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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein pankratisches Vergrößerungssystem
für mindestens
zwei Beobachtungsstrahlengänge.
Insbesondere geeignet ist das erfindungsgemäße pankratische Vergrößerungssystem
in einem als Operationsmikroskop ausgeführten Stereomikroskop.
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Bekannte,
nach dem Teleskop-Prinzip aufgebaute Stereomikroskope umfassen üblicherweise
ein gemeinsames Hauptobjektiv für
die beiden stereoskopischen Beobachtungsstrahlengänge. Das
Hauptobjektiv kann hierbei entweder festbrennweitig oder aber mit
variabler Schnittweite ausgeführt
sein. Im Regelfall ist dem Hauptobjektiv ein pankratisches Vergrößerungssystem
nachgeordnet, wobei normalerweise für jeden der beiden stereoskopischen
Beobachtungsstrahlengänge
ein separates pankratisches Vergrößerungssystem vorgesehen ist.
Derartige getrennte pankratische Vergrößerungssysteme für die einzelnen
Beobachtungsstrahlengänge
erhöhen
den Aufwand jedoch in mehrfacher Hinsicht. So müssen die pankratischen Vergrößerungssysteme
bezüglich
Bildlage und Parallelität
der optischen Achsen exakt zueinander justiert werden. Desweiteren
ist für
die zwei pankratischen Vergrößerungssysteme
eine aufwendige Mechanik erforderlich, die den exakten Justierzustand
der optischen Elemente beim Variieren der Vergrößerung nicht verschlechtert.
Desweiteren ergibt sich auch ein erhöhter Herstellungsaufwand hinsichtlich
der optischen Elemente, da diese in zweifacher Ausfertigung benötigt werden.
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Der
vorab beschriebene Aufwand wird darüberhinaus mindestens verdoppelt,
wenn etwa auch für
einen Mitbeobachter ein zusätzliches
pankratisches Vergrößerungssystem
zur Verfügung
gestellt werden soll.
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Zur
Lösung
dieser Probleme ist aus den deutschen Offenlegungsschriften
DE 41 23 279 C2 ,
DE 43 36 715 C2 und
DE 42 12 924 C2 bekannt,
hinter dem Hauptobjektiv ein pankratisches Vergrößerungssystem anzuordnen, dessen
freier Durchmesser so groß dimensioniert
ist, daß beide
Beobachtungsstrahlengänge
das Vergrößerungssystem
gemeinsam durchsetzen. Grundsätzlich
wird damit der oben erwähnte
Mehraufwand reduziert.
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Nachteilig
an dieser bekannten Ausführung
des pankratischen Systemes ist jedoch, daß es bei dem gewählten Vergrößerungsbereich
relativ voluminös
baut und nicht mehr in einem aus ergonomischen Gründen kompakten
Gehäuse
unterzubringen ist. Es ist daher eine aufwendige Faltung des Strahlenganges über eine Reihe
von Spiegeln bzw. Prismen erforderlich, was wiederum den erforderlichen
Aufwand erhöht
und eine einfache Steuerung der beweglichen Komponenten des pankratischen
Systemes enorm erschwert.
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Es
ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gemeinsames
pankratisches Vergrößerungssystem
für mindestens
zwei Beobachtungsstrahlengänge
in einem Stereomikroskop nach dem Teleskop-Prinzip zu schaffen,
das mit möglichst
wenig optischen Elementen auskommt, kompakt baut und bei dem eine
einfache Steuerung der erforderlichen beweglichen Komponenten gewährleistet
ist.
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Diese
Aufgabe wird gelöst
durch ein pankratisches Vergrößerungssystem
mit den Merkmalen des Anspruches 1. Vorteilhafte Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungssystemes finden
sich in den Unteransprüchen.
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Erfindungsgemäß ist nunmehr
ein für
mindestens zwei Beobachtungsstrahlengänge gemeinsames pankratisches
Vergrößerungssystem
vorgesehen, das insgesamt aus lediglich drei optischen Komponenten besteht.
In Richtung der Strahlausbreitung von der Objektebene ausgehend
sind die erste und zweite optische Komponente hinter dem Hauptobjektiv
entlang der gemeinsamen optischen Achse zur Vergrößerungsvariation definiert
verschiebbar. Die dritte optische Komponente hingegen ist ortsfest
in den Beobachtungsstrahlengängen
angeordnet.
