DE198518C - - Google Patents
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61F—FILTERS IMPLANTABLE INTO BLOOD VESSELS; PROSTHESES; DEVICES PROVIDING PATENCY TO, OR PREVENTING COLLAPSING OF, TUBULAR STRUCTURES OF THE BODY, e.g. STENTS; ORTHOPAEDIC, NURSING OR CONTRACEPTIVE DEVICES; FOMENTATION; TREATMENT OR PROTECTION OF EYES OR EARS; BANDAGES, DRESSINGS OR ABSORBENT PADS; FIRST-AID KITS
- A61F11/00—Methods or devices for treatment of the ears or hearing sense; Non-electric hearing aids; Methods or devices for enabling ear patients to achieve auditory perception through physiological senses other than hearing sense; Protective devices for the ears, carried on the body or in the hand
- A61F11/04—Methods or devices for enabling ear patients to achieve auditory perception through physiological senses other than hearing sense, e.g. through the touch sense
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- G—PHYSICS
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- G09B—EDUCATIONAL OR DEMONSTRATION APPLIANCES; APPLIANCES FOR TEACHING, OR COMMUNICATING WITH, THE BLIND, DEAF OR MUTE; MODELS; PLANETARIA; GLOBES; MAPS; DIAGRAMS
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-
- G—PHYSICS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 3Od. GRUPPE
RUDOLF LINDNER in LEIPZIG.
Taubstumme, bei denen der Gehörnerv vollkommen zerstört ist, die Sprache zu lehren,
ist außerordentlich mühsam und erfordert große Geduld sowohl des Lehrers als auch
des Schülers. Dabei sind die Bemühungen nicht immer von Erfolg gekrönt, denn der
Schüler konnte bisher nur durch Absehen lernen, und es- mußte dem glücklichen Zufall
überlassen bleiben, daß er die richtigen Laute
to fand. Man ließ ja wohl auch den Schüler den Kehlkopf des Lehrers beim Aussprechen
verschiedener Laute befühlen, um ihm einen Begriff von den Tönen beizubringen, aber
viele Laute der Sprache sind einander so ähnlieh, daß sie weder durch Absehen noch durch
Befühlen des Kehlkopfes genau unterschieden werden können. Letztere Lehrart hat auch
den Nachteil, daß nur jedesmal ein Schüler die Laute fühlen kann, so daß sie im Klassenunterricht
nur wenig Anwendung finden kann. Auch fehlte bisher im Klassenunterricht
jede Möglichkeit, die Antworten der Schüler den anderen anders als durch Absehen
verständlich zu machen.
Durch die vorliegende Erfindung soll nun eine Einrichtung geschaffen werden, mit
deren Hilfe die Sprache den Taubstummen, bei denen kein vorhandener Gehörrest die
Wahrnehmbarmachung der Sprache durch irgendwelche der bekannten Apparate ermöglicht,
derartig fühlbar gemacht wird, daß mit Hilfe dieses Gefühles und in Verbindung mit
dem Absehen eine weit bessere Verständigung erzielt werden kann. Dabei ist noch besonders
vorteilhaft, daß alle Schüler einer Klasse derartig miteinander und dem Lehrer verbunden
sind, daß sie sowohl die Sprache des Lehrers als auch die aller Mitschüler fühlen
können. ' Besonders wichtig ist aber auch, daß jeder Schüler selbst seine Sprache fühlen
kann und dadurch in der Lage ist, selbst zu prüfen, ob seine Laute denen des Lehrers
entsprechen.
Es wird also durch die vorliegende Erfin1
dung eine große Erleichterung für das Lehren der Sprache und später für die bessere Verständigung
der Taubstummen geschaffen. Die Erfindung beruht darauf, daß mittels Mikrophone die Schallschwingungen in elektrische
Schwingungen umgesetzt werden, die in einem Induktionsapparat derartig verstärkt werden,
daß sie durch einen Teil des Körpers, z. B. die Finger, geleitet und somit gefühlt werden
können. Dadurch kann natürlich die Sprache nicht so gefühlt werden wie im Ohr, aber es können stimmlose und stimmhafte
Laute in ihren verschiedenen Abstufungen gefühlt werden, wodurch das Absehen , das
gleichzeitig erfolgt, ganz wesentlich unterstützt wird.
Ein Ausführüngsbeispiel der Erfindung ist durch die Zeichnung wiedergegeben.
Um den Hals des Sprechenden ist ein federndes Band α gelegt, das an jedem Ende
ein Mikrophon b trägt. Die Mikrophone liegen auf den beiden Schildknorpeln des
Kehlkopfes. Die Mikrophone sind an einen Stromkreis angeschlossen, dessen Stromquelle
aus Elementen d besteht. Ein Regulierwiderstand f dient zur Regelung der .Stromstärke.
Der Stromkreis, er sei hier der erste Stromkreis genannt, wird durch die eine Wicklung eines Induktionsapparates g geschlossen.
