DE19707115A1 - Bohr- und/oder Meisselwerkzeug - Google Patents
Bohr- und/oder MeisselwerkzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein im wesentlichen durch Umformung hergestelltes Bohr- und/oder
Meißelwerkzeug mit einem Schaft, an den sich entgegen der Bohrrichtung ein Ein
steckende und in Bohrrichtung ein Bohrkopf mit einem oder mehreren Hartmetalleinsät
zen anschließt, wobei der Schaft im Bohrkopf auslaufende wendelförmige Abfuhrnuten
aufweist und die Hartmetalleinsätze in einer in Bohrrichtung offenen Aussparung des
Bohrkopfes angeordnet sind.
Die Werkzeuge der genannten Art dienen der Bearbeitung von Gestein, Beton, Mauer
werk und dergleichen spröden Materialien. In dem der Bohrrichtung abgewandten Be
reich weisen die Werkzeuge an sich bekannte Einsteckenden auf, die auf die jeweils in
Betracht kommenden Antriebsgeräte abgestimmt sind. In Bohrrichtung schließt sich an
das Einsteckende ein wendelförmige Abfuhrnuten aufweisender Schaft an. An diesen
Schaft schließt sich bohrrichtungsseitig ein Bohrkopf an, welcher eine in Bohrrichtung
offene Aussparung zur Aufnahme eines oder mehrerer Hartmetalleinsätze aufweist.
Dadurch, daß die Hartmetalleinsätze in einer Aussparung des Bohrkopfes angeordnet
sind, werden sie seitlich von Bereichen des Bohrkopfes abgestützt, was sich vorteilhaft
auf die Verbindung zwischen Hartmetalleinsätzen und Bohrkopf auswirkt. Darüber hinaus
erfahren die Hartmetalleinsätze von Bereichen des Bohrkopfes eine großflächige
Abstützung, was zur Förderung der Widerstandskraft gegen schädliche Einwirkungen
aus Drehmoment und Schlägen beiträgt.
Die Abfuhrnuten des Schaftes dienen dem Transport des abgebauten Bohrkleins. Um
aber sicherzustellen, daß der Transport dieses Bohrkleins ungehindert vom Bohrkopf
zum entgegen der Bohrrichtung liegenden Bereich der Abfuhrnuten erfolgt, ist im Bohr
kopf ein entsprechender Übergangsbereich sicherzustellen. Dieser Übergangsbereich
entsteht durch einen entsprechenden Auslauf der Abfuhrnuten in Bohrrichtung. Damit
trotz dieses Auslaufes die Hartmetalleinsätze vom restlichen Bereich des Bohrkopfes
noch ausreichend abgestützt sind, muß sichergestellt sein, daß der Auslauf der Ab
fuhrnuten im bohrrichtungsseitigen Endbereich nahezu achsparallel verläuft.
Bei den gebräuchlichen Werkzeugen mit einer oder zwei Abfuhrnuten entsteht aufgrund
der wendelförmigen Anordnung eine relativ große Abweichung zum achsparallelen
Verlauf. Würden solche Abfuhrnuten ohne ausreichende Neigungskorrektur in den
Bohrkopf verlaufen, hätte dies eine ungenügende seitliche Abstützung der Hartme
talleinsätze zur Folge. Aus diesem Grunde erfahren die diesbezüglichen Werkzeuge eine
besondere Gestaltung im Bereich des Bohrkopfes, entsprechend welcher in diesem
Bereich im wesentlichen achsparallel verlaufende Abfuhrnuten geschaffen werden.
Die vorgenannte notwendige Korrektur der Abfuhrnuten führt zu einem herstellungs
technischen Mehraufwand, welcher sich wirtschaftlich negativ auf den Herstellungspro
zeß auswirkt. So ist beispielsweise bei spanabhebender Erzeugung der Abfuhrnuten
eine spezielle Steuerung der Bearbeitungswerkzeuge erforderlich, was nebst apparati
vem Mehraufwand auch zu einem zeitlichen Mehraufwand führt.