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Desweiteren
ermöglicht
das erfindungsgemäße pankratische
Vergrößerungssystem,
daß neben
der möglichen
Vergrößerungsvariation
durch definiertes Verschieben nur einer optischen Komponente auch
eine Fokussierung auf eine gewünschte
Objektebene innerhalb eines bestimmten Bereiches möglich ist.
Somit ist auch eine Innenfokussierung innerhalb eines Stereomikroskopes
mit Hilfe des erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungssystemes
realisiert.
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Wegen
der kompakten Bauweise des linear angeordneten, pankratischen Vergrößerungssystemes beim
gewählten
Dehnungsfaktor bzw. Vergrößerungsbereich
ist nunmehr auch eine einfache Steuerung der beweglichen optischen
Komponenten entlang von Linearführungen
möglich.
Dies kann in besonders vorteilhafter Weise mit zwei separaten Schrittmotoren
erfolgen, die jeweils über
eine geeignete zentrale Steuereinheit angesteuert werden. Zur Anordnung
der Schrittmotoren existieren eine Reihe verschiedener Realisierungsmöglichkeiten.
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Alternativ
zu den Schrittmotor-Varianten sind jedoch auch jederzeit bekannte
Pankrat-Mechaniken in Kurvensteuerungen einsetzbar, die eine manuelle
bzw. rein mechanische Linear-Verstellung
der einzelnen beweglichen optischen Komponenten ermöglichen.
Derartige Kurvensteuerungen können
hierbei sowohl manuell oder aber über herkömmliche Motore angetrieben
werden. Es stehen somit verschiedenste Möglichkeiten für motorische
Antriebe und entsprechende Antriebskonzepte zur Verfügung.
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Die
gewünschte
Reduzierung der Herstellkosten ergibt sich aufgrund der Halbierung
der erforderlichen Linsenanzahl im Vergleich zum pankratischen Vergrößerungssystem
mit getrennten stereoskopischen Beobachtungsstrahlengängen.
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Desweiteren
entfällt
der Aufwand für
die exakte Justierung der Bildlagen und der optischen Achsen der
beiden stereoskopischen Teilbilder.
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Die
Abbildung der beiden stereoskopischen Teilbilder erfüllt außerdem durch
die exakt gleiche Pankratvergrößerung ein
weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal
für einen
guten stereoskopischen Bildeindruck.
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Weitere
Vorteile sowie Einzelheiten der erfindungsgemäßen optischen Einrichtung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der
beiliegenden Figuren.
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Dabei
zeigt
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1 eine
seitliche Teil-Schnittdarstellung eines ersten Ausführungsbeispieles
eines nach dem Teleskopprinzip aufgebauten Stereomikroskopes mit
dem erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungssystem,
welches insbesondere als Operationsmikroskop geeignet ist;
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2 eine
Draufsicht auf eine Schnitt-Darstellung des Ausführungsbeispieles der 1;
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3 einen
Schnitt durch ein Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungssystems
mit den entsprechenden Bezeichnungen für die dazugehörigen Linsenradien,
Linsendicken und Linsenabstände
gemäß Tabelle
1;
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4 und 5 je
eine weitere Ausführungsform
eines Stereomikroskopes mit dem erfindungsgemäßen pankratischen System, angesteuert über Motore.
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1 zeigt
eine Teil-Schnittdarstellung eines Ausführungsbeispieles eines Stereomikroskopes
mit dem erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungssystem,
welches insbesondere als Operationsmikroskop geeignet ist.
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Im
Gehäuse
(1) des Operationsmikroskopes ist hierbei ein festbrennweitiges
Hauptobjektiv (2) angeordnet, das von den beiden stereoskopischen
Beobachtungsstrahlengängen
durchsetzt wird.
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In
Richtung der Strahlausbreitung von der Objektebene ausgehend folgt
dem Hauptobjektiv (2) nachgeordnet das erfindungsgemäße pankratische
Vergrößerungssystem.
