DE19821981B4 - Schlackerückhalter für den Abstichkanal eines Konverters mit Schwimmerverschluß und Lochsteinkanal einer Gießpfanne - Google Patents

Schlackerückhalter für den Abstichkanal eines Konverters mit Schwimmerverschluß und Lochsteinkanal einer Gießpfanne Download PDF

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Abstract

Vorrichtung zur Vermeidung von Schlackeninfiltrationen mit einem auf dem Stahlbad (5) schwimmenden Schwimmkegel (8) aus Feuerfestmaterial und einem Führungsstab (9), der den Schwimmkegel (8) beidseitig überragend ausgebildet ist, wovon das obere Stabende (10) zum Anschlagen der Setzstange (11) und das untere, bis in das Abstichloch (4) des Konverters (2) oder des Auslauflochs (42) reichende Stabende (12) als Führung dient, dadurch gekennzeichnet, dass dem Abstichloch (4) oder einem Auslaufloch (42) in einem Lochstein (43), in das der Führungsstab (9) des Schwimmkegels (8) einführbar ist, ein Spülring (30) mit Zuführkanälen (31, 32) für Spülgas zugeordnet ist, dessen Auslassöffnungen (33, 34) ein Eindringen des flüssigen Stahls verhindernd und eine schlackenfreie Zone (29) für den Schwimmkegel (8) bildend angeordnet und bemessen sind.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Vermeidung von Schlackeinfiltrationen mit einem auf dem Stahlbad schwimmenden Schwimmkegel aus Feuerfestmaterial und einem Führungsstab, der den Schwimmkegel beidseitig überragend ausgebildet ist, wovon das obere Stabende zum Anschlagen der Setzstange und das untere, bis in das Abstichloch des Konverters oder des Auslauflochs reichende Stabende als Führung dient.
  • Schwimmverschlüsse oder auch als Schwimmkegel bezeichnete Vorrichtungen zur Vermeidung von Schlackeinfiltrationen sind seit langem bekannt. Ein Schwimmerverschluss mit austauschbarer Führungsstange bzw. einem Führungsstab ist aus der DE-OS 44 20 869 bekannt. Der Schwimmkegel, der auf dem Stahlbad aufschwimmt und die Schlacke daran hindern soll durch das Abstichloch abzuströmen, besteht aus Beton oder ähnlichem Feuerfestmaterial, wobei zur Vereinfachung insbesondere des Transportes der Führungsstab aus dem Schwimmkegel herausnehmbar ausgebildet ist. Schwimmkegel und Führungsstab sind über eine Art Bajonettverschluss lösbar miteinander verbunden. Das Gewicht des Schwimmkegels ist deutlich größer als das der Schlacke aber kleiner als das des Stahls. Auf diese Weise sinkt er durch die Schlacke und schwimmt auf dem flüssigen Stahlbad auf. Durch die besondere Formgebung ist er in der Lage, beim Entleeren des Konverters die Schlacke in der Konvertermündung zurückzuhalten, während der Stahl unter ihm durch das Abstichloch abfließen kann. Der Schwimmverschluss mit seinem Führungsstab wird über eine Setzstange so auf das Stahlbad abgesenkt, dass der Führungsstab in das Abstichloch greift, sodass der Schwimmverschluss bzw. der Schwimmkegel das Abstichloch dann zwangsweise verschließt, wenn die gesamte erschmolzene Stahlmenge durch das Abstichloch abgeflossen ist. Die beim Kippen des Konverters vorhandene kinetische Energie verwandelt sich während des Kipp- und Abstichvorganges in einen Strudel, sodass trotz des aufsitzenden Schwimmverschlusses eine teilweise beträchtliche Menge an Schlacke von der Badoberfläche mit in den abgestochenen Stahl gezogen wird. Dieser Strudel wohl mehr oder weniger abhängig von der Konvertergröße, vom Volumen, von der Stahlmenge im Konverter, von der Kippgeschwindigkeit und anderen Fakten. Der bekannte Schwimmverschluss kann trotz der in das Abstichloch hineinragenden Führungsstange bzw. dem Führungsstab an dieser Strudelmenge nicht verhindern. Vielmehr kann bei unglücklichen Zusammenhängen sogar der Schwimmkegel frühzeitig das Abstichloch verschließen, sodass umständliche Ergänzungsmaßnahmen notwendig sind, um den restlichen flüssigen Stahl aus dem Konverter heraus zu bekommen. Auch bei Gießpfannen, die