DE1794218C - Verfahren zum gleichzeitigen Färben oder Bedrucken von Fasergemischen mit kationischen und anionischen Farbstoffen - Google Patents
Verfahren zum gleichzeitigen Färben oder Bedrucken von Fasergemischen mit kationischen und anionischen FarbstoffenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum gleichzeitigen Färben oder Bedrucken von
Textilfasergemischen, bei denen mindestens eine Faserart mit kationischen Farbstoffen und mindestens
eine andere Faserart mit anionischen Farbstoffen gefärbt werden kann, in einem einzigen, sowohl kationisehen
als auch anionischen Farbstoff enthaltenden Bad, das hierfür geeignete Hilfsmittelgemisch bzw.
Färbebad sowie die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gefärbten oder bedruckten Textilfasergemische.
Aus Fasergemischen bestehendes Textilmaterial, besonders Gewebe, ist sehr gefragt. Dies stellt den
Färber vor das Problem, Farbstoffe auszuwählen, die das gesamte Textilmaterial oder Gewebe im erwünschten
Farbton anfärben und die Affinität zu den eingesetzten Faserarten besitzen. Oft bedingt dies bei
der Auswahl der Farbstoffe einen Kompromiß hinsichtlich der Echtheitseigenschaften, Stabilität und
anderer Eigenschaften, da der ideale Farbstoff für die eine Faserart für die andere vollkommen ungeeignet
sein kann. Typische Beispiele von Fasergemischen, bei denen solche Schwierigkeiten auftreten, sind Mischungen
aus Polyacrylnitril- und synthetischen Poly-
amidfasern oder aus Polyacrylnitril- und Baumwoll-
faTantionische Farbstoffe setzt man vorteilhafterweise
zum Färben von saure Gruppen aufweisendem Fasermaterial, wie Polyacrylnitrile™ oder sauer modifizierten
Polyamidfasern, ein, während sich amonische
Farbstoffe besonders für Baumwolle sowie natürliche und synthetische Polyamidfasern eignen
Bisher mußte für das Färben von Fasergemischen entweder auf andere Farbstofftypen zurückgegriffen
werfen, oder das Fasergemisch mußte in zwei oder mehr eetrennten Färbeprozessen gefärbt werden. So
wurde"z B aus einem ersten Färbebad der kationische Farbstoff aufgezogen, das gefärbte Material
gedämpft, gespült und getrocknet, dann in ein zwei-Tes,
anionischen Farbstoff enthaltendes Farbeba« gegeben und der Färbevorgang wiederholt. Dieses Vorgehen
ist sehr zeitraubend und kostspielig und erschwert außerdem, wegen der großen Zahl variar-Vr
Faktoren, das Reproduzieren sowohl von einfärben Färbuneeu (Ton-in-Ton) als auch von Kontra ι
effekten'ini gleichen Farbton oder in mehreren Farbtönen
in beträchtlichem Maße.
NaLh dem erfindungsgemäßen Verfahren wem η
auf Fasergemi sehen, bei denen üblicherweise die e.h.
Faserart mit einem kationischen und die and-; Faserart mit einem anionischen Farbstoff gefa ;
werden, nicht nur sehr wertvolle Ton-in-Ton-Färbi.,-gen,
sondern auch wirkungsvolle Farbton-Kontra :- effekte erzielt. Besonders ansprechende Farbmu.-vr
werden nach dem erfindungsgemäßen Verfahren u.;f
aus Fasergemischen bestehenden Teppichen erhaltu:. die bisher auf eine so einfache Art und Weise na ;
erreicht werden konnten.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum gleichzeitigen Färben oder Bedrucken von Textilfaser
gemischen mit kationischen und anionischen Fari stoffen ist dadurch gekennzeichnet, daß man das
Fasergemisch mit einer wäßrigen Lösung iniprägniea
oder bedruckt, die mindestens einen kationischen und mindestens einen anionischen Farbstoff, genügend
Säure zwecks Aufrechterhaltung eines pH-Wertes der Lösung zwischen 3 und 7 sowie 0,5 bis 10%, bezogen
auf das Gewicht der Lösung, eines Hilfsmittelgemisches, bestehend aus 5 bis 75 Gewichtsteilen
Kokqsölfettsäure-diäthanolamid und 95 bis 25 Gewichtsteilen
des Kondensationsproduktes aus 1 Mol Oleylalkohol mit 20 Mol Äthylenoxyd enthält, das
imprägnierte oder bedruckte Textilfasergemisch während 5 bis 30 Minuten dämpft und anschließend spült
und trocknet.