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Neben
einem festbrennweitigen Hauptobjektiv wie im Ausführungsbeispiel
der
1 und
2 beschrieben, kann jederzeit
auch ein Hauptobjektiv mit variabler Schnittweite innerhalb des
Stereomikroskopes eingesetz werden, wie es etwa aus der Gebrauchsmusterschrift
DE 90 03 458 U1 der
Anmelderin bekannt ist. Bei der Verwendung eines derartigen Hauptobjektives
variabler Schnittweite ist eine vom pankratischen Vergrößerungssystem
unabhängige
Fokussierung möglich,
die ggf. auch einen größeren Fokussierbereich
umfassen kann als die Innenfokussierung über das erfindungsgemäße pankratische
Vergrößerungssystem,
wie im folgenden noch erläutert
wird. Das Hauptobjektiv variabler Schnittweite kann je nach gewünschter
Ausführung
manuell oder aber motorisch über
geeignete motorische Antriebe verstellbar ausgeführt werden.
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Das
in 1 dargestellte Ausführungsbeispiel des pankratischen
Vergrößerungssystems
umfaßt
drei optische Komponenten (3, 4, 5).
Die einzelnen Komponenten (3, 4, 5) sind
in geeigneten Linsenfassungen (3a, 4a, 5a)
angeordnet. Das pankratische Vergrößerungssystem bzw. die einzelnen
Komponenten (3, 4, 5) des Vergrößerungssystemes
sind vom freien Durchmesser her nunmehr so groß dimensioniert, daß mindestens zwei
stereoskopische Beobachtungsstrahlengänge das pankratische Vergrößerungssystem
gemeinsam durchsetzen können.
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Die
Linsenschnitte der einzelnen Optik-Komponenten sind in 1 lediglich
vereinfacht dargestellt, d.h. der im folgenden beschriebene Aufbau
des pankratischen Vergrößerungssytems
ist nicht unmittelbar aus 1 ersichtlich,
sondern entspricht der detaillierten Darstellung der 3.
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Sowohl
die erste optische Komponente (3) als auch die dritte optische
Komponente (5) sind im noch zu beschreibenden Ausführungsbeispiel
der 3 jeweils als zweiteilige Kittglieder mit sammelnder
optischer Wirkung ausgeführt.
Die zweite optische Komponente (4) besteht aus einem Kittglied
und einer Einzellinse und weist eine zerstreuende optische Wirkung
auf.
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Die
erste und die zweite optische Komponente (3, 4)
des erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungssystemes
sind jeweils entlang der gemeinsamen optischen Achse (7)
des optischen Gesamtsystemes aus Hauptobjektiv (2) und
pankratischem Vergrößerungssystem
in einer definierten Abhängigkeit
zueinander verschiebbar. Ortsfest im Gehäuse (1) des Operationsmikroskopes
angeordnet ist hingegen die dritte optische Komponente (5)
in den stereoskopischen Strahlengängen. Durch ein definiertes
Verschieben der ersten beiden optischen Komponenten (3, 4)
ist die gewünschte
Vergrößerungsvariation
innerhalb eines bestimmten Bereiches möglich. Beim nachfolgend beschriebenen
Ausführungsbeispiel
des pankratischen Vergrößerungssystems
ist ein Dehnungsfaktor 2 vorgesehen, der für eine Reihe von Anwendungen
vollkommen ausreicht, wie etwa beim Einsatz in der Ophthalmo- bzw.
Katarakt-Chirurgie. Die Vergrößerung Γ des pankratischen
Vergrößerungssystemes
kann über
das im folgenden angegebene Ausführungsbeispiel
im Intervall Γ =
[0.7...1.4] variiert werden.
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Das
erfindungsgemäße pankratische
Vergrößerungssystem
gestattet desweiteren, durch Verschieben nur der ersten optischen
Komponente (3) in den Strahlengängen auch eine Fokussierung
auf eine gewünschte Objektebene
vorzunehmen, d.h. neben der Vergrößerungsvariation ist somit
auch eine sog. Innenfokussierung möglich. Hierbei ist bei einer
Hauptobjektiv-Brennweite von 200 mm eine Fokussierung in einem Bereich
+/– 10mm
realisierbar.
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Das
definierte Positionieren der beiden verschiebbaren optischen Elemente
(3, 4) erfolgt im dargestellten Ausführungsbeispiel
durch zwei separate motorische Antriebe (8, 9),
von denen in der Darstellung der 1 lediglich
einer sichtbar ist. Deutlich erkennbar ist in der Darstellung der 2 der
daneben angeordnete zweite motorische Antrieb (9), der
zum definierten Positionieren des zweiten optischen Elementes (4)
in den Strahlengängen
dient.
