DE15529C - Schallgeschwindigkeitsmesser mit Regulirung nach verschiedenen Temperaturen - Google Patents
Schallgeschwindigkeitsmesser mit Regulirung nach verschiedenen TemperaturenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
- Λ2 15529 - i//i)//i.vr·
KLASSE 42: Instrumente. ^
Bekanntlich pflanzt sich die Lichtwelle im Lufträume
mit der Geschwindigkeit von 300400 km fort, während die Schallwelle in derselben Zeit
nur Y3 km zurücklegt. Entspringen Licht und Schall derselben Ursache und besitzt man
ein Instrument, welches die Zeitdauer zwischen der Licht- und Schallwahrnehmung bis auf möglichst
kleine Zeittheilchen (im vorliegenden Falle auf Y30O bis Y360 Secunde genau) mifst, so hat
man einen für militärische Zwecke vollkommen genügenden, auf dem Messen der Schallgeschwindigkeit
beruhenden Apparat, welcher die Zeitdauer zwischen der Licht- und Schallerscheinung
angiebt. Wird diese Zeitdauer vom Instrument selbst auf ein Längenmafs umgerechnet,
im vorliegenden Falle auf Meter bis zur Einheit herab, so erhält man einen Distanzmesser,
welcher die Entfernung des Beobachters von der Licht- und Schallquelle feststellt. Das
vorliegende Instrument entspricht diesem Zwecke. Es ist ein Laufwerk, welches dergestalt angeordnet
ist, dafs infolge der Auslösung bei Wahrnehmung der Lichterscheinung ein System von Zeigern auf Zifferblättern in Bewegung gesetzt
wird, um bei der Hemmung des Werkes die von der Schallwelle durchlaufene Distanz
anzuzeigen. Die Anordnung der Zifferblätter kann eine verschiedenartige sein, entweder zu
Vieren, um Einheiten, Zehner, Hunderter und Tausender auszudrücken, oder nur in Zweien,
um Einheiten und Zehner auf dem einen, Hunderter und Tausender auf dem anderen zu
weisen etc. Die Bewegung des Instrumentes würde aber dem wirklichen Gange der Schallwelle
in der Natur nicht entsprechen, wenn es nicht auch nach der Temperatur, welche bekanntlich
die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Schalles sehr merklich beeinflufst, regulirt werden
könnte. Und dieses von keinem der bisher bekannten ähnlichen Instrumente berücksichtigte
Erfordernifs soll von dem vorliegenden Instrumente erreicht werden. Eine Scala,
welche den Temperaturgraden von — 20 bis -+- 500 C. entspricht, ist neben den Zifferblättern
eingravirt und ein Zeiger A wird mittelst des Knopfes kx behufs Reguiirung des Werkes
derart eingestellt, dafs er auf diejenige Ziffer der Gradtheikmg zeigt, die der herrschenden
Lufttemperatur entspricht.