Vorzugsweise arbeitet man beim erfindungsgemäßen Verfahren bei einem pH zwischen 3,5
und 4,5.
Das Dämpfen, Spülen und Trocknen des imprägnierten oder bedruckten Fasergemisches erfolgen auf
an sich bekannte Weise.
Die von jedem Farbstofftyp einzusetzende Menge hängt vom gewünschten Farbton und dem verwendeten
Fasergemisch ab. Das Bestimmen der geeigneten Farbstoffmenge liegt im Bereich des fachmännischen
Könnens.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die wäßrige Lösung 1,5 Gewichtsprozent
eines Hilfsmittelgemisches, bestehend aus 10 Gewichtsteilen Kokosölfettsäure-diäthanolamid und
90 Gewichtsteilen des Kcndensationsproduktes aus 1 Mol Oleylalkohol mit 20 Mol Äthylenoxyd. Sowohl
das Amid als auch das Kondensationsprodukt sind gedämpft, in einer Waschanlage bei 60° C gespült und
an sich bekannt und können nach bekannten Ver- anschließend in einem Trommeltrockner bei 1300C
fahren hergestellt werden. getrocknet. Der erhaltene gefärbte Teppich weist ein
Das erfindungsgemäße Verfahren sowie das hierfür ansprechendes, unregelmäßiges Tweed-Farbmuster in
verwendbare Hilfsmittelgemisch eignen sich sowohl 5 den Farben rot und blau auf.
für das Färben nach dem Imprägnierverfahren als
für das Färben nach dem Imprägnierverfahren als
auch für das Bedrucken oder für Kombinationen der B e i s ρ i e 1 2
genannten Verfahren. Gemäß der in Beispiel 1 beschriebenen Arbeits-
Obwohl sich das erfindungsgemäße Verfahren be- weise wird unter Verwendung von 2 Teilen des
sonders für das Färben oder Bed nicken von Textil- io kationischen Farbstoffes CI. No. 51175 (blau) und
fasergemischen aus Polyacrylnitril- und Baumwoll- 2 Teilen des anionischen Farbstoffes C. I. 29025
fasern oder aus Polyacrylnitril- und Nylonfasern (Direct YeJIow 50) eine Färbeflotte zubereitet, wobei
eignet, ist es keineswegs auf solche Gemische be- man die Gummiätherlösung zuvor mit 12 Teilen einer
schränkt. Beliebiges Textilmaterial, das aus einem Lösung, bestehend aus 25 Teilen Wasser, 7,5 Teilen
Gemisch aus mindestens einer mit kationischen Färb- 15 Kokosölfettsäure-diäthanolamid und 67,5 Teilen des
stoffen anfärbbaren und mindestens einer mit an- Kondensationsproduktes aus 1 Mol Oleylalkohol mit
ionischen Farbstoffen anfärbbaren Faserart besteht, 20 Mol Äthylenoxyd, versetzt. Ein getufteter Teppich
ka η mit dem ±: tindungsgemäßen Verfahren gefärbt aus 50° „ Polyacrylnitril- und 50% Baumwollfasern
oder bedruckt werden. wircj mjt der obigen Färbeflotte foulardiert, wie üblich
Inter dem Ausdruck Textilmaterial sind beliebige 20 abgequetscht, gedämpft, gespült und getrocknet. Man
aus Fasergemischen bestehende Textümaterialien erhält eine ansprechende blau-gelb gemusterte Fär-
natürlichcr oder synthetischer Herkunft zu verstehen. bung mit sehr guter Waschechtheit.