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Das
Verschieben der einzelnen optischen Elemente (3, 4)
entlang der optischen Achse (7) kann mit Hilfe der motorischen
Antriebe (8, 9) sowohl gleichzeitig erfolgen als
auch aber über
getrennte bzw. aufeinanderfolgende Verschiebebewegungen realisiert
werden.
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Die
im Ausführungsbeispiel
der 1 als Schrittmotore ausgeführten motorischen Antriebe
(8, 9) werden hierbei über eine zentrale Steuereinheit
(10) definiert angesteuert. Am Gehäuse (1) des Operationsmikroskopes
sind hierzu ein oder mehrere – nicht
dargestellte – Bedienelemente
vorgesehen, über
die der Beobachter die gewünschte
Vergrößerungsstellung
vorgibt, die anschließend
von der zentralen Steuereinheit (10) in entsprechende Signale
zum Ansteuern der beiden Schrittmotoren (8, 9)
in die entsprechend erforderlichen Linsenpositionen umgesetzt werden.
Das Verschieben der beiden beweglichen optischen Elemente (3, 4)
erfolgt entlang von Führungen,
die im dargestellten Ausführungsbeispiel
als Gewindespindeln (11, 12) ausgeführt sind,
welche einerseits mit den Fassungen (3a, 4a) der
beiden optischen Elemente (3, 4) und andererseits mit
den jeweiligen Antrieben (8, 9) über eine
geeignete Antriebsübertragungsmechanik
verbunden sind.
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Die
vorgesehenen Schrittmotore (8, 9) für die verschiebbaren
optischen Elemente (3, 4) weisen desweiteren Detektoren
auf, die die jeweilige aktuelle Position der optischen Elementes
(3, 4) auf der optischen Achse (7) erfassen
und entsprechende Positionsinformationen laufend an die zentrale
Steuereinheit (10) übergeben.
Hierzu sind etwa bekannte Inkremental- oder Absolut-Encoder geeignet,
wie sie z.B. von der Fa. HEIDENHAIN in großer Vielfalt angeboten werden.
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Analog
zur Vergrößerungsvariation
ist durch definiertes Ansteuern des Schrittmotors (8) für das erste optische
Element (3) die motorische Innenfokussierung durch den
Benutzer möglich.
Auch hierzu ist ein entsprechendes – nicht dargestelltes – Bedienelement
am Operationsmikroskop vorgesehen.
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Neben
der Anordnung der Bedienelemente in Form geeigneter Schalter unmittelbar
am Gehäuse
(1) des Operationsmikroskopes kann es für bestimmte Anwendungen erforderlich
sein, eine vom Operationsmikroskop getrennte Bedieneinheit in Form
eines Hand- oder
Fußschaltpultes
vorzusehen. An der prinzipiellen Aktivierung der motorischen Funktionen ändert sich
auch bei einer derartigen separaten Bedieneinheit nichts.
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Sowohl
bei der motorischen Vergrößerungsvariation
als bei der motorischen Fokussierung erweist sich desweiteren als
vorteilhaft, eine sog. "Homing-Funktion" vorzusehen, d.h.
dem Benutzer die Möglichkeit anzubieten,
einmal vorgenommene Vergrößerungs- und/oder Fokussier-Einstellungen
nach einem Verstellen dieser Einstellungen wieder automatisiert
einzunehmen. Hierzu werden dann diese gewünschten Positionen bzw. Einstellungen über die
vorgesehenen Detektoren von der Steuereinheit (10) erfaßt und in
einer sog. "Look-Up-Tabelle" abgespeichert. Wird
später
die identische Einstellung wieder gewünscht, so werden die entsprechenden
Positionsinformationen von der Steuereinheit (10) wieder
aus der "Look-Up-Tabelle" ausgelesen und entsprechende
Steuersignale zum Anfahren dieser Positionen an die als Schrittmotore
ausgeführten
motorischen Antriebe (8, 9) übergeben.
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Alternativ
zur vorab beschriebenen, rein motorischen Verstellung der jeweiligen
optischen Elemente kann in einer weniger aufwendigen Ausführung auch
eine bekannte mechanische Kurvensteuerung für die verschiebbaren optischen
Elemente des erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungssystemes
vorgesehen werden, die manuell betätigt wird.
