DE155802C - - Google Patents
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Classifications
-
- E—FIXED CONSTRUCTIONS
- E21—EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
- E21D—SHAFTS; TUNNELS; GALLERIES; LARGE UNDERGROUND CHAMBERS
- E21D1/00—Sinking shafts
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- E21D1/12—Preparation of the ground by freezing
Landscapes
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Description
KAISERLICHES J
PATENTAMT.
Gegenstand der Erfindung ist ein· Verfahren und eine Einrichtung zum Gefrieren des abzuteufenden
Gebirges und zur Erhaltung und Verstärkung der sich hierbei bildenden Frostwand bei Herstellung von Schächten in
schwimmenden, wasserreichen oder solehaltigen Gebirgen mit Hilfe beweglicher, unmittelbar
an dem Arbeits- und Gefrierraume aufgestellter Kühlkörper.
ίο Das Verfahren und die Einrichtung kennzeichnen
sich gegenüber bekannten Verfahren oder Einrichtungen besonders dadurch, daß die vor dem Arbeitsorte in dem noch nicht
ausgebauten und noch unverkleideten, einen Gefrierraum bildenden Schachtteil befindliche
kalte Luft durch eine Luftbewegungsvorrichtung immer lebhaft im Kreislaufe bewegt
wird, wobei stets nur die gleiche Luft zur erneuten Kühlung durch die in diesem Gefrierraum
befindlichen Kühlkörper hindurch-' getrieben und dann gegen die Schachtsohle
und -wandung geleitet wird. Dadurch wird bei verhältnismäßig geringem Kostenaufwand
das Gefrieren des noch nicht abgeteuften Gebirges bewirkt oder die Frostwand der
noch nicht verkleideten Schachtwand erhalten oder aber durch tiefere Kältegrade dem bereits
gefrorenen Gebirge oder der bereits gebildeten Frostwand eine größere Festigkeit und Stärke
gegen den Druck des Wassers und der überlagernden Gebirgsmassen gegeben, letzteres
z. B. auch da, wo der Keilkranz verlegt wird.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist die Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens
dargestellt. Die Fig. 1, 2 und 4, 5 zeigen je eine Ausführungsform der Einrichtung in senkrechten
und wagerechten Schnitten; in Fig. 3 ist die Einrichtung in Anwendung beim
Stollenvortrieb gezeigt.
Der Luftkühlkörper selbst besteht aus einer Rohrschlange oder dergl., die zweckmäßig
mit Rippen versehen ist und in der Ammoniak, Kohlensäure, schweflige Säure verdampft
oder gekühlte Lauge oder dergl. kreist und mit einer über Tage oder an einer sonst geeigneten Stelle befindlichen Kältemaschine
durch Rohre in Verbindung steht. Die Rippenrohre r sind mit einem Gehäuse g'
umgeben und es befindet sich über oder unter ihnen ein Ventilator ν oder eine andere Luftbewegungsvorrichtung,
welche die Luft durch das Gehäuse hindurch an den Kühlkörpern vorbeitreibt, die dann unmittelbar die Sohle
oder diejenige Stelle des Schachtstoßes bestreicht, an welche die Gefrierapparate vermittels
Seile oder dergl. gebracht werden. Das durch die kalte Luft gefrorene Gebirge
wird dann entfernt und die Schachtwandung, wenn nötig, vorübergehend gesichert oder in
Absätzen endgültig ausgemauert oder durch gußeiserne Verkleidung aus Tübbings oder
dergl. ausgekleidet. Das neue Verfahren und die neue Einrichtung bieten den Vorteil, daß
das oft schwierige Bohren der vielen Löcher rund um den Schacht zum Einbringen von
Gefrierrohren fortfällt. Dieser Vorteil wird hauptsächlich dann recht erheblich, wenn
gefährliche Schichten von nur geringer Mächtigkeit in großen Teufen zu durchfahren
sind, weil die vorliegende Kühlvorrichtung immer nur an der Stelle wirkt, an der gerade
gearbeitet uud dem noch nicht verkleideten oder ausgebauten Schachtteile die Frostwand
erhalten werden soll, während bei den bisher gebräuchlichen Gefrierverfahren mit rund um
den Schacht ins Gebirge eingebauten Gefrierrohren die Kälteabgabe entlang der ganzen
Rohrlänge erfolgt, wodurch viel Kälte nutzlos verbraucht wird.
