DE1774C - Knochenkohlen-Glühofen für kontinuirlichen Betrieb, mit gewellten oder geraden Retorten, die mit einem Mantel aus feuerfestem Material umgeben sind - Google Patents
Knochenkohlen-Glühofen für kontinuirlichen Betrieb, mit gewellten oder geraden Retorten, die mit einem Mantel aus feuerfestem Material umgeben sindInfo
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Description
1877.
T. SCHREIBER in PARIS.
Knochenkohle-Glühofen für continuirlichen Betrieb mit gewellten oder geraden Retorten, die
von einem Mantel aus feuerfestem Material umgeben sind.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. November^ 1877 ab.
Die Erfindung, welche den Gegenstand des vorliegenden Patentgesuches bildet, bezieht sich
auf ein Ofensystem zur Wiederbelebung der Knochenkohle mit Retorten mit feuerfester Umhüllung
und automatischer Trockenvorrichtung. Das Princip des Ofens besteht darin, die Wärme
durch Vermittlung eines schlechteren Wärmeleiters, wie das Metall, zu übertragen.
Bei diesem System sind die gufseisernen Retorten während des Glühens weder der Luft
noch dem directen Feuer ausgesetzt: sie sind nämlich von allen Seiten von Panzern aus feuerfestem
Thon umgeben, welche aus einer Reihe gekrümmter Flächen bestehen und den Zweck haben, die Hitze des Ofens zurückzustrahlen,
wodurch ein möglichst grofser Heizeffect erzielt wird.
Die Retorten, welche in dem gegenwärtigen System zur Verwendung gelangen, können gerade
Wände haben oder auch wellenförmig gebogene, letztere sind bei weitem vorzuziehen; denn sie
begegnen in sehr wirksamer Weise einem unregelmäfsigen Ausglühen, welches bei allen continuirlichen
Oefen zur Wiederbelebung der Knochenkohle vorkommt, und eine Folge des Niedersteigens der Kohle in den Retorten ist.
Die oben eingefüllte Kohle fällt in Masse nieder, um aus dem anderen Ende wieder auszutreten,
ohne dafs die Kohlentheile während des Glühens ihre Lage zu einander verändern. Folge davon ist, dafs die Theile, welche mit
den Heizflächen in Berührung kommen, verbrennen oder sich desagregiren, während der
Kern zu wenig geglüht wird. Dieser Uebelstand wird durch die gewellten Retorten vollständig
gehoben; dort verändert die niedersteigende Kohle jeden Augenblick ihre Stellung, die einzelnen
Partikel finden auf dem ganzen Wege Widerstände, welche sie nöthigen, zur Seite auszuweichen
und sich mit andern zu mengen, und werden von den schiefen Ebenen, aus welchen die Retortenwand besteht, bald nach rechts,
bald nach links geworfen.
Dasselbe Princip ist bei dem selbstthätigen Trockenapparat, und auch bei den Kühlvorrichtungen
angewendet, um dieselbe Wirkung zu erzielen.
Die Panzer aus feuerfestem Thon sind derart angeordnet, dafs sie sich genau an die gewellten
Flächen der Retorten anlegen, damit eine vollständige Berührung hergestellt, und den Retorten
die gröfstmögliche Wärme übertragen werde.
Der nach meiner Erfindung eingerichtete Ofen zur Wiederbelebung der Knochenkohle ist in
den Fig. 1, 2 u. 3 der beiliegenden Zeichnung in senkrechtem Querschnitt, senkrechtem Längenschnitt
und horizontalem Längenschnitt dargestellt, und besteht aus einer äufseren Mauer A
in rechtwinkliger Form, innerhalb deren auf jeder Seite derselben Feuerung zwei Reihen gewellter
Retorten aus Gufseisen angeordnet sind. Diese Retorten endigen unten in einer Reihe halbflacher
Röhren C, welche zum Abkühlen der geglühten Knochenkohle dienen.
Die Röhrenreihe D dient zum Trocknen der Kohle vor ihrem Eintritt in die Retorten.