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Im
Gehäuse
(1) des dargestellten Operationsmikroskopes ist desweiteren
zwischen dem Hauptobjektiv (2) und den optischen Elementen
(3, 4, 5) des erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungssystems eine
Beleuchtungseinheit angeordnet. Die Beleuchtungseinheit umfaßt hierbei
einen vorzugsweise faseroptischen Lichtleiter (13), in
den eintrittsseitig Strahlung einer gewünschten Lichtquelle mit hoher
Leistung eingekoppelt wird. Die den faseroptischen Lichtleiter (13)
verlassende Strahlung wird über
zwei optische Strahldimensionierungs-Elemente (14, 15)
in Form geeigneter Linsensysteme in Richtung eines Umlenkelementes (16)
geführt.
Das Umlenkelement (16) lenkt das Beleuchtungslicht in Richtung
der Objektebene in einem definierten Winkel ab.
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Neben
der schematisiert dargestellten Anordnung der einzelnen Elemente
der Beleuchtungseinheit sind selbstverständlich eine Reihe von diversen
weiteren Anordnungsmöglichkeiten
z.B. für
die Umlenkelemente etc. in Verbindung mit dem pankratischen Vergrößerungssystem
realisierbar.
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Dem
pankratischen Vergrößerungssystem
in Richtung Beobachter nachgeordnet folgt im dargestellten Ausführungsbeispiel
ein bekannter stereoskopischer Binokulartubus (
6) als Beobachtungseinheit, über den
der Beobachter den unmittelbaren visuellen Eindruck des betrachteten
Objektes gewinnt. Der Binokulartubus (
6) weist hierbei
einen prinzipiell bekannten optischen Aufbau auf, wie er z.B. in
der
DE 26 54 778 C2 der
Anmelderin dargestellt ist.
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Zwischen
dem Binokulartubus (6) und dem pankratischen Vergrößerungssystem
ist desweiteren ein Umlenk- oder Strahlteilerelement (17)
in den stereoskopischen Beobachtungsstrahlengängen angeordnet. Über dieses
Strahlteilerelement (17) erfolgt die Auskopplung eines
bestimmten Anteiles des oder der Beobachtungsstrahlengänge in Richtung
einer Dokumentationseinheit (18) mit mindestens einem elektrooptischen Bildaufnehmer.
Hierzu ist im dargestellten Ausführungsbeispiel
die Umlenkung des ausgekoppelten Strahlengang-Anteiles über ein
weiteres Umlenkelement (19) in die Richtung der Dokumentationseinheit
(18) erforderlich. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
ist die Dokumentationseinheit (18) hierbei in das Gehäuse (1)
des Operationsmikroskopes unmittelbar integriert und als bekannte
1-Chip-Kamera ausgeführt.
Die mit Hilfe des elektrooptischen Detektorelementes (18)
generierten Signale können
dokumentationsmäßig in bekannter
Art und Weise anschließend
weiterverarbeitet werden, d.h. beispielsweise abgespeichert und/oder
auf einem Display wiedergegeben werden.
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Alternativ
kann die elektrooptische Detektoranordnung auch in bekannter Art
und Weise außerhalb des
eigentlichen Gehäuses
angeordnet werden.
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Darüberhinaus
kann in einer weiteren Ausführungsform
das Umlenkelement (19) einschwenkbar in diesen Strahlengang
ausgeführt
werden. Je nachdem, in welcher Stellung sich das Umlenkelement (19)
befindet, wird dabei die elektrooptische Detektoranordnung (18)
beaufschlagt wie in 1 dargestellt oder aber dieser
Strahlengang wird einem bekannten Mitbeobachtermikroskop zugeführt.
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Wird
gleichzeitig eine Dokumentation über
die elektrooptische Detektoranordnung (18) sowie die Beobachtungsmöglichkeit
für einen
Mitbeobachter gewünscht,
so kann das Umlenkelement (19) vorzugsweise teildurchlässig bzw.
teilreflektierend ausgeführt
werden. Hierbei sind je nach gewünschtem
Intensitätsverhältnis im
Mitbeobachtungs-Strahlengang und im Dokumentationsstrahlengang die
Transmissions- bzw. Reflexionsverhältnisse des Umlenkelementes
einzustellen, d.h. beispielsweise ein Transmissionsverhälnis von
50:50 etc.