beispielsweise dem Konverter nachgeordnet sind, bestehen im Prinzip gleiche Probleme. Während sich der Stahl in der Gießpfanne befindet, wird Gas in das flüssige Stahlbad geleitet, um gewisse Reaktionen zu unterstützen bzw. einzuleiten, wobei es sich vor allem um Argon handelt. Nach Abschluss dieses so genannten Spülvorgangs wird dann das Abstichloch geöffnet, das durch einen geeigneten Verschluss, beispielsweise einen Sandverschluss verschlossen ist, sodass dann der flüssige Stahl ausläuft und weiter behandelt werden kann. Auch hierbei ist die noch auf dem Stahlbad aufschwimmende Schlacke bzw. die Restbestände möglichst zurückzuhalten, was im Bereich der Abstichpfanne wesentlich komplizierter ist, weil es sich ja nur um Restmengen von Schlacke u. ä. Bestandteilen handelt. Die DE 37 39 038 C2 lehrt einen Schwimmkegel mit Führungsansatz, der auf dem flüssigen Stahl und letztlich auf der Asche aufschwimmt, sodass immer die Gefahr besteht, dass im letzten Moment doch noch flüssige Schlacke über die Nuten im Führungsansatz bzw. im Führungsstab mit in das Abstichloch hineingezogen wird. Dies gilt natürlich insbesondere dann, wenn der Schwimmkegel sich dem Abstichloch sehr nähert und durch die Nuten ein vollständiges Abschließen des Abstichloches verhindert wird. Insbesondere 4 dieser Entgegenhaltung verdeutlicht die Gefahr des Miteinziehens von flüssiger Schlacken, denn dort ist mehr als deutlich aufgezeigt, dass die Schlackeschicht bis an den eigentlichen Schwimmkegel heranreicht, sodass durch die besagten Nuten im Endstadium sowohl Stahl wie auch flüssige Asche in das Abstichloch hineingeraten. Ein einwandfreies Abziehen des Stahls bis in den Schlussbereich ist somit nur mit einem derartigen Schwimmkegel nicht gewährleistet. Die US-PS 4,840,355 zeigt und beschreibt eine Einrichtung für Pfannen in einem Stahlwerk, bei denen das Abstichloch von Austrittsöffnungen für Spülgas umgeben ist, die dafür sorgen sollen, dass um das Abstichloch herum möglichst eine schlackenfreie Zone erzeugt wird. Von einem Schwimmkegel ist in diesem Zusammenhang nicht die Rede; ein solcher ist auch nicht gezeigt. Die Sprudeleinrichtung kann einem Konverter nicht zugeordnet werden.
  • Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung zu schaffen, die sowohl im Bereich des Abstichkanals eines Konverters wie auch im Lochsteinkanal einer Gießpfanne eingesetzt werden kann und die dafür sorgt, dass auch am Ende des Auslaufprozesses des flüssigen Stahls das Miteinziehen von Schlacke und sonstigen Resten verhindert wird.
  • Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
  • Das in dem Stahlbad aufsteigende Spülgas leitet einmal die gewünschten chemischen und sonstigen Reaktionen ein, bildet aber vor allem an der Oberfläche, d. h. also unter Wegschieben der Schlacke einen so genannten Spülfleck, der sich nach relativ kurzer Zeit zu einer schlackenfreien Zone ausbildet und erweitert. Das aufsteigende Gas hindert somit die Schlacke zusätzlich daran, in den Bereich des Abstichioches mit einzudringen, sodass Schlackeninfiltrationen über den Kegel und die schlackenfreie Zone mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden können. In der Regel wird man beim Konverter das Einleiten des Spülgases bzw. des Argons auf den Zeitabschnitt begrenzen, in dem nur noch relativ wenig flüssiger Stahl im Konverter verbleit, um so diesen besonders kritischen Moment auszunutzen, um die Wirkung des Schwimmkegels zu unterstützen. Während der Schwimmkegel den nachteiligen Strudel weitgehend unterbindet, wirkt das Spülgas so, dass im Bereich des Schwimmkegels die Schlacke quasi zurückgehalten wird. Damit strömt, wie gewünscht, der reine flüssige Stahl aus dem Konverter bzw. aus der Wanne heraus, bevor sich der Schwimmkegel oben auf das Abstichloch setzt und das Mitausfließen oder auch Nachfließen der flüssigen Schlacke sicher verhindert.
