DE19946427C2 - Verfahren und Vorrichtung zum definierten gleichzeitigen Wärmebehandeln von mehreren Probenbehältern - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum definierten gleichzeitigen Wärmebehandeln von mehreren ProbenbehälternInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum definierten gleich
zeitigen Wärmebehandeln von mehreren Probenbehältern, wobei die Probenbehäl
ter in einen Metallblock mit mehreren Aufnahmeöffnungen eingesetzt werden und
wobei der Metallblock durch eine elektrische Beheizung aufgeheizt wird. Solche
Thermostatheizer sind in vielen Ausführungsformen für verschiedene Anwen
dungszwecke bekannt.
Aus einem Prospekt "UNO II Thermocycter" der Firma Biometra GmbH, Göttin
gen, ist beispielsweise ein Thermostatheizer bekannt, in welchen unterschiedliche
quaderförmige Metallblöcke mit verschieden großen Aufnahmeöffnungen für
Probenbehälter eingesetzt werden können.
Auch aus dem Prospekt "Thermostat LT 100: die richtige Lösung für Ihre Anfor
derungen" der Anmelderin ist ein Thermostatheizgerät bekannt, mit welchem
mehrere Probenbehälter gleichzeitig einer Wärmebehandlung bei definierter
Temperatur unterzogen werden können.
Die US 5,415,839 beschreibt eine Vorrichtung für eine Vervielfältigung und De
tektion von Zielnukleinsäuren mit zwei Heizelementen, die jeweils einen Teil ei
nes Reaktionsraums beheizen können, womit ein Temperaturgradient aufgebaut
werden kann. In dem Prospekt der Firma CLF Analytische Laborgeräte GmbH
(1995) "Grant-Thermostatische Laborgeräte", S. 16, wird ein Blockthermostat für
eine Regelung der Temperaturen in Reagenzgläsern beschrieben. Die
DE 296 06 414 U1 beschreibt eine Vorrichtung zur Aufheizung von Proben mit
einer blockförmigen metallischen Heizeinrichtung mit einer Heizquelle, die zur
Verringerung der langen Abkühlzeit Kühlkanäle aufweist.
Typischerweise wird eine solche Wärmebehandlung bei Probenbehältern einge
setzt, die einen flüssigen, insbesondere wässrigen Inhalt, aufweisen. Die Proben
behälter dienen im allgemeinen der Vorbereitung einer Probe zur weiteren chemi
schen Analyse, insbesondere durch optische Analyseverfahren. Daher bestehen
die Probenbehälter typischerweise aus einem durchsichtigen Material, insbesonde
re Glas. Sie sind nach dem Einfüllen der Probenflüssigkeit mit einem Verschluß
verschlossen, der im allgemeinen mittels eines Gewindes aufgeschraubt ist. Aus
Kostengründen sind die Verschlüsse häufig aus einem nicht temperaturfesten
Kunststoff.
Ein Hauptanwendungsgebiet der Wärmebehandlung von wässrigen Proben ist die
Vorbehandlung mit einer Säure zum Aufschluß von Molekülen, insbesondere von
stickstoffbindenden Molekülen, wenn der Stickstoffgehalt einer Wasserprobe fest
gestellt werden soll.
Obwohl bekannt ist, daß eine Wärmebehandlung im allgemeinen um so schneller
zum gewünschten Erfolg, zum Beispiel zum Aufschluß von Molekülen, führt, je
höher die Temperatur bei der Wärmebehandlung ist, war man bisher davon aus
gegangen, daß die Wärmebehandlung unterhalb des Siedepunktes der Flüssigkeit
in einem Probenbehälter durchgeführt werden muß, um einen unerwünschten
Druckaufbau in dem Probenbehälter zu vermeiden. Dabei ging man davon aus,
daß insbesondere Glasküvetten und deren Verschlüsse keinen Drücken standhal
ten können, wie sie beim Sieden eines wässrigen Inhaltes bei weit über dem Sie
depunkt liegender Temperatur auftreten können.