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Anstelle
des Binokulartubus als Beobachtungseinheit ist es auch jederzeit
möglich,
lediglich eine Dokumentationseinheit mit mindestens einem elektrooptischen
Detektorelement vorzusehen, d.h. das Stereomikroskop mit dem erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungssystem
als reines Video-Stereomikroskop auszulegen.
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Ferner
weist das in 1 dargestellte Operationsmikroskop
ein Verbindungselement (20) auf, über das es an einem bekannten
Trägersystem
angeordnet werden kann.
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Eine
Draufsicht auf einen Teil des Ausführungsbeispieles der 1 ist
in 2 dargestellt. Die identischen Elemente sind in
beiden Figuren mit den gleichen Ziffern bezeichnet. Deutlich erkennbar
sind nunmehr die beiden als Schrittmotoren ausgeführten motorischen
Antriebe (8, 9) sowie die zugehörigen Antriebsspindeln
(11, 12), über
die die beweglichen optischen Komponenten (4) entlang der
optischen Achse (7) verschoben werden. Mit den beiden Antrieben
(8, 9) verbunden, ist wie vorab beschrieben die
zentrale Steuereinheit (10), welche das definierte Verfahren
der jeweiligen optischen Komponenten (4) gemäß den Beobachter-Vorgaben
steuert.
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Als
vorteilhaft erweist sich das erfindungsgemäße pankratische Vergrößerungssystem
auch, wenn mehr als lediglich zwei Beobachtungsstrahlengänge erforderlich
sind. So kann beispielsweise wie bereits in 1 angedeutet über ein
Strahlteilerelement (17) oberhalb des pankratischen Vergrößerungssystemes
ein Dokumentationsstrahlengang oder eine einzelner Beobachtungsstrahlengang
zur monokularen Mitbeobachtung ausgekoppelt werden, der die identische
Vergrößerung wie
die beiden Beobachtungsstrahlengänge
eines Hauptbeobachters aufweist. Analoges gilt auch im Falle zweier
zusätzlicher
Beobachtungsstrahlengänge
im Falle eines stereoskopischen Mitbeobachter-Mikroskopes, so daß dann eine
symmetrische Verteilung der insgesamt vier Beobachtungspupillen über den
Querschnitt des gemeinsam durchsetzten pankratischen Vergrößerungssystemes
vorliegt.
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Aufgrund
des nunmehr relativ großen
freien Durchmessers des pankratischen Vergrößerungssystems können ein
oder mehrere derartige Strahlteilerelemente (17) relativ
zu den Beobachtungspupillen des Hauptbeobachters angeordnet werden,
ohne daß ein
störender
Beschnitt dieser Beobachtungspupillen resultiert.
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In 3 ist
der Linsenschnitt eines Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungssystems
dargestellt. Die Position der optischen Komponenten (3, 4, 5)
auf der optischen Achse (7) zueinander entspricht hierbei
einer Vergrößerung Γ = 0.7.
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Eingezeichnet
sind in 3 die Bezeichnungen für die einzelnen
optischen Komponenten (3, 4, 5) sowie
die Linsenradien ri, Linsendicken di und Linsenabstände di,
wie sie im folgenden Datensatz der Tabelle 1 spezifiziert werden.
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Das
dargestellte Ausführungsbeispiel
des pankratischen Vergrößerungssystems
umfaßt – von links nach
rechts aufgelistet – eine
erste sammelnde optische Komponente (3), die als zweiteiliges
Kittglied ausgeführt
ist. Es folgt eine zweite zerstreuende optische Komponente (4),
bestehend aus einem zweiteiligen Kittglied und einer in definiertem
Abstand hierzu angeordneten Einzellinse, wobei sowohl das Kittglied
als auch die Einzellinse jeweils eine zerstreuende optische Wirkung
aufweisen. Die dritte optische Komponente (5) des erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungssystems
weist wiederum eine sammelnde optische Wirkung auf und ist als zweiteiliges
Kittglied ausgeführt.
