DE1797C - Destillirofen zum Vergasen von Fettstoffen jeglicher Art - Google Patents

Destillirofen zum Vergasen von Fettstoffen jeglicher Art

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DE1797C
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Description

1877.
JULIUS PINTSCH in BERLIN.
Destillirofen zum Vergasen von Fettstoffen jeglicher Art.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. Juli 1877 ab.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Ofen zur Erzeugung des bei meinem System der Gasbeleuchtung für Eisenbahnen angewendeten Fettgases von starker Leuchtkraft, dessen Haupteigenthümlichkeiten die folgenden drei sind.
1. Die Anwendung von zwei Retorten zur Vergasung des Fettes, anstatt einer, um die aus der ersten Retorte stets kühler entweichenden Dämpfe vollständig zu zersetzen.
2. Die Anwendung einer leicht herausnehmbaren Blechschale in der ersten oberen der beiden Retorten zur Aufnahme des zu vergasenden Fettes, zur Zurückhaltung desselben, bis es verdampft ist, zur leichteren Reinigung der Retorte von Koksrückständen etc., welche in dieser Schale, und mithin in der Retorte sich absetzen, und zur Schonung und längeren Erhaltung der Retorte, in der sie sich befindet.
3. Die eigenthümliche Stellung der Vorlage, welche entgegengesetzt den bisher bekannten Anordnungen, tiefer als die Retortenschale ist, wodurch das Abzugsrohr stets frei von Theer erhalten, jede Verstopfung vermieden, und die Verunreinigung des Gases durch Zersetzungsproducte. des Theers verhindert wird.
Fig. ι ist ein Grundrifs der ganzen Ofenanlage, Fig. 2 eine Vorderansicht,
Fig. 3 ein Verticalschnitt,
Fig. 4 ein Längenschnitt.
Die flüssigen Fettstoffe, deren Zuflufs aus dem Behälter α durch den Hahn b regulirt wird, gelangen durch das U-förmig gebogene Rohr c in die obere gufseiserne Retorte d, und zwar auf das in derselben befindliche, neu und eigenthümlich angewendete Blech e.
Dieses Blech e hat erstens den Zweck, das einfiiefsende OeI in der oberen Retorte so lange aufzuhalten, bis es gänzlich verdampft ist, ferner das Reinigen der Retorte von den Rückständen ohne grofse Mühe und Zeitverlust zu erleichtern, indem die .koksartigen Ueberreste innerhalb dieser Blechschale vollständig zurückbleiben, und durch Herausziehen der Schale und Klopfen derselben sehr schnell zu beseitigen sind. Schliefslich wirkt das im Verhältnifs zur Temperatur der Retorte einfiiefsende kalte Vergasungsmaterial beim NichtVorhandensein der Blechschale immer auf einen Punkt der Retorte, hält diesen Punkt selbstverständlich dauernd kühl, erzeugt dadurch eine grofse Spannung im Gufseisen, und beeinträchtigt somit die Haltbarkeit der Retorte im höchsten Grade.
Die in der oberen Retorte d erzeugten, und schon theilweise in Gas übergegangenen OeI-dämpfe gelangen durch die Verbindung i direct in die untere gufseiserne Retorte/, woselbst die vollständige Zersetzung der Oeldämpfe weiter vor sich geht. Von hier aus geht nun das Gas mit den Theerdämpfen durch das Rohr g in die neu und eigenthümlich angebrachte Vorlage h. Die Stellung der Vorlage, welche tiefer als die Retorten liegt, bildet einen Hauptfactor zur Erzeugung eines guten, nicht rufsenden Leuchtgases. Sie ist ganz entgegengesetzt der bis jetzt üblich gewesenen, und es wird durch diese neue Art der Aufstellung der Vorlage nicht nur jede Verstopfung durch das Ansammeln von Theer, wie bei allen anderen derartigen Anlagen immer der Fall ist, gänzlich verhindert, sondern es wird auch das Gas durch diese Anordnung nicht in seiner Leuchtkraft durch die Zersetzungsproducte des immer wieder in die Retorte zurückfliefsenden Theeres geschwächt. ·— Der Theer, der bei allen bisher bekannten Apparaten in dem nach oben gehenden Abgangsrohr sich condensirte, flofs nämlich mehrfach wieder in die Retorte zurück, wurde hier wieder und wieder zersetzt, und führte hierdurch dem Gase stets Bestandtheile zu, welche die Leuchtkraft desselben stark beeinträchtigten.
Durch die gesammte neue und eigenthümliche Anordnung der einzelnen Theile der vorliegenden Construction, welche gerade das Gegentheil von den bis jetzt üblichen Anordnungen ausweist, wird eine vollkommene Ausbeute des zur Vergasung benutzten Oeles erzielt, welches Resultat bisher in keiner der bekannten Constructionen gleichen Zweckes erreicht worden ist. Die bisher angewendeten Gasöfen hatten als Vergasungsraum nur eine Retorte, woraus eine unvollkommene Zersetzung des Oeles resultirte, indem der innere Kern des Vergasungsraumes mit Oeldämpfen geschwängert war, die bei der Production mitgerissen, sich erst im Condensator absetzten und so directe Verluste mit sich brachten. Diese werden durch die Einführung des vorliegenden neuen und eigenthümlichen Systemes vollständig beseitigt.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    . Die Anwendung, der beiden übereinanderliegenden Retorten d und f zum Vergasen von Fettstoffen, .,von denen die eine zur Vergasung der aus; der anderen Retorte unzersetzt entweichenden Dämpfe dient, so und zu dem Zwecke, wie oben erläutert und in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt ist.
    . Die Anwendung der leicht herausnehmbaren Blechschale e in der einen Retorte, in welche Schale das eintretende Fett zuerst gelangt, sowohl zur Schonung der Retorte, welche infolge dessen nie mit flüssigem Fett zusammen kommt, vielmehr stets nur Fettdämpfe zu vergasen hat, so wie auch um leichter die koksartigen Rückstände entfernen und die Retorte reinigen zu können, wie oben beschrieben und in der Zeichnung dargestellt.
    Die tiefere Stellung der Vorlage A, entgegengesetzt der in den älteren Anordnungen gleicher Art bekannten höheren Lage derselben, um leicht und schnell den Theer abzuführen, und sowohl jedes Verstopfen der Röhren durch den Theer selbst, als auch eine Verunreinigung des Gases durch die Zersetzungsproducte dieses immer wieder zurückfliegenden Theeres zu vermeiden, so wie oben beschrieben und erläutert.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DE000000001797DA 1877-07-02 1877-07-02 Destillirofen zum Vergasen von Fettstoffen jeglicher Art Expired - Lifetime DE1797C (de)

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