Anstelle spanabhebender Bearbeitung findet heute aus wirtschaftlichen Gründen ver
mehrt eine spanlose Verarbeitung in der Art einer hauptsächlichen Umformung Anwen
dung, wobei es darum geht, daß der Hauptanteil der Verarbeitung durch Umformung
erfolgt und gewisse Verfahrensschritte, wie Herstellung der Aussparungen für die Hart
metalleinsätze oder eine allfällige, geringfügige Korrektur der Abfuhrnuten, beispiels
weise im Auslaufbereich spanabhebend erfolgen können. Auch bei diesem wirtschaftlich
wesentlich attraktiveren Umformverfahren ist die Herstellung eines im wesentlichen
achsparallelen, bohrrichtungsseitigen Auslaufes der Abfuhrnuten mit einem Mehrauf
wand verbunden. So ist für die diesbezügliche Gestaltung der Abfuhrnuten beispiels
weise beim Herstellen durch Walzen ein spezieller zusätzlicher Walzvorgang erforderlich,
welcher wiederum zu einem apparativen und zeitlichen Mehraufwand führt.
Zur Vermeidung des genannten Mehraufwandes bei durch Umformung hergestellten
Werkzeugen ist es daher auch bekannt geworden, anstelle von Hartmetalleinsätzen in
entsprechenden Aussparungen, vollständig aus Hartmetall bestehende Bohrköpfe
stumpf auf den mit Abfuhrnuten versehenen Schaft aufzuschweißen. Da solche aus
Hartmetall bestehende Bohrköpfe keiner seitlichen Abstützung bedürfen, kann eine ge
sonderte Bearbeitung des bohrrichtungsseitigen Endes des Schaftes entfallen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein hauptsächlich durch Umfor
mung hergestelltes Werkzeug mit Abfuhrnuten und in Aussparungen eingesetzten
Hartmetalleinsätzen zu schaffen, welches im Bereich des Bohrkopfes keiner sich unwirt
schaftlich auswirkenden Sonderbehandlung bedarf.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß das durch Umformung herge
stellte Bohr- und/oder Meißelwerkzeug mindestens drei Abfuhrnuten aufweist.
Die erfindungsgemäße Lösung geht davon aus, daß wendelförmige Abfuhrnuten, mit
ihrer zunehmenden Anzahl steiler, d. h. näherkommend achsparallel verlaufen. So zeigt es
sich, daß bereits bei der Anordnung von drei Abfuhrnuten der Verlauf derart angenähert
achsparallel verläuft, daß sich bei einem nicht oder nicht wesentlich
neigungskorrigierten Auslauf im Bohrkopf eine ausreichende seitliche Abstützung für die
Hartmetalleinsätze ergibt. Demnach sind durch Umformung hergestellte Werkzeuge mit
wenigstens drei Abfuhrnuten keiner sich unwirtschaftlich auswirkenden Behandlung im
Bereich des Bohrkopfes zu unterwerfen. Damit führt das Vorsehen von mindestens drei
wendelförmigen Abfuhrnuten zu einem wirtschaftlich außerordentlich interessanten
Herstellverfahren.
Darüber hinaus darf nicht übersehen werden, daß ein Werkzeug mit einer größeren
Anzahl an Abfuhrnuten zu wesentlichen herstellungstechnischen Vorteilen führt. So ist
bei Anordnung nur einer oder zwei Abfuhrnuten in axialer Richtung ein relativ großer
Materialfluß erforderlich, um ein ausreichendes Volumen für die Abfuhr des Bohrkleins
zur Verfügung zu stellen. Bei der Anordnung von mindestens drei Abfuhrnuten verteilt
sich dieses Volumen auf alle Abfuhrnuten, so daß ein wesentlich geringerer axialer
Materialfluß bewerkstelligt werden muß. Dies führt im Falle der Anordnung von minde
stens drei Abfuhrnuten bei Herstellung durch Umformung zu einer so geringen Mate
rialumformung, daß innere Spannungen die zu Materialschädigungen führen, vermieden
werden.