Hierbei ist die dritte optische Komponente (5) ortsfest
in den stereoskopischen Beobachtungsstrahlengängen angeordnet, während die
erste und zweite optische Komponente (3, 4) definiert
entlang der gemeinsamen optischen Achse (7) verschiebbar
angeordnet sind. Über
das definierte Verschieben dieser beiden optischen Elemente (3, 4)
ist – wie
bereits angedeutet – innerhalb
eines bestimmten Intervalles eine Vergrößerungsvariation möglich. Die
realisierbaren Vergrößerungen Γ liegen beim nachfolgend
in Tabelle I aufgeführten
Ausführungsbeispiel
im Bereich Γ =
[0,7...1,4]. Dies entspricht einem Zoom-Faktor bzw. Dehnungsfaktor
2 für das
pankratische Vergrößerungssystem,
was für
eine Reihe von Anwendungen vollkommen ausreicht.
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Wie
ebenfalls bereits ausgeführt,
ist durch Verschieben der ersten optischen Komponente (3)
entlang der optischen Achse (7) ein Fokussieren auf eine
gewünschte
Objektebene möglich.
Die damit realisierbare Schnittweitenvariation δS beträgt bei einer Hauptobjektiv-Brennweite
von 200 mm und einem Verschiebebereich der ersten optischen Komponente
(3) von ca. +/– 5
mm etwa δS ≈ +/– 10mm.
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Das
erfindungsgemäße pankratische
Vergrößerungssystem
ist von seinen Abmessungen her nunmehr so kompakt bauend, daß es in
einem Gehäuse
angeordnet werden kann, das nicht größer ist als das eines herkömmlichen
Operationsmikroskopes und damit die entsprechenden Ergonomie-Anforderungen
erfüllt.
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In
der folgenden Tabelle 1 sind die konkreten optischen Daten eines
Ausführungsbeispieles
der erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungseinrichtung
aufgeführt.
Hierbei werden mit ri die jeweiligen Krümmungsradien
der einzelnen Linsen bezeichnet, mit di die
Abstände
zwischen den optisch wirksamen Flächen des pankratischen Vergrößerungssystems
entlang der optischen Achse. Für
die Abstände
d3 und d8 sind in
Tabelle 1 die Intervalle der Abstände zu den jeweils benachbarten
optisch wirksamen Flächen
angegeben, die einem Vergrößerungs-Intervall
wie vorab erläutert
entsprechen.
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Die
bloße
Variation des Abstandes d3 von ca. +/– 5mm hingegen
dient zur erwähnten
Schnittweiten-Variation, d.h. zu der gewünschten Innenfokussierung.
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Desweiteren
ist in der folgenden Tabelle 1 die jeweilige Bezeichnung für die verwendete
Glassorte für die
einzelnen Linsen des dargestellten Ausführungsbeispieles aufgeführt. Die
verschiedenen Glassorten werden von der Fa. Schott Glaswerke, Mainz,
unter diesen Bezeichnungen angeboten.
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Angegeben
sind ferner die freien Durchmesser DF der
einzelnen optischen Elemente. Der maximale freie Durchmesser DF innerhalb des dargestellten Ausführungsbeispieles
beträgt
hierbei ca. 45 mm, was der Forderung nach Kompaktheit und möglichst
geringen optischen Korrekturanforderungen entspricht.
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In
der Darstellung der 3 ist desweiteren die Lage der
beiden Stereopupillen eingezeichnet, die in einer Ebene liegen,
welche zwischen der dritten optischen Komponente (5) und
dem vorgesehenen Binokulartubus oder einer anderweitigen Dokumentationseinrichtung
liegt.
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Ebenfalls
eingezeichnet ist an dieser Stelle die resultierende Stereobasis
SB, d.h. der Abstand der optischen Achsen
der beiden stereoskopischen Beobachtungsstrahlengänge, der
in diesem Fall 22 mm beträgt.
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Selbstverständlich stellt
das Ausführungsbeispiel
in 3 bzw. Tabelle I lediglich eine mögliche Ausführungsform
des erfindungsgemäßen pankratischen
Vergrößerungssystems
dar, d.h. durch entsprechende Variationen der optischen Daten ist
auch eine alternative Auslegung möglich.
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Weitere
Ausführungsbeispiele
für ein
Stereomikroskop mit dem erfindungsgemäßen pankratischen Vergrößerungssystem
werden im folgenden anhand der 4 und 5 beschrieben.
