DE1761812C3 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Feder für Füllfederhalter
mil Kanälen, die von i\en beiden Seiten schräg
nach vorn verlaufen und in den Federspull einmünden.
Die bisher bekanntgewordenen Füllfederhalter für flüssige Tinte sind, sofern sie als Schreiborgan eine
Feder benutzen, mit einem besonderen Kapillarsystem verseilen, das man allgemein als Tintenleiter
oder Zuführer bezeichnet. Ein solcher Tintenleiter hat die Aufgabe, die aus dem Tintenraum kommende
Tinte dosiert dem Federspalt zuzuführen und die Luftzufuhr zum Tintenraum zu regeln. Nachteilig ist
hei diesen Füllfederhaltern, daß hei elastischen Federn
die Tintenübergabe vom Zuführer zur Feder, gnngsmaterial zur Herstellung der Federn gemäß
Fig. I,
Fig. 3a bis 3e Querschnitte gemäß der Schnittlinie
ΙΙΙ-ίΙΙ der Fig. 2 zur Erläuterung von fünf auf-
einanderfülgenden Arbeitsgängen bei der Weiterverarbeitung des Federausgangsmaterials und
Fig. 4 und 5 der Fig. 2 ähnliche Darstellungen eines Federausgangsmaterials mit unte-schiedlich
konfigurierten Kapillarkanälen.
Q Die in Fig. 1 dargestellte erfindungsgemüße Füllfederhalterfeder
ist röhrchenförmig ausgebildet, obwohl auch alle anderen üblichen und vorbekannten
Federformen zur Anwendung kommen können. Die Feder besteht aus einem Federblatt I, das in eine
leicht unterbrochen werden kann, so daß der Feder- 15 Schreibspitze 2 ausmündet. Von der Schreibspitze 2
führt der übliche Federspalt 4 zum Mittelteil der Feder, wo gegebenenfalls als Begrenzung ein Herzloch
3 angebracht sein kann. Die soweit beschriebene Feder ist als konventionell anzusprechen.
Das Neue und Erfinderische wird jetzt darin gesehen, daß der Federspalt 4 nicht mehr aus einem Zuführer
gespeist wird, sondern seine Tintenversorgung über ein Kapillarnetz erhält, das innerhalb des Fedcrblattes
angeordnet ist. Wie die Fig. 1 erkennen läßt,
münden in dem Bereich des Federspaltes 4 von beiden Seiten eine Mehrzahl von fischgrätenartig ausgerichteten
Kapillaren 5, die mit der Längsachse der Feder einen Winkel von etwa 7 bis 15" einschließen.
Die hinteren Enden der Kapillaren münden in die Schnittflächen des Federblattes aus und können dort
entweder unmittelbar aus dem Tintenbehälter oder unter Zwischenschaltung einer porigen tintenspeichernden
Masse gespeist werden.
Um das Tintenversorgungssystem noch zu verbessern, besteht auch die Möglichkeit, in dem Federbereich
hinter dem Federspalt 4 ein Kapillarnetz auszubilden.
Dieses besteht aus cii;-f auf den Federspalt
4 ausgerichteten Längskapillarc 6, die einerseits selbst mit flüssiger Tinte versorgt werden kann und
andererseits auch über weitere fischgrätenartig angeordnete Kapillaren 5'. welche in die Längskapillare
6 einmünden, ihre Tinte erhalten kann.
Die fiscligrätenartige Ausbildung der Kapillaren 5
bzw. 5' kann auch noch so abgewandell vvcHen, wie es die F i g. 4 und 5 zeigen. Die F i g. 4 zeigt wellenförmig
verlaufende Kapillaren, die den Durchflußwiderstand der Kapillaren bei Erfordernis vergrößern
können und auch die Möglichkeit einer rechtwinkligen Einmündung in den Federspalt 4 oder die Längskapillare
6 geben. Bei der Anordnung gemäß F i g. 5 ist eine abgeknickte Kapillaranordnung vorgesehen,
die ebenfalls in den nachfolgenden Patentansprüchen als durch den Begriff »fischgrätcnförmig« mit umfaßt
sein soll.