Für Werkzeuge mit kleinerem Durchmesser bieten sich aus der Sicht der Anordnung der
Anzahl von Abfuhrnuten sowie im Hinblick auf die vorzunehmende Materialumformung
vorteilhafterweise drei Abfuhrnuten an.
Für Werkzeuge von größerem Durchmesser bieten sich wiederum aus der Sicht der
vorzunehmenden Materialumformung vorzugsweise vier Abfuhrnuten an.
Je nach Verwendungszweck der erfindungsgemäßen Werkzeuge sowie in Abhängigkeit
von der Anzahl der Abfuhrnuten bietet es sich an, daß vorzugsweise der Steigungswin
kel der Abfuhrnuten im Bereich des Auslaufes des Bohrkopfes dem Steigungswinkel der
Abfuhrnuten im Schaft entspricht.
Gegebenenfalls kann der Steigungswinkel der Abfuhrnuten im Bereich des Auslaufes im
Bohrkopf gegenüber dem Steigungswinkel der Abfuhrnuten im Schaft abweichen, wobei
ein solches Abweichen vorzugsweise durch einen größeren Steigungswinkel im Bereich
des Bohrkopfes zustandekommt. Ein solches Abweichen des Steigungswinkels kann
gegebenenfalls zu einer Verbesserung des Transportes von Bohrklein im Bereich des
Bohrkopfes führen. Das Abweichen des Steigungswinkels erfordert eine Neigungs
korrektur im Bereich des Bohrkopfes, wobei diese bei den erfindungsgemäßen Werk
zeugen derart geringfügig ausfällt, daß die Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung nach
wie vor gewährleistet bleibt. Die Korrektur kann dabei spanabhebend oder spanlos erfol
gen.
Zur Herstellung des Werkzeuges kommen verschiedene an sich bekannte Umformver
fahren in Betracht, wie beispielsweise Rundkneten, Schmieden oder Drallwalzen. Be
sonders bewährt aus der Sicht der Wirtschaftlichkeit sowie im Hinblick auf die Taktzeiten
bei der Herstellung hat sich Profilkaltwalzen, insbesondere Profilrollkaltwalzen.
Wie eingangs erwähnt ist der Bohrkopf mit einer in Bohrrichtung offenen Aussparung
versehen, in welcher ein oder mehrere Hartmetalleinsätze angeordnet sind. Diese Aus
sparungen können verschiedenartig ausgebildet sein, durchsetzen aber vorzugsweise
die bohrrichtungsseitige Stirnfläche des Bohrkopfes über ihren gesamten Durchmesser.
So können die Aussparungen schlitzartig entlang eines Durchmessers, sternartig oder
kreuzartig verlaufen. Nebst der Anordnung mehrerer Hartmetalleinsätzen in diesen Aus
sparungen bietet sich vorteilhafterweise die Verwendung eines einstückig ausgebildeten
Hartmetalleinsatzes an. Je nach Anordnung der Aussparung kann ein solch einstückig
ausgebildeter Hartmetalleinsatz als Platte, Stern, Kreuz oder dergleichen ausgebildet
sein.
Im Hinblick auf die konstruktive Auslegung von Bohrkopf und Hartmetalleinsatz bietet es
sich zweckmäßigerweise an, wenn der Hartmetalleinsatz eine der Anzahl der Abfuhrnu
ten entsprechende Anzahl Schneiden aufweist. So kann beispielsweise bei Anordnung
von drei Abfuhrnuten der einstückig ausgebildete Hartmetalleinsatz sternförmig mit drei
Schneiden und einer Zentrierspitze ausgebildet sein.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 das erfindungsgemäße Werkzeug in Seitenansicht;
Fig. 2 das Werkzeug der Fig. 1 in einer Draufsicht auf den Bohrkopf.