Die Einrichtung kann besonders, wenn tiefe Kältegrade Verwendung finden, um die
Arbeiter vor dem Luftzuge zu schützen, in der Weise eine Vervollständigung erhalten,
daß der Raum von der lebhaft bewegten kalten Luft freigehalten wird, in dem sich
die Arbeiter befinden. So kann z. B., wie Fig. 4 und 5 zeigen, das Gehäuse durch einen
Mantel m aus Webstoff oder dergl. bis ungefähr zur Sohle verlängert und beliebig
verlängerbar sein, und es kann innerhalb des Schachtes in geringem Abstande von dem
Schachtstoße ein zweiter Mantel η aus Webstoff oder dergl. angebracht werden, der oben
durch eine Scheibe s gehalten wird. Sind nun die die Luft bewegenden Ventilatoren
über dieser Scheibe angeordnet, so bewegt sich die kalte Luft, wenn sie unten das Gehäuse
verläßt, nur an der Schachtsohle hin nach der Schachtwandung und steigt in dem vom Mantel η und der Schachtwandung gebildeten
Hohlraum nach oben, so daß dann nur die in geeigneter Weise geschützten Füße
der Bergleute dem lebhaft bewegten kalten Luftstrom, durch den gerade eine sehr
günstige Übertragung der Kälte auf das Gebirge erreicht wird, ausgesetzt sind. Über
der Scheibe s kann noch eine zweite Scheibe t angeordnet werden, so daß die oberhalb des
Kühlkörpers befindliche Luft zurückgehalten wird und immer nur die gleiche, unterhalb
der Scheibe befindliche Luft an dem Kreislaufe teilnimmt.
Beim Ausbauen der Schachtwandung und bei dem Auskleiden wird der äußere Mantel η
gehoben oder zeitweise entfernt. Die Scheiben sind mit Falltüren versehen, um durch diese
das gelöste Gebirge nach oben oder die Tübbings oder dergl. nach unten fördern zu
können.
Mit Hilfe der neuen Einrichtung könnten auch die absatzweise, unter Verwendung von
Gefrierrohren abgeteuften Schächte unten enveitert und die hier befindlichen Gefrierrohre
allmählich abgebaut werden, so daß dem ganzen Schacht die gleiche lichte Weite gegeben werden kann. Außer beim Schachtbau
kann das Verfahren auch beim Tunnelbau oder beim Vortreiben von Strecken verwendet
werden. Der Kühlkörper kann dann, wie Fig. 3 zeigt, auf Rollen gelagert und fahrbar angeordnet werden und auch so eingerichtet
sein, daß gekühlte Lauge oder dergl., statt in den Rohren zu kreisen, über diese
oder über Bleche rieselt und die Luft abkühlt.
Claims (2)
1. Gefrierverfahren und Einrichtung zum Abteufen von Schächten und Vortreiben
von Tunneln und Strecken in schwimmenden, wasser- oder solehaltigen Gebirgsschichten, dadurch gekennzeichnet,
daß die vor dem Arbeitsorte, in dem noch nicht durch Verkleidung gesicherten Schachtteile befindliche kalte Luft durch
eine Luftbewegungsvorrichtung fortgesetzt im Kreislaufe nur innerhalb des Gefrierraumes
des Schachtes lebhaft bewegt, zur Kühlung durch bewegliche Kühlkörper hindurchgetrieben und unmittelbar gegen
die Schachtsohle und Wandung geleitet wird, um das Gefrieren des Gebirges zu bewirken und die hierbei entstehende
Frostwand zu erhalten und zu verstärken.
2. Einrichtung zur Ausübung des im Anspruch 1 beschriebenen Verfahrens, dadurch
gekennzeichnet, daß das Gehäuse (g) des Luftkühlkörpers mit einem verlängerbaren
Mantel (in) versehen ist und daß an einer, über dem oder oben am
Luftkühlkörper angebrachten Scheibe (s) ein zweiter Mantel (n) angeordnet ist, der
einen schmalen Zwischenraum zwischen der Schachtwand frei läßt, so daß die durch eine über der Scheibe (s) und
unterhalb einer zweiten Abschlußscheibe (t) angebrachte Luftbewegungsvorrichtung (v)
bewegte, den Kühlapparat durchstreichende Luft nur an der Sohle und der Schachtwand
hinstreicht, wodurch die Arbeiter nach Möglickeit vor dem kalten Luftzuge
geschützt werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT21488D AT21488B (de) | 1903-10-31 | 1904-11-10 | Gefrierverfahren und Einrichtung zum Abteufen von Schächten und Vortreiben von Tunnels und Strecken in schwimmenden, wesser- oder solehaltigen Gebirgsschichten. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE155802C true DE155802C (de) |
Family
ID=422240
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1903155802D Expired - Lifetime DE155802C (de) | 1903-10-31 | 1903-10-31 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE155802C (de) |
-
1903
- 1903-10-31 DE DE1903155802D patent/DE155802C/de not_active Expired - Lifetime
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