Da außerdem die massiven Metallblöcke bekannter Wärmebehandlungsvorrich
tungen relativ viel Wärme speichern und eine im Verhältnis dazu kleine Oberflä
che aufweisen, bedeutet eine hohe Wärmebehandlungstemperatur eine langsame
und über die verschiedenen Probenbehälter ungleichmäßige Abkühlung, weshalb
Wärmebehandlungen weit oberhalb der Siedetemperatur mit handelsüblichen Ge
räten nicht durchgeführt wurden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur schnellen Wärme
behandlung von Probenbehältern zu schaffen, mit welchem die Probenbehälter bei
definierten Temperaturen weit oberhalb der Siedetemperatur des wäßrigen Inhal
tes behandelt werden können, wobei das Verfahren insgesamt sehr viel kürzer als
herkömmliche Behandlungsverfahren sein soll. Dabei sollen die Verschlüsse der
Probenbehälter kostengünstig herstellbar sein, aber trotzdem nicht ihre Funktions
temperatur überschreiten oder ihren Schmelzpunkt erreichen, um einen sicheren
Einschluß der Proben zu gewährleisten. Außerdem soll eine entsprechende Vor
richtung zur Wärmebehandlung bei relativ hohen Temperaturen geschaffen wer
den, die trotzdem kurze Aufheiz- und Abkühlzeiten zuläßt. Wichtig dabei ist, daß
alle Probenbehälter gleichzeitig und äußerst gleichmäßig behandelt werden, so
daß keine Unterschiede je nach dem Unterbringungsort des Probenbehälters in der
Vorrichtung auftreten.
Zur Lösung dieser Aufgabe dienen ein Verfahren mit den Merkmalen des An
spruchs 1 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 8. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben.
Ein ganz wesentliches Merkmal der Erfindung gegenüber herkömmlichen Wär
mebehandlungsverfahren ist die Verschlusskühlung zur Kühlung von nicht genü
gend temperaturbeständigen, aus den Aufnahmeöffnungen herausragenden Ver
schlüssen. Da aus Kostengründen die Verschlüsse der Probenbehälter nicht für
Temperaturen von 150°C ausgelegt sind, werden diese während der
Wärmebehandlung durch einen Luftstrom auf einer etwas niedrigeren Temperatur
gehalten. Dabei ragt der Bereich der Verschlüsse aus dem Metallblock
heraus, so daß eine Kühlung durch einen künstlich erzeugten geringen Luftstrom
möglich ist. Dabei wird eine aktive Zwangskühlung durch Wärmeaustausch mit
einem Kühlfluid im Inneren des Metallblockes am Ende einer vorgegebenen
Heizperiode durchgeführt. Während sich ein relativ massiver Metallblock ohne
eine aktive innere Kühlung nur langsam auf Umgebungstemperatur abkühlen
würde, was eine Wärmebehandlung sehr langwierig macht, wird eine Zwangs
kühlung am Ende der Heizperiode eingeleitet, durch die der Metallblock innerhalb
von kurzer Zeit und sehr gleichmäßig wieder auf Umgebungstemperatur gebracht
wird.
Zu diesem Zweck weist der Metallblock vorzugsweise zahlreiche Kühlkanäle auf,
die von Luft durchströmt werden können, sobald die Zwangskühlung aktiv wird.
Insbesondere weist der Metallblock in seinem Inneren mindestens einen Kühlluft
verteilerkanal auf, von dem aus die Kühlkanäle nach außen laufen. Durch Ein
schalten eines Ventilators wird der Kühlluftverteilerkanal mit Kühlluft beauf
schlagt, die durch die Vielzahl von Kühlkanälen nach außen strömt und dabei den
Metallblock schnell auf Umgebungstemperatur abkühlt.
