.
  • Während des Prozesses verlor der Elektrolyt unter Gasentwioklung ständig Kohlendioxyd, so daß der Elektrolyt im Laufe der Zeit unter Bildung von Kaliumcarbonat stärker alkalisch wurde. Nach Beendigung der Behandlung enthielt der Elektrolyt etwa 275 g/l Kaliumoarbonat. Durch Sättigen mit Kohlendioxyd nach Abschluß der elektrochemischen Behandlung wurde der Elektrolyt wieder in eine Kaliumhydrogencarbonatlösung zurück verwandeln Die weitere Behandlung der anodisch oxydieren Vorelektroden erfolgt wie in Beispiel 1. Elektrolysezellen, die mit nach Beispiel 2'behandelten Vorelektroden ausgerüstet sind, haben bei einer Stromdiohte von 2000 A/m2 ebenfalls eine etwa 0,3 V geringere Zellenspannung als -normale Nickelelektroden ohne aktivierende Behandlung.

Claims (16)

Patentansrücheu
1. Verfahren zur Herstellung von Elektroden für die technische Wasserelektrolyse durch Aufbringen einer porösen Nickelschicht auf eine metallische Unterlage, dadurch gekennzeichnet, daß die poröse Nickelschicht in einer wässrigen Lösung von Alkalicarbonaten oder Alkalihydrogencarbonaten anodisch oxydiert wird und @ das gebildete Oxydationsprcdukt anschließend nach an sich bekannten Verfahren zur Reduktion von Nickelverbindungen zu feinverteiltem metallischen Nickel reduziert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die poröse Nickelschicht durch Flammspritzen oder Lichtbogenspritzen von metallisohem Wickel auf eine aufgerauhte metallische Unterlage erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stärke der porösen Nickelschicht 0,05 bis 0,3 mm beträgt.
4. Vertahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als porösen Nickelschicht ein aus Nickelpulver hergestellter Sintergerüstkörper verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die anodische Oxydation gen. Anspruch 1 bei Stromdichten von 0,3 bis 2,0 A/dX2 erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die anodische Oxydation gern. Anspruch 1 bei Temperaturen von 45 bis 700 C erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Elektrolyt eine wässrige Lösung von Natriumhydrogencarbonat mit einem pH-Wert von 8,0 bis 8,5 und einer Konsentratiog von 80 bis 135 g/l NaHCO3 verwendet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Elektrolyt eine wässrige Lösung von Kaliumhydrogencarbonat mit einem pH-Wert von 8,0 bis 8,5 und einer Konzentration ton 100 bis 500 g/l KHCO3 verwendet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt während der anodischen Oxydation im Kreislauf geführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennz-eiohnet,- daß der Elektrolyt während der anodischen Oxydation mit Kohlendioxyd nachgesättigt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß während des Ablaufs der anodischen Oxydation Kaliumhydrogencarbonat unter Verlust von Kohlendioxyd in Kaliumcarbonat verwandelt wird.
12. Verfahren-nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Elektrolyt eine. wässrige Lösung von Alkalicarbonaten mit einem höheren pH-Wert als 8,5 verwendet wird, wobei die zu behandelnden porösen Nickelschichten gern. Anspruch 1 vor der anodischen Oxydation durch Einbringen von Nickelhydroxyd in die POren in an sich fur andere Zwecke bekannter Weise aktiviert werden.
13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, -daß die anodisch oxydierten Nickelelektroden gem. Anspruch 1 in an sich für die Reduktion von Nickelverbindungen bekannter Weise mit einem gasförmigen Reduktionsmittel behandelt werden.
1 erfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die anodisch oxydierten Nickelelektroden gem. Anspruch 1 in an sich für die Reduktion von Nickelverbindungen bekannter Weise mit einer alkalischen Hydrazinhydraflösung behandelt werden.
15. Verfahren nach Anspruch 1 und 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Reduktion mit alkalischer Hydrazinhydratlösung bei Raumtemperatur erfolgt.
16. Verfahren nach Anspruch 1 und 14, dadurch gekennzeichnet,- daß die reduzierende Behandlung der anodisch oxydierten Nickelelektroden erst nach Einbau der Elektroden in die Elektrolysezellen erfolgt.
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