Die Textilfasergemische können in beliebiger Form
Die Textilfasergemische können in beliebiger Form
vorliegen, z. B. als gelüftetes Material, Gewebe, Wirk- Beispiel 3
ware, Flocke, gezwirntes oder geflochtenes Garn, usw. 25 Gemäß der im Beispiell beschriebenen Arbeits-
Vorzugsweise verwendet man als ernndungsgeniäß weise wird unter Verwendung von 0,75 Teilen des
zu färbendes oder zu bedruckendes Textilfaser- kationischen Farbstoffes C. I. No. 48015 (rot),
gemisch einen at- Polyacrylnitril- und Nylonfasern O,75TeiIen des kationischen FarbstoffesC.I.No.48055
oder aus PoKacnlnit.il- und Raumwollfasern be- (gelb) und 1.5 Teilen des anionischen Farbstoffes
stehenden Teppich. 30 C. 1. No. 29950 (blau-schwarz) eine Färbeflotte zube-
Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Er- reitet, wobei man die Gummiätherlösung zuvor mit
läuterung der Erfindung. Die darin genannten Färb- 1 Teil einer Lösung, bestehend aus 25 Teilen Was-
stoffe können je nach dem gewünschten Farbton bzw. Ser, 7,5 Teilen Kokosölfettsi.ure-diäthanolamid und
dem zu erzielenden Farbmuster durch beliebige andere 67,5 Teilen des Kondensationsproduktes aus 1 Mol
kationische oder anionische Farbstoffe ersetzt werden. 35 Oleylalkohol mit 20 Mol Äthyleroxyd versetzt.
In den Beispielen sind Teile Gewichtsteile, falls Ein aus einem Strang PoJyacrylnitrilfasern und
nichts anderes angegeben ist. C. I. bedeutet Colour einem Strang Baumwollfasern gezwirntes Garn wird
Index, 2. Ausgabe, 1956, herausgegeben durch The nach den Angaben des Beispiels 1 mit dieser Färbe-
Society of Dyers and Colourists, Bradford, England, flotte imprägniert und gefärbt. Die erhaltene Färbung
und The American Association of Textile Chemists 40 bleibt auch nach wiederholtem Waschen bemerkens-
and Colorists, Lowell, Mass., USA. wert echt.
Beispiel 1 Beispiel 4
2,25 Teile des kationischen Farstoffes C. I. In ähnlicher Weise, wie in Beispiel 1 beschrieben,
No. 48015 (rot) werden mit 2 Teilen 56%iger Essig- 45 wird aus 1,5 Teilen des katiomschen Farbstoffes CI.
Säure versetzt, worauf das erhaltene Gemisch in No. 48035 (orange), 1,5 Teile 1 des anionischen Farb-38
Teilen warmem Wasser (60 bis 70° Q gelöst wird. stoffes C. I. No. 22590 (blau-schwarz), 5 Teilen einer
Zur Lösung gibt man 10 Teile einer 5%igen (Ge- Lösung, bestehend aus 25 Teilen Wasser, 7,5 Teilen
Wichtsprozent) wäßrigen Lösung eines gereinigten Kokosölfettsäure-diäthanolamid und 67,5 Teilen des
natürlichen Gummiäthers (Polygum 260 der Firma 50 Kondensationsproduktes aus 1 Mol Oleylalkohol mit
Polymer Industries, Inc., Springdale, Connecticut, 20 Mol Äthylenoxyd eine Färbeflotte zubereitet.