Erstaunlicherweise halten selbst Glasküvetten und deren Verschlüsse Drücken
von beispielsweise 5 bis 10 bar, insbesondere 8 bar aus, so daß Probenbehälter mit
wässrigen Proben auf Temperaturen von etwa 150°C aufgeheizt werden können,
ohne Schaden zu nehmen. Die Flüssigkeit siedet dann in ihrem Inneren, wobei der
beim Sieden entstehende Dampf in oberen Bereich der Probenbehälter, an dem
sich auch der Verschluß befindet, wieder abgekühlt wird und als Kondensat zu
rück in die siedende Probe tropft. Auf diese Weise ist die Temperatur in dem Pro
benbehälter immer etwas niedriger als die Temperatur des umgebenden Metall
blockes, der beispielsweise auf 170°C aufgeheizt wird.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Aufschluß von Molekülen in mit einem
Aufschlußmittel versetztem Wasser kann auf diese Weise sehr schnell durchge
führt werden. Beispielsweise wird der Probenbehälter innerhalb von 5 bis
10 Minuten auf etwa 150°C aufgeheizt, bei dieser Temperatur etwa 10 bis 20
Minuten gehalten, woraufhin die Zwangskühlung einsetzt und den Metallblock in
5 bis 10 Minuten wieder in die Nähe der Umgebungstemperatur abkühlt. Der gan
ze Vorgang dauert damit nur etwa 30 bis 40 Minuten, was erheblich kürzer als bei
herkömmlichen Verfahren ist.
Um die Probenbehälter schnell auf die gewünschte Wärmebehandlungstemperatur
zu bringen, kann der Metallblock sehr schnell auf eine deutlich höher liegende
Temperatur aufgeheizt werden, um die asymptotische Annäherung der Tempera
tur in den Probenbehältern an die gewünschte Wärmebehandlungstemperatur zu
beschleunigen. Ein Temperaturfühler in dem Metallblock kann dabei die präzise
Regelung der gewünschten Temperaturprobe übernehmen. Ein solcher Tempera
turfühler bewirkt auch, daß die Temperatur richtig geregelt, wird, wenn nicht alle
Aufnahmeöffnungen mit Probenbehältern besetzt sind, bzw. wenn kleinere Pro
benbehälter mit zusätzlichen Einsätzen in die Aufnahmeöffnungen eingesetzt
werden. Auf diese Weise wird eine Überhitzung vermieden und eine immer gleich
bleibende Wärmebehandlungskurve sichergestellt.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum definierten gleichzeitigen Wärmebe
handeln von mehreren Probenbehältern weist einen Metallblock, vorzugsweise
aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung, auf, der mit mehreren Aufnah
meöffnungen für Probenbehälter und einer elektrischen Beheizung versehen ist,
wobei der Metallblock Mittel zur Zwangskühlung aufweist und wobei eine Ver
schlusskühlung von nicht genügend temperaturbeständigen, aus den Aufnahme
öffnungen herausragenden Verschlüssen der Probenbehälter vorhanden ist, insbesondere
zur Luftkühlung. Da die Probenbehälter z. B. aus Kostengründen mit nicht
temperaturbeständigen Verschlüssen versehen sind, werden diese während der
Wärmebehandlung auf einer niedrigeren Temperatur gehalten werden. Dabei ra
gen die Verschlüsse ohnehin aus dem Metallblock heraus, so daß sie ohne beson
deren Aufwand durch einen künstlich erzeugten Luftstrom auf einer niedrigeren
Temperatur gehalten werden. Unter Zwangskühlung wird eine schnelle und
gleichmäßige Abkühlung des Metallblocks von Temperaturen von weit über
100°C auf Umgebungstemperatur in wenigen Minuten verstanden. Eine solche
Abkühlung kann nicht allein durch Wärmeabgabe der Oberfläche an die Umge
bung erreicht werden, sondern nur durch zusätzliche Maßnahmen wie besondere
Formgebung der Oberfläche, Kühlkanäle, Durchströmung mit Kühlluft oder
Kühlmittel usw.