Die eifindungsgemäß ausgebildeten Federn lassen sich trotz ihrer recht komplizierten Infrastruktur sehr
leicht und auch in einem kontinuierlichen Arbeitsverfahren herstellen. Ein solches bevorzugtes Herstellungsverfahren
wird nachfolgend an Hand der F i g. 2 und .1 näher erläutert.
Jc nach dein zu verwendenden Federmnterial wird
von einem Metallband 7 mit einer Stärke von etwa O115 mm ausgegangen. Als Metall kann in üblicher
Weise Gold, Stahl oder auch Berylliumbronze verwendel
werdi n. Dieses Metallhand wird zunächst mit offenen KapMarrinnen versehen, die der gewünschten
Kapill;iikonf,guration entsprechen. Dieses Einbringen
der offenen Kapillariinnen kann dadurch geschehen,
halter unter Umständen schwer anschreibt oder auch aussetzt. Nachteilig sind ferner die relativ hohen Fertigungskosten
für die Zuführer.
Ziel der Er/.idung ist es, eine Füllfederhalterfeder
für flüssige Tinte zu schaffen, die ohne den konventionellen Zuführer arbeitet ui:d trotzdem alle
Vorteile aufweist, die die Feder als Schreiborgan (ausdrucksvolle Schrift) bietet
Zur Lösung der vorgenannten Aufgabe wird erfindungsgemäß
eine Füllfederiialterfeder der einleitend genannten Art vorgeschlagen, die sich dadurch auszeichnet,
daß das Blatt der Schreibfeder abgedeckte, in den Federspalt einmündende Kapillarkanäle enthält,
die an ihren entgegengesetzten Enden mit dem Tintenbehälter veiounden sind. Gegebenenfalls kann
zwischen dem Tintcnbehä'ter im.' den rückwärtigen
Enden der Kapillarkanälc eine porige, tintciispeichernde
Masse angeordnet sein .>der den Tintenbehälter selbst bilden.
Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist darauf gerichtet,
ein besonders vorteilhaftes Verfahren vorzuschlagen, nach dem sich die mit abgedeckten
Kapillarkanälen versehenen Federn herstellen lassen. Nach diesem Herstellungsverfahren wird das Federhlalt
zunächst an den für die Kapillarkanäle vorgesehenen Stellen mit offenen Rinnen versehen, worauf
anschließend die Rinnen mit einem ausdampfbaren Werkstoff aufgefüllt und darauf mit einem
anderen Werkstoff abgedeckt werden, um dann
schließlich durch Wärmebehandlung bei einer Temperatur.
die unter den Schmelzpunkten von Fcdcrhlatimetall und Abdeckungswerkstoff liegt, den ausdamplharcn
Werkstoff zu entfernen. Besonders vorteilhalt ist es, die zunächst offenen kapillaren Rinnen
mit Cadmium aufzufüllen und als Abdeckung einen vorzugsweise galvanisch aufgebrachten Nickcliibermg
/M verwenden.
Um hei der Fertigverformung und Schützling der leder die erzeugten Kapillaren nicht /u beschädigen,
Viird gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung
Vorgeschlagen, diese Fertigverformung und Schlityuiig
voizunchmcn. nachdem die kapillaren Rinnen aufgefüllt und abgedeckt, aber noch nicht ausgedampft
sind.
Weilerc Eiiizelheilen und Merkmale der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispiclen,
die an Hand der Zeichnung näher erläutert werden.
In den Zeichnungen zeigt
Fig. I eine perspektivische Ansicht einer erfmdungsgemiiH
ausgebildeten Füllfederhallcrfeder, l-'ig. 2 eine Draufsicht auf ein bandarligcs Aus-
I 761
daß man tins Metallband graviert, walzt oder ätzt.
