DE1467005B2 - Verfahren zur Aufarbeitung der bei der Ammoniakwäsche des Endgases von Schwefelsäurekontaktanlagen anfallenden Wasehlösungen - Google Patents
Verfahren zur Aufarbeitung der bei der Ammoniakwäsche des Endgases von Schwefelsäurekontaktanlagen anfallenden WasehlösungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufarbeitung der bei der Ammoniakwäsche des Endgases von
Schwefelsäurekontaktanlagen anfallenden, im wesentlichen Ammoniumsulfit und Ammoniumsulfat
enthaltenden Waschlösungen.
Es ist bekannt, das Endgas von Schwefelsäurekontaktanlagen in berieselten Türmen zu waschen
und der Waschlösung kontinuierlich Ammoniak und Wasser zuzusetzen. Man erhält so eine wäßrige Lösung,
die neben anderen Ammoniumsalzen Ammo- ίο niumsulfit und Ammoniumsulfat enthält. Man hat
. diese Lösungen bisher entweder verworfen oder mit Schwefelsäure unter Rückgewinnung eines Teiles des
Schwefeldioxids in eine Ammoniumsulfatlösung übergeführt. Nach einem anderen Verfahren wird die
Lösung mit Luft unter Druck oxydiert, wobei man ebenfalls Ammoniumsulfat erhält. Diese Verfahren
haben den Nachteil, daß das Ammoniumsulfat heute nur schwer abgesetzt werden kann. Aus der deutschen
Patentschrift 861551 ist die Spaltung von Abfallschwefelsauren
bei Temperaturen über 1000° C bekannt. In der schweizerischen Patentschrift 297 827
ist die Spaltung von denitrierter Abfallschwefelsäure oder einer zersetzbare Sulfate enthaltenden Lösung
beschrieben. Diese Spaltung erfolgt in einem Wirbelschichtröstofen
fast ohne Sauerstoffüberschuß.
Bei der Spaltung ammoniumsalzhaltiger Lösungen besteht die Gefahr, daß bei zu geringem Sauerstoffgehalt
des Gases ein Teil des Ammoniaks nicht oxydiert wird, während bei zu stark oxydierenden Bedingungen
eine Verbrennung zu Stickoxiden erfolgt. In beiden Fällen enthalten die katalysierten SO3-haltigen
Gase Stickoxide, die eine Verunreinigung der erzeugten Schwefelsäure bewirken.
Es wurde nun gefunden, daß die bei der Ammoniakwäsche des Endgases von Schwefelsäurekontaktanlagen
anfallende Waschlösung gespalten und das dabei gebildete Schwefeldioxid für die Schwefelsäureherstellung
nutzbar gemacht werden kann, ohne daß eine Verunreinigung der Säure durch Stickoxide zu
befürchten ist, wenn man erfindungsgemäßdie Waschlösung bei Temperaturen oberhalb 850°"C und bei
Einhaltung eines Sauerstoffüberschusses von 3 bis 9 Volumprozent in den Rost-, Verbrennungs- oder
Spaltofen eindüst, in dem das SO2-haltige Gas erzeugt
wird. Man erhält auf diese Weise aus der ausgebrauchten Waschlösung Schwefeldioxid, Stickstoff
und Wasserdampf. Obwohl sich bekanntlich bei der Verbrennung von Schwefelwasserstoff Stickoxide bilden,
wenn dieser gasförmiges Ammoniak oder Zyan-Wasserstoff enthält, bleibt der Stickoxidgehalt der
hergestellten Säure kleiner als 5 mg Stickstoff je Kilogramm Säure.
Durch die Erfindung wird ein wesentlicher Nachteil der Endgaswäsche mit Ammoniak, nämlich die Verwertung
der ammoniumsulfathaltigen Lösung beseitigt. Zugleich gelingt es nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren, durch die Ausnutzung des Schwefelgehaltes der Waschlösung für die Säureherstellung
die Ausbeute an Schwefelsäure bis dicht an den theoretischen Wert zu steigern. .:
Ausführungsbeispiel ; j
Das Abgas des H2SO4-Kondensators einer Schwefelsäurekontaktanlage
wird nacheinander durch zwei Waschtürme geleitet, in deren Flüssigkeitskreisläufe
wäßrige Ammoniaklösung eingespeist wird. Aus dem Sumpf der Waschtürme wird eine Lösung abgezogen,
die 11,48 Gewichtsprozent (NHJ2SO4, 18,53 Gewichtsprozent
(NH4)2SO3 und 14,1 Gewichtsprozent
(NH4)HSO3 enthält. Diese ausgebrauchte Waschlösung
hat "eine Dichte von 1,24 und einen pH-Wert von 6,5. Der SO2-Gehalt des Abgases wird durch die
Wäsche von etwa 0,2 Volumprozent auf 0,0,1 Volumprozent verringert.
Die Waschlösung wird dem der SO2-Erzeugung
dienenden Schwefelverbrennungsofen zugeführt. Es werden bei Verbrennung von je 11 Schwefel 153 kg
Waschlösung in den Verbrennungsraum des Ofens eingedüst. Diese Lösungsmenge enthält etwa 17 kg
Schwefel und etwa 12,1 kg Stickstoff in Form der genannten Ammoniumsalze. In dem Verbrennungsraum
des Ofens beträgt die Temperatur etwa 1100° C und die Sauerstoffkonzentration etwa 7,5 Volumprozent.
Unter diesen Bedingungen werden die Ammoniumsalze im wesentlichen zu SO2, N2 und H2O gespalten.
Die Ausbeute an Schwefelsäure erhöht sich durch die Mitverbrennung der Waschlösung von 98,1 auf
99,8 °/o. Der Stickstoffgehalt der aus den durch S-Verbrennung und Spaltung der WaSchlösung erzeugten
Gase hergestellten Schwefelsäure beträgt 4 · 10—4 Gewichtsprozent
N (4 ppm). Bei quantitativer Oxydation der in die S-Verbrennung eingesetzten Ammoniumsalze
zu Stickoxiden und deren Absorption in der Schwefelsäure wäre ein Stickstoffgehalt von etwa
0,4 Gewichtsprozent N (4000 ppm) zu erwarten gewesen.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Aufarbeitung der bei der Ammoniakwäsche des Endgases von Schwefelsäurekontaktanlagen anfallenden, im wesentlichen Ammoniumsulfit und Ammoniumsulfat enthaltenden Waschlösungen, dadurch gekennzeichnet, daß man die Waschlösung bei Temperaturen oberhalb 850° C und bei Einhaltung eines Sauerstoffüberschusses von 3 bis 9 Volumprozent in den Rost-, Verbrennungs- oder Spaltofen eindüst, in dem das SO2-haltige Gas erzeugt wird.
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