Zunächst ist vorteilhaft für die gleichmäßige Wärmebehandlung mehrerer Pro
benbehälter, daß der Metallblock die Form eines Zylinders aufweist, in dessen
Oberfläche nahe dem Außenumfang als Aufnahmeöffnungen mehrere Sackboh
rungen eingebracht sind. Durch kreisförmige Anordnung der Aufnahmeöffnungen
in einem Metallblock kann erreicht werden, daß sich alle Aufnahmeöffnungen in
einer identischen Konstellation zu Heizeinrichtung, Außenoberfläche und Mitteln
zur Zwangskühlung befinden und dadurch immer identische Temperaturen erfah
ren. Um eine effektive Zwangskühlung zu erreichen, weist der Metallblock min
destens einen Kühlluftverteilerkanal auf, vorzugsweise in Form eines von der Un
terseite ausgehenden axialen Zentralkanals, der mit zahlreichen Kühlkanälen
kommuniziert, die zwischen den Aufnahmeöffnungen hindurch zum Außenum
fang des Metallblockes führen. Eine solche Konstellation ermöglicht die gleich
mäßige Durchströmung des Metallblockes mit Kühlmittel, insbesondere Kühlluft
und damit eine sehr viel schnellere Abkühlung als bei lediglich von außen gekühl
ten Vorrichtungen.
Der Kühlluftverteilerkanal kann insbesondere mittels eines handelsüblichen Ven
tilators mit Kühlluft versorgt werden, wobei solche Ventilatoren inzwischen Stan
dardbauteile sind, die insbesondere in der Computertechnik zur Kühlung von.
Netzgeräten und Bauelementen eingesetzt werden.
Besonders bevorzugt wird der Metallblock von seiner Unterseite her elektrisch
beheizt, insbesondere durch ein flächiges Heizelement, z. B. ein Folienheizele
ment, welches in gutem Wärmekontakt zur Unterseite des Metallblockes steht.
Solche im Prinzip bekannten Heizeinrichtungen haben sich bei Wärmebehand
lungsvorrichtungen bewährt und ermöglichen eine schnelle und gleichmäßige
Aufheizung des Metallblockes. Sie können in beliebigen Formen hergestellt wer
den, insbesondere für die erfindungsgemäße Vorrichtung in Form eines Kreisrin
ges.
Die Heizeinrichtung ist in einer bevorzugten Ausführungsform mit einer elektro
nischen Regeleinrichtung verbunden, durch welche der Verlauf der Wärmebe
handlung regelbar ist, wobei die Regeleinrichtung mit mindestens einem Tempe
raturfühler in dem Metallblock verbunden ist. Durch Messung der tatsächlichen
Isttemperatur des Metallblockes kann die Heizeinrichtung so geregelt werden, daß
der Metallblock einer genau vorgegebenen Temperaturkurve folgt, was auch für
die in dem Metallblock angeordneten Probenbehälter zu einer genau definierten
Temperaturkurve führt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht es, mindestens vier, vorzugsweise
etwa 12 Aufnahmeöffnungen in einem Metallblock unterzubringen, die gleichmä
ßig über den Umfang eines äußeren Kreisringes des Metallblocks verteilt sind,
wobei zwischen jeweils zwei Aufnahmeöffnungen mehrere, insbesondere etwa
sechs, untereinander angeordnete Kühlkanäle radial von innen zum Außenumfang
des Metallblocks verlaufen, die innen mit dem Kühlluftverteilerkanal in Verbindung
stehen und mittels eines Ventilators durch den Kühlluftverteilerkanal mit
Kühlluft versorgbar sind.
Eine solche Anordnung ist räumlich besonders günstig und ermöglicht eine
schnelle Aufheizung und eine ebenso schnelle und gleichmäßige Abkühlung.
Besonders bevorzugt wird die erfindungsgemäße Vorrichtung so ausgelegt, daß
sie Probenbehälter mit flüssigem Inhalt bei Temperaturen behandeln kann, die
zum Sieden des Inhaltes führen. Insbesondere sollte die Heizeinrichtung daher für
Wärmebehandlungen bei Temperaturen von mindestens 150°C ausgelegt sein,
d. h. den Metallblock auf mindestens 170°C aufheizen können.