  • Weiter sieht die Erfindung vor, dass der Spülring aus Segmenten besteht, die in Kombination aber auch einzeln einsetzbar ausgebildet sind. Der Spülring hat den Vorteil, dass mit der notwendigen Sicherheit rundum den Schwimmkegel eine freie Zone geschaffen wird, wobei auch die Positionierung dadurch erleichtert wird, dass nicht an einzelnen Punkten solche Einleitstellen des Spülgases vorgegeben werden, sondern eben ein Ring solcher Einleitstellen. Damit ist die gezielte „Herstellung" eines Spülfleckes gesichert und zwar rundum den Schwimmkegel. Darüber hinaus sieht die Erfindung auch vor, dass insbesondere bei kleineren Konvertern auf den Schwimmkegel verzichtet werden kann, wobei dann natürlich während des gesamten Kippvorganges Spülgas eingeleitet werden muss, um den Spülfleck gezielt auszubilden und aufrechtzuerhalten, um so das Miteinziehen bzw. die Infiltration von Schlacke sicher zu verhindern.
  • Zur gezielten Ausbildung des Spülflecks sieht die Erfindung vor, dass die Gasauslassöffnungen des Spülrings und/oder die einzelnen Segmente das Spülgas in Richtung Führungsstab des Schwimmkegels leitend angeordnet und/oder ausgebildet sind. Durch dieses gezielte Einleiten des Spülgases auf quasi einen Punkt erreicht man eine gezielte Ausbildung des Spülflecks, der sich dann nach quasi punktförmiger Bildung sehr schnell ausdehnen kann, weil er gezielt zu einer Verdünnung und dann zum Wegdrücken der Schlacke führt. Unabhängig von der Größe des Spülrings kann durch entsprechend geneigte Anordnung der Gasauslassöffnungen bzw. gezielte Anordnung der Segmente selbst eine solche zielgerichtete Einleitung des Spülgases erreicht werden. Dabei ist vorgesehen, dass die Segmente in Form eines Spülrings angeordnet sind. Natürlich ist es auch möglich, dazwischen Abschnitte ohne Gasauslassöffnungen auszubilden, je nachdem wie viel und über welchen Bereich man die Gasblasen zur Bildung des Spülflecks vorgeben will.
  • Nach gewisser Einsatzzeit erweitert sich das Auslaufloch, sodass hierdurch zusätzliche oder neuartige Probleme entstehen können. Von daher werden die den Auslauf aufweisenden Lochsteine in regelmäßigen Abständen ausgetauscht. Um hier die Montage und den Arbeitaufwand zu reduzieren, sieht die Erfindung vor, dass die Segmente in den Lochstein mit dem Auslaufloch integriert sind. Damit wird wie schon erwähnt der Arbeitsaufwand wesentlich eingeschränkt.
  • Je nach Einsatzbereich kann es aber auch zweckmäßig sein, Spülring und Lochstein als zwei Bauteile vorzusehen, insbesondere dann, wenn das Auslaufloch verhältnismäßig schnell sich erweitert und einen Austausch des Lochsteins erzwingt, während die Segmente noch weitgehend funktionsfähig sind. Dann ist es von Vorteil, wenn die Segmente dem Lochstein diesen ergänzend zugeordnet oder an ihn angeformt sind. Damit ist die Möglichkeit gegeben, Segmente und Lochstein gleichzeitig auszutauschen aber auch in zeitlichem Abstand. Theoretisch ist es dann auch möglich, die Segmente alleine auszutauschen, während der Lochstein erneut zum Einsatz kommen kann. Sämtliche Variationsmöglichkeiten sind somit erhalten.