Das den Fig. 1 und 2 entnehmbare Werkzeug ist als Bohrwerkzeug ausgebildet und
weist einen Schaft 1 mit drei wendelförmigen Abfuhrnuten 2 auf. An den Schaft 1
schließt sich entgegen der Bohrrichtung ein Einsteckende 3 an, welches in bekannter
Weise mit Verriegelungsnuten 4 und Drehmitnahmenuten 5 versehen ist. In Bohrrichtung
schließt sich an den Schaft 1 ein Bohrkopf 6 an, welcher eine in Bohrrichtung offene
Aussparung 7 aufweist. In dieser Aussparung 7 ist ein einstückig ausgebildeter, Schnei
den 9 aufweisender Hartmetalleinsatz 8 angeordnet.
Wie insbesondere Fig. 2 zeigt, ist der vorgenannte Hartmetalleinsatz 8 mit drei Schnei
den 9 versehen. Demnach ist die Aussparung 7 entsprechend sternförmig ausgebildet.
Das in den Fig. 1 und 2 dargestellte Bohrwerkzeug ist hauptsächlich durch Umformung
beispielsweise Profilrollkaltwalzen hergestellt worden. Insbesondere die Fig. 1 zeigt deut
lich, wie die Abfuhrnuten 2 aufgrund ihrer großen Anzahl relativ steil verlaufen. So ist
auch der Auslauf der Abfuhrnuten 2 im Bereich des Bohrkopfes 6 relativ steil, d. h. schon
sehr stark einem achsparallelen Verlauf angenähert. Dank dieses Verlaufes der Abfuhr
nuten 2 entsteht im Bereich des Bohrkopf 6 einerseits ein ausreichender Durchtritt für
das Bohrklein und es verbleibt andererseits ausreichend viel Material, welches der seitli
chen Abstützung des Hartmetalleinsatzes 8 dient, wie dies insbesondere auch der Fig. 2
zu entnehmen ist. Die Fig. 1 und 2 zeigen demnach ein Bohrwerkzeug, dessen Abfuhr
nuten 2 im Bereich des Bohrkopfes keiner sich unwirtschaftlich auswirkenden Behand
lung hinsichtlich Verlaufskorrektur zu unterwerfen sind, so daß eine Herstellung bei
spielsweise in einem Kaltwalzdurchlauf möglich ist.
Claims (9)
1. Bohr- und/oder Meißelwerkzeug das im wesentlichen durch Umformung herge
stellt ist, mit einem Schaft (1), an den sich entgegen der Bohrrichtung ein Ein
steckende (3) und in Bohrrichtung ein Bohrkopf (6) mit einem oder mehreren Hart
metalleinsätzen (8) anschließt, wobei der Schaft (1) im Bohrkopf (6) auslaufende,
wendelförmige Abfuhrnuten (2) aufweist und die Hartmetalleinsätze (8) in einer in
Bohrrichtung offenen Aussparung (7) des Bohrkopfes (6) angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens drei Abfuhrnuten (2) vorgesehen sind.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß drei Abfuhrnuten (2)
vorgesehen sind.
3. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vier Abfuhrnuten (2)
vorgesehen sind.
4. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Steigungswinkel der Abfuhrnuten (2) im Bereich des Auslaufes im Bohrkopf (6)
dem Steigungswinkel der Abfuhrnuten (2) im Schaft (1) entspricht.
5. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Steigungswinkel der Abfuhrnuten (2) im Bereich des Auslaufes im Bohrkopf (6) ge
genüber dem Steigungswinkel der Abfuhrnuten (2) im Schaft (1) abweicht,
vorzugsweise größer ist.
6. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Umformung ein Profilkaltwalzen ist.
7. Werkzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Profilkaltwalzen ein
Profilrollkaltwalzen vorgesehen ist.
8. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch einen ein
stückig ausgebildeten Hartmetalleinsatz (8) im Bohrkopf (6).
9. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Hartmetalleinsatz (8) eine der Anzahl der Abfuhrnuten (2) entsprechende Anzahl
Schneiden (9) aufweist.
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