Nach den gegenwärtigen Erfahrungen der Anmelderin erscheint das Ätzverfahren am einfachsten und
preisgünstigsten. Für das Ätzen wird das Metallband 7 gemäß Fig. 3a mit einem fotosensitiven Ahdecklack
8 überzogen, den man dem Ätzmuster entsprechend belichtet und entwickelt, Dieses Fertigungsstadium
zeigt die Fig. 3 a. An Stelle eines fotosensitiven Abdecklackes kann selbstverständlich
auch ein anderes Abdeckungsverfahren. beispielsweise «n
eine Bedrückung im Siebdruckverfahren, treten. Wenn anschließend das gemäß Fig. 3a vorbereitete .Metallband
7 geätzt wird, entstehen im Metallband 7 zwischen den stehengebliebenen Teilen der Abdeckung H
kapillare Rinnen 5λ, deren Konfiguration dem ge- is
wünschten Kapillarverlauf in der Feder entspricht. Ais nächster Verfahrensschritt werden diese offenen
Kapillarrinnen 5« mit einem ausdampfbaren Werkstoff 10 ausgefüllt. Bei diesem Werkstoff kann es sich
beispielsweise um Cadmium handeln, dns sich in einem galvanischen Bad aufbringen läßt (Fig. 3c).
Als nächster Verfahrensschritt wird gemäß F i g. 3 d nach der Ablösung der 'stehengebliebenen
Lackteile 8 auf die Oberseite des Metallbandes 7 ein Abdeckungswerkstoff aufgebracht. Dieser Abdeckungswerkstoff
kann beispielsweise Nickel enthalten, das man ebenfalls in cinum galvanischen oder
chemischen Bail aufbringt. Wichtig ist es für die Auswahl des ausdampfbaren Werkstoffes und des Abdeckungswerkstoffes.
daß die Ausdampftemperatur des ausdampfbaren Werkstoffes keinesfalls eine Temperatur
übersteigt, bei der das Federbiattmetall oder der Abdeckungswerkstoff zurr, Schmelzen kommt.
Aus dem gemäß F i g. 3 d mit einer Nickelabdeckung 9 versehenen Metallband 7. in dem die
Kapillaren nunmehr von dem ausdampfbaren Werkstoff 10 ausgefüllt sind, werden jetzt Federrohlingc
hergestellt, d. h. es werden beispielsweise gemäß den Schnittlinien Ii der F i g. 2 einzelne Abschnitte her-(Uisgestanzt,
die man sogleich mit dom erforderlichen Fcdcrspalt 4 versieht und auch in die gewünschte
Form bringt. Dadurch, daß die Kapillarkanäle in dem Metallband noch vollständig ausgefüllt sind, kann es
bei dem Zerteilen. Schlitzen und Verformen der Federrohlinge nicht zu einer Deformation der später
Xu erzeugenden Kapillaren kommen.
Nachdem der Fedcrrohling soweit hergestellt ist, wird er einer Wärmebehandlung unterzogen, wobei
die Temperatur so gewählt ist, daß der ausdampfbare Werkstoff IO verdampft, die Rinnenabdeckung 9 und
das Federblattmaterial aber noch nicht schmilzt. Diese Wärmebehandlung geschieht vorzugsweise im
Vacuum oder zumindestens in einer .Schut/gasa'moiphiire.
um Oxydationserscheiiningcn /u verhindern.
IJ'.'i dieser Wärmebehandlung kann in an sich be- SS
kannler Weise dutch Anordnung von Kiihlblechcn «his Cadmium zurückgewonnen werden. Nach dem
Ausdampfvorgang entspricht der Federquerschnitt etwa der Darstellung gemäß F i g. 3 e.
Die F i g. 3 a bis 3 e zeigen die Querschnitte des Metallbandcs 7 in stark vergrößertem Maßstabe.