  • Die gezielte Ausspülung des Spülflecks wird dadurch erreicht, dass die Gasauslassöffnungen des Spülrings und/oder die einzelnen Segmente das Spülgas zu einem Zentralpunkt leitend angeordnet und/oder ausgebildet sind. Von diesem sich dann bildenden zentralen Spülfleck kommt es dann relativ schnell zu einer Spülfleckfläche, weil das aufsteigende Gas die Schlacke oder sonstigen aufschwimmenden Teile bei Seite drückt, sodass dann beim späteren Abziehen des Stahls mit der notwendigen Sicherheit diese Teile zurückgehalten werden und nicht mit in das Auslaufloch eingezogen werden. Zumindest ist auf diese Weise erreicht, dass beim Abziehen des Stahls die eingesetzten Dedektoren nicht unberechtigterweise zu früh ansprechen, weil gewisse Schlackereste und sonstige schädliche Bestanteile in zwar geringer Menge aber eben überhaupt mit eingezogen werden. Das aufsteigende Gas verhindert dies mit der notwendigen Sicherheit und die Dedektoren sprechen erst dann an, wenn praktisch der gesamte Stahl abgezogen ist und dann wirklich Schlacketeile u. Ä. in den Bereich des Auslaufloches gelangen.
  • Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass ein Schwimmverschluss geschaffen ist, der einer Strudelbildung am und im Abstichloch beim Kippen des Konverters soweit entgegen wirkt, dass die flüssige Schlacke nicht durch das Stahlbad hindurch in das Abstichloch hineingezogen werden kann. Vielmehr wird der flüssige Stahl am Schwimmkegel und an dem Führungsstab vorbei in das Abstichloch und durch das Abstichloch so hindurchgeführt, dass sich die Erddrehung nicht auswirken kann. Vielmehr werden die Teilströme des flüssigen Stahls in eine laminare Störung gezwungen. Damit ist das schädliche Hineinziehen der Schlacke in den flüssigen Stahl unterbunden und dafür Sorge getragen, dass der flüssige Stahl annähernd gänzlich aus dem Abstichloch herauslaufen kann, ohne dass die Gefahr beseht, dass auch nur geringe Mengen an flüssiger Schlacke mit abgezogen werden. Mit Auslauf des letzten flüssigen Stahls setzt sich der Schwimmkegel wie bekannt auf das Abstichloch und sorgt dafür, dass die flüssige Schlacke nicht nachlaufen kann. Durch weiteres Kippen des Konverters läuft dann die flüssige Schlacke auch ab, wobei in der Regel auch der gesamte Schwimmverschluss mit entsorgt wird. Durch das zusätzliche Anordnen eines Spülringes und das Einleiten von Spülgas, vorzugsweise von Argon, ist die Möglichkeit gegeben, die Wirkung des Schwimmkegels zu unterstützen. Rundum den Schwimmkegel wird gezielt eine Art Spülfleck geschaffen, sodass auch beim Abschlussvorgang Schlacke u. Ä. erst gar nicht mit in den Bereich des Abstichloches gelangen kann. Darüber hinaus wird auch die Strudelbildung zusätzlich verhindert, weil das aufsteigende Gas dieser Strudelbildung entgegenwirkt. Dies kann sogar noch zusätzlich dadurch verhindert werden, dass das Gas gezielt schräg so eingeführt wird, dass es entgegen der Strudelrichtung einströmt und so die Bildung des Strudels zusätzlich verhindert. Genauso wird auch der Stahlabstich im Bereich der Abstichpfanne optimiert, indem rundum das Abstichloch bzw. das Auslaufloch Gas eingeleitet wird, das sowieso für den Prozess in der Abstichpfanne benötigt wird. Es kann auf die bisher zum Einsatz kommenden Spülersteine weitgehend oder ganz verzichtet werden, weil über den Spülring das benötigte Gas gezielt eingeleitet und der Reinigungsprozess des Stahls durchgezogen wird, nur dass hier gleichzeitig ein gezielter und gezielt großer Spülfleck hergestellt wird, der beim Abstich des Stahls zusammen mit dem Schwimmkegel die schon beschriebene vorteilhafte Wirkung entfaltet.
  • Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen:
  • 1 einen Konverter in Teilansicht mit Schwimmverschluss,
  • 2 einen Schwimmverschluss im Stahlbad mit Führungsstab und Stegen in Seitenansicht,
  • 3 einen Schnitt durch den Führungsstab mit Stegen,
  • 4 einen Schwimmverschluss mit einer die Stege tragenden Hülse in Seitenansicht,
  • 5 einen Schnitt durch den Führungsstab mit aufgeschobener Hülse,
  • 6 einen Schwimmverschluss mit schraubenförmigem Steg,
  • 7 einen Schwimmverschluss mit doppeltschraubenförmigem Steg,
  • 8 einen Konverter mit Abstichloch und zusätzlich zum Schwimmkegel eingesetztem Spülring,
  • 9 einen Spülring, der in den Lochstein einer Abstichpfanne integriert ist,
  • 10 einen Spülring mit im Abstand angeordneten Segmenten und
  • 11 eine andere Ausbildung des Spülrings, der segmentweise rundum den Lochstein angeordnet ist.
  • 1 zeigt einen Schwimmverschluss 1, der in einem üblichen Konverter 2 eingesetzt ist. Dieser Konverter 2 ist bereits teilentleert, wobei durch die Konverteröffnung 3 hindurch der Schwimmverschluss 1 auf das Abstichloch 4 aufgesetzt ist und zwar so, dass der flüssige Stahl 7 gezielt durch das Abstichloch 4 abfließen kann. Dabei schwimmt der Schwimmverschluss 1 oben auf dem flüssigen Stahlbad 5 auf, während die flüssige Schlacke 6 aufgrund des geringeren Gewichtes auf dem flüssigen Stahlbad 5 und dem Schwimmverschluss 1 schwimmt.
  • Der Schwimmverschluss 1 besteht aus dem Schwimmkegel 8 und dem in das Abstichloch 4 hineinragenden Führungsstab 9. Während der Schwimmverschluss 1 über das obere Stabende 10 und die Setzstange 11 in die aus 1 ersichtliche Position gebracht wird, sorgt das untere Stabende 12 dafür, dass der gesamte Schwimmverschluss 1 während des gesamten Kippvorganges in der richtigen Position verbleibt und dafür sorgt, dass nach dem Auslaufen des flüssigen Stahls 7 die Schlacke 6 nicht auch über das Abstichloch 4 abfließen kann.
  • Erkennbar ist auch in 1, dass der in das Abstichloch 4 hineinragende Führungsstab 9 eine besondere, weiter hinten noch erläuterte Form aufweist.
  • Diese besondere Form des Führungsstabes 9 und dabei des unteren Stabendes 12 geht aus den nachfolgenden Figuren wie auch 2 hervor. Erkennbar ist, dass sich an dem Schwimmkegel 8 in Längsrichtung 15 des unteren Stabendes 12 Stege 16, 17, 18 und 19 anschließen. Diese Stege 16, 17, 18, 19 verlaufen in Längsrichtung 15 des unteren Stabendes 12, wobei sie sich in der Höhe wie in 2 angedeutet verändern können. Durch die besondere Form dieser Stege soll erreicht werden, dass der in Fließrichtung 20 abfließende flüssige Stahl 7 in eine laminare Strömung gezwungen wird, also erst gar nicht aufgrund der Erddrehung in irgendeine Strudelbildung übergehen kann. Der flüssige Stahl 7 wird quasi in mehrere Teilströme getrennt, wobei die Höhe der Stege 16, 17, 18, 19 so gewählt ist, dass der gesamte Schwimmverschluss 1 nicht selbst in Drehung gebracht werden kann, denn dies würde der angestrebten Zielsetzung entgegenwirken. Daher muss auch zwischen der Stegkante 25 und der Wandung 21 des Abstichloches 4 ein ausreichender Abstand verbleiben, sodass auch ein Festsetzen des Schwimmverschlusses 1 vermieden wird. Dem sollen die runden Kanten 26 der Stege 16, 17, 18, 19 am äußeren Ende entgegenwirken.