Das Laufwerk wird durch eine Spiralfeder in Gang gesetzt, die im Federhaus f, Fig. 2 und 3,
eingeschlossen ist. Die an letzterem befestigte Kette k windet sich beim Aufziehen des Werkes
um die mit einem Sperrrade versehene Schnecke s, Fig. 2 und 3. Mit dieser sind
auch zwei Zahnräder Z1 und z2 an der nämlichen
Axe befestigt, ersteres mit 40, letzteres mit 80 Zähnen. Das Aufziehen erfolgt mittelst
eines an der Schneckenaxe bei a, Fig. 2, unten angebrachten Schlüssels. In das Zahnrad Z1
greift ein zweites bei der Axe «x, Fig. 3, festsitzendes
grofses Zahnrad Z3 mit 150 Zähnen ein. An der nämlichen Axe (I1 sitzt auch der
eine Zeiger du Fig. 2 rechts oben, fest. Er bewegt sich bei je 100 m Distanz um einen
Theil des Zifferblattes fort. Die Uebertragung der Rotation der Schnecke auf den unmittelbar
die einzelnen Meter angebenden Zeiger d2, Fig. 2, geschieht in folgender Weise:
Das Messingrad Z2 greift, in einen stählernen
Trieb ή, Fig. 3, mit 10 Zähnen ein, dessen eines Axenende m, Fig. 2, in der untersten Unr-
werksplatte J)1 , Fig. 2, festsitzt, während das
andere durch einen (in der Figur der Deutlichkeit halber nicht gezeichneten) Z - förmigen
Messingbügel gehalten wird. An der Axe des Triebes U1 sitzt ferner das Rädchen zt, Fig. 3,
mit 410 Zähnen, welches unmittelbar in den an der Axe des Zeigers d2, Fig. 2, befindlichen
zwölfzähnigen Trieb t.t eingreift und so den Zeiger d2 in Bewegung setzt. Die Regulirung
des Werkes geschieht auf folgende Art:
Ein an der Axe des Triebes t3 (und Zeigers d2)
festsitzendes Kronrad / mit 70 Zähnen greift in einen siebenzähnigen Trieb t3, Fig. 2, ein. Die
Axe dieses Triebes 11 n, Fig. 1, steht senkrecht
auf der Axe des Zeigers d2 und es ist an ihr noch das sägeartig gezähnte Stahlrädchen Z5,
Fig. ι und 2, befestigt. Die Function dieses Rädchens ist der eines Steigrades an einer
Pendeluhr sehr ähnlich, es wird in gleichen Zeitintervallen gehemmt. Während aber diese
Zeitintervalle bei Pendeluhren meist eine oder einen nicht zu kleinen Bruchtheil einer Secunde
betragen, erfolgt die Hemmung dieses Rädchens tausend mal in der Secunde, und zwar durch
die schwingende Stahlfeder F1 Fig. 1 und 2.
Dieselbe bewegt sich alternirend in der Richtung der Pfeile I und II, Fig. 2. Sie schlägt dabei
entweder hemmend an die Zähne des Rädchens Z5, durch welche sie in Vibration versetzt
wird, oder an die ihre Amplitude begrenzende Regulirungsschraube M. Ein Verdrehen
dieser Schraube bewirkt eine Veränderung der Schwingungsdauer der Feder F und ermöglicht
somit, den Gang des Werkes nach Belieben zu regeln. Speciell im vorliegenden Falle wird
durch diese Regulirung der Gang des Werkes demjenigen der Schallwelle in der Luft vollkommen
gleich gemacht. Zu diesem Zwecke ist an der Schraube M ein Zeiger A, Fig. 2
und 4, aufgesteckt, der auf einer empirisch gefundenen Temperaturscala B, Fig. 4, eingestellt
wird.
Die willkürliche Regulirung vermittelst des auf der empirisch gefundenen Temperaturscala laufenden
Zeigers in diesem Instrumente kann aufserdem durch folgende Vorrichtungen ersetzt
werden:
ι. Die schwingende Feder F wird durch eine aus mehreren Metallstreifen combinirte ersetzt,
wodurch sie die Eigenschaft erhält, bei Temperaturvariationen ihre Gestalt zu ändern
und hiermit selbstthätig den Gang des Werkes zu reguliren.
2. Es wird die Bewegung eines im Instrumente angebrachten Metallthermometers, einer
Quecksilber- oder anderen Flüssigkeitssäule, entweder direct auf die Schraube M übertragen,
oder auf einen ihre Stelle vertretenden, verschiebbaren Piston oder Hebel.