USA.), weiche 0,75 Teile Kokosölfettsäure-diäthanol- Eine aus 60% Polyacrylnitril- und 40% Nylon-
USA.), weiche 0,75 Teile Kokosölfettsäure-diäthanol- Eine aus 60% Polyacrylnitril- und 40% Nylon-
amid und 1 Teil des Kondensationsproduktes aus fasern bestehende Wirkware wird mit dieser Färbe-1
Mol Oelylalkohol mit 20 Mol Älhylenoxyd enthält. flotte foulardiert, gedämpft, gespült und getrocknet.
Die Flotte wird unter Rühren guf vermischt und auf 55 Man erhält eine Färbung mit einem wirkungsvollen
Raumtemperatur abgekühlt Kontrasteffekt orange/schwarz und sehr guten Echt-
1,125 Teile des anionischen Farbstoffes C. I. 61585 heitseigenschaften.
(Acid Blue80) werden in 10Teilen Harnstoff disper- BeisoieT 5
(Acid Blue80) werden in 10Teilen Harnstoff disper- BeisoieT 5
giert und mit 31 Teilen Wasser gekocht. Diese zweite
Lösung läßt man abkühlen und gibt sie dann unter 60 Das Verfahren gemäß Beispiel 1 wird wiederholt,
intensivem Rühren zur ersten Lösung. jedoch unter Verwendung von 1,31 Teilen Kokosöl-
Ein getufteter Teppich, bestehend aus 70% Poly- fettsäure-diäthanolamid und 0,44 Teilen des Kondenacrylnitril-
und 30% Nylonfasern wird mit der er- sationsproduktes aus 1 Mol Oleylalkohol mit 20 Mol
haltenen Färbeflotte imprägniert, auf eine Flottenauf· Athylenoxyd. Es werden ähnlich zufriedenstellende
nähme von 65% abgequetscht, während 15 Minuten 65 Ergebnisse wie im Beispiel 1 erzielt.
Claims (3)
1. Verfahren zum gleichzeitigen Färben oder Bedrucken von Textilfasergemischen mit kationisehen
und anionischen Farbstoffen, dadurch
gekennzeichnet, daß man das Fasergemisch mit einer wäßrigen Lösung imprägniert oder bedruckt,
welche mindestens einen kationischen und mindestens einen anionischen Farbstoff, genügend
Säure zwecks Aufrechterhaltung eines pH-Wertes der Lösung zwischen 3 und 7 sowie 0,5 bis 10'Vo,
bezogen auf das Gewicht der Lösung, eines Hi'.fsmittelgemisches,
bestehend aus 5 bis 75 Gewichtsteilen Kokosölfettsäure-diäthanolamid und 95 bis
25 Gewichtsteilen des Kondensationsproduktes aus 1 Mol Oleylalkohol mit 20 Mol Äthylenoxyd
enthält, das imprägnierte oder bedruckte Textilfasergemisch
während 5 bis 30 Minuten dämpft und anschließend spült urid trocknet.
2. Verfahren nach An>>pruch 1, gekennzeichnet
durch die Verwendung einer wäßrigen Losung, die 1.5 Gewichtsprozent eines Hilfsmittclgemisches
aus 10 Gewichtsteilen Kokosölfettsäurediäthanolamid und 90 Gewichtsteilen des Kundensationsproduktes
aus 1 Mol Oleylalkohol mit 20 Mol Äthylenoxyd enthält.
3. Farbeflotte zum Färben oder Bedrucken von Textilfasergemischen, bestehend aus emer wäßrigen
Losung, die mindestens einen kationischen und mindestens einen anionischen Farbstoff, genügend
Säure zwecks Aufrechterhaltung eines pH Wertes der Lösung 2*. sehen 3 und 7 sowie
0,5 bis 100O, bezogen auf das Gewicht der Lösung, eines Hilfsmittelgemisches, bestehend aus
5 bis 75 Gewichtsteilen Kokosölfettsäuie-diäthanolamid
und 95 bis 25 Gewichtsteilen des Kondensaiionsproduktes aus '. Mol Oleylalkohol
mit 20 Mol Äthylenoxyd enthält.
40
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Publications (2)
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