Der zweite Stromkreis, der von der anderen Wicklung des Induktionsapparates ausgeht, durchfließt die Hand des
Fühlenden. Zu diesem Zwecke ist das eine Ende der Wicklung mit einer Fingertute h
verbunden, die zweckmäßig aus blanker Metallitze hergestellt ist; sie wird auf einen
Finger, hier den kleinen Finger, aufgesteckt. Das andere Ende steht mit einem Metallband
k in Verbindung, das um die Handfläche gelegt ist.
Die durch die Schwingungen des Kehlkopfes in den Mikrophonen erzeugten elektrischen
Wellen, die in dem Induktionsapparate verstärkt werden, machen sich dann in der Hand als Schläge von verschiedener
Stärke und Dauer bemerkbar. Die Induktionsspulen werden vorteilhaft gegeneinander verschiebbar
gemacht, um die Stärke des Induktionsstromes einstellen zu können.
Ein drittes Mikrophon m ist mit einem Schalltrichter η versehen und wird vor dem
Munde des Sprechenden aufgestellt. Es ist ebenfalls in einen ersten Stromkreis mit Elementen
d' als Stromquelle und Regulierwiderstand f eingeschaltet, der ebenfalls in
der einen Spule eines zweiten Induktionsapparates g' geschlossen ist. Der von der
anderen Spule des zweiten Induktionsapparates g' ausgehende zweite Stromkreis wird
durch dieselbe Hand wie der Stromkreis des ersten Induktionsapparates g geschlossen. Zu
diesem Zwecke ist ein Ende an eine zweite Fingertute 0 aus Metall angeschlossen, die
auf einen anderen Finger, hier den Zeigefinger, aufgesteckt ist; das andere Ende ist
ebenfalls an das Metallband k angeschlossen.
Durch diese zweite Einrichtung werden die Schallschwingungen vor dem Munde ebenfalls
fühlbar gemacht. Die Anwendung der beiden Einrichtungen zusammen hat einen besonderen Vorteil. Laute mit wenig Obertönen,
wie z. B. »a«, versetzen die Luft vor dem Munde in heftige Schwingungen, die
vom Schalltrichter aufgefangen und im Mikrophon m in elektrische Schwingungen umgesetzt
werden, die dann in dem Zeigefinger stark gefühlt werden. Die Schwingungen des
Kehlkopfes werden natürlich ebensogut im kleinen Finger empfunden.
Laute mit viel Obertönen, wie z. B. »i«,
vermögen die Luft vor dem Munde nur sehr wenig zu erschüttern, sie werden daher auch
im Zeigefinger fast gar nicht gefühlt werden, während die Schwingungen des Kehlkopfes
auch hier im kleinen Finger empfunden werden.
Der Taubstumme wird daher bei einiger Übung bald lernen, durch die verschieden
starken Gefühle, die er bei verschiedenen Lauten in beiden Fingern empfindet, die
Laute zu unterscheiden. Auch »b« und »p« oder »d« und »t« kann er infolge verschieden
heftiger Schwingungen unterscheiden.
Es steht nichts im Wege, die beiden Einrichtungen zu trennen und nur eine zu verwenden,
wenn der Taubstumme auch mit einer Einrichtung allein die Sprache genügend
zu fühlen vermag. Das wird hauptsächlich von der Empfindlichkeit der Mikrophone und von der Übung des Taubstummen
abhängen.
Um nun den Klassenunterricht mit dieser Einrichtung zu ermöglichen, werden alle
Schüler und der Lehrer mit den Mikrophonen ausgerüstet und die Elektroden an den Händen
der Schüler so verbunden, daß jeder Schüler sowohl die Sprache des Lehrers als die seiner Mitschüler, als auch seine eigene
fühlen kann.
Claims (4)
1. Verfahren zum Wahrnehmbarmachen artikulierter Laute, wobei die- Schallschwingungen
in elektrische Schwingungen umgesetzt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrischen Schwingungen
durch einen Teil des Körpers des Taubstummen geleitet und durch ihre unmittelbare
Einwirkung auf die Gefühlsnerven wahrnehmbar gemacht werden.
2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch ein Halsband (a), an dessen Enden Mikrophone (b) angebracht
sind, die auf die Schildknorpeln des Kehlkopfes aufgelegt werden und die Schwingungen
des Kehlkopfes in elektrische Schwingungen umsetzen, die dann in bekannter Weise in einem Induktionsapparat
verstärkt und durch einen Teil des Körpers des Taubstummen geleitet werden.
3. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch ein mit einem Schalltrichter versehenes Mikrophon, das die Schallwellen in elektrische Schwingungen
umsetzt, die in bekannter Weise durch einen Induktionsapparat verstärkt und durch einen Teil des Körpers des Taubstummen
geleitet werden.
4. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vorrichtungen nach den Ansprüchen 2 und 3 vereinigt sind, ihre Stromkreise in dem Körper
des Taubstummen aber verschiedene Wege nehmen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE198518T | 1907-03-14 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE198518C true DE198518C (de) | 1908-05-16 |
Family
ID=461307
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1907198518D Expired DE198518C (de) | 1907-03-14 | 1907-03-14 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE198518C (de) |
-
1907
- 1907-03-14 DE DE1907198518D patent/DE198518C/de not_active Expired
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