Bei so hohen Temperaturen kann es durch Materialfehler in den Probenbehältern
oder durch unsachgemäße Behandlung dieser Behälter in seltenen Fällen dazu
kommen, daß ein Probenbehälter bei der Wärmebehandlung zerplatzt. Aus diesem
Grunde wird die ganze Vorrichtung in einer bevorzugten Ausführungsform in
einem stabilen Gehäuse untergebracht, welches während der Wärmebehandlung
geschlossen werden kann, wobei mindestens eine nach unten gerichtete Druckent
lastungsöffnung vorhanden ist. Zerplatzt ein Probenbehälter während der Wärme
behandlung, so werden die Fragmente in dem Gehäuse ohne Gefährdung von Be
dienungspersonal aufgefangen und der schlagartig verdampfende flüssige Inhalt
des beschädigten Behälters kann durch die Entlastungsöffnung nach außen ent
weichen, wiederum ebenfalls ohne Bedienungspersonal zu gefährden.
Insgesamt wird bevorzugt der Metallblock so gestaltet, daß er möglichst wenig
wärmespeicherndes Material in Bereichen enthält, die nicht zur Wärmeleitung
benötigt werden, aber eine gleichmäßige schnelle Erwärmung und eine gleichmä
ßige schnelle Abkühlung aufgrund seiner Wärmeleitung durch genügend Material
zwischen Heizung bzw. Kühlkanälen und Aufnahmeöffnungen zuläßt.
Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung wird im folgenden anhand der Zeich
nung näher beschrieben und zwar zeigt
Fig. 1 eine schematische Gesamtansicht,
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Metallblock in der Vorrichtung,
Fig. 3 einen Querschnitt durch den Metallblock gemäß Fig. 2 entlang
der Schnittlinie III-III und
Fig. 4 eine Seitenansicht des Metallblocks.
In Fig. 1 ist in schematischer Form der Gesamtaufbau des Gerätes dargestellt.
Das Herzstück ist ein Metallblock 1 mit einer Oberseite 2 und einer Unterseite 3.
Der Metallblock ist im wesentlichen rotationssymmetrisch aufgebaut und enthält
mehrere von seiner Oberseite eingebrachte Aufnahmeöffnungen 5, die als Sacklö
cher ausgebildet sind. Außerdem weist der Metallblock 1 von seiner Unterseite 3
her einen Kühlluftverteilerkanal 6 auf, der so groß ist, daß der Metallblock im
unteren Bereich im wesentlichen ringförmig ausgebildet ist, wobei die Breite des
Ringes nur so groß ist, daß die Aufnahmeöffnungen 5 untergebracht werden kön
nen. Vom Kühlluftverteilerkanal 6 führen zahlreiche Kühlkanäle 7 radial nach
außen zum Außenumfang 4 des Metallblockes 1. Diese Kühlkanäle 7 führen zwi
schen den Aufnahmeöffnungen 5 hindurch, vorzugsweise mit jeweils gleichem
Abstand zu den beiden jeweils benachbarten Aufnahmeöffnungen 5.
An der Unterseite 3 des Metallblockes 1 ist eine elektrische Beheizung 8 angeord
net, vorzugsweise in Form einer Heizfolie. Diese ist über elektrische Anschlüsse 9
mit einer Regeleinrichtung 11 verbunden, wobei in einem oder beiden elektrischen
Anschlüssen 9 eine Schmelzsicherung 10 zum Schutz vor Überhitzungen
eingebaut sein kann. Die Regeleinrichtung 11 steht weiterhin mit einem Tempera
turfühler 15 in Verbindung, welcher die Temperatur des Metallblockes 1 mißt. In
die Aufnahmeöffnungen 5 können jeweils Probenbehälter 13, insbesondere Kü
vetten aus Glas, eingesetzt werden, die einen Verschluß 14, insbesondere aus
Kunststoff aufweisen. Das gesamte Gerät ist in einem Gehäuse 16 untergebracht,
wobei das Gehäuse mindestens eine Druckentlastungsöffnung 17 aufweist, die
insbesondere schräg nach unten gerichtet ist, so daß eventuell im Gehäuse entste
hender Dampf nur schräg nach unten austreten kann. In dem Gehäuse ist außer
dem ein Ventilator 12 angeordnet, der zum Abkühlen des Metallblockes 1 Kühl
luft in den Kühlluftverteilerkanal 6 und die Kühlkanäle 7 drückt, wodurch eine
sehr wirksame und gleichmäßige Abkühlung des Metallblockes 1 und der Proben
behälter 13 erreicht werden kann. Da die Verschlüsse 14 der Probenbehälter 13
während der Wärmebehandlung gekühlt werden müssen, ist hierfür eine
Verschlußkühlung 18, insbesondere ein kleiner Ventilator vorgesehen.
Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf den Metallblock, wobei die nicht von oben sicht
baren Teile, insbesondere der Kühlluftverteilerkanal 6 und die Kühlkanäle 7 ge
strichelt angedeutet sind.
Fig. 3 zeigt einen Querschnitt entlang der Schnittlinie III-III durch einen Me
tallblock 1 gemäß Fig. 2. Man erkennt, daß der Metallblock 1 nicht unnötig viel
Material aufweist, sondern gerade nur so bemessene Materialbereiche, insbeson
dere aus Aluminium, aufweist, wie für das Einbringen der Aufnahmeöffnungen 5
und der Kühlkanäle 7 erforderlich ist. Auf diese Weise wird die Wärmekapazität
des Metallblockes 1 auf ein Mindestmaß reduziert, was ein schnelles Aufheizen
und ein schnelles Abkühlen ermöglicht.
In Fig. 4 ist eine Seitenansicht des Metallblockes 1 dargestellt. Man erkennt ins
besondere, daß zur Unterbringung eines Temperaturfühlers 15 beispielsweise eine
Kühlbohrung 7 genutzt werden kann, wobei diese dann nach innen verschlossen
sein sollte, damit der Temperaturfühler tatsächlich die Temperatur des Metallblo
ckes 1 mißt.
Die Vorrichtung und das Verfahren eignen sich insbesondere für die Analyse von
Wasserproben auf ihren Gehalt an organisch gebundenem Stickstoff, Phosphat
und/oder Metallen, wofür ein Aufschluß bei erhöhter Temperatur erforderlich ist.
Claims (15)
1. Verfahren zum definierten gleichzeitigen Wärmebehandeln von mehreren
Probenbehältern (13), wobei die Probenbehälter (13) in einen Metall
block (1) mit mehreren Aufnahmeöffnungen (5) eingesetzt werden, wobei
der Metallblock (1) durch eine elektrische Beheizung (8) aufgeheizt wird,
wobei der Metallblock (1) am Ende einer vorgegebenen Heizperiode durch
eine Zwangskühlung aktiv in seinem Inneren durch Wärmeaustausch mit
einem Kühlfluid abgekühlt wird, wobei die Probenbehälter (13) Ver
schlüsse (14) aus nicht genügend temperaturbeständigem Material, insbe
sondere aus Kunststoff, aufweisen, und wobei der Bereich der Verschlüsse
(14) oben aus dem Metallblock (1) herausragt und während der Beheizung
des Metallblockes (1) durch eine Verschlusskühlung (18) gekühlt wird,
insbesondere durch Kühlluft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Metallblock (1) zahlreiche Kühlka
näle (7) aufweist, die zur Zwangskühlung von Luft durchströmt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die Kühlkanäle (7) von mindestens
einem Kühlluftverteilerkanal (6) nach außen verlaufen und zur Zwangs
kühlung von innen nach außen durchströmt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Wärmebehand
lung oberhalb des Siedepunktes der Flüssigkeit unter den in den Proben
behältern (13) herrschenden Drücken erfolgt, so daß die Flüssigkeit siedet.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Probenbehälter
(13) einen wässrigen Inhalt aufweisen, und wobei die Probenbehälter (13)
auf eine Temperatur von etwa 150°C aufgeheizt werden, insbesondere in
etwa 5 bis 10 Minuten, bevor nach einer vorgebbaren Haltezeit, insbeson
dere 10 bis 20 Minuten, die Zwangskühlung einsetzt, die den Metallblock
(1) in vorzugsweise 10 bis 15 Minuten wieder in die Nähe der Umge
bungstemperatur abkühlt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei als Probenbehälter (13) Küvetten aus
durchsichtigem Material, insbesondere aus Glas, verwendet werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Metallblock (1)
geregelt zunächst auf eine Temperatur oberhalb der gewünschten maxima
len Wärmebehandlungstemperatur der Probenbehälter (13), insbesondere
etwa 170°C, aufgeheizt wird, um das Erreichen einer maximalen Wärme
behandlungstemperatur, insbesondere von 150°C, in den Probenbehältern
(13) zu beschleunigen.