Auch sind diese Darstellungen nicht maßgeblich für die tatsächliche Form der Kapillaren, die je nach den
gewünschten Bedingungen tiefer oder breiter ausgebildet
sein können oder aber beispielsweise durch die Äizung einen schwalbenschwanzförmigcn Querschnitt
erhalten. Die Querschnittr.bcmcssting der Kapillaren hat sich in an sich bekannter Weise nach der
Kapillarläiige, dem Kapillarpnieniial, der gewählten
Viskosität der flüssigen Tinte und dem Verbrauch der vorgesehenen Federspitze /u richten.
Claims (12)
1. Feder für Füllfederhalter mit Kanälen, die
von den beiden Seiten schräg nach vorn verlausen und in de.i Federspalt einmünden, dadurch
gekennzeichnet, daß das UIaIt(I) der
Schreibfeder abgedeckte, in den Federspall (4) einmündende Kapillarkaiüle (5) enthält, die an
ihren entgegengesetzten I nden mit dem Tintenbehälter verbunden sind.
2. Feder nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß sie mindestens im Bereich des
Federspaltes (4) eine Mehrzahl von fischgrätenartig verlaufenden Kapill.irkanäleii (5) enthüll.
3. Feder nach Anspruch I und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schreibfeder (I) in ihrem ungeschlitzten Teil eben! i'k fisehgrätenartig \ei
laufende Kapillarkanäle j5') und eine aul den
Federspalt (4) ausgerichtete Längskapillaie (fi) enthält.
4. Verfahren zum fk-i -teilen von Federn gemäß
Anspruch I bis 3, il.uliirch gekennzeichnet,
daß das Federblatt zunächst an den für die Kapillarkanäle (5) vorgeseh· neu Stellen mit offenen
Rinnen (5«) versehen \w I daß anschließend die
Rinnen (5a) mit einem au-dampfbaren Werkstolf
(10) aufgefüllt und darauf mit einem anderen Werkstoff (9) abgedeckt werden und daß dann
durch Wärmebehandlung bei einer Temperatur, die unter den Schmelzpunkten von Federblattmetall
und Abdeckungswerkstoff liegt, der ausdampfbare Werkstoff (10) entfernt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch ge kennzeichnet, daß zum Auffüllen der kapillaren
Rinnen (Sa) Cadmium verwendet wird.
6. Verfahren nad, Anspruch 4 und 5, dadurch
gekennzeichnet, daß als Abdeckung (9) ein Überzug aus Nickel, Nickelbnr ovlor Nickelphosphor
verwendet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 4 bis f>, dadurch gekennzeichnet, daß die Fertigverformung und
Schlitzung der Feder nach dem Auffüllen und Abdecken der kapillaren Rinnen und vor dem
Ausdampfen der Auffüllung vorgenommen wird.
8. Verfahren nach Atispruch 4 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die offenen Kapillarrinnen durch Gravieren oder Prägen erzeugt werden.
y. Verfahren nach Anspruch 4 bis 7. dadurch
gekennzeichnet, daß die Kapillarriiiiien eingeiit/i
werden.
10 Verfahren nach Anspruch 1J, dadurch gekennzeichnet,
daß das 'Federhlatt zunächst mil einer Abdeckung versehen wird, deren Aussparungen
dem Atzmuster entsprechen, be wir die Feder zur Ätzung kommt.
11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß als Abdeckung ein fotosensitiver Lm:1'. (8) verwendet wird, den man dem At/-muster
entsprechend belichtet und entwickelt.
12. Verfahren nach Anspruch 4 bis II, dadurch
gekennzeichnet, daß die Federn aus einem Metallband (7) erzeugt werden, welches kontinuierlich
oder in entsprechenden Registerabständen mit abgedeckten Kapillarrinen (5) versehen und entsprechend
der Federlänge und oder -form /erteilt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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