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Hierbei
ist in den beiden 4 und 5 lediglich
ein Teil eines als Operationsmikroskop ausgelegten Stereomikroskopes
dargestellt, in dem das erfindungsgemäße pankratische Vergrößerungssystem
angeordnet wird.
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Alternativ
zum in 1 und 2 beschriebenen Ausführungsbeispiel
wird in diesen beiden Ausführungsbeispielen
nunmehr die definierte Bewegung der optischen Komponenten des pankratischen
Vergrößerungssystemes über andere
Anordnungen der motorischen Antriebe realisiert. Insbesondere werden
nunmehr keine Schrittmotoren mehr verwendet, sondern herkömmliche
Motoren, die entsprechende Kurvensteuerungen antreiben.
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Im
Ausführungsbeispiel
der 4 sind die beiden beweglichen optischen Komponenten
(43, 44) in den entsprechenden Linsenfassungen
(43a, 44a) angeordnet, die entlang der optischen
Achse (42) verschoben werden können. Die beiden beweglichen
optischen Komponenten (43, 44) bzw. die Linsenfassungen
(43a, 44a) bewegen sich hierbei in einer zylinderförmigen Hülse (46),
die mit zwei Steuerkurven (47a, 47b) ausgestattet
ist, in die mit den Linsenfassungen (43a, 44a)
verbundene Führungselemente
(51, 52) eingreifen.
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Soll
nunmehr eine Veränderung
der Vergrößerung erfolgen,
so wird die zylinderförmige
Hülse (46) durch
den benachbart angeordneten Motor (48) in eine Drehbewegung
versetzt. Hierzu greift ein am Motor vorgesehenes Zahnrad (49)
in einen Zahnkranz (53) ein, der radialsymmetrisch um die
Hülse (46)
angeordnet ist. Die beiden beweglichen optischen Komponenten (43, 44)
bewegen sich dann entsprechend den gewählten Steuerkurvensteigungen
entlang der optischen Achse (42).
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Die
Fokussierung des erfindungsgemäßen pankratischen
Systems erfolgt in diesem Ausführungsbeispiel über einen
zweiten Motor (50), der lediglich die erste optische Komponente
(43) entlang der optischen Achse (42) versetzt.
Der zweite Motor (50) überträgt hierzu
ebenfalls über
ein Zahnrad (54), das in einen Zahnkranz (55)
an der Linsenfassung (43a) der ersten optischen Komponente
(43) eingreift, eine Drehbewegung in die erforderliche
Linearbewegung entlang der optischen Achse (42). Der zweite
Motor (50) wird somit bei der Vergrößerungsvariation über die
Hülsen-Drehbewegung
zusammen mit der ersten optischen Komponente (43) verschoben.
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Eine
weitere Ausführungsform
eines Antriebskonzeptes zum erfindungsgemäßen pankratischen Vergrößerungssystem
ist in 5 dargestellt.
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Der
Antrieb der beiden beweglichen optischen Komponenten (63, 64)
erfolgt wiederum über
zwei separate Motoren (78, 70), die wie im Ausführungsbeispiel
der 1 und 2 benachbart angeordnet werden. Hierbei
greift der vordere der beiden Motoren (70) über ein
Zahnrad (69) in einen Zahnkranz (63) ein, der
um die zylinderförmige
Hülse (66)
herum angeordnet ist, die die beiden beweglichen optischen Komponenten
(62, 63) entlang der Steuerkurven (67a, 67b)
führt.
Die dritte optische Komponente (65) ist wiederum fest in
den stereoskopischen Strahlengängen
angeordnet.
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Um
nunmehr zu vermeiden, daß beim
Verändern
der Vergrößerung der
motorische Antrieb für
die Fokussierung stets mitbewegt werden muß wie im Ausführungsbeispiel
der 4, ist vorgesehen, die Antriebsbewegung des fest
angeordneten, zweiten Motors (78) für die erste optische Komponente
(63) über
eine biegsame Welle (68) zu übertragen. Über die angetriebene biegsame
Welle (68) erfolgt die Positionierung der ersten optischen
Komponente (63) entlang der optischen Achse (72),
um dergestalt die gewünschte
Innenfokussierung des erfindungsgemäßen pankratischen Systems zu
bewirken.