DE150495C - - Google Patents

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DE150495C
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
t?5
.Patentschrift
KLASSE 12 o.
HEINE & CO. TN LEIPZIG.
Bei der Untersuchung des Neroliöls wurde gefunden, daß dieses einen neuen Terpenalkohol, C10H18 O, von rosenartigem Geruch teils in freiem, teils in verestertem Zustande enthält, der »Nerol« genannt worden ist.. Für die Gewinnung des Nerols ist jedoch das Neroliöl praktisch nicht das günstigste Ausgangsmaterial, weil es zu teuer ist und zu wenig von dem Alkohol enthält.
ίο Es wurde nun im Petitgrainöl eine billigere Quelle zur Gewinnung des Nerols und ein Verfahren zur Abscheidung desselben aus diesem Öl aufgefunden. Dieses Verfahren gründet sich auf die bekannte Isolierung primärer Terpenalkohole, wie Geraniol, Citronellol, aus ätherischen Ölen durch Überführung derselben in ihre sauren Phtalsäureester und Reinigen dieser in verdünnter Sodalösung aufgelösten Ester durch Ausschütteln mit Äther. Das so gewonnene Nerol ist stets stark geraniolhaltig (nach Pas sy, Bull. Soc. chim., Paris, [3], 17, 519, enthält Petitgrainöl Geraniol); es kann aber bereits in diesem Zustande Verwendung finden, da es vorwiegend zur Herstellung rosenartig· riechender Gemische dienen soll, das Rosenöl aber bekanntlich als Hauptbestandteil Geraniol enthält. Will man das Nerol von dem ihm noch beigemengten Geraniol möglichst befreien, so verwertet man hierfür die bekannte Tatsache, daß Geraniol mit Chlorcalcium eine feste Verbindung eingeht (vergl. Jacobsen, Lieb. Ann. 157, 232 [1871]), während das Nerol mit Chlorcalcium eine solche Verbindung nicht liefert.
Man fraktioniert das mit wässerigen oder alkoholischen Alkalien vorher verseifte Petitgrainöl mit Wasserdampf oder im Vakuum in der \¥eise, daß Terpene und die hauptsächlich aus Linalool (Aurantiol) bestehenden, niedriger siedenden alkoholischen Anteile von etwa 0,870 spez. Gewicht entfernt werden. Die höher siedenden, hauptsächlich aus Geraniol, Terpineol und Nerol bestehenden Fraktionen von etwa o,8So—0,920 spez. Gewicht werden mit gleichen Teilen Phtalsäureanhydrid und Benzol 1—1'/2 Stunden auf dem Wasserbade am Rückflußkühler gekocht. Hierbei gehen nur die primären Alkohole, Geraniol und Nerol, in saure Phtalsäureester über, während andere Alkohole, z. B. 'Linalool und Terpineol, nicht reagieren. Aus dem Reaktionsgemisch entfernt man das unangegriffene Anhydrid durch Ausfrieren unter Zugabe von ι bis 2 Teilen Petroläther und Absaugen und befreit das Filtrat von Benzol und Petroläther durch Destillation. Die zurückbleibenden sauren Phtalsäureester, welche eine dick-., flüssige Masse bilden, werden in verdünnter Sodalösung gelöst und so lange mit Äther ausgeschüttelt, bis die Extrakte geruchlos geworden sind. Alsdann fällt man die Lösung der phtalestersauren Natronsalze mit verdünnter Schwefelsäure, zieht die freien Phtalestersauren mit Äther aus und verseift sie mit alkoholischer Kalilösung bei gewöhnlicher Temperatur oder durch Erhitzen auf dem Wasserbade. Die durch Zusatz von Wasser ausgefällten primären Alkohole werden im Vakuum oder mit Wasserdampf rektifiziert.
Das so erhaltene Gemisch aus Nerol und Geraniol enthält etwa 40 Prozent Nerol und 60 Prozent Geraniol. Es siedet unter Atmosphärendruck (756 mm) bei 227—2290 C. und bei 25 mm Druck bei 126—1280C. Durch mehrfaches Behandeln dieses Gemisches mit etwa gleichen Teilen feingepulverten, wasserfreien Chlorcalciums, mit welchem nur das Geraniol eine in Petroläther unlösliche Verbindung eingeht, und Rektifizieren des aus der petrolätherischen Lösung nach Abtreibung des Petroläthers verbleibenden Öles wird das Nerol von dem weitaus größten Teil des Geraniols befreit. Die Ausbeute an so gereinigtem Nerol beträgt etwa 2 bis 3 Prozent vom Gewicht des Petitgrainöls.
Anstatt das Petitgrainöl vorher zu verseifen und dann zu fraktionieren, kann man es natürlich auch zuerst fraktionieren und dann nur die betreffende nerolhaltige Fraktion verseifen. Dieses letztere hat den Vorteil, · daß an Stelle des Linalools das technisch wertvollere Linalylacetat als Nebenprodukt erhalten wird.
Anstatt des Phtalsäureanhydrids kann man auch andere Anhydride zweibasischer Säuren, z. B. Kampfersäure- und Bernsteinsäureanhydrid, verwenden.
Das, wie angegeben, aus Petitgrainöl gewonnene und von Geraniol möglichst befreite Nerol ist ein dem Geraniol isomerer Terpenalkohol C10 H18 O, welcher optisch inaktiv ist und zwei doppelte Bindungen besitzt, da er 4 Atome Brom addiert. Er gibt unter gewöhnlichen Bedingungen keine feste Chlorcalciumverbindung, siedet unter 760 mm bei 225—2260, unter 25 mm bei 1250C. und zeigt das spezifische Gewicht von 0,880 bei 15°. Er ist vom Geraniol auch geruchlich charakteristisch unterschieden durch seinen frischen und besonders in der A^erdünnung außerordentlich feinen Rosengeruch, weshalb er in hohem Grade für die Herstellung von Blumengerüchen geeignet erscheint. An Stelle des vom Geraniol möglichst befreiten Nerols kann man, wie schon gesagt, natürlich auch das aus den Phtalsäureestern abgeschiedene geraniolhaltige Nerol in Fällen direkt verwenden, in denen für Riechstoffkompositionen der Geraniolgehalt vorteilhaft ist. ; .

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Gewinnung eines Terpenalkohols C10H18 O, dadurch gekennzeichnet, daß man die primären Alkohole, welche in den verseiften, von Linalool- und Terpenfraktionen abgetrennten Anteilen des Petitgrainöls enthalten sind, durch Einwirkung von Phtalsäureanhydrid oder von anderen Anhydriden zweibasischer Säuren in ihre sauren Ester überführt und nach vorausgegangener Reinigung aus denselben durch Verseifen mit Alkalien einen geraniolhaltigen Terpenalkohol abscheidet, den man entweder im Vakuum oder mit Wasserdampf rektifiziert oder behufs Abscheidung des größten Teils des Geraniols zunächst mit Chlorcalcium behandelt und dann im Vakuum oder mit Wasserdampf rektifiziert.
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