In demselben Moment, in welchem man die Lichtwelle wahrnimmt, wird das Instrument
durch einen leisen Druck des Fingers auf den Handgriff H, Fig. 1, in Gang gebracht, dabei
gleitet das Ende c des um das Pivot d drehbaren Hebels cdH unter dem am Zahnrädchen
Z5 angebrachten Stifte i hinweg, das Rädchen ist frei und das Spiel beginnt. Entfernt
man dann, nachdem man die Schallwelle wahrgenommen hat, rasch den drückenden Finger,
so springt der Hebel Hc durch den Druck der Feder e, Fig. 1, wieder zurück und hemmt die
Bewegung. Um das Einstellen der das von der Schallwelle durchlaufene Längenmafs angebenden
Zeiger auf ο zu bewerkstelligen, ist folgende Einrichtung getroffen:
Ein Druck auf den Knopf c bewegt den zweiarmigen drehbaren Hebel D, der dann mit
seinen Spitzen ^1 und g2 so lange auf den herzförmigen,
drehbaren Messingstücken ^1 und q^
schleift, bis er in die Vertiefungen Jix und Zi2
kommt und sie in dieser Lage festhält. Diese Herzstücke sind mit kleinen Röhren verbunden,
welche die Zeiger d\ und d^ tragen und auf den
entsprechenden Axen mit sanfter Reibung festsitzen. Nach geschehener Einstellung schiebt
die Feder χ den Hebel D wieder in seine frühere Lage zurück.
Claims (2)
1. Auf eine von der Natur indirect beeinflufste
Hemmung für Uhrwerke, welche zum Messen sehr kleiner Zeittheilchen dienen, bestehend
aus einem Steigrad z5, Fig. 1 und 2, auf dessen Peripherie mit dem freien Ende eine
flache Stahlfeder F ruht, auf welche eine Schraube M wirkt, die fest verbunden ist
mit dem Temperaturzeiger A, welcher, von der Hand stellbar, über eine empirisch festgestellte
Temperaturscala gleitet, wobei die Wirkung der Schraube M derart ist, dafs
durch Drehen des Zeigers die Schwingungsdauer der Feder bezw. die Geschwindigkeit
des Steigrades ζ5, also auch die Geschwindigkeit
der Zeiger dx und d$ verändert wird,
welche die in Längen umgerechnete Zeitdauer anzeigen.
2. Auf eine direct von der Temperatur beeinflufste Hemmung für Uhrwerke, die zum
Messen sehr kleiner Zeittheilchen dienen, bestehend aus einer von Metallstreifen mit
verschiedenen Ausdehnungscoefficienten zusammengesetzten Feder F, deren freies
Ende auf ein Steigrad Z5 derart einwirkt,
dafs dieselbe, weil sie bei verschiedenen Temperaturen verschieden gekrümmt ist, einen
verschiedenen Druck auf das Steigrad Z5 ausübt.
An Uhrwerken aller Art die Anordnung, um
die Anfangsstellung der Zeiger herbeizuführen , bestehend aus dem einfachen oder mehrfachen
Hebel D, Fig ι, mit Nasen g1 g2 etc.,
in Combination mit der Feder x, den an den Verlängerungen der Zeigerwellen Zi1 Zt2 etc.
festsitzenden unrunden Scheiben ς2 und ^1
und dem Druckstift c zur Bewegung des Hebels D aus seiner Ruhelage.
Auf einen Entfernungsmesser, bei welchem die Zeitdifferenz zwischen dem Wahrnehmen
der Lichtwelle und der Schallwelle gemessen wird, bestehend aus der Combination eines
Uhrwerkes mit Zeigern J1 d2, Fig. ι bis 4,
der in Patent-Anspruch 1. bezw. 2. genannten Regulirung nach der Temperatur, ferner der
im Patent-Anspruch 3. genannten Einrichtung zur Normalstellung der Zeiger.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE15529C true DE15529C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT15529D Active DE15529C (de) | Schallgeschwindigkeitsmesser mit Regulirung nach verschiedenen Temperaturen |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE15529C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102011011073A1 (de) * | 2011-02-11 | 2012-08-16 | Rheinmetall Defence Electronics Gmbh | Verfahren und Vorrichtung zur passiven Positionsermittlung |
-
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102011011073A1 (de) * | 2011-02-11 | 2012-08-16 | Rheinmetall Defence Electronics Gmbh | Verfahren und Vorrichtung zur passiven Positionsermittlung |
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