Die Hauptanwendung des Ofens besteht darin, die Retorten im Innern mit übereinandergestellten
Platten E zu bekleiden, deren Flächen mit der Wölbung E1 die Oberfläche eines Cylinders
mit elliptischer Basis bilden. Diese Platten sind übereinander angeordnet, derart, dafs dieselben
die Wärme des Ofens durch Zurückstrahlung aufeinander übertragen, um sie alsdann durch
Brechung auf die Retorten zu übertragen. Dieses Übertragungssystem läfst die Strahlen in senkrechter
Richtung auf die Oberfläche gelangen: das einzige Mittel, um die Retortenkörper die
möglichst grofse Wärmemenge absorbiren zu lassen.
Da die Flamme in dem Ofen hin- und zurückgeht, so wird die ganze Fläche hinter den Retorten
mit feuerfesten rechteckigen Platten F ausgefüttert, so dafs die Flamme beim Circuliren
in durchaus keine Berührung mit den Retorten kommt.
Die Platten werden durch einen kleinen Zapfen G an ihrer Stelle gehalten, welcher gegen das
Mauerwerk stöfst. Wie man sieht, sind die Retorten auf diese Weise von einem Schutzmantel
umgeben, welcher gleichzeitig dazu dient, die Wärme auf dieselben zu übertragen, und auf
diese Weise ein regelmäfsiges Ausglühen der Kohle zu bewirken.
Die aus Segmenten zusammengesetzten inneren Platten E sind übereinandergesetzt und alle von
Claims (1)
- gleicher Form. Hierdurch wird bei Reparaturen das Einsetzen einer neuen Platte erleichtert und ist weniger kostspielig.' Der untere" Theil der Schutzplatten H ist in directer Berührung mit dem Feuer, und die Platten sind dort mit Nuth und Feder versehen, um ein Verbiegen derselben bei der wechselnden Temperatur zu verhindern. Wie aus der Zeichnung ersichtlich, sind die Mantelplatten alle durch Querriegel / versteift, und das Ganze ist derart angeordnet, dafs sich die Theile leicht ausdehnen können, ohne dafs dieselben brechen.In Fig. 4 ist eine Ofenseite mit geraden Retorten dargestellt, doch gebe ich aus dem weiter oben angeführtem Grunde den gewellten den Vorzug.Fig. s ist ein Horizontalschnitt durch die Retorten, und zeigt ihre rechteckige oder halbflache Form.Als Brennmaterial für die Wiederbelebungsofen mit gewellten Retorten, automatischem Trockner und Wärme-regulirendem Mantel, dienen Koks und man benutzt Holz oder ausgeprefste Zuckerrohrstengel für die Oefen mit einfachen Retorten mit Regulirmantel.Der Gang des Ofens ist folgender:
Die Kohle wird in den Trichter k eingeführt, von wo sie in die Trockner D fallt, um von dort durch die doppelten Knieröhren L nach den Retorten B zu gelangen. Nach dem Ausglühen gelangt sie zu den Abkühlvorrichtungen c, woselbst sie abgekühlt wird und dann fertig für die Filter ist.In dem Ofen M befindet sich ein Koksfeuer, dessen Flamme sich in dem ganzen Feuerraume N verbreitet, um sich alsdann in der Richtung der Pfeile nach hinten zu ziehen, woselbst sie sich in zwei Theile theilt und hinter den Schutzplatten F herstreicht. Hierauf vereinigen sich beide Ströme an der Vorderseite bei O und gelangen durch das Knie P nach dem Trockner, um endlich durch den Schornstein Q zu entweichen.Patent-Anspruch: Ein continuirlicher Ofen zum Wiederbeleben der Knochenkohle mit gewellten oder geraden Retorten aus Gufseisen mit feuerfestem Mantel und automatischer Trockenvorrichtung, wie oben beschrieben und in der Zeichnung dargestellt.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1774T | 1877-11-05 |
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| DE1774C true DE1774C (de) |
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ID=70846419
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1774C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2406607A1 (fr) * | 1977-10-20 | 1979-05-18 | Jgc Corp | Appareillage pour la regeneration du charbon actif use humide |
-
1877
- 1877-11-05 DE DE1774DA patent/DE1774C/de not_active Expired - Lifetime
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