  • Bei der aus 2 hervorgehenden Ausbildung und auch den aus 4 und 6 hervorgehenden Ausbildungen ist der Schwimmkegel 8 immer fast halbkugelförmig ausgebildet. Auch andere Formen sind hier denkbar. Sichergestellt werden muss allerdings, dass sich dieser Schwimmkegel 8 auf den Rand 27 sicher aufsetzt, sodass das Abstichloch 4 verschlossen wird, wenn der flüssige Stahl 7 abgeflossen ist. Wie in 2 angedeutet ergibt sich bei länger im Gebrauch befindlichen Konvertern 2 eine trichterförmige Ausbildung im Übergangsbereich, sodass die in den angezogenen Figuren dargestellte Ausführung sich besonders zum dichten Abfluss eignet.
  • 3 verdeutlicht, dass mehrere Stege 16, 17, 18, 19 über den Umfang des Führungsstabes 9 verteilt angeordnet sind, wobei die Stegkanten abgerundet sind.
  • 4 zeigt einen Schwimmverschluss 1 bei dem die einzelnen Stege 16, 17, 18, 19 über eine Hülse 23 in der Höhe verstellbar mit dem Führungsstab 9 bzw. dem unteren Stabende 12 verbunden sind. 5 zeigt einen Schnitt, wobei deutlich wird, dass nicht alle Stege 16, 17, 18 bis zur Hülse 23 durchgezogen sind, sondern nur einzelne, die als Verbindungsstege 24, 19' bezeichnet sind. Die verschiebliche Verbindung der Hülse 23 mit dem unteren Stabende 12 führt dazu, dass insbesondere im Versuchsstadium bei einzelnen Einsätzen die Hülse 23 in unterschiedlichen Höhen angebracht werden kann, um so die günstigste Position zu ermitteln.
  • Denkbar ist es auch, dass statt der in 5 angedeuteten Ausbildung auf diese äußere Hülse 23' verzichtet wird und stattdessen nur die innere Hülse 23 zum Einsatz kommt. Die äußere Hülse 23' soll der Stabilisierung des „Sterns" aus Stegen 16, 17, 18 dienen.
  • 6 zeigt eine insofern von den bisher geschilderten Ausführungsformen abweichende Ausführungsform, als hier eigentlich nur ein einziger Steg und zwar ein schraubenförmiger Steg 22 vorgeschlagen wird, der sich über die gesamte Länge des unteren Stabendes 12 erstreckt. Der abströmende flüssige Stahl 7 soll durch die besondere Form des schraubenförmigen Steges 22 quasi im Kreise geführt werden, wobei diese Kreisführung so gewählt ist, dass sie der Erddrehung genau entgegenwirkt. Dadurch soll ein evtl. auftretender Kreiseleffekt gezielt verhindert bzw. ihm entgegengewirkt werden, sodass es zu den weiter vorn beschriebenen Problemen beim Einsatz eines derartigen Schwimmverschlusses 1 nicht kommen kann.
  • Im Prinzip das gleiche gilt auch für die Ausführungsformen nach 7, nur dass hier eine Ausführungsform gewählt ist, die als doppelschraubenförmiger Steg 22' zu bezeichnen ist.
  • 1 zeigt wie weiter vorne erwähnt eine Konverter 2 mit Schwimmverschluss 1 in Form des Schwimmkegels 8. Zusätzlich ist dem Einsatz 14 mit dem Abstichloch 4 ein Spülring 30 zugeordnet. Diesem Spülring 30 werden über Zuführkanäle 31, 32 Spülgase zugeführt in der Regel Argon, das dann über die Gasauslassöffnungen 33, 34 ausströmt, sodass aufsteigende Blasen im Bereich des Schwimmkegels 8 eine schlackefreie Zone schaffen. Näheres hierzu zeigt 8. Hier sind die aufsteigenden Argonblasen 35 angedeutet, die rundum den Schwimmkegel 8 eine aschefreie Zone 29 schaffen.