8. Vorrichtung zum definierten gleichzeitigen Wärmebehandeln von mehre
ren Probenbehältern (13) mit einem Metallblock (1), vorzugsweise aus A
luminium oder einer Aluminiumlegierung, wobei der Metallblock (1) meh
rere Aufnahmeöffnungen (5) für Probenbehälter (13) aufweist und mit ei
ner elektrischen Beheizung (8) versehen ist, wobei der Metallblock (1)
Mittel (6, 7, 12) zur Zwangskühlung aufweist und wobei eine Verschluss
kühlung (18) zur Kühlung von nicht genügend temperaturbeständigen, aus
den Aufnahmeöffnungen (5) herausragenden Verschlüssen (14) der Pro
benbehälter (13) vorhanden ist, insbesondere zur Luftkühlung.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, wobei der Metallblock (1) die Form eines
Zylinders aufweist, in dessen Oberseite (2) nahe dem Außenumfang (4) als
Aufnahmeöffnungen (5) mehrere Sackbohrungen eingebracht sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, wobei der Metallblock (1) mindes
tens einen Kühlluftverteilerkanal (6), vorzugsweise in Form eines von der
Unterseite (3) ausgehenden axialen Zentralkanals (6), aufweist, der mit
zahlreichen Kühlkanälen (7) kommuniziert, die zwischen den Aufnahme
öffnungen (5) hindurch zum Außenumfang (4) des Metallblockes (1) füh
ren.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, wobei der Kühlluftverteilerkanal (6) mit
tels eines Ventilators (12) mit Kühlluft versorgt werden kann.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei der Metallblock
(1) von seiner Unterseite (3) her elektrisch beheizbar ist, insbesondere
durch ein flächiges Heizelement (8), welches in gutem Wärmekontakt zur
Unterseite (3) des Metallblockes (1) steht.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 oder 12, wobei der Metallblock
(1) mindestens vier, vorzugsweise etwa zwölf Aufnahmeöffnungen (5)
aufweist, die gleichmäßig über den Umfang eines äußeren Kreisringes des
Metallblockes (1) verteilt sind, wobei zwischen jeweils zwei Aufnahme
öffnungen mehrere untereinander angeordnete Kühlkanäle (7) radial von
innen zum Außenumfang (4) des Metallblockes (1) verlaufen, die innen
mit dem Kühlluftverteilerkanal (6) in Verbindung stehen und mittels eines
Ventilators (12) durch den Kühlluftverteilerkanal (6) mit Kühlluft versorg
bar sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13, wobei die Heizeinrich
tung (8) für Wärmebehandlungen bei Temperaturen von mindestens 150°C
ausgelegt ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 14, wobei der Metall
block (1) in einem gegen zerplatzende Probenbehälter (13) stabilen Ge
häuse (16) untergebracht ist, welches mindestens eine nach unten gerichte
te Druckentlastungsöffnung (17) aufweist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1999146427 DE19946427C2 (de) | 1999-09-28 | 1999-09-28 | Verfahren und Vorrichtung zum definierten gleichzeitigen Wärmebehandeln von mehreren Probenbehältern |
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