  • Über die Zuführkanäle 31, 32 wird Argon herangeführt und dann durch den Spülring 30 bzw. dessen Gasauslassöffnungen 33, 34 in das flüssige Stahlbad 5 eingeleitet.
  • Der Spülring 30 mit seinen Gasauslassöffnungen 33, 34 hat dabei nicht nur die Funktion des Infiltrationsverhinderers, sondern gleichzeitig auch des Strudelverhinderers. Weiteres wird hierzu weiter hinten ausgeführt.
  • 9 zeigt eine Draufsicht auf den Bodenbereich einer hier nicht näher dargestellten Gießpfanne 41. Diese Gießpfanne 41 verfügt über einen Lochstein 43 mit dem Auslaufloch 42, wobei hier in den Auslauf 40 der Gießpfanne 41 gleichzeitig ein Spülring 30 mitintegriert ist. Der Spülring 30 wird über hier nicht weiter dargestellte Zuführkanäle 31, 32 mit Argon oder einem ähnlichen Spülgas versehen, wobei dann dieses Gas über die Gasauslassöffnungen 33, 34 austreten kann.
  • Der Spülring 30 besteht aus Segmenten 36, 37, 38, 39, die einen durchgehenden Ring bildend angeordnet sind. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, Zwischenräume zwischen den einzelnen Segmenten vorzugeben, was anhand der 10 und 11 ergänzend dargestellt ist.
  • Nach 10 sind die einzelnen Segmente 36, 37, 38, 39 in einem relativ großen Abstand angeordnet und quasi an den Lochstein 43 angeformt, wobei dieser Lochstein eine Art Sechskant bildet. Nach 11 handelt es sich um einen quadratischen Lochstein 43, an dessen Seiten jeweils die einzelnen Segmente 36, 37, 38, 39 angesetzt sind. Die 9 bis 11 verdeutlichen, dass sowohl bei der Gießpfanne 41 wie auch beim Konverter 2 verschiedene Möglichkeiten denkbar sind, um den Spülring 30 anzubringen. Die integrierte Anordnung des Spülrings 30 gemäß 9 hat Vorteile beim Handling und insbesondere bei der Erstmontage, während die Ausführungen nach den 10 und 11 evtl. bei der Ersatzmontage vorteilhaft ist.

Claims (6)

  1. Vorrichtung zur Vermeidung von Schlackeninfiltrationen mit einem auf dem Stahlbad (5) schwimmenden Schwimmkegel (8) aus Feuerfestmaterial und einem Führungsstab (9), der den Schwimmkegel (8) beidseitig überragend ausgebildet ist, wovon das obere Stabende (10) zum Anschlagen der Setzstange (11) und das untere, bis in das Abstichloch (4) des Konverters (2) oder des Auslauflochs (42) reichende Stabende (12) als Führung dient, dadurch gekennzeichnet, dass dem Abstichloch (4) oder einem Auslaufloch (42) in einem Lochstein (43), in das der Führungsstab (9) des Schwimmkegels (8) einführbar ist, ein Spülring (30) mit Zuführkanälen (31, 32) für Spülgas zugeordnet ist, dessen Auslassöffnungen (33, 34) ein Eindringen des flüssigen Stahls verhindernd und eine schlackenfreie Zone (29) für den Schwimmkegel (8) bildend angeordnet und bemessen sind.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Spülring (30) aus Segmenten (36, 37, 38, 39) besteht, die in Kombination aber auch einzeln einsetzbar ausgebildet sind.
  3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasauslassöffnungen (33, 34) des Spülrings (30) und/oder die einzelnen Segmente (36, 37, 38, 39) das Spülgas in Richtung Führungsstab (9) des Schwimmkegels (8) leitend angeordnet und/oder ausgebildet sind.
  4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (36, 37, 38, 39) in den Lochstein (43) mit dem Auslaufloch (42) integriert sind.
  5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (36, 37, 38, 39) dem Lochstein (43), diesen ergänzend zugeordnet oder an ihn angeformt sind.
  6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasauslassöffnungen (33, 34) des Spülrings (30) und/oder die leitenden Segmente (36, 37, 38, 39) das Spülgas zu einem Zentralpunkt leitend angeordnet und/oder ausgebildet sind.
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